Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

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Cookie
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Cookie »

Nun ja, dann erkläre denen mal, dass sogar der Rauch von reinem Cannabis nicht sehr gefährlich ist, der von reinem Tabak schon - und dann kommt natürlich noch hinzu, dass Cannabis im Gegensatz zu Tabak gesundheitsfördernd ist, vor allem ungeraucht. Ich stelle mir gerade vor, wie ungesund es wäre, Tabak zu verdampfen oder gar zu essen ;). Wer es will, bitte sehr. Da haben wir dann bald schon Ruhe vor.

Leute gibt's.

Ich hab noch nicht mal so argumentiert, als ich abhängig davon war. Ich habe immer gesagt (behauptet?), dass jeder Raucher sich dessen bewusst sei, wie ungesund das Rauchen ist. Dasselbe gilt für Alkohol, von dem ich zum Glück jedoch niemals eine Abhängigkeit entwickelt habe - dank Cannabis.
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Dopeworld
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Dopeworld »

Cookie hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 08:54 Nun ja, dann erkläre denen mal, dass sogar der Rauch von reinem Cannabis nicht sehr gefährlich ist, der von reinem Tabak schon - und dann kommt natürlich noch hinzu, dass Cannabis im Gegensatz zu Tabak gesundheitsfördernd ist, vor allem ungeraucht. Ich stelle mir gerade vor, wie ungesund es wäre, Tabak zu verdampfen oder gar zu essen ;). Wer es will, bitte sehr. Da haben wir dann bald schon Ruhe vor.
[...]
In letzter Zeit habe ich das öfters gesehen in den Hater-Kommentaren zu Cannabis.
Drei Joints aus reinem Cannabis richten in der Lunge den gleichen Schaden an wie zwanzig Zigaretten. Reiner Cannabis sei keineswegs unbedenklich, berichtet die Britische Lungen-Stiftung (BLF). Der Teer im Cannabis-Rauch enthält fünfzig Prozent mehr krebserregende Stoffe als der des Tabaks. Wenn Tabak und Cannabis zusammen geraucht werden, würde sich der Effekt sogar noch dramatisch verschlimmern.
https://www.wissenschaft.de/umwelt-natu ... schlimmern.

Nikotin ist viel toxischer im Vergleich zu THC. Aber im Prinzip ist es ja sinnvoll, das Qualmen gesondert zu betrachten. Wie bei Ganja. Da kann ich 10 Pflanzen essen und 40 Tassen feinsten Tee trinken und befinde mich in keinerlei Lebensgefahr - das mit Tabak? Wäre fatal. :lol:
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Cookie
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Cookie »

Dopeworld hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 11:11 Nikotin ist viel toxischer im Vergleich zu THC.
Genauer gesagt ist Nikotin toxisch, THC nicht - außer Du nimmst das (vermutlich ca.) 40.000-fache der Dosis, die Du brauchst, um ordentlich breit zu sein. Dann könnte es sogar "tödlich" sein ;).
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Gebetskette
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Gebetskette »

Der verlinkte Artikel von wissenschaft.de ist 19 Jahre alt (aus 2002), die darin angegebene Quelle (der BLF) nicht mehr verfügbar.
Die Suche nach dem Titel der Quelle (A smoking gun) direkt auf der Page der BLF bringt auch kein Ergebnis.

Warum die Studie nicht mehr verfügbar ist, kann man nur mutmaßen (methodische Fehler/tendenziöse Fehlinterpretation?). So wie es dem Artikel zu entnehmen war, scheint es sich auch nur um eine Meta-Studie gehandelt zu haben also keine von der BLF tatsächlich selbst durchgeführte Untersuchung. Ohne valide Quelle siedele ich den Wahrheitsgehalt des Artikels irgendwo nahe 0 an.

Meine Vermutungen bestätigen sich, liest man sich mal die Informationen in folgendem Link durch:
https://en.wikipedia.org/wiki/British_L ... ontroversy
(Essenz: Die BLF wollte Aufmerksamkeit, darum hat sie ohne wissenschaftliche Basis unhaltbaren Blödsinn in die Welt geblasen.)

