Kiffen dürfen reicht nicht

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bushdoctor
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von bushdoctor »

Muss Dir absolut recht geben...
Die gesamte "Drogenpolitik" muss dahingehend umgekrempelt werden, dass die Art der Substanz egal ist.
Wir müssen da hin kommen, dass jemand, der eine bestimmte (egal welche!) Substanz konsumiert (und dazu vorher natürlich besitzt), auf gar keinen Fall ein Krimineller ist!
Vertrieb und Weiterverkauf kann ja bei bestimmten Substanzen verboten bleiben. Vor allem die Weitergabe von psychotropen Substanzen an Kinder und Jugendliche (ohne Einwilligung der Eltern) sollte weiterhin bestraft werden... und auch Alkohol, Nikotin und Koffein müssen in diese "Substanz-Betrachtung" mit einbezogen werden.
CosmicWizard
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von CosmicWizard »

Ich stimme dem Autor dieses Artikels auch vollkommen zu. Diese Tendenzen der Abgrenzung des Cannabis' von anderen Drogen lässt sich in unseren Kreisen sehr oft beobachten. Zum Glück schwimmen unsere Männer vom DHV wenigstens nicht auf dieser Welle und fordern neben der Cannabislegalisierung auch die Freigabe aller anderen Drogen.
CosmicWizard
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von CosmicWizard »

Ich stehe seit Beginn meines Engagements für die Legalisierung hinter der Freigabe aller Drogen. Deshalb stößt es mir auch immer wieder übel auf, wenn auf der FB-Seite des DHV oder in diesem Forum gefordert wird, es doch bei der Legalisierung von Cannabis zu belassen.
In dieser Hinsicht muss man einfach ''radikal'' sein, wenn man wirklich verstanden hat, wie die Prohibition sinnvoll beendet werden kann. Wobei ich das eher ''rational'' und nicht ''radikal'' finde.
Florian Rister
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Florian Rister »

CosmicWizard hat geschrieben:Ich stehe seit Beginn meines Engagements für die Legalisierung hinter der Freigabe aller Drogen. Deshalb stößt es mir auch immer wieder übel auf, wenn auf der FB-Seite des DHV oder in diesem Forum gefordert wird, es doch bei der Legalisierung von Cannabis zu belassen.
In dieser Hinsicht muss man einfach ''radikal'' sein, wenn man wirklich verstanden hat, wie die Prohibition sinnvoll beendet werden kann. Wobei ich das eher ''rational'' und nicht ''radikal'' finde.
Völlig richtig, aber gleichzeitig müssen wir auch solche Menschen mit einbinden die sich nur für die Pflanze Hanf einsetzen und mit anderen "Drogen" nichts zu tun haben wollen, bzw. noch nichtmal darüber reden wollen.
Wir können diesen Leuten natürlich erklären, warum die Prohibition grundsätzlich Unsinnig ist, aber wir sollten sie nicht vergraulen, denn es gibt viele von ihnen...
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Fabius
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Fabius »

Aha wie stellt Ihr euch denn dann die Legalisierung aller Drogen vor ? Wie sieht es mit der Haftung aus gegenüber dem Endverbraucher ? Man sollte es beim Cannabis belassen und gut ist. Bei den Härteren Drogen sollte man anstatt Strafe mehr Prävention betreiben.
„Je tiefer man in die lebendige Natur hineinsieht, desto wunderbarer erkennt man sie. Ich glaube, man fühlt sich dann auch geborgen.“
Zitat: Albert Hofmann
Cara27
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Cara27 »

Hätte zu diesem Thema ein gutes Buch zu empfehlen, von einem sehr guten Author Mathias Bröckers, :D ( hat auch das Buch " Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf geschrieben") das Buch heisst die Drogen Lüge es erklärt warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden. Wenn man dieses Buch gelesen hat ändert man seine Einstellung, oder zumindest versteht was falsch läuft. Hier eine kurze Zusammenfassung (hab ich kopiert bei Amazon)

