Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Antworten
Benutzeravatar
Steckling
Beiträge: 74
Registriert: So 14. Jul 2019, 06:03

Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Steckling »

Konservativ geschätzte 10% der deutschen Bevölkerung sind Cannabis-affin, sprich 8 Millionen Deutsche rauchen schonmal einen Joint.
Die einen mehr, die anderen weniger.
Gäbe man nun der Politik, und damit der Strafverfolgung die nötigen Mittel und Befugnisse, und könnte auf einen Schlag jeden "verdammten Kiffer" aus dem gesellschaftlichen Verkehr ziehen, durch Inhaftiereung, stationärer Zwangstherapie oder nur finanzieller und beruflicher Ruinierung.
Was wäre dann?
Was würde es die Gesellshaft kosten, wenn wir eine totale Drogenabstinenz durchsetzen wollten?

Die Gelegenheit wäre dabei so greifbar wie nie: eine flächendeckende Corona-Testung wird ja unlängst diskutiert.
Mit nur einem Häkchen im Auftragsformular und ein paar Milliönchen extra könnte flächendeckend ein THC Restwert gleich mit getestet werden. Incl Personalien und Wohnort. Und da die Polizei nun ohnehin zur Corona Kontrolle jederzeit und ohne richterlichen Beschluss Wohnungskontrollen durchführen darf...

8 Millionen Deutsche, aus allen Schichten und Berufen, das sind 10% der Gesamtbevölkerung, und zwar nicht nur Schulschwänzer in dunklen Kellern die ihre Bong kreisen lassen. Sondern Feuerwehrleute, Sanitäter, Politiker, Polizisten, Lehrer, Künstler, Bäcker, Fischer, Jäger, IT-Leute, Bürger mit höchsten akademischen sowie handwerklichen Qualitäten würden auf einen Schlag als Cannabis-affin überführt.
Da platzen wohl die Gefängnisse aus allen Nähten. Stacheldrahtverhaue und umfunktionierte Turnhallen müssten infolge als "Zusammenführungseinrichtungen" wie Pilze aus dem Boden schiessen.
Die Inhaftierten: Kiffer und Infizierte.

Vom selbstgemachten Fachkräftemangel würde man sprechen, und den Zusammenbruch sämtlicher Infrastrukturen rechtfertigen müssen. Mit ein wenig retorischem Geschick würde Axel Springers heißes Blatt und die Union sicher schnell dem Volk vermitteln dass allein die Kiffer Schuld an allem seien.
Dazu benötigte es doch nur zweierlei: eine konsequente Drogenpolitik, eine konsequente Gesundheitspolitik, und etwas schmutzige PR.
Bewusst trenne ich beides voneinander. Zumindest solang die einzige Idee seitens unserer Bundesregierung darstellt: die höchstmögliche Repression als Abschreckung.
Schreckt zwar nur 1,9% ab, wofür seit beinahe 100 Jahren Millionen von harmlosen Menschen Milliarden Haftstunden ertragen mussten, nur weil sie ein Heilkraut mögen. Sich in zivilem Ungehorsam gegen die Sanktionspolitik des 2.Weltkriegs üben..

Worauf ich hinaus will:
wenn selbst Abschreckung durch Todesstrafe und Erschiessungskommandos (wie unter Duterte) nicht zu einer drogenfreien Gesellschaft führt, was dann noch?
Folter der Familienangehörigen, wo man hilflos zuschauen muss?
Amputationen gesunder Körperteile? Lobotomien wegen Kiffen? Ein Volksvirus um das Endocannabinoidsystem abzutöten und dessen Funktion durch finanziell attraktive Pharmazeutika zu ersetzen?

Vergessen wir nicht: es hat in der gesamten Menschheitsgeschichte niemals ein Problem wegen Cannabiskonsum gegeben.
Keine Toten, keine Süchtigen, nur ein paar idiotische Heilsversprechen zugunsten der Apothekenumsätze.
Bis vor 100 Jahren, als man den globalisierten Populismus erfand.
Wohin das führte haben wir ja gesehen.