Interessanterweise tauchen ähnliche Artikel mit gleichem Verweis auf die BLF 10 Jahre später nochmal hier auf:
https://metro.co.uk/2012/06/05/one-cann ... es-455838/
https://www.independent.co.uk/life-styl ... 18050.html
(Vermutlich brauchte die BLF mal wieder Geld.)

Hier einige etwas aktuellere Informationen:

https://sensiseeds.com/de/blog/rauchen- ... schadlich/
https://jamanetwork.com/journals/jama/f ... le/1104848
http://www.atsjournals.org/doi/abs/10.1 ... 1lYu3tmjn4

Denen ist zu entnehmen, dass Cannabisrauch keineswegs schädlicher ist als Tabakrauch. Konservativ betrachtet kann man die Studien dahingehend interpretieren, dass Cannabisrauch im Zweifelsfall maximal die gleiche (realistisch eher eine geringere) Schädlichkeit besitzt als der Rauch von Tabak.

Also wenn einer in die Welt zu blasen meint, Canna-Rauch sei schädlicher als Tabakrauch, kann man ihm mit dem Ergebnis der beiden verlinkten Studien eines Besseren belehren, und mit dem Verweis auf die o. a. Wiki-Page auch zeigen, dass er einer Fehlinformation aufgesessen ist.
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Steckling
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Steckling »

Die Grundangst ist doch dass unsere gesamte Gesellschaft zusammenbricht und unsägliches Leid über die Familien kommt.
Gemeint ist dabei natürlich der Zusammenbruch der Ideologie einer drogenfreien Gesellschaft, und der Kontrollverlust der jedem liberalen Gedanken und jeder Emanzipation entgegensteht.
Muss man so anerkennen, und den offenen Diskutanten auch dort abholen.

Die eigentliche Frage: was befürchtest du? Wovor hast du Angst?
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pepre
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von pepre »

Steckling hat geschrieben: Do 30. Jun 2022, 15:44 Die Grundangst ist doch dass unsere gesamte Gesellschaft zusammenbricht.
Glaubst du? 🤔 Könnte sein... Den Leuten wurde jahrzehntelang eingebläut: Drogen = Böse, Elend, Kriminalität. Da wird überhaupt nicht differenziert, das ist einfach so. Und: Alkohol ist keine "Droge" in diesem Sinne.

Bekehren kann man niemanden, und wenn man noch so gute Argumente hat.

Aber man kann Leute anstubsen: "Denk mal drüber nach!". Das wird zu 95% erfolglos bleiben. Für die restlichen 5% jedoch lohnt es sich immer wieder.

Denn: wer die Prohibition wirklich durchdenkt, der kommt von ganz alleine zu dem Schluß, das sie nicht funktioniert.

---
PS: Zahlen empirisch ermittelt ;) :lol:
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Steckling
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Steckling »

pepre hat geschrieben: Do 30. Jun 2022, 16:05Bekehren kann man niemanden, und wenn man noch so gute Argumente hat.
Ja, das ist leider so. Da muss immer erst eine ganze Generation, oder drei, aussterben - so fest sitzen die indoktrinierten Vorurteile und Fakenews der letzten 60 Jahre.
Aber man kann sich darauf vorbereiten auch mit diesen "Unbelehrbaren" konstruktiv zu sprechen, oder zumindest non-frustating ein paar aufbauende Minuten zu erleben. Das geht echt. Man muss ihre Ängste - und seien sie noch so absurd - einfach ernst nehmen.
Man will sie ja schliesslich abholen, und nicht Front machen.
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von pepre »

Steckling hat geschrieben: Do 30. Jun 2022, 16:10 Man will sie ja schliesslich abholen, und nicht Front machen.
Achjeh... das habe ich lange und oft versucht. Nicht nur bei Hanf, auch bei BGE, Kapitalismus und und und...