1909 brachte eine internationale Opiumkommission das erste Globalisierungsgesetz auf den Weg, das Verbot von Drogen. Ein Jahrhundert später ist dieses Verbot nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch gescheitert, sondern unterminiert durch seine Nebenwirkungen die Rechtsordnung und Gesellschaft in vielen Regionen der Welt: Drogengeld ist die Hauptfinanzquelle des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität. Die Kosten des Verbots übertreffen bei weitem die gesellschaftlichen Schäden des Drogenkonsums. Nur ein Ende der Prohibition und die konsequente Legalisierung aller Drogen kann diese Spirale von Schwarzgeld, Gewalt und Terror stoppen.
Schönes WE noch
grussele Cara
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overturn
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von overturn »

Hallo, Fabius!
Fabius hat geschrieben:Aha wie stellt Ihr euch denn dann die Legalisierung aller Drogen vor ? Wie sieht es mit der Haftung aus gegenüber dem Endverbraucher ? Man sollte es beim Cannabis belassen und gut ist. Bei den Härteren Drogen sollte man anstatt Strafe mehr Prävention betreiben.
Bereits die Entkriminalisierung ließ in Portugal die Zahl der Todesfälle (Überdosierung) und Infektionen drastisch fallen. Ein freier Zugang, durch einen zugelassenen Mediziner, wie es beispielsweise in Großbritannien üblich war, stellt die medizinische Versorgung sicher - und ermöglich die therapeutische Intervention. Mike Gray widmet dieser Regulierung, in seinem Buch "Drug Crazy: How We Got Into This Mess and How We Can Get Out", ein komplettes Kapitel (Nummer 9 - "Lessons From The Old Country"), und begleitet die Geschichte einer drogensüchtigen Mutter, die so den Absprung schafft. Eine kurzweilige, spannende und informative Lektüre.

Hallo, Cara!

Kurze Korrektur: "Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf" stammt in erster Linie von Jack Herer.

Grüße!
"Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has."
Cara27
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Cara27 »

ups... :o hab ich verpeilt Dr. Bob.....natürlich....wie konnte ich nur :oops:
thatssoooweird
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von thatssoooweird »

Gruppen definieren ihre Identität immer auch über Abgrenzung von anderen - in diesem Falle auch von Konsumenten anderer Drogen. Man will nicht zu "denen" gehören, zu den Alkies, den Junkies und den Party People, die sich "chemisches Zeug" einschmeißen.

Die jetzige Einteilung in harte und weiche Drogen ist für mich in jedem Fall nicht nachvollziehbar.

Siehe z.B. wikipedia "Gesundheitliche Risiken" von Heroin:
Nur bei oberflächlicher Sichtweise sind die gesundheitlichen Schädigungen durch den (kontrollierten) Konsum von reinem Heroin offensichtlich.[16] Bei näherer Betrachtung reduzieren sich diese auf ein überschaubares Maß, sofern keine zusätzlichen Gefährdungsmomente bestehen. Für Opioide gilt generell, dass sie bei (bestimmungsgemäßem) (Langzeit-)Gebrauch zu keinen Organschädigungen führen. So führen sie nachgewiesenermaßen weder zu Nieren-, Leber- oder Knochenmarkschädigungen.[17]
An diesem Punkt muss man sich die Frage stellen, ob Heroinsucht - wenn nicht die Probleme durch die Illegalität wären - überhaupt so viel schlimmer wäre als Nikotinsucht? Ja, Heroin hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Das hat Nikotin aber auch. Wer weiß, was passieren würde, wenn Nikotin plötzlich illegal und teuer wäre? Wenn es mit allerlei gefährlichen Substanzen gestreckt würde?

Ich kann persönlich auch nicht nachvollziehen, was MDMA nun so viel "härter" macht als Cannabis. Ja, MDMA ist neurotoxisch, das ist mehr oder weniger erwiesen. Die Wissenschaft geht von einer irreversiblen Schädigung serotonerger Neuronen aus. Nach allem, was ich gelesen habe, ist dieser Effekt bei häufigerem Konsum zwar messbar, aber auch nicht gravierend. Ansonsten konnte ich nichts Großartiges über körperliche Schäden finden, Suchtpotenzial wird als mittelmäßig eingestuft und die Wirkung ist in der Regel auch nicht so krass (Psychoserisiko, aber das haben wir bei THC ja auch). Ja, ich persönlich finde den Gedanken einer irreversiblen Schädigung sehr unangenehm (und ziehe daher Cannabis MDMA auch eindeutig vor); aber reicht diese (leichte) Verschlechterung der Gedächtnisleistung der Konsumenten (der laut einer Studie von diesen oft nicht mal wahrgenommen wird) aus, damit MDMA zu den harten Drogen gezählt wird?