Von der Volksgesundheit ist die Rede. Denn die Einschränkung von Persönlichkeitsrechten freier Bürger muss gut begründet sein. Wir hören es im Minutentakt auf allen Sendern, dass die Einschränkungen wegen Corona sowohl verhältnismäßig, wirkungsvoll, sowie der kleinstmögliche Eingriff darstellen soll. Das sind die drei Säulen die eine Einschränkung dieser Rechte erlauben.
Im Falle der Cannabis-Konsumentenverfolgung wird jeder der drei notwendigen Vorausetzungen jedoch nicht erfüllt.

Was ich also fordere ist eine konsequente Politik!
Ihr wollt uns ausrotten? Dann tötet uns! Auge in Auge, nicht dieses hinterfotzige Herumgeeier.
Wir könnten jeden deutschen Cannabis-affinen Bürger erfassen und wegsperren, schröpfen oder zwangstherapieren.
Die Mittel hätten wir. Doch zu was für einer Welt führt das?
Zuletzt geändert von Steckling am Fr 18. Dez 2020, 04:35, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Martin Mainz
Beiträge: 3517
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Martin Mainz »

Moin Steckling!

Was hat dich denn geritten? Das was du beschreibst will keiner, nicht mal die CDU, ja nicht mal die AfD. Man kann sich natürlich eine drogenfreie Welt (also auch ohne Nikotin, Alk, Zucker, Fernsehen, etc?) vorstellen, aber wer will diese Dystopie schon in der Realität? Keiner. Niemand.

Also, wach auf aus dem Albtraum und geh ins Bett! :mrgreen:
Benutzeravatar
Steckling
Beiträge: 74
Registriert: So 14. Jul 2019, 06:03

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Steckling »

Ich hab aber Angst aufzuwachen, um dann zu sehen dass die Wirklichkeit noch viel schlimmer ist als meine schlimmsten Albträume.

Unsere Drogenpolitik, der "War on Drugs" ist Herumgeeier, inkonsequentes Zeitschinden und Populismus auf Kosten hundertausender Inhaftierter sowie übergangener Patienten.

Ich will endlich Butter bei die Fische!

Und dann gern auch Zucker, Alk, Nikotin und Werbeterror zum Thema. Aber dafür werden nicht Millionen Haftstunden jedes Jahr abgesessen.
Die Bundesdrogenbeauftragte meinte ja: ob wir keine wichtigeren Interessen hätten.
Mein Bruder sitzt wegen Gras im Knast: glaubt mir - da ist jede verdammte Stunde wichtiger und dringender als irgendwelche Haushaltsdebatten oder Genderverordnungen.

Und jetzt geh ich in die Heia. bb
Benutzeravatar
Cookie
Beiträge: 3201
Registriert: Sa 27. Aug 2016, 14:20

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Cookie »

Hi Steckling,

ich habe Deine Zeilen gern gelesen. Es stimmt, "sie" (die Politiker) wissen nicht, was sie wollen, und eiern deswegen um den heißen Brei herum. Und es gibt auch zu viele, die von der Justiz weg gesperrt sind uvm. Aber es stimmt schon lange nicht mehr, dass es das einzige Ziel ist, das Politikern einfällt, selbst wenn es manche geben mag, die so denken - und ja, Martin, dazu zählt m. E. auch die CDU/CSU und vor allem die AfD. Aber das sind Minderheiten, auch wahr. Es geht vielmehr darum, die Masse der Leute von der Option des eindeutig menschlicheren Handelns und Handeln-lassens (also der Freiheit) zu überzeugen, selbst wenn das im Einzelfall nicht unbedingt zu einer Gesundheitsförderung führen muss. Das schließt Cannabis mit ein, ist aber längst nicht alles. Und es ist wahr, dass es nur diese Option geben kann, denn unser GG verbietet eine Einschränkung von Freiheit - dass das jetzt mit Corona anders ist, ist klar (wenn auch das Ausmaß der Einschränkungen durchaus kontrovers ist), aber zu einer Gefängnisstrafe führt es nicht oder nicht direkt (wenn man bspw. die hohen Bußgelder nicht bezahlen kann).

