Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Florian Rister
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Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Florian Rister » Mi 15. Feb 2012, 22:35

Unter dem Motto "Kenne deinen Feind" poste ich hier jetzt mal einen Link zu einem Argumentations - Leitfaden GEGEN die Legalisierung. Die Argumente sind natürlich für mich nicht gültig, aber ich muss sagen ich habe nur selten so eine handfeste und knallhart durchgezogene Meinung dazu gesehen...

Auf jeden Fall nicht uninteressant, das mal zu lesen und sich zu überlegen, was man zu jedem einzelnen Punkt sagen würde..

http://www.konservativ.de/drogen/argument.htm
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Philebos
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Philebos » Mi 15. Feb 2012, 23:34

ganz schlimm.. ich kann sowas nicht lesen, da ich diese Dummheit nicht ertrage.
Ich denke, dass man gegen sowas nie wird argumentieren können. Diese Menschen haben ein unglaublich enges Weltbild und in dieses Weltbild passt es nicht, dass jemand andere Drogen nimmt als Alkohol und Zigaretten. Selbst wenn du jedes ihrer Argumente mit wissenschaftlicher Präzison zerlegen würdest, wette ich dass sie nicht ihre Meinung ändern werden. Hoffununglos ;)

CosmicWizard
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von CosmicWizard » Mi 15. Feb 2012, 23:45

Ganz ehrlich? Das ist doch geistiger, unwissenschaftlicher Dünnschiss hoch Zehn. Da kann ich meine Zeit auch anders vergeuden.

Florian Rister
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Florian Rister » Do 16. Feb 2012, 00:03

CosmicWizard hat geschrieben:Ganz ehrlich? Das ist doch geistiger, unwissenschaftlicher Dünnschiss hoch Zehn. Da kann ich meine Zeit auch anders vergeuden.

Ja, aber wer diesen Dünnschiss nicht aushält, wird in ner Diskussion schnell wütend und unsachlich, und dann kann man niemanden überzeugen.

Man sollte schon in der Lage sein sich sowas anzuhören, und dann ganz ruhig und sachlich die Punkte zu zerpflücken, wenn man sich in öffentliche Debatten begibt.
Naja war auch nur als Anregung gedacht. Manchmal hilft es ja, die andere Seite zu sehen. Ich meine da gibts ja auch Leute, die sich mehr als eine Stunde mit dem Thema beschäftigt haben... Denen müssen wir was entgegnen können.
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CosmicWizard
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von CosmicWizard » Do 16. Feb 2012, 00:12

groooveman85 hat geschrieben:
CosmicWizard hat geschrieben:Ganz ehrlich? Das ist doch geistiger, unwissenschaftlicher Dünnschiss hoch Zehn. Da kann ich meine Zeit auch anders vergeuden.

Ja, aber wer diesen Dünnschiss nicht aushält, wird in ner Diskussion schnell wütend und unsachlich, und dann kann man niemanden überzeugen.

Man sollte schon in der Lage sein sich sowas anzuhören, und dann ganz ruhig und sachlich die Punkte zu zerpflücken, wenn man sich in öffentliche Debatten begibt.
Naja war auch nur als Anregung gedacht. Manchmal hilft es ja, die andere Seite zu sehen. Ich meine da gibts ja auch Leute, die sich mehr als eine Stunde mit dem Thema beschäftigt haben... Denen müssen wir was entgegnen können.
Da stimme ich dir auch vollkommen zu und dazu bin ich sehr wohl in der Lage, doch dieser Müll verdient keinerlei Beachtung. Das könnte so direkt aus dem drogenpolitischen Programm der NPD stammen.

Blarto
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Blarto » Do 16. Feb 2012, 01:43

CosmicWizard hat geschrieben:
groooveman85 hat geschrieben:
CosmicWizard hat geschrieben:Ganz ehrlich? Das ist doch geistiger, unwissenschaftlicher Dünnschiss hoch Zehn. Da kann ich meine Zeit auch anders vergeuden.

Ja, aber wer diesen Dünnschiss nicht aushält, wird in ner Diskussion schnell wütend und unsachlich, und dann kann man niemanden überzeugen.