Vielleicht sollte man von diesen groben Einteilungen Abschied nehmen und die Drogen nicht als Ganzes, sondern immer hinsichtlich bestimmter Aspekte beurteilen. Es darf bei der Drogenaufklärung niemals um "Droge A ist böse, Droge B nicht" gehen, sondern viel mehr um: "Droge A hat ein hohes Suchtpotenzial, du solltest aufpassen, diese Droge nur sehr bewusst und in großen Abständen zu konsumieren", "Droge B ruft starke Halluzinationen hervor, du solltest auf Set & Setting achten und die Droge nur in vertrauter Umgebung und unter Aufsicht konsumieren" usw.

Edit:
Ich bin definitiv für die Legalisierung aller Drogen. Dafür sollte es aber auch mindestens ein halbes Jahr Drogenunterricht an allen weiteführenden Schulen geben, wo alle relevanten Substanzen durchgesprochen werden. Ganz wichtig finde ich in diesem Kontext Erfahrungsberichte wie unter http://drugscouts.de/de/experiencereport/lesen.
CosmicWizard
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von CosmicWizard »

Sehr unterstützenswerter Beitrag, danke dir!
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Fabius
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Fabius »

thatssoooweird hat geschrieben:Gruppen definieren ihre Identität immer auch über Abgrenzung von anderen - in diesem Falle auch von Konsumenten anderer Drogen. Man will nicht zu "denen" gehören, zu den Alkies, den Junkies und den Party People, die sich "chemisches Zeug" einschmeißen.

Die jetzige Einteilung in harte und weiche Drogen ist für mich in jedem Fall nicht nachvollziehbar.

Siehe z.B. wikipedia "Gesundheitliche Risiken" von Heroin:
Nur bei oberflächlicher Sichtweise sind die gesundheitlichen Schädigungen durch den (kontrollierten) Konsum von reinem Heroin offensichtlich.[16] Bei näherer Betrachtung reduzieren sich diese auf ein überschaubares Maß, sofern keine zusätzlichen Gefährdungsmomente bestehen. Für Opioide gilt generell, dass sie bei (bestimmungsgemäßem) (Langzeit-)Gebrauch zu keinen Organschädigungen führen. So führen sie nachgewiesenermaßen weder zu Nieren-, Leber- oder Knochenmarkschädigungen.[17]
An diesem Punkt muss man sich die Frage stellen, ob Heroinsucht - wenn nicht die Probleme durch die Illegalität wären - überhaupt so viel schlimmer wäre als Nikotinsucht? Ja, Heroin hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Das hat Nikotin aber auch. Wer weiß, was passieren würde, wenn Nikotin plötzlich illegal und teuer wäre? Wenn es mit allerlei gefährlichen Substanzen gestreckt würde?

Ich kann persönlich auch nicht nachvollziehen, was MDMA nun so viel "härter" macht als Cannabis. Ja, MDMA ist neurotoxisch, das ist mehr oder weniger erwiesen. Die Wissenschaft geht von einer irreversiblen Schädigung serotonerger Neuronen aus. Nach allem, was ich gelesen habe, ist dieser Effekt bei häufigerem Konsum zwar messbar, aber auch nicht gravierend. Ansonsten konnte ich nichts Großartiges über körperliche Schäden finden, Suchtpotenzial wird als mittelmäßig eingestuft und die Wirkung ist in der Regel auch nicht so krass (Psychoserisiko, aber das haben wir bei THC ja auch). Ja, ich persönlich finde den Gedanken einer irreversiblen Schädigung sehr unangenehm (und ziehe daher Cannabis MDMA auch eindeutig vor); aber reicht diese (leichte) Verschlechterung der Gedächtnisleistung der Konsumenten (der laut einer Studie von diesen oft nicht mal wahrgenommen wird) aus, damit MDMA zu den harten Drogen gezählt wird?

