Sammlung Uruguay

Sabine
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Sabine » So 23. Jul 2017, 06:45

"Morgens Mate, abends Marihuana

Uruguay in Südamerika ist der erste Staat der Welt, der Marihuana komplett legalisiert hat. Seitdem wird es nicht unbedingt mehr konsumiert, aber sichtbarer. Viele junge Leute bauen Cannabis selber an, beschäftigen sich mit der Heilwirkung der Pflanze - und erfinden neue Produkte.
...
Mehrheit der Uruguayer sieht Legalisierung skeptisch

Jugendliche fühlen sich ausgeschlossen, weil sie nicht kiffen. Auch wegen solcher Folgen sieht die Mehrheit der Uruguayer die Legalisierung laut Umfragen skeptisch. Allerdings geben die Statistiken bisher keinen Grund, Alarm zu schlagen. Der Konsum ist in den letzten vier Jahren nicht bedeutend gestiegen. Es wird nur offener konsumiert. Der würzige Duft von Marihuana liegt in Montevideo häufig in der Luft: im Fußballstadion, am Strand, im Café. Da der legale Verkauf erst in diesen Tagen beginnt, haben viele Uruguayer in den letzten Jahren angefangen, sich selbst zu versorgen - wie Federico Moleri.

Federico will sein Extrakt seinem Opa verabreichen. Der hat Parkinson. Marihuana soll da beruhigen und das Zittern stoppen.
...
Bienen hat er schon – und natürlich Cannabis. Dabei geht es ihm beim Marihuana nicht nur um den Rausch, sondern auch um den Anbau an sich.
...
In einem anderen Glas hat Federico Marihuana in Olivenöl eingelegt. Das wird er mit Bienenwachs mischen. Am Ende hat er dann eine Salbe, die könnte vielleicht der Großtante seiner Freundin helfen, die an starken Rückenschmerzen leidet. Do-It-Yourself – Möbel bauen, gärtnern, einwecken – das ist ein weltweiter Trend. In Uruguay ist oft Cannabis mit im Spiel.
...
"Es ist in Uruguay gerade wirklich sehr in Mode, sich mit Marihuana zu beschäftigen. Die Neugierde ist groß und es kursieren viele Informationen im Netz. Wir zeigen hier im Kurs, dass man die Pflanze mit Sorgfalt nutzen muss. Das ist wichtig für die Sicherheit der Leute."
...
Einige Uruguayer hoffen, dass aus dem Trend bald auch eine Chance für das Land wird – Marihuana-Produkte als Exportschlager. Der Direktor des Cannabis-Museums, Eduardo Blasina, selber Landwirt und Cannabis-Bauer, beobachtet die Entwicklung genau:

"Mein Traum ist, dass Uruguay in fünf Jahren Südamerika mit Marihuana-Medikamenten versorgt. Und ich hoffe, dass wir viele Dinge erfinden, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Bekannte von mir stellen Cannabis-Pasta her. Sehr lecker. Ein Winzer aus Argentinien hat angefangen, Champanabis herzustellen – Sekt mit Cannabis."

Vom uruguayischen Staat bekommen solche Initiativen allerdings kaum Unterstützung. Der aktuelle Präsident Tabaré Vázquez ist ein Gegner der Cannabis-Legalisierung, die sein Vorgänger José Mujica beschlossen hat. Initiativen, um medizinisches Cannabis im großen Stil herzustellen, haben die Behörden bisher gestoppt. Und auch die Hersteller der Marihuana-Mate warten immer noch auf ein OK der Gesundheitsbehörden, um es zu verkaufen."


http://www.deutschlandfunk.de/cannabis- ... _id=391742

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Martin Mainz
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » So 20. Aug 2017, 21:35

Apotheken in Uruguay werden aufgrund legalen Hanfhandels von Banken verschmäht

https://hanfjournal.de/2017/08/18/apoth ... rschmaeht/

"Nachdem man in Uruguay fortschrittliche Wege einschlug, um die eigene Bevölkerung von Schwarzmarkthändlern illegaler Substanzen fernzuhalten, scheinen sich unerwartete Hürden im ersten Land der Re-Legalisierung von Cannabis aufzutun. Die Apotheken in Uruguay werden aufgrund legalen Hanfhandels von Banken verschmäht und müssen um ihre bisher gepflegten Geldkonten bangen. Entweder der Cannabisverkauf würde eingestellt, oder man verzichte auf den ehemals geschätzten Kunden, heißt es aufseiten der Geldinstitute.
...
Selbst wenn die Regierung in Uruguay keine strafrechtliche Verfolgung für den öffentlich stattfindenden Handel mit Cannabis vorsieht – sogar hinter dem staatlichen Vertrieb steht – fühlen die Banken des mutigen Landes ihre Hände an das international geltende Recht gebunden.
"

Selbes Problem wie in den USA - da haben wir endlich mal einen Punkt, der bei uns besser klappt. Die Banken zieren sich hierzulande nicht, das Geld von Apotheken anzunehmen - auch wenn die aktuell ja nix in der Richtung zu verkaufen haben.
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Sabine
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Sabine » Mo 28. Aug 2017, 07:35

Hier ist das mit den Banken noch etwas ausführlicher dargestellt :