Man sollte schon in der Lage sein sich sowas anzuhören, und dann ganz ruhig und sachlich die Punkte zu zerpflücken, wenn man sich in öffentliche Debatten begibt.
Naja war auch nur als Anregung gedacht. Manchmal hilft es ja, die andere Seite zu sehen. Ich meine da gibts ja auch Leute, die sich mehr als eine Stunde mit dem Thema beschäftigt haben... Denen müssen wir was entgegnen können.
Da stimme ich dir auch vollkommen zu und dazu bin ich sehr wohl in der Lage, doch dieser Müll verdient keinerlei Beachtung. Das könnte so direkt aus dem drogenpolitischen Programm der NPD stammen.
Ich bin da anderer Meinung. Realität ist nunmal, dass ich von Legalisierungsgegnern, und zwar unabhängig von der Partei, selbst von der Bundeskanzlerin persönlich, eher eine schlechtere als eine bessere Argumentation gewöhnt bin. Gerade in den letzten Wochen, in denen das Thema schon in diversen Talkrunden etc. vertreten war, bewegten sich die Argumente genau auf diesem Niveau.

Deswegen halte ich die Idee für wirklich gut, dass sich Menschen, die sich auf Diskussionen vorbereiten möchten, mit solchen Gegenargumenten durchaus beschäftigen sollten und sich überlegen wie man kontern könnte. Wie mein ehemaliger Prof. sagen würde, ist das in diesem Fall allerdings trivial und als Fingerübung für zuhause geeignet.

Nur mal als Beispiel das Fazit:
"Fazit: Eine Legalisierung von Rauschgiften stärkt das organisierte Verbrechen. Die Mafia kann nur ausgeschaltet werden, wenn sie international koordiniert mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft und gleichzeitig die Nachfrage nach Rauschgiften durch eine effektive Drogenprävention gesenkt wird. Dies ist das Konzept der UNO, die die 90er Jahre zum Jahrzehnt gegen den Drogenmissbrauch erklärt hat.
Das ist im Prinzip eine exakte Gegenthese, zum Report der "Global Comission on Drug Policy", 2011. Und im Gegensatz zu diesem, einfach eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung.
Zuletzt geändert von Blarto am Do 16. Feb 2012, 02:12, insgesamt 1-mal geändert.

Hempy
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Hempy » Do 16. Feb 2012, 02:02

Ich denke auch, dass eine sachliche Debatte hier sehr angebracht ist. Wenn man sich diese "Diskussionshilfe" mal näher anguckt, so finden sich in den Argumenten viele Punkte, die relativ leicht zu kritisieren sind aber auch Befürchtungen, denen mit einer Legalität möglicherweise besser entgegengewirkt werden kann. Hier mal ein paar Beispiele:

3.«Aber Haschisch ist doch ungefährlich ...»
Haschisch macht abhängig und senkt die Hemmschwelle für andere Rauschgifte. Die meisten Heroinabhängigen haben zuerst Haschisch geraucht. Haschisch wird zu Recht auch als Einstiegsdroge bezeichnet, denn je häufiger jemand Haschisch raucht, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass er später auch Kokain und Heroin konsumiert.
Da fallen mir spontan einige plausible Argumente dagegen ein....

4. «Es ist die Freiheit jedes einzelnen[...]»
Junge Menschen geraten oft aus Unwissenheit über die Gefährlichkeit der Rauschgifte in eine elende Drogenkarriere. Wüssten sie, wie rasch sie ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Zukunft ruinieren, würden sich viele Jugendliche gegen Rauschgift entscheiden. Freiheit des Einzelnen setzt Aufklärung und Wissen voraus.
Na, dass ist ja geradezu eine Steilvorlage für Forderungen nach massiver Aufklärung an Schulen und einer sachlichen Debatte.

8. «Jeder hat seine Sucht ...»
Die Befürworter einer Drogenliberalisierung und -legalisierung verwässern gezielt den Begriff Sucht und verharmlosen so die Rauschgifte. Der Begriff «Sucht» kommt von «siech» = krank und hat nichts mit «suchen» zu tun. Die Rauschgiftverharmloser bezeichnen nicht nur die Betäubung mit Rauschgiften als Sucht, sondern auch Vorlieben, beispielsweise für Cola, Buttermilch, Kaffee oder Schokolade. Ebenso zählen sie fleissiges Arbeiten, regelmässiges Putzen, sportliches Training oder enge zwischenmenschliche Beziehungen dazu. Es handelt sich hier um eine systematische Verwirrung, wenn tödliche Drogensucht mit harmlosen und lebensbejahenden Tätigkeiten gleichgestellt wird.
Eine schon unverschämte Unterschlagung der legalen Drogen Alkohol&Tabak um die diese "Verwässerung" des Suchtbegriffs eigentlich geht. Und überhaupt, wer berauscht sich denn bitte mit Buttermilch??
Zugegeben, fleissige Arbeit wäre unter "krankhaft" vielleicht an anderer Stelle zu diskutieren... ;)