Vielleicht sollte man von diesen groben Einteilungen Abschied nehmen und die Drogen nicht als Ganzes, sondern immer hinsichtlich bestimmter Aspekte beurteilen. Es darf bei der Drogenaufklärung niemals um "Droge A ist böse, Droge B nicht" gehen, sondern viel mehr um: "Droge A hat ein hohes Suchtpotenzial, du solltest aufpassen, diese Droge nur sehr bewusst und in großen Abständen zu konsumieren", "Droge B ruft starke Halluzinationen hervor, du solltest auf Set & Setting achten und die Droge nur in vertrauter Umgebung und unter Aufsicht konsumieren" usw.

Edit:
Ich bin definitiv für die Legalisierung aller Drogen. Dafür sollte es aber auch mindestens ein halbes Jahr Drogenunterricht an allen weiteführenden Schulen geben, wo alle relevanten Substanzen durchgesprochen werden. Ganz wichtig finde ich in diesem Kontext Erfahrungsberichte wie unter http://drugscouts.de/de/experiencereport/lesen.[/quote
]

Ihr könnt es einfach nicht sein lassen Cannabis immer mit anderen Drogen zu vergleichen. Jetzt kommt Ecstasy ins Spiel :cry: Was mit Cannabis überhaupt nichts zu tun hat. Mir geht es nicht darum zu sagen Droge A ist böse und Droge B nicht. Jede Droge hat für sich seine Wirkung und ebend Nebenwirkung. Klar macht Nikotin stark Äbhängig, nur es beruauscht nicht und man kann normal Leben. Das mit Heroin zu vergleichen :roll: Lasst mal die Kirchen im Dorf. Ecstasy macht eigentlich kaum Äbhängig. Es erzeugt ebend bei starken Konsum starke Depressionen (bei jeden durch den Serotonin Abbau) und ist nicht wie Cannabis jeden Tag zu Konsumieren. Außerdem läuft man total verpeilt rum. Wer möchte das andauernd ? Und von der Wirkung ganz anders wie Cannabis. Cannabis ist und bleibt eine Droge die man sorgenlos über Jharen hinweg Konsumieren kann. Man kann arbeiten und sein Leben auch mit Cannabis meistern, wenn da nicht die Behörden wären. Ich bin auch nicht dafür das die Konsumenten harter Drogen bestraft und verfolgt werden und für die gibt es ja genug Anlaufstellen wo man hilfe bekommt. Nur das dann zu Legalisieren würde vom System her garnicht funktionieren. Man sollte in dem Bereich viel mehr Prävention betreiben. Ex-Junkies sollten an Schulen gehen und davor warnen. Ich wäre dafür das man bevor man Ecstasy Konsumiert, die Pille schnell untersuchen lassen kann um möglicherweise Streckmittel auszuschließen (gab es früher), das gleiche gilt für alle Partydrogen. Ohne gleich verfolgt zu werden.
„Je tiefer man in die lebendige Natur hineinsieht, desto wunderbarer erkennt man sie. Ich glaube, man fühlt sich dann auch geborgen.“
Zitat: Albert Hofmann
thatssoooweird
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von thatssoooweird »