Die von ihnen als Begründung heran gezogenen "Argumente" müssten auch für alle anderen Drogen gelten. Sie tun es aber nicht, weil... ein weil gibt es nicht, stattdessen haben wir festgestellt, dass es ja die Freiheit ist, die sie uns nutzen lässt, wenn wir wollen. Das ist uns klar, und es ist die Aufgabe eines jeden, das der Mehrheit der Menschen beizubringen. Im Grunde ist es ja auch schon soweit, aber ein Teil wehrt sich noch mit Händen und Füßen, das einzusehen. Nun ja, auf jeden Fall hört dann auch der Wahnsinn auf, Leute wie Deinen Bruder wegen Gras einzusperren.

Guten Morgen ;)!
"A mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open." - Frank Zappa
Benutzeravatar
Steckling
Beiträge: 74
Registriert: So 14. Jul 2019, 06:03

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Steckling »

Ich möchte auf folgendes Gedankenexperiment hinaus.

Wenn wir (also die Gesamtgesellschaft) die Möglichkeit hätten bzw sogar haben.
Mit einem (perfiden) Trick auf einen Schlag alle Cannabis-affinen Menschen dran kriegen (und so aus der Gesellschaft entfernen) könnten.
Denn dies ist schließlich das höchste Ziel jeder effizienten Verbotspolitik per Definition.

Was wäre dann erreicht?


Würde dadurch nicht die Gesellschaft in gerade dem Maße zusammenbrechen, wie Prohibitionisten die Folgen einer Entkriminalisierung stets in ihren abstrusen Horrorszenarien postulieren? Auf einen Schlag würde es wohl an ALLEM fehlen.

Denn "Kiffer" sind eben nicht nur Schulschwänzer und langhaarige Späthippies.
Sondern eben Sanitäter, Feuerwehrler, Soldaten, Politiker, Kassierer und Regalauffüller, Leistungssportler, Professoren, Künstler, Sozialarbeiter, Handwerker, Quantenphysiker, Popapierproduzenten, eben ganz "normale" Menschen unserer Gesellschaft.
Sperrt man alle weg, dann hört man mal "Fachkräftemangel" Rufe auf ganz neuem Niveau.

Aber das totale Desintegrieren muss Ziel sein einer jeden effektiven Verbotspolitik.
Unsere Verfassungsväter haben die Einschränkung von Freiheitsrechten nicht grundlos an die drei Bedingungen geknüpft:
Notwendigkeit, Maßhaltung und Effektivität.
Alle drei dieser verfassungsmäßig garantierten Grundsätze werden in der Cannabis-Politik jedoch unentwegt seit 100 Jahren gebrochen.
Unterm Strich bleibt bestenfalls ein Volksschützensport (Duterte).
Die Cannabis-Verfolgung dient somit offensichtlich nur allein dem Selbstzweck.

Es bleibt meine Forderung nach Antwort warum man zwar einerseits pathologisch an Verfolgung und Abschreckung festkrampft, andererseits aber keinesfalls konsequent vorgeht.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Hanfkraut
Beiträge: 886
Registriert: Mo 22. Dez 2014, 14:07

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Hanfkraut »

Das würde nicht ( got sei dank) funktionieren.
Wir sind in der EU. und es gibt auch Gesetze.

Die Sache ist schon derzeit so das immer mehr Menschen die Wahrheit über Cannabis kennen und / oder sich Informiert haben.
Das Thema ist Welt weit spannend und wie gesagt.

Wir haben auch Rechte, sind erwachsen und Verantwortungs bewusst, gehen Arbeiten und jeder für sich kann das auch durch die Rentenversicherung nachweisen!
Alles richtig gemacht.

Siehe Normen Katalog und andere Länder haben das Gesetz auch für Verfassungswidrig erklärt und Recht bekommen!
Die Politik ist nicht die schnellste was das btmg angeht!

Jeder einzelne muss nur darauf bestehen Recht zu bekommen und weiter klargen wenn es sein muss und nicht aufgeben!

Solange ein jeder sich auf das Angebot vom Einen Richter wie Geldstrafe auf Bewährung einlässt und damit zu Frieden ist.
Gibt es auch keinen wirklichen Widerstand!
Du bist dann damit einverstanden und die Politik hat dann leider nicht so Unrecht wenn sie behauptet es sei nicht so schlimm!