Ein Bild: ich stehe mit einem Mitmenschen vor einer Tafel, und schreibe darauf meine Argumente nieder. Die Tafel füllt sich immer mehr, logisch, stringent, nachvollziehbar, widerspruchsfrei. Stunden über Stunden vergehen. Mein Mitmensch kann nicht anders: er gesteht schlussendlich zu, dass dieses tafelige Gedankengebäude korrekt ist, und seine bisherigen Ansichten nicht. - Am nächsten Tag treffe ich ihn wieder. Er hat über Nacht die ganze Tafel gänzlich blank gewischt. Auf Nachfrage erklärt er: "Du hast ja vielleicht (!) recht, aber ich bleibe bei meiner alten Ansicht. Fühlt sich einfach besser an, und bequemer ist es auch."

Heute bin ich alt und weise: ich versuche nicht mehr zu überzeugen und zu bekehren, ich stupse Gedanken an. Bei Leuten, wo das Sinn macht, genügt der Stupser. Bei allen anderen ist jede weitere Mühe sowieso vergeblich.
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Steckling
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Steckling »

Schau, und mein Ansatz wäre dass ER die Tafel füllen möchte, und wir dann über die Punkte sprechen.
Und seien sie noch so lächerlich oder verbohrt; die Ängste der Menschen sind ihnen so real wie uns unsere Überzeugung.
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von pepre »

Steckling hat geschrieben: Do 30. Jun 2022, 16:50 ... mein Ansatz wäre dass ER die Tafel füllen möchte ...
Die wollen IMMER die Tafel füllen. Und gar nicht selten mit hanebüchendem Quatsch. ;)

Ich ändere das Bild: zwei Tafelhälften, jedeR schreibt die Argumente (bzw die Argumentationskette) auf.
Steckling hat geschrieben: Do 30. Jun 2022, 16:50 Und seien sie noch so lächerlich oder verbohrt; die Ängste der Menschen sind ihnen so real wie uns unsere Überzeugung.
Ja, real ist es natürlich immer; es gehört ja zum Weltbild.

Denkst du wirklich, dass schlußendlich immer eine Angst dahinter steckt? Hm, mal durch gehen:
  • Gier = Verlustängste
  • Hass = Angst vor Fremden
  • Bequemlichkeit = Angst vor Veränderung

Was aber ist mit denen, die sich gütig und und freundschaftlich zeigen? Was ist deren Triebfeder? Speist sich unsere Psyche aus zwei grundsätzlichen Bestrebungen? Der individuellen Vorteilnahme aus Konkurrenz und Symbiose? Hm... 🤔 Das würde zu meiner Grundvermutung passen, dass wir bei weitem nicht so weit entwickelt sind, wie wir eitles Pack es uns selbst gerne einreden. (S. "Homo sapiens".) ;)
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Grünzeugs
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Re: Argumentationshilfen FÜR eine Legalisierung von Cannabis

Beitrag von Grünzeugs »

Die beste Argumentationshilfe ist m.E. die Tatsache, dass die Strafverfolgung in jedem Falle schädlicher ist als der Konsum. Hausdurchsuchungen und Gefängnisaufenthalte sind ganz sicher schädlicher als das Kiffen selbst. Ebenso ist Führerscheinverlust oft existenzbedrohend. Je nach Beruf und Arbeitsstelle.
Die Auswirkungen der oft folgenden Arbeitslosigkeit nach Haft oder Führerscheinentzug, in Verbindung mit Harz IV, Armut und damit einhergehender schlechter Ernährung und sozialer Isolation, sind ganz sicher gravierender als der Cannabis-Konsum.