"Probleme beim Marihuana-Verkauf in Uruguay
Der legale Verkauf von Cannabisprodukten durch Apotheken wird von den Banken boykottiert. Sie drohen mit der Sperrung von Konten
...
In Uruguay selbst haben die Banken damit keine rechtlichen Probleme, da ihre Kunden dort aufgrund des Cannabis-Vertriebs nicht verfolgt werden, aber international, vor allem bei Geschäften in den USA. Diesem Widerspruch begegnet Jorge Polgar, Präsident der staatlichen Banco de la República eindeutig: "Wir werden keine Beziehung zu den Apotheken aufnehmen, die Genehmigungen zum Marihuana-Vertrieb erhalten haben, um eine internationale Isolierung der Bank zu vermeiden", erklärte er.
...
Neben technischen und juristischen Problemen gibt es politisch und auf gesellschaftlicher Ebene rund um die Frage teils heftige Auseinandersetzungen. Im populären Lifestyle-Magazin "Vice" wird Uruguay als die Cannabis-Republik mit Vorbildcharakter gepriesen. Der Ex-Präsident und aktuelle Senator José Pepe Mujica gilt als Held und Vorreiter für die weltweite Legalisierungsbewegung. In Uruguay selbst ist sein Ansatz, dem Drogenhandel durch Legalisierung entgegenzutreten, jedoch umstritten, zudem sehen viele – vor allem Datenschützer – die Privatsphäre der Cannabiskonsumenten bedroht. Vor der weitreichenden neuen Gesetzgebung wären die Konsumenten liberaler behandelt worden, konstatiert ein Blogger.

"Es stört mich, dass ein Experiment, das weltweite Anerkennung genießt, sterben gelassen werden soll", erklärte Mujica, als er von der Banksperre erfuhr. Und er holte noch weiter aus, sieht gar die Demokratie bedroht und bezeichnet die Banken als Handlanger der Drogenhändler. "Wenn der Verkauf gestoppt wird, wird das die komplette Parlamentsarbeit lahmlegen", sagte der 82-jährige.
...
Unterdessen hat die Regierung versprochen, sich in dieser Woche mit den Apotheken zusammenzusetzen, um eine Lösung zu finden."


https://amerika21.de/2017/08/183602/pro ... uf-uruguay

Könnten unsere Banken hier auch auf die Idee kommen ? :?

Sabine
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Re: "Peru: Regierung prüft Legalisierung von medizinischem C

Beitrag von Sabine » Mi 20. Sep 2017, 04:54

"Peru will Marihuana legalisieren

Der zuständige Kongressausschuss hat einem Gesetzentwurf zur Legalisierung von Marihuana zum medizinischen Gebrauch zugestimmt.
...
Die Aktivistin von der Gruppe “Buscando Esperanza” (“Auf der Suche nach Hoffnung”), Ana Alvarez, sagt: “Alle Mütter hier sind sehr froh, denn unser Kampf war nicht umsonst. Es geht um die Lebensqualität unserer Kinder, um eine Verbesserung.”

Die Gruppe “Buscando Esperanza” wurde von Müttern gegründet, deren Kinder an Krankheiten wie etwa Epilepsie leiden. Die Lebensqualität dieser Kinder kann durch den Gebrauch von medizinischem Marihuana erhöht werden."


http://de.euronews.com/2017/09/19/peru- ... galisieren

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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Reggeldo » Do 9. Nov 2017, 13:59

Klar ist das möglich bei der Masse. Deutschland hat auch nicht die Kapazität so eine Masse anzubauen um die für 1,30 zu vekraufen. heisst aber nicht dass es nicht möglich wäre :D

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Martin Mainz
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Re: Effekte der Legalisierung in Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » Di 27. Mär 2018, 10:28

http://www.shareribs.com/rohstoffe/soft ... 08102.html

In Uruguay verfügt ICC Labs über eine Lizenz für den Anbau und die Produktion von 2.000 Kilogramm Cannabis und geht davon aus, dass diese auf 10.000 Kilogramm ausgeweitet wird. Einen Eindruck von den Produktionsstätten des Unternehmens können Sie sich auch in diesem Video verschaffen: https://youtu.be/vddfsYNK_qc

Neben dem heimischen Markt zielt das Unternehmen auch auf eine internationale Expansion und dürfte hier von seinen geringen Produktionskosten profitieren. Bei GMP Securities geht man davon aus, dass das ICC Labs eine gute Ergebnisdynamik entfalten könnte. Das Umsatzpotential wird auf 450 Mio. USD geschätzt, bei einem EBITDA von 150 Mio. USD. Bei einer branchenüblichen Bewertung, vom sechs- bis achtfachen des EBITDA, könnte dies eine Bewertung von ICC Labs von 7,00 CAD rechtfertigen, so GMP Securities.

ICC Labs meldete am 7. März, dass man seit Juli 2017 mehr als 1.000 Kilogramm Cannabis für den legalen Markt in Uruguay produziert habe. Seitdem sei die Zahl der registrierten Cannabis-Konsumenten im Land auf knapp 22.000 gestiegen. Damit einher geht eine steigende Nachfrage, die ICC Labs veranlasste, die Produktion von 2.000 auf 5.000 Kilogramm im Jahr steigern zu wollen. Die Erlaubnis für den Verkauf der zusätzlichen 3.000 Kilogramm muss nun von Cannabis Regulation and Control Institute erteilt werden.
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Re: Sammlung Lateinamerika