Diese Leute denken etwas komplizierter und anders als wir.

Allerdings informieren sich immer mehr Menschen aus aller Ebene. Ob Politiker oder Richter, etc. Unten wie oben!

Jeder für sich hat die Chance in so einem Fall den Normen Katalog anzuwenden und damit auch weiter zu zu ziehen wenn es denn sein muss.
Heute muss man sich nichts mehr gefallen lassen, es gibt auch gesetzliche Vorschriften die auch für jeden hier gültig sind!
Du machst im Leben alles richtig und der Richter soll dir den Grund nennen was seine Aktion gegen dich bringen soll.
Nur weil du einer 6000 Jahre alte Tradition Praktizierst. Die Menschen so wie du die Tiere haben sich immer für Drogen aller Art Intressiert!

Das ist ein Uhr Instinkt der Menschen.
Somit auch keine Straftat! Wir essen und wir trinken. Wir können entscheiden was wir zu uns nehmen und was nicht! Du geferdest niemanden und bist Freundlich!

Es fehlt noch etwas an zusammenhalt und Vertrauen!

Ein Richter steht in der Öffentlichkeit und kämpft für die Legalisierung!
Darauf kann sich jeder berufen und du siehst das genau so!

Nein Steckling!
Denk da lieber Positiv!
Die Politik hat es schon verstanden es dauert eben!

Ich finde das es weit aus schlimmere Straftaten gibt!
Ich finde es schlimm wenn ich Leute mit eine Zigarette in der Hand im Wald rum laufen sehe!
Was ist wenn dann der Wald anfängt zu Brennen?
Ärzte weigern sich!
Das cannabis Medizin Gesetzt hat versagt! Apotheken liefern nicht ! Kassen zahlen nicht!
https://hanfverband.de/files/normenkont ... 190910.pdf
Gebetskette
Beiträge: 11
Registriert: So 8. Dez 2019, 10:58

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Gebetskette »

Was ich also fordere ist eine konsequente Politik!
Ihr wollt uns ausrotten? Dann tötet uns! Auge in Auge, nicht dieses hinterfotzige Herumgeeier.
Wir könnten jeden deutschen Cannabis-affinen Bürger erfassen und wegsperren, schröpfen oder zwangstherapieren.
Die Mittel hätten wir. Doch zu was für einer Welt führt das?
Mit Ausrotten kannst du kein Geld verdienen, da hat kein Politiker Interesse dran.
Schau mal nach China. Die Chinesen zeigen, wie man mit besonders gesunden
Menschen umgehen kann:
Man erklärt sie zu Staatsfeinden, sperrt sie ein und nutzt sie dann als Ersatzteillager.

https://de.wikipedia.org/wiki/Organraub_an_Falun-Gong-Praktizierenden_in_China

Machen die seit mindestens 20 Jahren, interessiert aber keinen.
Wer weiß, vielleicht haben wir das irgendwann auch hier?...
Benutzeravatar
Steckling
Beiträge: 74
Registriert: So 14. Jul 2019, 06:03

Re: Eine Cannabisfreie Welt denkbar?

Beitrag von Steckling »

Ich hab gestern mal "Border Control: Ireland" laufen gehabt im TV.
Ein ganz übler Trip das...
Es wurden Rückstände von THC in der Hosentasche eines Reisenden gemessen.
Er gab offen zu in Amsterdam einen Coffeeshop besucht zu haben, er hätte jedoch auf keinen Fall etwas mitgenommen.
Nach Ausziehen, Handschuh im Arsch, Röntgen, Verhören und stundenlanger Demütigungen jeglicher Art, stellte sich heraus:
der hatte wirklich nichts dabei.
Es nahm sich die kleine geltungsdefizile Uniformierte trotzdem nicht zurück:
"Dem Kriminellen konnten wir leider keine Tat nachweisen!"

Das ist was ich wünsche: die repressive Verfolgungspolitik soll ihr wahres dreckiges Gesicht zeigen!
Antworten

Zurück zu „Allgemeines“