Einstiegsdroge:
Da praktisch jeder zuerst Alkohol und Nikotin konsumiert hat, bevor er das erste mal Cannabis probiert, sind also Alkohol und Nikotin die Einstiegsdrogen. Oder Coca-Cola, oder Muttermilch, je nach dem was man zuerst konsumiert hat...
Wer behauptet Cannabis sei eine Einstiegsdroge, hat den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation nicht verstanden. (https://praxistipps.focus.de/kausalitae ... ert_124914)

Cannabis ist keine Einstiegsdroge, sondern eine Ausstiegsdroge für Heroinabhängige. Viele Ex-Junkies schaffen es mit Hilfe von Cannabis den Opiaten fernzubleiben. Ohne Cannabis hätten wir viel mehr Heroinabhängige mit entsprechend schlimmen Folgen, wie Beschaffungskriminalität, Prostitution und genereller Verelendung. Eine Suchtverlagerung von Opiaten auf Cannabis ist sicher wünschenswert.
Das Gleiche gilt übrigens auch für Alkohol und andere harte Drogen:
Bundespsychotherapeutenkammer «Alkohol ist deutlich gefährlicher als Cannabis»
https://www.zeit.de/news/2022-06/09/alk ... s-cannabis

Demotivation:
Und nein. Kiffer sind nicht apathisch und demotivert:
Wie Cannabis die Motivation und Reaktion auf Belohnungen beeinflusst
https://www.heilpraxisnet.de/naturheilp ... 912565679/

"Studie widerlegt das Klischee des faulen Kiffers
Die weit verbreitete Vorstellung von faulen, antriebslosen Cannabis-Konsumentinnen und -Konsumenten scheint laut einer aktuellen Studie nicht zuzutreffen. Auch die Reaktion des Gehirns auf Belohnungen wird durch den Cannabis-Konsum nicht beeinträchtigt."


Auswirkungen auf Alkohol-und Medikamentenkonsum:
In US Bundesstaaten in denen Cannabis legalisiert wurde, ist der Alkoholkonsum stark zurück gegangen. Ebenso der Konsum von Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungsmitteln und Psychopharmaka.

Wer kein Englisch spricht, schaut hier rein. Einfach einen Link in das linke Feld reinkopieren und dann im rechten Feld draufklicken: https://translate.google.de/?hl=de&tab=wT)

Alkohol:

Sorge ums Monopol beim Rausch - US-Alkoholindustrie kämpft gegen Cannabis
https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Alkoh ... 99796.html

Legales Kiffen könnte Alkoholbranche zusetzen
https://www.pressetext.com/news/legales ... etzen.html

US alcohol consumption falling as cannabis use increases
https://www.healtheuropa.com/alcohol-co ... ses/94421/

Pharma:
Weshalb fürchtet die Pharmabranche Cannabis als Medizin?
https://blogs.taz.de/drogerie/2016/11/1 ... s-medizin/

Ist die Cannabis-Legalisierung das Ende für Pharma-Aktien? Neue Studie prognostiziert Milliardenverluste
https://www.finanztrends.de/ist-die-can ... nverluste/

Angst ums Geschäft - So blockieren Pharma-Firmen die Cannabis-Legalisierung
https://www.focus.de/gesundheit/ratgebe ... 34486.html

One striking chart shows why pharma companies are fighting legal marijuana
https://www.washingtonpost.com/news/won ... marijuana/

How Many Prescriptions Are Replaced by Cannabis? Canada Study Explores an Answer
https://www.leafly.com/news/science-tec ... als-canada

Daher rettet eine Legalisierung Menschenleben, denn niemand stirbt an Cannabis, aber sehr wohl an:
https://www.google.de/search?q=ibuprofe ... f%C3%A4lle

und an

74 000 Alkoholtote pro Jahr in Deutschland
https://www.welt.de/welt_print/wissen/a ... hland.html

Problem-Nation Deutschland trinkt zu viel
https://www.augsburger-allgemeine.de/wi ... 34197.html

"Eine Studie der Universität Greifswald, die 2002 einen weiteren Blickwinkel wählte, kam auf fast 80.000 Alkohol-Opfer."