Beitrag von Martin Mainz » Di 14. Aug 2018, 11:15

Uruguay: Cannabis vom Staat – der regulierte Genuss

Seit einem Jahr wird in Uruguay staatliches Cannabis verkauft. Es war der letzte Schritt in einem fünfjährigen Regulierungsprozess. Zeit für eine erste Bilanz
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Der Verkauf durch die Apotheken, der vor einem Jahr startete, leitete die letzte Phase eines nun knapp fünf Jahre andauernden Regulierungsprozesses ein. Zuvor erlaubte man registrierten Cannabisnutzern bereits den heimischen Anbau von bis zu sechs Pflanzen oder die Mitgliedschaft in sogenannten Cannabis-Clubs, in denen gemeinschaftlich gezüchtet wird. Abgeschlossen ist der Prozess noch nicht. Denn zum Gesetz gehört neben der Entkriminalisierung der Nutzer und der Förderung der öffentlichen Gesundheit auch die Stärkung der Sicherheit der Bevölkerung. Eines der Hauptziele des Gesetzes war und ist es, den Dealern den Markt zu entziehen und die Drogenkriminalität zu senken.
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Neben der Pitágoras-Apotheke haben fünf weitere ihre Lizenz wieder abgegeben. Ihre Banken haben ihnen ein Ultimatum gestellt: Entweder sie beenden den Verkauf der Droge oder ihr Konto wird gesperrt. Die uruguayischen Geldinstitute reagierten damit auf Drohungen US-amerikanischer Banken, mit denen sie zusammenarbeiten. Der Patriot Act verbiete es ihnen, finanzielle Beziehungen zu Firmen zu pflegen, die Substanzen wie Marihuana verkauften.
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Zurzeit gibt es im gesamten Land 14 lizensierte Apotheken. Gras bekommt man in der Regel nur gegen Bargeld. Wenn überhaupt. Denn von den vier Tonnen, die pro Jahr angebaut werden dürfen, wurde im letzten Jahr knapp eine verkauft. Nicht wegen fehlender Nachfrage – mittlerweile gibt es über 25.000 registrierte Konsumenten – sondern aufgrund von Lieferengpässen. "Wenn diese Probleme überwunden sind und die Produktion und legale Distribution steigen", so glaubt Baudean, „wird die überwältigende Mehrheit des Cannabismarktes für Erwachsene legal sein.“
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Die Apotheken bieten bislang zwei Sorten an: Alfa, ein Mix mit überwiegend Indica-Blüten, und Beta, bei dem der Sativa-Anteil größer ist.
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Ursprünglich hatten sich 3.500 Konsumenten angemeldet, inzwischen sind über 20.000 weitere hinzugekommen. Zwei Drittel von ihnen sind regelmäßige Kunden in den Apotheken.
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Zu überprüfen, ob jemand tatsächlich nur sechs Pflanzen in seinem Wintergarten heranzüchtet, ist Aufgabe des Instituts für die Kontrolle und Regulation von Cannabis (IRCCA), dem dafür gerade einmal sechs Inspektoren zur Verfügung stehen. Die Kontrollen erfolgen nach dem Zufallsprinzip oder aufgrund von Hinweisen. Teilweise sind es Anwohner, die ihre Nachbarn anschwärzen. Im vergangen Jahr wurden 192 Wohnungen inspiziert. Das sind 2,5 Prozent aller Heimzüchter. Hausbesuche sind prinzipiell nur mit Einverständnis des Bewohners oder mit Durchsuchungsbeschluss möglich. Die Cannabis-Clubs sind einfacher zu überwachen. Ihre Zahl ist überschaubar. Jeder zweite muss mit einer Kontrolle pro Jahr rechnen. Im vorletzten Sommer hat die Polizei über 800 Pflanzen eines Clubs beschlagnahmt, der seine Blüten über ein Hostel an Touristen weiterverkauft hatte.
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Marcos Baudean stellt aber klar, dass sich weder die Zahl der Intoxikationen, noch die der Todesfälle durch Cannabis geändert habe und beruft sich dabei auf offizielle Zahlen des Nationalen Drogenrats. Zudem betont er, dass die Entstigmatisierung der Cannabisnutzer als positiv zu bewerten sei: "Heutzutage akzeptiert man in Uruguay, dass Marihuanarauchen nicht synonym für Drogenabhängigkeit ist, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war."Ein riesiger Schwarzmarkt, der durch kleine Geschäfte unter Privatpersonen befördert wird. "Das ist ein neues Problem, dass Blüten illegal verkauft werden, die sicherlich aus lokaler Produktion stammen", bestätigt Marcos Baudean von Monitor Cannabis. Das IRCCA ist zurzeit noch zurückhaltend mit Razzien bei Privatpersonen. Man wolle Konsumenten nicht einschüchtern. Wer lässt sich schon gern registrieren, wenn er damit rechnen muss, dass ein paar Tage später die Ermittler vor der Tür stehen?
...
Auch Monitor Cannabis soll zum Ende des Jahres eingestellt werden, die Finanzierung läuft im Dezember aus. Eine Plattform, die verschiedene Forschungsdisziplinen vereint und so umfassend Informationen zu dem Thema sammelt, erhebt und verbreitet, wird es dann nicht mehr geben. Dass die Regierung diese Lücke füllen wird, ist unwahrscheinlich.

Nach knapp fünf Jahren hätten man sich vielleicht ein paar mehr Fortschritte gewünscht. "Viel hat sich nicht geändert, weil hier alles nur schleppend anläuft", resümiert Marisol Rodríguez. "Aber klar, es war ein Fortschritt, wenn auch ein später."


Quelle: https://amerika21.de/analyse/207806/uru ... abis-staat
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Re: Sammlung Lateinamerika

Beitrag von DennisEF » Mo 27. Aug 2018, 10:44

"Das kann eine Erfolgsgeschichte werden"
2013 sorgte Uruguay weltweit für Aufsehen, als das Land entschied, Cannabis weitgehend zu legalisieren. Inzwischen darf jeder nach einer Registrierung die Pflanze anbauen - entweder zu Hause oder gemeinschaftlich in einem der mehr als 100 sogenannten "Cannabis-Clubs". Vor einem Jahr startete in einigen Apotheken des Landes zudem der öffentliche Verkauf der Droge. Wie hat die Legalisierung das Land verändert? Der Soziologe Martín Collazo von Monitor Cannabis, einem Wissenschaftsverbund an der Universidad de la República in Montevideo, zieht Bilanz...