Klar macht Nikotin stark Äbhängig, nur es beruauscht nicht und man kann normal Leben. Das mit Heroin zu vergleichen
Wer sagt dir, dass man mit Heroin nicht auch relativ normal leben kann, wenn man es regelmäßig ungestreckt und in der richtigen Dosis zu sich nimmt? Der Großteil der Probleme, die Heroinkonsumenten haben, scheint sich aus der Strafverfolung zu ergeben. Wenn du Belege hast dafür, dass es nicht so ist, dann immer her damit :) Ich persönlich habe keine Erfahrungen mit Heroin und werde wohl auch nie welche machen, daher kann ich das nicht aus erster Hand beurteilen.
Es erzeugt ebend bei starken Konsum starke Depressionen (bei jeden durch den Serotonin Abbau) und ist nicht wie Cannabis jeden Tag zu Konsumieren. Außerdem läuft man total verpeilt rum. Wer möchte das andauernd ?
Bei starkem Konsum ist es mit Sicherheit sehr ungesund, allerdings neigen m.E. die wenigsten dazu das Zeug zwei mal täglich zu nehmen. Wie definierst du "total verpeilt"? Das könnte ich in Bezug auf Cannabis auch sagen...
Wie gesagt, ich finde, man sollte es nur selten konsumieren, wenn einem etwas an serotonergen Neuronen liegt. Trotzdem sehe ich nicht, was MDMA zu einer harten Droge macht.
Cannabis ist und bleibt eine Droge die man sorgenlos über Jharen hinweg Konsumieren kann.
Das wiederum find ich jetzt ein wenig verharmlosend und pauschalisierend...natürlich gibt es Menschen, die einen problematischen Konsum haben, und natürlich kann der Konsum (sicherlich oft in Wechselwirkung mit anderen Faktoren) das eigene Leben einschränken. Ich hätte bei (oder sogar mehrmals) täglichem Konsum sicherlich Probleme mein Studium zu bewältigen, nur so als Beispiel. Es gibt auch durchaus Menschen, die unangenehme Erfahrungen mit Cannabis machen.
Man kann arbeiten und sein Leben auch mit Cannabis meistern, wenn da nicht die Behörden wären.
Das ist genau das, was im Ausgangspost kritisiert wurde...du gehst davon aus, dass alle Menschen, die andere Drogen zu sich nehmen, automatisch nicht mehr arbeiten könnten und komplett eingeschränkt wären. Genau dieselben Vorurteile, die viele gegenüber Cannabiskonsumenten haben.
Es ist eben immer nicht so einfach: Wie stark einen eine Droge einschränkt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.
Ich wäre dafür das man bevor man Ecstasy Konsumiert, die Pille schnell untersuchen lassen kann um möglicherweise Streckmittel auszuschließen (gab es früher), das gleiche gilt für alle Partydrogen.
Legalisieren, dann braucht es keine Streckmittelprüfung mehr, weil man Pillen im Drogenfachgeschäft kaufen kann. Mit genauer Angabe von Zutaten, Dosierungsempfehlung, Nebenwirkungen usw. ;)
Nur das dann zu Legalisieren würde vom System her garnicht funktionieren
Warum denn nicht?
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Fabius
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Fabius »

Ja klar du möchtest das alles Legalisiert wird, aber vor Heroin hast du Angst und möchtest es nicht ausprobieren. Auch nicht bei kontrollierter Abgabe unter Arztaufsicht :roll: Da ist schonmal der Unterschied zu Cannabis. Heroin ist kein Genussmittel und wird entweder konsumiert, weil derjenige Probleme hat und dieses nicht anders lösen kann oder in der Schmerztherapie. In der Medizin ist Morphium ein wunderbares Mittel gegen Schmerzen und genau da gehört Heroin hin. Mit verbieten kommt man nicht weil, aber es dirket zu Lgelaisieren ? Wie soll das gehen ? Reines Heroin ist heftig 0,2mg (tödliche Dosis Anfangskonsument 60mg) mehr und du kannst schon sterben. Das müsste immer unter ärtzlicher Aufsicht verabreicht werden. Da kostest ja jeder Schuss 200,00 €. Ne das BTMG ist schon ist schon gut aufgestellt. Nur Cannabis hat nichts im BTMG zu suchen, weil es ein Genussmittel ist und man viele schöne andere Sachen damit machen kann. Sogar kochen usw.
„Je tiefer man in die lebendige Natur hineinsieht, desto wunderbarer erkennt man sie. Ich glaube, man fühlt sich dann auch geborgen.“
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Gerd50
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Gerd50 »