11. «Die Kriminalität wird bei einer Legalisierung zurückgehen ...»
Drogenkriminalität ist nicht nur Beschaffungskriminalität, sondern vor allem eine Folge des Drogenkonsums und der Drogenwirkungen, ganz gleich ob Drogen legal oder illegal sind.
Rauschgifte enthemmen den Menschen und lassen ihn sozial verantwortungslos handeln. Ein Rauschgiftsüchtiger schreckt oft nicht einmal davor zurück, seine nächsten Angehörigen zu bestehlen. Die Verrohung kann so weit gehen, dass er einen Menschen wegen einer Kleinigkeit umbringt. 1989 berichteten zum Beispiel die Zeitungen von Rauschgiftabhängigen auf dem Zürcher Platzspitz, die im Streit um eine Cola-Büchse ihren Kollegen knebelten und ertränkten.
Wir hier ernsthaft damit argumentiert, dass DrogenkonsumentInnen automatisch kriminell werden und eigentlich ab der ersten Tüte potentielle Mörder sind?
Ausserdem wird auch die Bedrohung durch Verkehrsteilnehmer im Drogenrausch grösser.
Niemand will Drogenkonsum hinterm Steuer fördern...

Das mal so als kleiner Querschnitt an Argumenten in dieser "Diskussionshilfe". Beim lesen dieser 12 Argumente wird relativ deutlich, was für eine Betrachtung dahinter steht. Auch kommt eine Angst vor einer "verdammten Gesellschaft" im absoluten Drogenrausch zum Vorschein. Ich denke, ein wichtiger Ansatzpunkt ist es, die eigenen Ziele klar zu formulieren. Also auch deutlich zu machen, dass man eben keine eingebauten Crackpfeifen unterm Autoradio haben will und dass man Heroin nicht neben dem Zucker im Supermarkt finden soll. Wie das im einzelnen stattdessen auszusehen hat, sei mal dahingestellt.
So lässt sich bei vielen Fragen des Jugendschutzes, Verkehrssicherheit, usw. über den Sinn und Nutzen der Illegalität diskutieren. Hier scheint es mir sehr wichtig zu sein, mit den Möglichkeiten der Legalität zu argumentieren. Und klar zu zeigen, dass den Befürchtungen, bzw. möglichen negativen Entwicklungen wesentlich effektiver entgegengewirkt werden kann. Und auch Ängste vor einem legalen Markt abzubauen...
Grundsätzlich sollte man bemüht sein, auf einer sehr ruhigen Ebene zu diskutieren. Ich habe eher das Gefühl, dass viele der Argumente hier eher sehr einfach gestrickt sind und in ihrer Gesamtheit einfach keinen logischen Schluss zulassen. Stattdessen wird mit Unterschlagungen, blanken Behauptungen oder Schlichten lügen argumentiert und eine solch schwammige Grundlage dürfte mit klaren Argumenten eigentlich einfach zu widerlegen sein.
Sicher, ALLE wird man nie überzeugen. Manche wollen Rauschmittel halt einfach immer für etwas völlig gefährliches und "teuflisches" halten.....

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Bom
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Bom » Do 16. Feb 2012, 14:53

Riiichtig! Diskussionstraining ist das, und das kostenlos :D :D Diskussionstraining mit verteilten Rollen möchte ich sowieso mit meiner zukünftigen Aktivisten-Gruppe machen ;) ...finde ich hilfreich für nicht so schlagfertige aber engagierte Aktivisten.

Solche leute kann man nicht unbedingt überzeugen, wie Hempy schon schreibt (sehr schöner Post übrigens), ABER man kann sie vor ihren Zuhörern, Anhängern, etc. lächerlich machen und DIESE überzeugen, bzw. für die Thematik überhaupt erstmal empfänglich machen. Man sieht wiedermal, viele der Argumente werden auf der billigen (aber effektiven) "emotionalen Ebene" geführt.
...Bald wieder aktiv, hoffentlich!