...Alles zusammengenommen klingt das nicht unbedingt nach einer Erfolgsgeschichte.

Das sehe ich anders. Das kann eine Erfolgsgeschichte werden. Die Regierung hat das Problem mit der Unterproduktion erkannt. Sie will Lizenzen an weitere Firmen vergeben, damit das staatliche Cannabis den Bedarf decken kann. Wir gehen davon aus, dass es dann eng wird für den Schwarzmarkt und die Drogenbanden. Das wiederum wird dazu führen, dass die Drogenkriminalität weiter zurückgeht und auch die Gewaltverbrechen. Sie werden oft von Banden begangen. Die Situation der Banden ist jetzt schon schwieriger geworden, weil der Staat ihnen durch die Legalisierung ja ein Drittel des Marktes abgenommen hat. Langfristig rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang der Mordrate, die ja in Uruguay, verglichen mit anderen Ländern Lateinamerikas, ohnehin schon ziemlich niedrig ist...
https://www.sueddeutsche.de/politik/int ... -1.4104733

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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von BUMMBUMM » Sa 9. Feb 2019, 16:04

Erste Lehren aus fünf Jahren legalem Cannabis in Uruguay
http://library.fes.de/pdf-files/iez/15119.pdf
Uruguays Reform in Kürze
  • Die Reform von 2013 stellt die gesamte Wertschöpfungskette von Cannabis unter staatliche Kontrolle.
  • Ziele sind die Stärkung der öffentlichen Sicherheit, die Eindämmung der gesundheitsschädlichen Folgen des Drogenkonsums sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen Inklusion der Konsument_innen.
  • Bezugswege für Cannabis zu Genusszwecken sind (nur für uruguayische Staatsbürger_innen und Personen mit dauerhaftem Wohnsitz in Uruguay):
  • Erwerb in Apotheken für registrierte Personen von Cannabis aus kontrolliertem Anbau durch lizenzierte Unternehmen (max. 40 Gramm pro Monat);
  • Produktion und Nutzung durch Mitglieder von sog. Cannabis-Clubs (Zusammenschluss von 15 bis 45 Personen, maximal 99 Pflanzen);
  • privater Anbau (bis zu sechs Pflanzen pro registriertem Haushalt).
  • Das Führen eines Fahrzeugs unter Einfluss von Cannabis sowie der Konsum am Arbeitsplatz sind untersagt.
  • Direkte und indirekte Werbung für Cannabis ist untersagt.
...
Es gibt also keinerlei empirische Beweise für die Dammbruch-Szenarien der Verbotsanhänger_innen.
...
Doch während man den Pionier_innen für ihren Mut auf die Schulter klopft, erschweren die bestehenden internationalen Konventionen und nationalen Regulierungen weiter deren Umsetzung.
...
6 Seiten, schön zu lesen, kann ich uneingeschränkt empfehlen.

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Cookie
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von Cookie » Di 9. Apr 2019, 16:22

Peru dereguliert medizinisches Cannabis-Gesetz

Die Regierung in Peru hat jetzt endlich die Rahmenbedingungen für die Freigabe von Medizinalcannabis festgelegt. Dabei wurde das Cannabis-Gesetz schon Ende 2017 verabschiedet.


https://www.leafly.de/peru-dereguliert-cannabis-gesetz/
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Martin Mainz
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » Do 12. Dez 2019, 17:13

Uruguay möchte den Schwarzmarkt von Cannabis austrocknen

Heute vor sechs Jahren wurde in Uruguay Geschichte geschrieben, als man nach vierzig Jahren Verbotspolitik Cannabis wieder legalisierte. Die Entscheidung, Marihuana nicht länger über den Schwarzmarkt in die Hände der Bürger wandern zu lassen, sondern sie über Apotheken mit dem Naturprodukt und natürlichem Arzneimittel zu versorgen, brachte die globale Legalisierungswelle voran.
...
Um die bislang weiterhin bestehenden illegalen Cannabismärkte endgültig auszutrocknen, hat der Senat von Uruguay ein neues Gesetz zur Regulierung von medizinischem Marihuana verabschiedet. Der Gesetzesentwurf „Ein umfassendes Gesetz zur Förderung und zum Zugang zu medizinischem und therapeutischem Cannabis“ wurde vom „Ir“ -Sektor der Partei „Frente Amplio“ in den Kongress eingebracht und einstimmig angenommen. Das neue Gesetz soll den Zugang der Bevölkerung zu Cannabis und Cannabinoid-haltigen Medizinprodukten erleichtern und zeitgleich regulieren.
...
Er betonte auch, dass die Gesetzesvorlage nicht nur leichter zugängliches Cannabis zu einem vernünftigen Preis, sondern der Bevölkerung auch ein kontrolliertes Produkt mit entsprechender Qualität bieten wird.


Quelle: https://hanfjournal.de/2019/12/11/urugu ... strocknen/
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Wurlitzer1920 » Fr 6. Mär 2020, 12:20

Cannabis: “a substance for adults”; An interview with Plena Global’s Dr.Raquel Peyraube in Forbes Mexico 14.11.2019

https://plena-global.com/cannabis-a-sub ... or-adults/

Interessantes Interview. Mir gefällt der Ansatz von Uruguay...