@Fabius, ich gönne jedem der/die will Heroin und es sollte saubere Ware sein. Die beste Voraussetzung dafür wäre eine legale
Abgabe. Wie du sicher weißt, krepieren Konsumenten daran, das sie verstreckte Ware gewohnt sind, plötzlich was sauberes
bekommen und es nicht wissen. Die Folge ist Überdosierung. Das könnte verhindert werden, siehe Portugal.
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.
Elli
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Elli »

Wie kann man Heroin mit Cannabis vergleichen??
Aufgrund des Suchtpotentials kann man mit Heroin bestimmt nicht "normal" leben, kann ich mir nicht vorstellen.
Und "in der richtigen Dosis" zu sich nehmen, zeigt doch schon, dass das totaler Unsinn ist. Und wenn nicht??

Ich finde, die weichen Drogen (Cannabis, Bier, Wein) sollten legalisiert werden ab 18 Jahre, wer drunter konsumiert kriegt eine Strafe, alles andere Heroin, Koks z.B. bleibt verboten und geächtet. Zudem muß die gesellschaftliche Verherrlichung von Alk gestopt werden (z.B. wie beim Tabak: Werbeverbot, Schädigung hervorheben etc)

Es muß eine plausible und nachvollziehbare Drogenpolitik geben und keine ideologische wie es heute der Fall ist!! :idea:
frihet
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von frihet »

Wer eine nicht ideologisch begründete Drogenpolitik fordert, im selben Atemzug aber Heroin und Kokain geächtet wissen will, der hat nichts verstanden, so leid es mir tut.
Nur weil man sich "nicht vorstellen kann", dass Heroin- und Kokainkonsumenten in der Lage sein können, ein geregeltes Leben zu führen, will man diese weiterhin in die Illegalität zwingen? Tatsache ist, dass Heroinkonsumenten, die streckmittelfreies Heroin in ihrer für sie individuell passenden Dosis zur Verfügung haben, damit sehr alt werden können und durchaus ein produktives Leben haben können. Heroin macht zwar abhängig, hat aber kaum negative Auswirkungen auf den Körper - wenn es keine gestreckte Schwarzmarktware ist, sondern die reine Substanz. Auch für Kokain gilt, dass viele negative Auswirkungen erst durch die Illegalität entstehen.
Grundsätzlich muss klar sein: Der illegale Status der Drogen ist das Problem, nicht die Droge selbst. In der Illegalität kann keine vernünftige Prävention betrieben werden, es ist kaum möglich, die genaue Dosis zu bestimmen (wegen Streckmitteln und daraus resultierendem wechselndem Reinheitsgrad), es können keine sozialverträglichen Konsummuster erlernt werden, die Leute sind gezwungen, ein Doppelleben zu führen, welches letztlich oft dazu führt, dass die Existenz insgesamt zusammenbricht - und das ist dann eine direkte Folge des immensen Drucks, der durch die soziale Ausgrenzung und Ächtung auf diesen Leuten lastet. Die Ächtung dieser Drogen und ihrer Konsumenten ist nichts anderes als menschenverachtend.
bench
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von bench »

@frihet: Danke für deinen Komentar.

Also deiner Meinung nach ist es gerechtfertigt kranke Leute, durch die Polizei zu verfolgen und sie gesellschaftlich auszuschließen. Vielleicht ist genau deswegen die Drogen ein Problem und nicht, weil es eine Droge ist. Die ganzen Schäden, die Heroin verursacht, sind auf die Prohibition zurückzuführen. Reines Heroin ist nämlich für den Körper unschädlich. Entscheidend ist doch zu erkennen, dass das Verbot nicht den Drogenkonsum eindämmt, aber gleichzeitig das Risiko für den Konsumenten drastisch ansteigen lassen.
frihet
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von frihet »

bench hat geschrieben:@frihet: Danke für deinen Komentar.