12.6.13

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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Philebos » Do 16. Feb 2012, 17:28

mal was anderes, was aber auch hier reinpasst:
Habt ihr schonmal ein wirklich gutes Argument GEGEN die Legalisierung/Entkriminalisierung von weichen Drogen gehört. Also ein Argument, was mal eine Herausforderung ist sozusagen...

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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Florian Rister » Do 16. Feb 2012, 17:50

Naja, ich finde das Argument, dass die Konsumraten steigen könnten, subjektiv gesehen durchaus ein gutes Argument.
Das wird nur objektiv nicht von der Wissenschaft unterstützt.

Man könnte aber schon davon ausgehen, nach gesundem Menschenverstand, dass sich nach jahrzehnten der Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz der Konsum von Cannabis mehr etablieren würde, als es im Moment der Fall ist. Das ist eine hypothetische Frage.

Naja richtig gut ist das nicht, aber es ist eins an dem man immer kämpfen muss. Weil der gesunde Menschenverstand jedem Normalo sagt: Es ist verboten, ich persönlich und meine Freunde wüssten gar nicht wo wir es kaufen sollten, also hält das Verbot die Menschen vom kiffen ab, zumindestens einen Teil.
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Philebos » Do 16. Feb 2012, 17:59

ja, da hast du recht. Holland ist der Beweis, dass es nicht so ist. Aber ich vermute, dass Cannabis auch in Holland einen schlechten Ruf hat. Hätte es einen besseren, würden es mehr konsumieren.

Aus meiner Sicht wäre es natürlich überhaupt nicht schlimm, wenn mehr Leute kiffen würden. Aber mit der Meinung bin ich wohl selbst unter Legalisierungsbeführwortern eine Seltenheit: Ich sehe die abstinente Gesellschaft nicht als Ideal. Klar, weniger Alkohol würde der Gesellschaft gut tun. Aber gar kein Alkohol? Rausch gehört zur Menschheit und war immer Teil unserer Kultur. Würden Menschen keine Drogen konsumieren, sähe unsere ganze Kultur anders und trister aus. Man nehme nur allein Kunst und Musik als Beispiel etc.

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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von frihet » Do 16. Feb 2012, 19:47

groooveman85 hat geschrieben:Naja, ich finde das Argument, dass die Konsumraten steigen könnten, subjektiv gesehen durchaus ein gutes Argument.
Das wird nur objektiv nicht von der Wissenschaft unterstützt.

Man könnte aber schon davon ausgehen, nach gesundem Menschenverstand, dass sich nach jahrzehnten der Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz der Konsum von Cannabis mehr etablieren würde, als es im Moment der Fall ist. Das ist eine hypothetische Frage.
Andererseits wäre im Gegenzug eine Senkung der Zahlen von Alkoholkonsumenten recht wahrscheinlich. Darauf weisen ja auch Studien über die Situation in einigen US-Bundesstaaten hin, wo eine Lockerung der Cannabisgesetzgebung dazu geführt hat, dass weniger Alkohol konsumiert wurde und daraufhin auch die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle deutlich gesunken ist. Ich meine, diese Meldung sei in den letzten Monaten mal in den Nachrichten des DHV oder des HanfJournals aufgetaucht.
Philebos hat geschrieben:ja, da hast du recht. Holland ist der Beweis, dass es nicht so ist. Aber ich vermute, dass Cannabis auch in Holland einen schlechten Ruf hat. Hätte es einen besseren, würden es mehr konsumieren.

Aus meiner Sicht wäre es natürlich überhaupt nicht schlimm, wenn mehr Leute kiffen würden. Aber mit der Meinung bin ich wohl selbst unter Legalisierungsbeführwortern eine Seltenheit: Ich sehe die abstinente Gesellschaft nicht als Ideal. Klar, weniger Alkohol würde der Gesellschaft gut tun. Aber gar kein Alkohol? Rausch gehört zur Menschheit und war immer Teil unserer Kultur. Würden Menschen keine Drogen konsumieren, sähe unsere ganze Kultur anders und trister aus. Man nehme nur allein Kunst und Musik als Beispiel etc.
Ganz allein bist du damit nicht, ich halte eine drogenfreie Welt jedenfalls weder für erreichbar noch für wünschenswert. Eigentlich glaube ich auch nicht, dass man mit dieser Ansicht zu einer Minderheit unter den Legalisierungsbefürwortern zählt.