Die haben kürzlich eine konservative Regierung gewählt, ich hoffe die drehen
es nicht zurück...

Google Übersetzer

Raquel Peyraube, ehemalige Beraterin für die Legalisierung von Cannabis in Uruguay, spricht über die therapeutischen Vorteile der Pflanze, die aufgrund ihres Verbots wenig bekannt sind.
Der auf Drogenmissbrauch und Endocannabinoidsystem spezialisierte Arzt Raquel Peyraube war Berater des Teams, das 2013 während der Regierungszeit von José Mujica die Legalisierung von Cannabis für alle medizinischen, industriellen und erwachsenen Anwendungen vorbereitete. Uruguay und die verschiedenen Vorschriften, die bereits in 33 EWR-Staaten existieren, haben weltweit einen Dominoeffekt erzeugt.

Die Expertin, die ihre Arbeit auf die klinische Anwendung und die Beratung zur Legalisierung konzentriert hat, sagt, dass zwar unzählige Länder den therapeutischen Einsatz regulieren, die verschiedenen Regulierungsmodelle jedoch immer noch Mängel aufweisen. Diese Mängel werden bei ihrer Umsetzung deutlicher, da es nicht genügend zertifizierte Bezugsquellen gibt, die viele Patienten dazu veranlassen, auf den Schwarzmarkt zurückzugreifen.

Peyraube ist Direktor für öffentliche Ordnung und Gesundheit von Plena Global, einem 2017 gegründeten Unternehmen mit dem Ziel, die Qualität und Versorgung von Cannabinoiden für medizinische Zwecke weltweit zu verbessern. Sie ging nach Deutschland, um an der halbjährlichen Konferenz der Internationalen Vereinigung für medizinisches Cannabis (IACM) teilzunehmen, einer der beiden wichtigsten wissenschaftlichen Organisationen, bei der sie Mitglied des Exekutivkomitees ist. Während ihres Aufenthalts in Berlin nahm die Expertin an Aktivitäten der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Nähe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands teil.

Wie ist die aktuelle regulatorische Landschaft?

Raquel Peyraube: Die Welt bewegt sich in Richtung der gesetzlichen Regulierung von Cannabis, aber Ärzte hatten aufgrund des Verbots, das die Pflanze belastet, keine Gelegenheit, sich schulen zu lassen. Ein schwerwiegender akademischer Fehler wurde gemacht, indem das, was über unser eigenes physiologisches System, das Endocannabinoidsystem, entdeckt wurde, nicht in die Lehrpläne der Universitäten auf der ganzen Welt aufgenommen wurde.

Die Cannabinoid-Medikamente wirken im menschlichen Körper, weil wir auch Cannabinoide produzieren. Das seit 30 Jahren entdeckte Endocannabinoid-System reguliert das gesamte Gleichgewicht des menschlichen Körpers in Bezug auf Gesundheit und Krankheit. Patienten fordern Behandlungen an, die Linderung und weniger Nebenwirkungen versprechen als herkömmliche Behandlungen, was Ärzte nicht anwenden können. Aber gerade jetzt herrscht große Gier. Dies war die Konferenz, an der ich die meisten teilnehmenden Ärzte gesehen habe.
Was waren die schwerwiegendsten Folgen der Verbotspolitik von Cannabis?

In allen Bereichen gab es negative Folgen. Ihre Auswirkung auf die Kriminalität bestand darin, sie zu begünstigen und zu stärken. Der schlimmste Effekt war jedoch für Menschen, die keine Linderung für ihre Krankheiten haben. Es gibt mindestens 10 Achsen der menschlichen Gesundheit und Krankheit, in denen Cannabinoide einen Nutzen bringen können. Folglich bleiben die Kosten für die öffentliche Gesundheit sehr hoch. Wir haben nicht nur eine geringe Wirksamkeit gegen zahlreiche Krankheiten mit herkömmlichen Behandlungen, sondern ihre Auswirkungen sind unendlich schwerwiegender als die von Cannabinoiden.

Wie ist es möglich, dass dies so lange gedauert hat?

Das Verbot hat ungefähr 30 Menschenrechte verletzt und musste dazu das Recht auf Zugang zu Informationen verletzen. Es gab Lügen, es wurde eine katastrophale und pseudowissenschaftliche Verzerrung der Informationen vorgenommen, und die Existenz eines physiologischen Systems wurde geleugnet. Es ist nicht im Lehrplan der Universität enthalten. Wenn wir die Existenz des Endocannabinoidsystems erkennen und feststellen, dass einige Krankheiten, basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit einem absoluten oder relativen Versagen des Endocannabinoidsystems zu tun haben, sollten Cannabinoide verschrieben werden, dies wird jedoch nicht getan, weil sie verboten sind .

Haben wir deshalb bis jetzt nichts über seine Vorteile gewusst?

Sie hatten keine Anerkennung von Akademien oder Regierungen, aber in Wirklichkeit gab es Behandlungen auf Cannabisbasis lange vor jeder medikamentösen Behandlung. Sie waren seit undenklichen Zeiten im Arzneibuch, aber mit dem Verbot wurden sie aus Drogerien und Apotheken entfernt Und jetzt stellt sich heraus, dass es etwas Neues ist, aber sie waren immer da, bis in die 1930er Jahre. Der Effekt hat Potenzial, ich möchte keine falschen Erwartungen erzeugen, aber sie haben einen potenziellen Effekt unter vielen klinischen Bedingungen.

Welche Art von Krankheiten waren am stärksten von dem Verbot betroffen?

