Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

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Wurlitzer1920
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Re: Sammlung Jahrbuch Sucht

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Insgesamt zählt die Polizei für das vergangene Jahr 365.753 Fälle von Drogenhandel, 1,7 Prozent mehr als 2019.
Das ist falsch, das sind alle BTM-Delikte, also auch Besitz von geringen Mengen etc.
Wurlitzer1920
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Re: Sammlung Jahrbuch Sucht

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Wie Ludwig sprach sich auch BKA-Chef Münch gegen die Legalisierung von Cannabis aus. Zwar falle die Mehrheit der Drogendelikte in der Statistik weg, wenn man diesen Schritt gehe. „Was aber nicht heißt, dass Sie das Problem dann gelöst haben. Sie sehen es nur nicht mehr.“
https://www.aerztezeitung.de/Politik/Ca ... 21625.html
Grünen-Politiker Dieter Janecek fordert Freigabe von Cannabis

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek hat die Bundesregierung für ihre Drogenpolitik attackiert und die Freigabe von Cannabis gefordert. „In der Drogenpolitik agiert die Bundesregierung gewohnt mutlos und ideologisch verblendet. Eine kontrollierte Legalisierung von Cannabis würde den undurchsichtigen Schwarzmarkt zerstören und unseren Frauen und Männern in Polizei und Justiz viel unsinnige Arbeit ersparen“, kommentierte Janecek im Gespräch mit unserer Redaktion die Vorstellung des Lagebericht zur Rauschgiftkriminalität.
https://www.augsburger-allgemeine.de/po ... 95901.html
Movassat weiter:
„Schlimmer noch als diese Naivität ist die gleichzeitig zunehmende Kriminalisierung von Drogenkonsumenten. Denn bei über 78 Prozent der sogenannten Rauschgiftdelikte sind Menschen betroffen, die Drogen lediglich besitzen, um sie selbst zu konsumieren. Im Schnitt wird alle zwei Minuten jemand wegen eines sogenannten konsumnahen Delikts strafrechtlich verfolgt. Über 188.000 der Fälle betreffen Cannabiskonsumenten. Besonders gestiegen sind auch die polizeilich erfassten, konsumnahen Delikte bei Kokain und Crystal Meth. Dass die deutsche Drogenpolitik nach wie vor mehr auf Kriminalisierung als auf den breiten Einsatz schadensreduzierender Maßnahmen setzt, ist fatal – im letzten Jahr starben 1.581 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das ist ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das darf so nicht weitergehen. Wir brauchen für Drogen wie Cannabis einen legalen Zugang für Erwachsene.
https://www.linksfraktion.de/presse/pre ... nsumenten/
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Re: Sammlung Jahrbuch Sucht

Beitrag von Cookie »

Cookie hat geschrieben: Di 27. Jul 2021, 14:52 Cannabis ist am weitesten verbreitete Droge in Deutschland
Viele Zeitungen schreiben auch "Cannabis bleibt beliebteste [illegale] Droge in Deutschland" oder so. Finde das fast schon "nett" ;).
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Wurlitzer1920
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Re: Sammlung Jahrbuch Sucht

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Das BKA und die Drogenbeauftragte stellen das Rauschgift-Lagebild 2020 vor

https://www.youtube.com/watch?v=ayDpKUtITCw&t=4s

Ludwig trendet gerade auf Twitter...

Selbst noch nicht gesehen, die längere Version mit Fragerunde.

https://www.phoenix.de/bundespressekonf ... ?ref=suche
alpavaria
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Drogenbericht 2021 - Ich liebe Daniela Ludwig

Beitrag von alpavaria »

Viele wissen gar nicht, dass Schwarzmarktprodukte ebenfalls in das Bruttoinlandsprodukt fließen. Der BPI ist ja schließlich in vielen westlichen Ländern der ultimative Indikator für Lebensglück. Drogenhandel, Prostiution und alle anderen Illegalitäten haben einen Einfluss auf den BPI. Ich bereichere das Lebensglück der Deutschen jährlich mit 600 Milliarden Euro aus dem illegalen Anbau, Logistik und Vertrieb von Ganja.

Deshalb bin ich voll auf der Seite von Daniela Ludwig. Ich bin strikt gegen eine Legalisierung von Cannabis. Ich bin der einzige Groß-Narco auf dieser Welt, der es sich leisten kann, ausschließlich harmloses, gesundheitsförderliches Cannabis auf dem Schwarzmarkt anzubieten. Ich kann nicht einfach auf Broccoli ausweichen. Ich steige dann auf Kokain um. Wie wir ja im Drogenbericht 2021 erfahren haben, ist Kokain gerade der Renner. Eine echte Cash-Cow für Narcos.