CosmicWizard
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von CosmicWizard » Do 16. Feb 2012, 20:06

groooveman85 hat geschrieben:Naja, ich finde das Argument, dass die Konsumraten steigen könnten, subjektiv gesehen durchaus ein gutes Argument.
Das wird nur objektiv nicht von der Wissenschaft unterstützt.

Man könnte aber schon davon ausgehen, nach gesundem Menschenverstand, dass sich nach jahrzehnten der Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz der Konsum von Cannabis mehr etablieren würde, als es im Moment der Fall ist. Das ist eine hypothetische Frage.

Naja richtig gut ist das nicht, aber es ist eins an dem man immer kämpfen muss. Weil der gesunde Menschenverstand jedem Normalo sagt: Es ist verboten, ich persönlich und meine Freunde wüssten gar nicht wo wir es kaufen sollten, also hält das Verbot die Menschen vom kiffen ab, zumindestens einen Teil.

Ganz klar Sache. Machen wir uns doch nicht vor. Wir wissen schlichtweg nicht, wie sich die Konsumzahlen nach einer Legalisierung entwickeln werden. Trotzdem ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Konsumzahlen nicht mit der Legalität oder Illegalität der Substanz zusammenhängen ein schlagkräftiges, von vielen Konservativen natürlich belächeltes, Argument.

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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von ariposteles » Fr 17. Feb 2012, 14:44

groooveman85 hat geschrieben: Man könnte aber schon davon ausgehen, nach gesundem Menschenverstand, dass sich nach jahrzehnten der Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz der Konsum von Cannabis mehr etablieren würde, als es im Moment der Fall ist. Das ist eine hypothetische Frage.
Ich glaube mehr, dass die Konsumraten durch Werbung in die Höhe gerieben werden würden. Bei Nahrungsmitteln ist es ja auch so, das was am meisten beworben wird, wird auch am meisten gegessen. Unabhängig davon, ob vergleichbare noname Produkte daneben im Regal liegen oder so.

Es wäre also ein Argument GEGEN Drogenlegalisierung, wenn daraus ein Geschäftsmodell entwickelt werden kann.

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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von CosmicWizard » Fr 17. Feb 2012, 16:46

ariposteles hat geschrieben:
groooveman85 hat geschrieben: Man könnte aber schon davon ausgehen, nach gesundem Menschenverstand, dass sich nach jahrzehnten der Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz der Konsum von Cannabis mehr etablieren würde, als es im Moment der Fall ist. Das ist eine hypothetische Frage.
Ich glaube mehr, dass die Konsumraten durch Werbung in die Höhe gerieben werden würden. Bei Nahrungsmitteln ist es ja auch so, das was am meisten beworben wird, wird auch am meisten gegessen. Unabhängig davon, ob vergleichbare noname Produkte daneben im Regal liegen oder so.

Es wäre also ein Argument GEGEN Drogenlegalisierung, wenn daraus ein Geschäftsmodell entwickelt werden kann.
Denke ich auch. Deshalb bin ich auch für ein Werbeverbot für Drogen aller Art! Die Menschen, die sie konsumieren wollen, werden das auch ohne Werbung tun.

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Havald
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Havald » Fr 17. Feb 2012, 20:14

Das soll ein Argumentations - Leitfaden gegen eine Legalisierung sein? Soll man da lachen oder weinen?

Das eigentlich schlimme ist, das immer noch viele Menschen diese Meinungen vertreten und die dort aufgestellten Behauptungen glauben. Ähnliche "Argumente" bekommt ständig in Talkshows und sonstigen Diskussionsrunden zu hören.
Würde auch nur die hälfte davon stimmen, müsste ein großer Teil von uns bereits auf der Straße leben und jeden zweiten Passanten überfallen.

Wenn man in der Lage ist, bei solchen "Argumenten" ruhig zu bleiben, kann man die meisten ohne Probleme widerlegen (Hempy hat das ja schon sehr schön gezeigt).