Führerschein:
Man will keine bekifften Autofahrer? Was für eine Heuchelei! Wieso sind Hausärzte eigentlich nicht generell verpflichtet, jegliche Verschreibung von Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungsmitteln und Psychopharmaka unmittelbar an das Straßenverkehrsamt zu melden? Wieso müssen Patienten die solche Medikamente regelmäßig nehmen, nicht den Führerschein abgeben? Weshalb gibt es ein Mindestalter für den Führerschein, aber kein Höchstalter? Wieso dürfen hochbetagte Greise, die vom Hausarzt mit Medikamenten zugedröhnt wurden, noch am Straßenverkehr teilnehmen? Wieso hat die Pharmaindustrie mit viel Aufwand Schnelltests für THC entwickelt, aber keine für Benzodiazepine, Barbiturate, Psychopharmaka, Antidepressiva & Co.?
Fragen über Fragen...

Man stelle sich vor, man würde Senioren/innen ebenso wie Kiffer (oder vermeintliche Kiffer) aus dem Straßenverkehr oder vor dem Konzert herauswinken und zur Urinprobe bitten, wo ein Beamter/in den Betroffenen während des Urinierens auf die Genitalien schaut, damit die Urinprobe bloß nicht gefälscht wird: "So, Frau Kowalski, dann lassen sie doch mal die Hosen runter. Meine Kollegin passt schon auf sie auf. Und gut zielen, wir wollen hier schließlich keine Sauerei!"

Für Kiffer leider Alltag:
Urintests bei Verkehrskontrollen
https://hanfverband.de/nachrichten/news ... llen-video

Entwürdigende Urin-Screenings auch bei der MPU
https://hanfverband.de/nachrichten/news ... ei-der-mpu

Kanada: Keine höheren Unfallzahlen seit Freigabe von medizinischem Cannabis
https://www.presseportal.de/pm/127381/3688563

Psychose:
Nein, Cannabis verursacht nicht per se Psychosen. Auch nicht bei langem, regelmäßigem Gebrauch. Wenn das stimmen würde, dann würden in Ländern in denen traditionell eine große Masse der Männer kifft (Marokko, Teile von Indien, Nepal, Bangladesh, manche Regionen Afrikas etc.) nur noch Psychotiker rumlaufen. Nein, Cannabis kann, u.U. bei Menschen mit einer genetisch bedingten, latent vorhandenen Psychose, diese aktivieren und auslösen. Ja, das ist möglich, betrifft jedoch nur einen winzig kleinen Teil der Bevölkerung und es gibt auch eine Reihe anderer Ereignisse die diese latent vorhandenen Psychosen auslösen können, z.B. starker emotionaler Stress. Man kann also davon ausgehen, dass zumindest manche dieser sgn. "Cannabispsychosen" irgendwann auch durch ein anderes Ereignis ausgelöst worden wären. Auch hier müsste man fragen, ob es sich um eine Kausalität handelt, oder eher um eine Korrelation.

Darüber hinaus finde ich die mediale Dauerbeschallung mit den Buzzwords "Cannabis" & "Psychose" befremdlich, wenn mir Karneval dann wieder dieses Lied aus dem Radio entgegenplärrt:
"Da steht ein Pferd auf dem Flur, lal, ein richtiges Pferd, lal...

Da besingt jemand eine Alkohol induzierte Psychose (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alkoholhalluzinose), in der jemand Halluzinationen entwickelt und ein Pferd auf dem Flur sieht und wir schunkeln alle dazu. Und am nächsten morgen, wenn man seinen Kater (welch verharmlosendes Wort für die Vergiftungssymptome) mit rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Apotheke kuriert hat (https://www.google.de/search?q=ibuprofe ... nt=gws-wiz), schlägt es einem dann wieder aus den Medien entgegen: "Cannabis", Psychose".