Bei chronischen Schmerzen bei Erwachsenen, bei Epilepsie. 33% der Epilepsien sind therapieresistent, und Cannabinoide wirken auf bis zu 80%, reduzieren die Anzahl der Anfälle und lassen sie in 10% frei von Anfällen. Wenn wir über das Verdauungssystem und die Ernährung sprechen, haben sie einen sehr wichtigen potenziellen Einfluss auf Stoffwechselstörungen wie Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel im Blut) sowie auf entzündliche Darmerkrankungen und Reizdarm. Wenn wir über die Haut sprechen, etwas Dermatitis, Akne, Psoriasis.

Ein weiteres wichtiges Kapitel sind rheumatische Erkrankungen, nicht nur wegen Schmerzen. Einige Cannabinoide sind Immunmodulatoren, sie modulieren die Aktivität des Immunsystems und bewirken eine Abschwächung der Reaktion auf den Körper selbst, wie bei rheumatoider Arthritis, an der jüngere Menschen leiden. Es ist keine Krankheit, die nur die Gelenke betrifft. Es gibt Möglichkeiten, bei denen eine Herz- und Nierenbeteiligung vorliegt, wie dies auch bei Lupus und Autoimmunthyreoiditis der Fall ist.

Und bei Krebs?

Das ist ein weiteres wichtiges Kapitel. Cannabinoide können drei Verwendungszwecke haben. Eine wird zusammen mit der Chemotherapie zur Verringerung von Übelkeit und Erbrechen angewendet und wurde von der FDA (verantwortlich für die Regulierung von Medikamenten in den USA) anerkannt.

Die andere wird für Endstadien verwendet, dh für die Palliativversorgung, wodurch sich der Patient weniger unwohl fühlt und sich von Schmerzen und Leiden löst. Es unterscheidet sich nicht von dem, was Ärzte tun, indem sie dem Patienten im Endstadium Morphium verabreichen, damit er sich nicht im Leiden quält. Cannabinoide versprechen dies auch.

Der dritte Effekt, der vielversprechendste und interessanteste, ist, dass Cannabinoide zwar nicht so wirksam sind wie eine Chemotherapie, aber Antitumorwirkungen haben. Im Gegensatz zur Chemotherapie töten sie Krebszellen ab und erhalten gesunde Zellen. Es reduziert auch die Ernährung des Tumors, indem es die Bildung von Gefäßen und damit den Blutfluss verringert und auch das Risiko einer Metastasierung verringert, da sich die Zellen nicht so leicht ablösen können.

Ein weiterer Antitumor-Mechanismus besteht darin, Zellen zum Selbstmord zu bewegen. Da Tumorzellen keine Lebensgrenze haben, reichern sie sich an. Cannabinoide gelangen in Ihr Stoffwechselsystem und hemmen das AKT-Enzym, wodurch Zellen sterben. Bisher können wir jedoch nicht sagen, dass diese Behandlungen wirksamer sind als herkömmliche Chemotherapien, aber sie sind adjuvant.

Können sie mit herkömmlichen Behandlungen kombiniert werden?

Führende Forscher haben gezeigt, dass die Wirksamkeit der konventionellen Behandlung erhöht wird, wenn Cannabinoide zu Beginn der Chemotherapie und Strahlentherapie hinzugefügt werden, was sehr groß ist. Darüber hinaus gibt es viele Behandlungen, insbesondere Chemotherapie, die Nervenschäden verursachen. Zum Beispiel die periphere Neuropathie durch Chemotherapie. Wir sehen es sehr häufig bei Frauen mit Brustkrebs. Wenn es sich um ein Produkt von bewährter Qualität handelt, das nicht verfälscht oder kontaminiert ist, sind sie wirksame Analgetika und entzündungshemmende Mittel und können zur Behandlung chronischer Krankheiten eingesetzt werden . Sie funktionieren, wir haben oft sehr lohnende Ergebnisse.

In Deutschland, wie in vielen Ländern, wird die Legalisierung diskutiert. Wie ist der Fortschritt?

Deutschland hat ein ernstes Problem mit Drogenmissbrauch, und es ist wichtig, die Märkte zu trennen, um zu verhindern, dass junge Menschen auf den Schwarzmarkt gehen, da sich die Märkte überschneiden. Sie werden Marihuana kaufen und andere Dinge angeboten. Deutschland hat die medizinische Verwendung legalisiert, aber wie in den meisten Ländern gibt es Schwierigkeiten bei der Zugänglichkeit. Es ist das einzige Land der Welt, das die Subventionierung von Cannabis und Cannabinoid-basierten Medikamenten durch das öffentliche und private Gesundheitssystem erzwungen hat.

Am Beispiel von Uruguay und den Vereinigten Staaten gibt es einen sehr wichtigen Dominoeffekt. Es gibt bereits 33 Staaten in der EU, die die medizinische Verwendung reguliert haben. In Lateinamerika haben sie dies zusätzlich zu Uruguay, Chile, Peru, Kolumbien getan, und jetzt diskutiert der mexikanische Kongress ein Modell der vollständigen Regulierung, das Ähnlichkeiten mit dem von Uruguay aufweist. Kanada hat auch eine vollständige Regulierung vorgenommen. Die Niederlande haben das Gesetz für medizinische Zwecke geändert. Das Coffee Shops-System ist ein Schalter, der den Benutzer vom Schwarzmarkt trennt, aber wer den Coffee-Shop anbietet, ist ein illegaler Produzent. Italien bewegt sich deutlich in Richtung Legalisierung.