Ihr stellt Euch das Leben eines Cannabis-Dealers so leicht vor. Mit diesem Scheiss-Gesetz von 2017, weisses Ganja an kranke Patienten legal zu verteilen, verliere ich immer mehr Kunden an Algea Care. Und das Darknet macht mir das Leben nicht wirklich einfacher. Weil die Weltgesundheitsorganisation nach der 2. Opiumkonferenz in Bern im Jahre 1925 Cannabis mit Kokain und Heroin gleichgestellt hat, gehe ich das gleiche juristische Risiko für den Vertrieb von heiligem Ganja ein, wie mein Narco-Kollege, der mit Kokain handelt. Ein Gramm Ganja ist so groß wie eine Haselnuss, ein Gramm Kokain nimmt gerade mal so viel Platz weg, wie eine Erbse.

Zudem stinkt Ganja fürchterlich. Selbst ein geruchsblinder Drogenhund in Rente wird da noch ekstasisch. Kokain kannst Du so verpacken, dass selbst der James Bond unter den Drogenhunden nichts mehr riecht. Für ein Gramm Kokain macht der Kollege auf der Straße Hundert Euro Umsatz. Ich krieg für meine Naturkräuter ein Zehntel. Das ist nicht fair. Aber gut, ich beklage mich nicht. Ich wollte ja ein ethisch und moralisch einwandfreies Unternehmen, dass enorm viel Profit abwirft, also habe ich mich für den Handel mit Cannabis entschieden. So, wie sich manche vernunftbegabte Menschen von der Teufels-Droge Alkohol abwenden, um sich der spirituellen Wirkung von Ganja hingeben.

Daniela Ludwig soll nur mit diesem blöden „War of Drug“ aufhören, den sie von ihrem Geistesahnen Henry Anslinger übernommen hat und der schon mehr Tote kostete, als Vietram und Afghanistan zusammen. Können wir nicht friedlich illegal weiter machen? Ich habe keinen Bock mehr, wegen Euch diese scheissteuren Waffen aus dem Darknet zu bestellen, um mich gegen Eure faschistischen, rechten Ideologien zu wehren. LIebe CSU, könntgen wir uns vielleicht auf ein „Keine-Waffen-Für-Ganja“ einigen? Wir würden dann gemeinsam einfach nur noch Paintballwaffen einsetzen und hinterher die Punkte zählen? Okay? Für jeden Punkt für Euch geht einer von uns für ein Jahr in den Knast und ihr bekommt von uns ein Kilo Drogen, dass ihr dann stolz der Presse präsentieren könnt, wie die Katze ihre Maus nach Hause schleppt.

Kein Blutvergießen für Ganja!

Alpa Varia
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Re: Drogenbericht 2021 - Ich liebe Daniela Ludwig

Beitrag von Cookie »

alpavaria hat geschrieben: Do 29. Jul 2021, 08:39 CEO of Spiritual Ganja Enterprises
Eröffne einen Ganja-Laden nach der Legalisierung und dann mache es halt legal. So habe ich das vor. Illegal ist mir zu heikel, aber ich habe Respekt vor fairen Dealern mit Rückgrat, so dass sie nichts gestrecktes oder Koks, Heroin, Crystal usw. verkaufen.
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alpavaria
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Re: Drogenbericht 2021 - Ich liebe Daniela Ludwig

Beitrag von alpavaria »

Warum nur einen Ganja-Laden? Warum nicht der Mc Donalds unter den Ganja-Läden werden? :D
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von Cookie »

Das ist die richtige Einstellung :P!
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Südhesse
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Re: Drogenbericht 2021 - Ich liebe Daniela Ludwig

Beitrag von Südhesse »

alpavaria hat geschrieben: Do 29. Jul 2021, 08:57 Warum nur einen Ganja-Laden? Warum nicht der Mc Donalds unter den Ganja-Läden werden? :D
Einmal Big Bud mit extra Cheese bitte und 6x Temple Balls mit Sour Diesel....