Und so etwas hier muss endlich aufhören:
Krebspatient muss für Cannabis-Anbau vor Gericht
https://www.merkur.de/lokales/ebersberg ... 11292.html

Und auch das der Cannabiskonsum in den USA nach der Legalisierung gestiegen sei, ist ebenfalls nicht richtig:
USA: Kiffen in der Legalität
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ ... -1.4516024

Mafia:
Der ausufernde Schwarzmarkt ist in meinen Augen ein besonders großes Problem. Erstens werden hier oft massiv gesundheitsschädliche Sachen verkauft (Faserhanf mit synthetischen Cannabinoiden oder Cannabis mit giftigen Streckmitteln o.ä.). Zweitens entsteht ein immer größer werdendes mafiöses Umfeld, in dem große Geldmengen umgesetzt und dann auch für andere kriminelle Aktivitäten weiterverwendet werden. Das ist keine Entwicklung die man sich wünschen sollte. Siehe Holland. Menschen-, Waffen- und Drogenhandel sind miteinander verquickt. Und die einzige Lösung die ich sehe, ist die Befriedigung der gewaltigen Nachfrage, mittels lizensiertem staatlichem Anbau im großen Stil, in Kombination mit legalem Eigenanbau. Das ist das Einzige, was den mafiösen Schwarzmarkt austrocknet, denn am Markt gibt es einen gewaltigen Bedarf. Und wie man weiß, bedingt eine große Nachfrage ein großes Angebot. Es stellt sich lediglich die Frage, ob diese Nachfrage durch den legalen, oder durch den illegalen Markt bedient wird.

Da das Gras aus staalichem Anbau im Verkauf für viele viel zu teuer sein wird, muss privater Eigenanbau im kleinen Stil legalisiert werden. Nur so verschwinden die großen Lagerhallen mit tausenden Pflanzen in denen z.B. die Hells Angels mit Hilfe vietnamesischer Sklaven in ehemaligen Luftschutzbunkern (https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/woche ... d-25326335) Gras anbauen.

Durch den privaten Eigenanbau wird wahrscheinlich auch ein Schwarzmarkt entstehen. Aber der wird ganz anders und nicht mafiös sein. Wenn jeder vier Pflanzen anbauen darf und dann der eine oder andere illegal seine Freunde mitversorgt und denen gelegentich ein paar Gramm verkauft, ist das ganz sicher weniger schädlich für die Gesellschaft, als der oben geschilderte Fall der Hells Angels.
Auch Kleindealerei ist nicht O.K., aber vergleichbar mit der Hartz IV beziehenden Putzfrau, die der Nachbarin für ein paar Euro schwarz, illegal den Flur putzt, im Vergleich zu großen Baufirmen, die hunderte illegale Arbeiter aus Osteuropa ausbeuten und im Bauwagen schlafen lassen.
Einen Schwarzmarkt wird es auch nach einer Legalisierung geben, aber keine mafiösen Strukturen mehr, die mit Cannabis Milliarden verdienen und dieses Geld unmittelbar in andere kriminelle Aktivitäten investieren, z.B. in Waffen- und Menschenhandel oder Terrorismus.

Den illegalen Verkauf wird man nie ganz loswerden, die mafiösen Banden schon. Wenn man nicht legalisiert und es den mafiösen Strukturen überlässt die gewaltige Nachfrage zu bedienen, wird aus Deutschland ein Narkostaat wie Holland werden. Vielleicht auch schlimmer. Deutschland hat viel mehr Einwohner als Holland und daher sind hier die Gewinnaussichten für die Mafia größer. Immer mächtigere Kartelle werden sich für uns interessieren und so etwas kann ganz böse ins Auge gehen:

Bis zu 70.000 Tote in Mexikos Drogenkrieg
https://www.derstandard.at/story/135546 ... rogenkrieg

Das Verwenden, Kopieren, Duplizieren, Verbreiten, Weiterreichen und in Verkehr bringen dieses Textes, ob auszugsweise oder in Gänze, ist nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht.
Irgendwo in Deutschland, am 05.07.22, Grünzeugs
Argumentationshilfen für eine Legalisierung von Cannabis
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