Es ist auch häufig von Vorteil, wenn man ein wenig Literatur zu dem Thema hat oder einige aktuelle Studien kennt, um die eigenen Argumente zu stärken. Ich selber habe schon einige Bücher dazu verschenkt (beim Thema Cannabis eignet sich "Rauschzeichen Cannabis, Alles was man wissen muss" sehr gut, ich hoffe diese Schleiwerbung ist hier erlaubt). Klar, man kann damit nicht alle Gegner überzeugen, aber wenn man sie ein wenig zum Nachdenken bewegen kann, hat man schon einiges Gewonnen.

LG Havald

skiddo
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von skiddo » Mo 20. Feb 2012, 00:38

Hallo,

ich finde es extrem wichtig die Contra Position zu verstehen. Nur so lässt sich ein vernünftiger Dialog führen. Was macht uns als Befürworter am wütendsten? Das die Gegner uns nicht mal bei den einfachsten Argumenten zuhören. Seit Jahrzehnten werden in der Diskussion Studien aufgeführt, die zeigen wie harmlos Cannabis im Vergleich zu anderen Drogen ist. Ein Jahr später gibt es eine Gegendarstellung. Das passiert pausenlos bei allen Argumenten. Ich verfolge seit knapp 4 Monaten die Anstrengungen des DHV und anderer Einrichtungen, spreche mit Bekannten und meiner Familie darüber, sehen, wie wir alle, das Medienecho. Bei dieser Diskussion geht es schon lange nicht mehr um Argumente. Der große Teil unserer Bevölkerung ist konservativ, die sehen Drogen als Bedrohung. Egal wie wissenschaftlich fundiert oder schwachsinnig, das ist so. Schön zu sehen bei dem Link vom Threadstarter, ich zitiere:

"Seinen Anfang nahm das heutige Rauschgiftproblem im Gefolge der 68er Bewegung. Einige Hippieführer propagierten Haschisch als Mittel des Protests gegen die Gesellschaft und machten es zur Modedroge der Subkultur. Damit ebneten sie auch allen anderen Rauschgiften den Weg. Was unglaublich klingen mag, aber aus den Kampfschriften neolinker Strategen klar hervorgeht: Drogen sind für sie ein politisches Kampfmittel, mit dem die bürgerliche Gesellschaft aus den Angeln zu heben sei. Sie wissen: Mit einem grösseren Anteil an Rauschgiftsüchtigen kann die bestehende Gesellschaft nicht mehr funktionieren. So entstand der Absatzmarkt für Drogen, der inzwischen vom international organisierten Verbrechen übernommen worden ist."

Natürlich ist es ein lobenswerter Ansatz, diese Menschen mit vernünftigen Dialogen, Diskussionen und Argumenten anzurufen, und sicherlich denkt nicht jeder konservative direkt so krass darüber, trotzdem ist es bei den meisten Menschen tief verankert. Bei uns natürlich nicht, deswegen sind wir ja auch hier.

Aber wie Frau Merkel in ihrer YouTube Aktion schon gezeigt hat geht es hier gar nicht um eine sachliche Diskussion. Das Thema ist schon lange gegessen, eine Legalisierung (egal in welcher Form) widerspricht den Grundsätzen des Konservativismus. Die Entkriminalisierungsinitiativen sind gut, aber ich glaube in der jetzigen Form zu ineffektiv, weil zu beschränkt. Wenn der Schraubenzieher nicht passt, bastle ich den nicht um, sondern nehme einen neuen. Die viel wichtigere Aufgabe ist also Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit anderen, nicht-konservativen Institutionen.

Auch spielt die ständige Legalitze it Bewegung den konservativen faktisch nur in die Hände. Die haben es einmal effektiv abgewehrt, ihre Wähler in der Hinsicht geimpft und jetzt wird das nur als kleine Randbewegung mit einem Handschütteln abgewehrt. Solange die Piraten, die Linken und die Grünen keine Mehrheit haben, gibt es auch keine anständige Drogenpolitik. Es IST vielleicht unfair aber es IST halt nun auch so. Nutzt euer Wahlrecht, wählt die Konservativen ab. Und noch viel wichtiger, bringt möglichst viele Leute dazu, sich euch anzuschließen.

