Meine ehrlichen Gedanken

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WhiteHaze
Beiträge: 1
Registriert: Di 11. Jun 2019, 14:44

Meine ehrlichen Gedanken

Beitrag von WhiteHaze » Di 11. Jun 2019, 14:48

Hallo,

ich bin es nicht wirklich gewöhnt so persönlich von mir zu erzählen wie ich es nun vorhabe.
Daher möchte ich mich vorab entschuldigen, falls es vielleicht etwas wirr und negativ scheinen mag.

Ich bin nun 30 Jahre alt, seit meiner Kindheit leide ich an depressiven Episoden und einer Schlafstörung, welche seit Jahren graduell schlimmer wird.
Kurz nachdem ich damals 18 geworden bin, bin ich das erste mal zu einem Facharzt gegangen.
Seit dem habe ich sehr viele Therapien mitgemacht und Medikamente geschluckt.
Die Therapien haben bei den depressionen etwas geholfen, doch haben die Medikamente im grunde mehr kaputt gemacht. Ich habe selten ein Medikament erwischt, welches mir beim Schlaf geholfen hat. Gegen meine Depressionen habe ich nie ein Psychopharmaka gehabt welches mir dabei geholfen hätte, ich hatte aber regelmäßig Medikamente erwischt bei denen ich nach kurzer Zeit bereit war mich selbst zu töten. Mit Mühe und Not habe ich jedesmal, wenn mir ein anderes Medikament offeriert wurde, genickt und gehofft, diesesmal Glück zu haben.

Dazu wurde meine Schlafproblematik immer schlimmer, vor etwa 5 Jahren hat es mir gereicht eine Nacht durchzumachen um eine ganze Woche schlafen zu können.
Vor 2 Jahren, als mir meine Ärzte nurnoch anbieten konnten, bereits getestete Medikamente nochmal zu versuchen, habe ich zunächst getestet, zu sehen was passiert, wenn ich einfach so lange wach bleibe bis der Schlaf von selbst kommt. Nach 4 Tagen habe ich dann etwa 3 Stunden "Schlaf" bekommen.

Ich weiß nicht, wie ich das am besten beschreiben soll, aber es fühlt sich an wie Folter.

Ich habe immer mehr Druck bei meinen Ärzten gemacht, weil ich nur wollte, dass es aufhört auf irgendeine Weise. Doch im Grunde wurde ich nur von einem zum anderen geschickt.

Teils hieß es nur: "Dann müssen Sie eben lernen damit zu leben!"

Das war für mich der Punkt an dem ich Cannabis versucht hatte.
Aus verzweiflung und selbst schutz, denn die Alternative war nurnoch Suizid.

Zunächst hatte ich CBD Produkte versucht, aber ich habe nicht wirklich etwas bemerkt.

Dann habe ich Cannabis besorgt.
Zum Glück hatte ich eine der Sorten erwischt, mit der ich direkt etwas Ruhe und ersehnten Schlaf finden konnte.
Das war nun vor etwa 1,5 Jahren.
Seitdem habe ich einige verschiedene Sorten gedampft.

Nicht alle haben mir geholfen, die meisten haben halbwegs beim Schlaf geholfen.

Dann habe ich glücklicherweise White Haze bekommen.

Nichtnur konnte ich damit gut schlafen.
Es half mir auch noch bei meinen Depressionen.
Es hatte genau die Wirkung die ich mir immer dachte, dass ein Antidepressivum es haben würde.
Ich war aktiver, ruhiger, und habe mich zum ersten Mal nicht als das Monster gefühlt, dass mir beigebracht wurde, dass ich sei.
Ich hatte den Mut rauszugehen, neue Leute kennenzulernen und das erste Mal in meinem Leben machte der Satz "Das tust du für dich" Sinn.

Nun komme ich aber nicht mehr an diese Sorte ran.
Mein Antrag auf Kostenübernahme eines Rezeptes hängt seit Monaten bei der Krankenkasse.
Doch selbst wenn ich diesen Kampf endlich geschafft haben sollte, weiß ich nicht, wie
mir das dann helfen sollte, an die Sorte ranzukommen, die mir wirklich gut helfen würde.

Gerade kommen wieder mehr meine depressiven Gedanken durch und ich frage mich einfach
für was kämpfst du eigentlich.

Ich kämpfe mich nun seit Jahren von Tag zu Tag und mein größter Erfolg jeden Tag, ist einzig und allein, dass ich nicht aufgegeben habe und überhaupt noch lebe.

Ich weiß, ich muss irgendwie durchhalten, wie viele andere hier, denen es genauso geht.


-
Ich habe hier mehrmals "Selbstmord" erwähnt.
Dies soll nicht heißen, dass ich mich töten möchte.
Ich habe auch lieber ein schönes Leben.
Doch ist meine Lebensqualität ohne Cannabis so niedrig, dass ich sagen kann,
ohne ein Medikament, dass mir nur ansatzweise so gut hilft,
dass ich dann lieber sterbe.


hoffende Grüße
WhiteHaze

PS: Nochmals entschuldigung für meine negative Einstellung

bad guy
Beiträge: 182
Registriert: Di 21. Jul 2015, 10:27

Re: Meine ehrlichen Gedanken

Beitrag von bad guy » Di 11. Jun 2019, 15:09

Immerhin weißt du jetzt was hilft, das ist ja schon mal was.
Falls alle Stricke reißen würde ich an deiner Stelle notfalls ins Ausland ziehen bis die Vernunft hier in D angekommen ist.

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Martin Mainz
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Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: Meine ehrlichen Gedanken

Beitrag von Martin Mainz » Di 11. Jun 2019, 16:16

Hallo WhiteHaze und willkommen im Forum.

Wie sieht es denn finanziell bei Dir aus, kannst Du vielleicht bis zur Genehmigung das über Privatrezepte selbst stemmen?

Dann die Frage, ob nicht längst die Genehmigungsfiktion eingetreten ist, wenn Du seit Monaten wartest. Zulässig sind nur 5 Wochen, dann muss die KK entscheiden. Tut sie das nicht, tritt automatisch die unwiderrufbare Genehmigung ein.
Foren-Putze und Teilzeitadmin

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