....hmm, keine schlechte Idee :D
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alpavaria
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von alpavaria »

:lol:
alpavaria
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von alpavaria »

Ich glaube, viele Demokrat*innen übersehen hierbei, dass es sich nicht um eine Horde alternder Hippies handelt, die nach 50 Jahren strafbaren Verhaltens endlich mal legal kiffen dürfen. Es geht hier darum, dass sich während der Wahlkampfzeit eine rechte CSU, repräsentiert durch Daniela Ludwig, das umstrittene Recht vorbehält, unter dem Vorwand des Cannabisverbotes politische Gefangene machen zu dürfen. Grundrechte hält sie für "Lifestyle", denn nachdem immer mehr Gerichte die Verfassungsmässigkeit des Verbotes anzweifeln, kriminalisiert sie weiterhin Minderheiten, Rastafa, Hindus, Sufis, Buddhisten, Schwarze, Linke, Liberale, Lifestyle-Linke, Haschrebellen (Vorgänger der RAF) und Hanfaktivisten, ihr Grundrecht auf Gesundheit und Wohlergehen auszuüben. Diesen Menschen hat Frau Ludwig die Intensivierung des War of Drug angedroht. Denn natürlich entsteht bei der Intensivierung der Drogenbekämpfung überproportional viel Beifang, die man unter der Bezeichnung "beschaffungsnaher Cannabis-Delikte" als vertretbare Kolateralschäden verniedlicht. Es ist auch ganz klar eine Kriegsansage gegen unsere hier vertretene Lobby. Die Entscheidung heisst schon lange nicht mehr, "ja" oder "nein" zu Cannabis, sondern schaffen wir uns gerade pandemiebegünstigt unsere freiheitlich demokratischen Grundwerte ab? Wenn ich die Wahl zwischen COVID und CSU hätte, wüsste ich, welches Risiko ich lieber in Kauf nehme.
alpavaria
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von alpavaria »

Das kulturelle Leben in Deutschland liegt infolge des Pandemie-Wahns am Boden. Was ist Jazz Music ohne Hasch? Was ist Lois Armstrong ohne Hasch? Was ist Christopher Street Day ohne Ganja, was ist Open Air ohne Gras, was ist Goethe ohne Knaster, was ist Pink-Floyd ohne LSD? Was ist Bob Marley ohne Jiff? Begreift ihr? Kultur ist nicht das, was uns die rechte CSU/CDU diktiert! Kultur ist das was lebt. Was in Deutschland ums Überleben ringt, und die dringend benötigte Medizin Ganja wird nun noch intensiver bekämpft. Noch mehr Steuergelder in einen längst verlorenen Krieg, damit die Narcos sich noch stärker wettrüsten und somit noch mehr militärischen und politischen Einfluss bekommen. 80 % des Weltdrogenmarktes ist Cannabis. Zieht vom kläglichen Rest noch LSD und Pilze raus und erlaubt pharmazeutisches MDMA auf Rezept und schon habt ihr 10 % Drogenmarkt, den es wirklich zu bekämpfen gilt. 80 % der Zeit und der Energie und der Steuergelder, den ihr in die sinnlose Jagd auf einen Feind investiert, den ihr nicht besiegen könnt, aber gleichzeitig immer stärker, raffinierter, bewaffneter macht, anstatt Euch die Kohle, mit der ihr die Narcos reich macht, einfach als "Steuer für nicht getrunkenen Kaffee" von den verantwortungsbewussten Kunden zahlen lässt? Und was soll das, Cannabis-Handel mit Prostition und Menschenhandel in einen Topf zu werfen? War schon mal jemand im weltgrößten Freilicht-Bordell der Welt? Die Stadt heisst Pattaya und liegt in Thailand. In Thailand ist Prostitution streng verboten. Ganja rauchen auch. Das älteste Gewerbe der Welt und das natürliche Bedürfnis nach Entfaltung, Entspannung, spirituelles Erwachen und körperlicher Gesundheit lassen sich nicht einfach so verbieten. Und wäre Ganja legal, würde es diesen Markt doch gar nicht erst geben? Habt Ihr Konservativen, in die Vergangenheit Blickende, denn nichts aus der Alkoholprohibition in den USA der 1920er gelernt?
Wurlitzer1920
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Bericht zur „Rauschgiftlage“: der Murmeltiertag der Drogenpolitik
Deutsche Aidshilfe: Immer mehr vom Falschen macht die Drogenpolitik nicht besser. Strafverfolgung von Konsument*innen ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Aktionsplan gegen Drogentodesfälle könnte viele Menschenleben retten.

BKA-Präsident Holger Münch und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), haben am Dienstag den Bericht zur „Rauschgiftlage“ vorgestellt. Die Zahl der erfassten Delikte in diesem Bereich ist demnach 2020 erneut gestiegen. Rauschgiftkriminalität habe zugenommen und werde immer brutaler, berichten BKA und Drogenbeauftragte. Sie ziehen daraus den Schluss, die Strafverfolgung müsse verstärkt und weiter verbessert werden.