ich will euch ein kleines Bespiel geben. Letze Woche war ich bei meinen Eltern zu Besuch und habe mit meinem Vater über die Arbeit des DHV und eine liberale Drogenpolitik gesprochen. Meine Mutter saß daneben und hat nicht verstanden warum ihr Sohn "für Drogen" ist. Sie war der festen Überzeugung das Drogen generell schlecht und böse sind und das man krank wird und sterben kann. Als ich ihr von meinen Erfahrungen auf Pilzen erzählt habe und auch mein Vater zugab, gerne mal so etwas auszuprobieren, weil er vernünftigen Konsum für harmlos hält, hat sie sich das alles angehört und war erstaunt darüber, das Drogen so viel mehr bedeuten können als sich sinnlos für Partys wegzuschicken. Sie wurde in ihrer Jugend (und sicher auch durch meine Jugend) und die ganze Zeit danach darauf eingestellt und deswegen hat sie sich nie informiert. Sie wird sicherlich keine Drogen nehmen wollen, aber immerhin habe ich ein Verständnis bei ihr geschaffen. Das nächste mal wenn sie davon hört kann sie auf ihren eigenen Sohn zeigen und unsere (pro-) Argumente verstehen.

Aufklärung ist der Gegensatz zum Konservativismus. Klärt auf!

LG, skiddo

PS: Ich verliere mich manchmal ein bisschen in dem was ich sagen will, ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

Dinokiffer
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Dinokiffer » Mo 27. Feb 2012, 00:53

Krasser Link ;) naja ich konnte das echt nicht zuende lesen und wo ich dann das mit Haschisch gelesen habe wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen solle. Woher kommt das eingentlich? Und achja was die dort schreiben ist absolut übertrieben aber so ist das eben wir die befürworter der Cannabis legaliesierung werden denke ich mal nie mit den gegnern an einen Tisch sitzen können ohne das ein heftiger streit entstehen würde.

Philebos
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Philebos » Sa 3. Mär 2012, 01:24

ja, solche Berichte werden wir immer wieder lesen müssen. Cannabis beeinflusst das Kurzzeitgedächtnis ebenso wie Alkohol den Gleichgewichtssinn. Jedoch sind beide Wirkungen reversibel, verschwinden also mit dem Abklingen der Wirkung. Eine langfristig negative Wirkung auf das Kurzzeitgedächtnis konnte man meines Wissens bei Cannabis nicht nachweisen. Dennoch suggerieren solche Artikel immer, dass durch den (auch nur seltenen) Konsum von Cannabis damit rechnen muss, dass das Gedächtnis in irgendeinerweise dauerhaft zerstört wird...

Das Problem ist doch so: Die Droge ist illegal und deshalb muss man sie übermäßig schlecht bzw. negativ darstellen. Das ist ein Teufelskreis.

Sculli
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Re: Argumente GEGEN Drogenlegalisierung

Beitrag von Sculli » Mo 5. Mär 2012, 09:11

Finde diese Sache ein Witz...Wie blöd Leute sein können und so einen Mist glauben...man kann doch Cannabis nicht mit Alzheimer gleichstellen...

Mir ist am Wochenende ein Argument entgegen geflogen, auf das ich erstmal keine Antwort fand.
Die "Über"-Züchtung von Cannabis und der heutige THC Gehalt von manchen Sorten ist schon heftig. Und ich denke, die Leute vor 100 Jahren hätten blöd geschaut, wenn wir mit derartigen Blüten angekommen wären.
Ich denke ihr wisste worauf ich raus möchte.

Jeder Konsument weiß, dass der erhöhte Anteil keineswegs ein Nachteil für uns ist...aber ich denke das man das heutige Coffeeshop-Gras nicht mehr mit sogenanntem "Knaster" von früher vergleichen kann. In diesem Sinne, finde ich, haben die Cannabis Gegner Recht, das Cannabis sich wohl verändert hat und nicht mehr so harmlos ist wie früher.

Ja Cannabis ist recht harmlos, ich weiß...aber nicht mehr so harmlos wie früher...und bei extrem thc-haltigen Sorten habe ich schon öfter erlebt, wie Freunde, die unregelmäßiger konsumieren, einfach nicht drauf klar kamen und erstmal frische Luft brauchten^^

EDIT: Vllt. rechtfertgt dieses Contra-Argument nicht gerade die Illegalität, aber zumindest hebelt es das Argument aus, das Cannabis, genau wie Alkohol, schon ewig konsumiert wird und Teil unserer Gesellschaft ist.
Ich persönlich verwende dieses Argument sehr gerne und würde gerne wissen wie ihr auf diese Antwort reagieren würdet.
Ob der Alkoholanteil seit früher gestiegen ist, kann ich leider nicht sagen^^

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