Wird die Cannabisregulierung der von Alkohol und Tabak ähneln?

Es gibt eine Reihe von Nuancen und Möglichkeiten zur Regulierung von Cannabis, die von Modellen auf der Grundlage von Sicherheit, öffentlicher Gesundheit und Menschenrechten wie dem in Uruguay bis zu Modellen auf der Grundlage von Unternehmen wie in den USA reichen. In diesem Fall wird es von der Branche dominiert.

Was die Tabak- und Alkoholindustrie getan hat, war für die Entwicklung dieser Ergänzungen von enormer Verantwortung. Alkoholismus und Rauchen sind die beiden wichtigsten Abhängigkeiten. Und das liegt daran, dass es sich um zugelassene Medikamente handelt, die nicht von der öffentlichen Gesundheit reguliert werden. Experten warnen davor, dasselbe mit Cannabis zu tun.

Es gibt Untersuchungen der United Kingdom University von David Nutt und anderen Wissenschaftlern, die Regulierungsmodelle anhand von 27 Indikatoren verglichen. Das beste Regulierungsmodell gemäß dieser Studie ist das von Uruguay, und das schlechteste ist das von Colorado in den Vereinigten Staaten. Jedes Regulierungsmodell hat seine Vor- und Nachteile. Das kolumbianische Modell versucht, die Bauernschaft in die legale Produktion einzubeziehen, um sie aus dem Schwarzmarkt herauszuholen. Aber es gibt andere, die gefährdet sind.

In den Vereinigten Staaten macht die Industrie, was sie will, es gibt Werbeaktionen und Happy Hours von Cannabis, es gibt keine Begrenzung für die Konzentrationen der giftigsten und süchtig machenden Komponenten. Es ist möglich, alle Werbung zu machen, es gibt keine Regelung.

Wir beschränken die Werbung für Alkohol und Tabak und erlauben Cannabis, sich zu entschuldigen. Das ist nicht gut. Fördern Sie den Konsum nicht wahllos, da Jugendliche eingeladen werden. Wir sagen Ihnen, dass Ihr Konsum Spaß macht und festlich ist. In Uruguay wird es nicht als Freizeitnutzung bezeichnet, wir sprechen über die Nutzung durch Erwachsene, und es gibt eine Botschaft, es ist eine Substanz für Erwachsene.

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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Cookie » Mo 18. Mai 2020, 18:36

Uruguays Teenies kiffen weniger – trotz Legalisierung

Seit 2013 ist in Uruguay der Konsum von Cannabis erlaubt. Eine Studie belegt nun, dass diese Legalisierung sich nicht auf die Cannabis-Nutzung von Teenies ausgewirkt hat. Ist diese Studie ein Argument gegen Deutschlands Cannabis-Kritiker*innen?

Seit sieben Jahren ist Cannabiskonsum von Erwachsenen auf nationaler Ebene in Uruguay erlaubt. Genügend Zeit, um wissenschaftliche Bilanz zu ziehen und die langfristigen Auswirkungen der Legalisierung von Cannabis zu beurteilen.

Cannabis-Konsum bei Jugendlichen wird untersucht

Eine Forschungsgruppe hat sich mit dem Thema mal auseinandergesetzt. Ihre Studie erscheint vollständig in der Juni-Ausgabe des "International Journal of Drug Policy" und hat für Legalisierungsbefürworter*innen eher gute Nachrichten. Laut der Studien-Ergebnisse wirkt sich die Legalisierung von Cannabis nicht darauf aus, wie viel Jugendliche kiffen.


https://noizz.de/rausch/uruguays-teenie ... ng/nvltfbk
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » Di 2. Jun 2020, 14:50

In Uruguay startet das erste Blockchain-Netzwerk weltweit

Um diesen Transparenz-Anforderungen gerecht zu werden und eine vollständige Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen, hat ein Unternehmen in Uruguay die Entscheidung zum Start der ersten Blockchain-basierten App gefällt, durch die Nutzer wissen, woher ihr medizinisches Cannabis stammt.
...
Ausnahmslos alle Phasen des Anbauprozesses soll die Anwendung dokumentieren – also vom anfänglichen Keimen bis zur Verpackung von Cannabis und dem Versand. Technologisch setzen die Entwickler auf einen Mix aus dem Internet of Things (IoT) und der Blockchain. Dadurch sollen Information nicht jederzeit nachvollziehbar, sondern vor allem auch unveränderlich sein.


Quelle: https://coin-hero.de/news/allgemein/in- ... moeglicht/
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Cookie » Do 9. Jul 2020, 07:28

Cannabis, Gesundheit und Drogenhandel

Anfang der 70er Jahre erklärte der damalige US-Präsident Richard Nixon Drogen zum öffentlichen Feind Nr. 1. Lateinamerika stand fortan im Fokus von Repression und Gewalt. Doch der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert. 2013 hat die linke Regierung der „Frente Amplio“ in Uruguay einen anderen Weg eingeschlagen: Ihr ist es zu verdanken, dass Uruguay als erster Staat auf der Welt Cannabis legalisierte.

Seitdem lockt alljährlich im Dezember die „Expo Cannabis“ in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, Tausende von Besucher*Innen an. Die meisten sind unter 30. Viele kommen auch aus den Nachbarländern, wo der Stoff nach wie vor strikt verboten ist. Einige Messebesucher*innen tragen eingetopfte grüne Pflanzen mit lanzettförmigen Blättern vor sich her – wie Trophäen. Sie kommen aus dem Workshop „Einführung in den Cannabis-Anbau“. Dort hat der Kursleiter gezeigt, wie man mit einer Spezialschere vorsichtig die Blüten aus der Pflanze herausschneidet.


https://www.npla.de/thema/arbeit-gesund ... genhandel/
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Cookie » Mi 15. Jul 2020, 11:16

Marihuana mit staatlichem Gütesiegel

Vor sechseinhalb Jahren hat Uruguay als erstes Land der Welt Cannabis für «Genusszwecke» vollständig legalisiert. Der damalige Präsident José Mujica sprach von einem Experiment. Was ist daraus geworden?