Also deiner Meinung nach ist es gerechtfertigt kranke Leute, durch die Polizei zu verfolgen und sie gesellschaftlich auszuschließen.
Das hast du jetzt aber hoffentlich nicht aus meinem Kommentar herausgelesen? ;)
thatssoooweird
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von thatssoooweird »

Ja klar du möchtest das alles Legalisiert wird, aber vor Heroin hast du Angst und möchtest es nicht ausprobieren.
Und? Ich wiederhole es noch mal: Nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die ich habe, machen Opiate zwar extrem schnell abhängig, die körperliche Schädigung ist dabei aber vergleichsweise gering. Wenn die deutsche wikipedia nicht reicht, zitier ich auch gern noch mal die englische:
Like most opioids, unadulterated heroin does not cause many long-term complications other than dependence and constipation.[36] Adulterated "street" heroin however is considered to be one of the most harmful drugs especially if consumed intravenously.
Warum ich es nicht probieren würde? Weil ich sehr ungern von einer Substanz abhängig sein möchte (ja, auch bei Nikotin bin ich sehr vorsichtig und reflektiere mein Konsumverhalten sehr genau). Genau aus diesem Grund würden wohl die meisten Menschen auch nicht Heroin probieren, wenn es legal wäre.
Gleichzeitig würde es für die Abhängigen viele Vorteile bringen.
Heroin ist kein Genussmittel und wird entweder konsumiert, weil derjenige Probleme hat und dieses nicht anders lösen kann oder in der Schmerztherapie.
Oder schlichtweg, weil man neugierig ist, mal was anderes probieren will? (auf der Drogenerfahrungsberichtsseite gabs einige, die meinten, sie würden das einfach verdammt gerne mal nehmen, wo sie so viel drüber gelesen haben) Weil man irgendwie da reingerät?

Außerdem habe ich nicht Heroin mit Cannabis gleichgesetzt, generell kann man keine zwei Drogen gleichsetzen, weil sie sich immer in Hinblick auf bestimmte Aspekte unterscheiden.
Mit verbieten kommt man nicht weil, aber es dirket zu Lgelaisieren ?
Das sollten sich am besten die Konsumenten überlegen, was für sie die beste Lösung wäre...aber grundsätzlich: Ja, wieso denn nicht? Normales rezeptpflichtiges Medikament (kostet dann auch nicht mehr als Aspirin vermutlich, zumindest soll es sehr billig herzustellen sein) wäre ja eine Möglichkeit.
Reines Heroin ist heftig 0,2mg (tödliche Dosis Anfangskonsument 60mg) mehr und du kannst schon sterben.
Wenn man das Ganze in der Apotheke kauft, dann kann man es auch richtig dosieren (anders als auf dem Schwarmarkt, wo man den Reinheitsgrad nicht kennt). Natürlich kann man dann immer noch überdosieren, wenn man sich nicht an die Empfehlungen in der Packungsbeilage, des Arztes oder Apothekers hält, aber das gilt für unzählige andere Medikamente auch.
Nur Cannabis hat nichts im BTMG zu suchen, weil es ein Genussmittel ist und man viele schöne andere Sachen damit machen kann.
Was ist denn das für ein merkwürdiges Argument? Mit Mohn kann man auch wunderbar backen :D
die weichen Drogen (Cannabis, Bier, Wein)
Warum genau ist jetzt Alkohol wieder eine weiche Droge? (z.B. weicher als Ecstasy, ich weiß, das Thema hatten wir schon mal...)
Zumindest in einigen Rankings kommt der Alkohol (starke körperliche Abhängigkeit, starke körperliche Schädigung, negative Konsequenzen wie etwa Gewalttätigkeit) nicht gerade gut weg:
http://www.economist.com/blogs/dailycha ... _most_harm
http://www.medicalnewstoday.com/articles/234239.php
Aufgrund des Suchtpotentials kann man mit Heroin bestimmt nicht "normal" leben, kann ich mir nicht vorstellen.
Wieso sollte das nicht möglich sein, solange man den Stoff immer in guter Qualität bekommt? Die meisten Nikotinabhängigen leben auch ganz normal, brauchen halt mehrmals am Tag ihren Schuss Nikotin ;) (und bevor jetzt gleich wieder kommt, ich setze das gleich: Nein, tue ich nicht, ich vergleiche es nur)

@frihet und @Gerd50: Danke für eure Beiträge!
Vorarim
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Re: Kiffen dürfen reicht nicht

Beitrag von Vorarim »

bench hat geschrieben:@frihet: Danke für deinen Komentar.