Dazu sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe:

„Dieser Blick auf die Kriminalstatistik unterliegt einem grundlegenden Irrtum: Strafverfolgung kann Drogenprobleme nicht lösen, sondern sie trägt dazu bei. Die jährliche Leistungsschau der Polizeiarbeit demonstriert vor allem eines: Machtlosigkeit. Die Konsequenz lautet dann immer: ‚Wir brauchen mehr davon‘. Beim nächsten Mal haben wir dann wieder mehr Anzeigen, mehr Konsum und mehr Todesfälle. Und jährlich grüßt das Murmeltier.“....
https://www.aidshilfe.de/meldung/berich ... genpolitik
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von Cookie »

Wie wahr... nur lernen sie nichts daraus, sondern wiederholen den Fehler Jahr um Jahr. Hoffen wir, dass dies das letzte Jahr ist!
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bad guy
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von bad guy »

Menschen die das Wort Rauschgift für Cannabis und Psychedelika verwenden sind nicht mehr zu helfen.
Wurlitzer1920
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Re: Sammlung Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung

Beitrag von Wurlitzer1920 »

Noch ein Kommentar vom Schildower Kreis
....Auf die Herausforderungen durch eine vitale, flexible und expandierende Drogenschattenwirtschaft hatten diese beiden staatlichen Vertreterinnen bzw. Vertreter keine Antwort. Vielmehr steigerte sich Frau Ludwig in Abgrenzung zu Entkriminalisierungs- und Regulierungsmodellen geradezu in Drogenkriegsrhetorik hinein: Sie forderte trotz des offensichtlichen Versagens der repressiven Drogenpolitik eine Aufrüstung im Drogenkrieg. So müsse die Bekämpfung der Drogenkriminalität oberste Priorität der polizeilichen Arbeit werden, sowohl organisatorisch, finanziell wie personell.

Eine Akzentsetzung im Bereich Drogenhilfe als oberste Priorität, sowohl organisatorisch, finanziell als auch personell, ist bei Frau Ludwig hingegen nachrangig. Und wissenschaftlich fundierten Argumente ist sie kaum zugänglich. So wurde im Juni 2020 durch die #mybrainmychoice-Initiative zusammen mit Personen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft eine Kampagne gestartet, die forderte, dass die deutsche Drogenpolitik durch eine transdisziplinäre und unabhängige Kommission evaluiert werden solle.[3] Dieser Initiative hatte Frau Ludwig ausdrücklich eine Absage erteilt. [4]

Die fehlende fachliche Kompetenz der Pressekonferenz konnte leider auch an weiteren Stellen der Veranstaltung wahrgenommen werden. Allein mit der Verwendung des Begriffes „Rauschgift“, der eher im Bereich Massenmedien und Propaganda denn im wissenschaftlichen Kontext (leider aber auch immer noch im Polizeijargon) Verwendung findet, disqualifizieren sich Herr Münch und Frau Ludwig selbst.

Wesentliche Faktoren wurden bei der Pressekonferenz schlicht ausgeblendet:

Aus Sicht der Ökonomie erweist sich die staatliche Politik der „Drogenbekämpfung“ als wesentlicher Motor der illegalen Drogenwirtschaft: Sie kann gerade wegen der Illegalität eine extrem hohe Gewinnspanne erzielen. Nach Ansicht der beiden Wirtschaftswissenschaftler Storti und de Grauwe[5] begünstigt die aktuelle globale Entwicklung die Bedingungen für den illegalen Drogenhandel. Der Versuch der Behörden, das Angebot von Drogen durch staatliche Repression zu begrenzen, scheitert an den Realitäten, muss daran scheitern.

Eine Politik, die auf Ausgrenzung, Stigmatisierung und Kriminalisierung drogengebrauchender Menschen setzt, kommt immer wieder in Widerspruch zu den Werten von Demokratie und Menschenrechten.

Mit einer Steigerung polizeilicher Maßnahmen, der grundsätzlichen Ablehnung alternativer Ansätze in der Drogenpolitik und einer Ignoranz gegenüber sachbezogenen Debatten und wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Diskussionen werden wir weder den demokratischen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht, noch können wir adäquat den Herausforderungen der real existierenden Drogenwirklichkeit begegnen. Polemik und Drogenkriegsrhetorik werden das bestehende Leid nur verstärken.

Es wird höchste Zeit, den Posten einer/eines Drogenbeauftragten mit einer Person zu besetzen, die sowohl fachlich, politisch als auch menschlich dieser Aufgabe gewachsen ist.
https://schildower-kreis.de/bundesdroge ... ersetzung/
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