Speziell gekennzeichnet ist die Farmacia Antártida im Zentrum von Montevideo nicht. Erst beim Gang zur Kasse wird bemerkbar, dass in der Apotheke noch anderes als nur Medikamente und Hygieneprodukte verkauft wird. Hanfpfeifen und Hanfmühlen gibt es in der Vitrine, in einem kleinen Gestell auf dem Tresen stehen Drehpapiere für Joints in diversen Grössen. Er kaufe rund 30 Gramm Marihuana im Monat ein, sagt Felipe Peña*. Und betont: «meist in der Farmacia Antártida». Die Qualität des Grases sei gut, die Auswahl breit. Er lächelt. Sein Kiffer-Glück hat der 29-Jährige Vater Staat zu verdanken: Denn in Uruguay, dem kleinen, nördlich von Argentinien an der Atlantikküste liegenden Land mit 3,4 Millionen Einwohnern, produziert und vertreibt dieser Cannabis mit Gütesiegel.


https://www.nzz.ch/international/urugua ... ld.1559338
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Hans Dampf
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Hans Dampf » Mi 15. Jul 2020, 11:32

Cookie hat geschrieben:
Mi 15. Jul 2020, 11:16
Marihuana mit staatlichem Gütesiegel
...


https://www.nzz.ch/international/urugua ... ld.1559338
Top Artikel!
Schade dass keine Diskussion dabei ist, die Schweizer sind da meist sehr konstruktiv und können diskutieren.
"Das Schöne an der Mitgliedschaft im DHV ist dass man nichts tun muss außer zahlen und die Legalisierung trotzdem voranbringt. Aktiv mit-Menschen reden und sie offen für Neues zu machen erzeugt aber die größte Wirksamkeit für eine L. hier in D."

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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Wurlitzer1920 » Mi 22. Jul 2020, 15:36

Drogenexpertin über Cannabis in Uruguay: „Das beste Gesetz weltweit“

Seit 2013 hat Uruguay den Markt für Cannabis staatlich reguliert – für die Ärztin Raquel Peyraube ein großer Erfolg. Sie sieht aber auch Fehler.

taz: Frau Peyraube, im Jahr 2013 hat Uruguay den Markt für Marihuana staatlich reguliert. Wie ist die Bilanz?

Raquel Peyraube: Im weltweiten Vergleich funktioniert das uruguayische Modell am besten. Es handelt sich nicht einfach um eine Liberalisierung, bei der alles dem Markt überlassen wird, sondern der Staat übernimmt Verantwortung für die Sicherheit, die Menschenrechte und die öffentliche Gesundheit. Das staatlich regulierte Gras ist nicht mit weiteren Substanzen versetzt oder Pestiziden belastet, sondern wird biologisch angebaut und der THC-Gehalt ist gesetzlich reguliert. Das Gesetz ist sehr gut, bei der Umsetzung hakt es aber noch.....

https://taz.de/Drogenexpertin-ueber-Can ... /!5695741/

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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Martin Mainz » Mi 22. Jul 2020, 17:26

Schöner Artikel.
Vor ein paar Jahren hat die Rechte immer gesagt, dass sie das Gesetz sofort wieder abschaffen wird, wenn sie die Wahl gewinnt. Heute ist davon keine Rede mehr. Das Thema kam in der Wahlkampagne im vergangenen Jahr nicht einmal vor. Die Zugangswege, die sich geöffnet haben, kann und wird die Rechte nicht wieder verschließen. Das wäre auch schwer zu vermitteln, nachdem all die apokalyptischen Vorhersagen nicht eingetroffen sind und eine klare Mehrheit der Bevölkerung heute hinter der Regulierung steht. Dafür ist die Erfahrung, die wir in Uruguay gemacht haben, zu positiv.
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Re: Sammlung Uruguay

Beitrag von Cookie » Mo 3. Aug 2020, 09:33

Das Gras zum Sonntag: Cannabis Legalisierung in Uruguay

Seit mehr als sechs Jahren schon ist Cannabis legal in Uruguay und zum Sonntag wollen wir heute mal einen Blick auf die Freigabe in dem südamerikanischen Land werden. Immerhin waren die Urus die ersten, noch vor Kanada, die Hanf für erwachsene Bürger erlaubten. Zeit also für eine kleine Zwischenbilanz. Die deutsche Bundesdrogenbeauftragte Ludwig aus Bayern spricht ja gerne über andere Staaten mit einer Cannabis Legalisierung wie eben Uruguay, schaut sich deren Erfolge und Ergebnisse aber gar nicht an. Verächtlich schwätzt diese inkompetente Politikerin von „Freiluftexperimenten“, während in ihrem Namen hier bei uns auf dem Oktoberfest und anderen Starkbierpartys noch ganz andere Experimente veranstaltet werden, Suff und Schlägerei und Vergewaltigung inklusive. Wie also hat es sich entwickelt mit Haschisch und Marihuana rund um Montevideo und sind die etwas mehr als drei Millionen Einwohner zufrieden mit der Drogenpolitik?


https://www.thc.guide/das-gras-zum-sonn ... guay-2643/
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