Also deiner Meinung nach ist es gerechtfertigt kranke Leute, durch die Polizei zu verfolgen und sie gesellschaftlich auszuschließen. Vielleicht ist genau deswegen die Drogen ein Problem und nicht, weil es eine Droge ist. Die ganzen Schäden, die Heroin verursacht, sind auf die Prohibition zurückzuführen. Reines Heroin ist nämlich für den Körper unschädlich. Entscheidend ist doch zu erkennen, dass das Verbot nicht den Drogenkonsum eindämmt, aber gleichzeitig das Risiko für den Konsumenten drastisch ansteigen lassen.
Das kann ich so nicht stehen lassen, sry.
Heroin hat eine Lethale Dosis von 1 bis 5 mg für Erstkonsumenten( lt. WIkipedia), da von einer Unschädlichkeit zu sprechen ist etwas irreführend.
DAS dies aber berechenbar ist sollte jedem klar sein.. Demgegenüber steht das heutige Verbotssystem, das aufgrund mangelnder Substanzkontrolle und Streckmitteln das ganze für den Konsumenten zu einem Glücksspiel werden lässt.

Wenn eine Substanz tödlich sein kann, ist es an sich unverantwortlich diese Gefahr über Gebühr zu erhöhen indem man die Konsumenten mit ihren Problemen ( Abhängigkeit) alleine lässt bzw Sie sogar herabwertet, sie sogar noch deutlich mehr gefährdet, als dies ihr Konsum schon tut.

Hier hat Harm Reduction die oberste Priorität. Jeder der sich für ein weiteres Verbot ausspricht, unterstützt quasi die Lebensfeindlichen Bedingungen des illegalen Markts für Konsumenten dieser Substanzen.

Das Problem dieses Threads bzw der Forderung der Legalisierung ist meines Erachtens aber allem voran, dass niemand genau sagt, was "Legalisieren" für die jeweilige Substanz bedeutet.
Heroin wird es nie mehr im Supermarkt zu kaufen geben, was an sich für jede "Droge" gelten sollte/muss sofern sie ein mehr als nur minimales Abhängigkeits- bzw Schädlichkeitspotential besitzt.
( Den Begriff finde ich aufgrund der negativ behafteten Konnotation übrigens sehr grenz wertig, ich benutze lieber den Ausdruck Psychotrope Substanz)

Wenn jemand davon spricht "Heroin/Kokain zu legalisieren" heißt das sicher nicht, dass jeder problemlos Zugang dazu haben sollte, sondern dass hier allem voran die Person des Konsumenten im Mittelpunkt zu stehen hat und nicht der gesetzliche Status der Substanz.

Fakt ist, dass viele der Probleme unserer Gesellschaft mit Drogen jeglicher Art darauf zurückzuführen sind, dass der Akt des Konsums vollkommen falsch propagiert wird.
Alkohol und Nikotin werden aufgrund wirtschaftlicher Interessen verherrlicht( War bei Heroin auch mal so..) während die illegalisierten psychotropen Substanzen geächtet werden, was dann zu dem gravierenden Problem ( hohe Todeszahl seitens der Alkohol und Nikotin-Konsumenten bzw Schwarzmarkt, Streckmittel usw usw.. bei den illegalen Substanzen führt.

@ Elli

Auf Alkohol bezogen kann ich nur sagen, dass ich denjenigen, die Alkohol aufgrund seiner Sozial und körperlich Schädigenden Wirkung selbst in niedriger Dosierung als harte Droge ansehen, nur recht geben kann.
Hier ist es aber eben die Menge und der Umgang mit der Substanz, der nicht jeden Feierabend-Bier-Trinker zu einer Alk-Leiche werden lässt. Das selbe gilt auch für andere harte Drogen.

@ Thatsoooweird

Da haben sich unser Beiträge wohl etwas überschnitten. ;)
Hanfige Gruesse

Vorarim

Bot-Schrecken und Forenputze ;)

P.S. Habe ich einen Fehler gemacht? Dann schreibt mir einfache eine PN :)
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