Brief an den Bundespräsidenten

Medien und Politiker anschreiben
CosmicWizard
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von CosmicWizard » Mi 28. Mär 2012, 13:32

Ich finde den Brief von klartext auch etwas besser und absendenswert, aber rechtschreibtechnisch usw. muss man nochmal drüberschauen.
Übrigens könnte man den Brief durchaus von uns allen und natürlich anderen interessierten Menschen (Schildower Kreis usw.) persönlich versenden lassen. Was haltet ihr davon?

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Grashüpfer
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Grashüpfer » Mi 28. Mär 2012, 13:50

Sind beide gut. Apropos Schildower Kreis ;) Ich hoffe, da kommt auch noch was mediales in nächster Zeit, bzw., dass sie noch zu dem Thema beim Zukunfstdialog ein Statement abgeben oder anderweitig in kommende Diskussionen eingreifen.
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His Master's Voice
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Mi 28. Mär 2012, 14:16

Weiss wer, wie man so eine Unterschriftensammlung organisiert? Die könnten wir dann schon mal starten und am Ende des Zukunftsdialogs zusammen mit dem Brief an Gauck übermitteln.
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bushdoctor
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Mi 28. Mär 2012, 14:36

His Master's Voice hat geschrieben:Weiss wer, wie man so eine Unterschriftensammlung organisiert? Die könnten wir dann schon mal starten und am Ende des Zukunftsdialogs zusammen mit dem Brief an Gauck übermitteln.
Vorschlag: Steffen Geyer fragen, ob er im Rahmen seiner Cannabiskultour bereit wäre die Unterschriften zu sammeln...
Mit ein paar tausend Unterschriften unter diesem Brief könnte man schon eine "mediengestüzte" persönliche Übergabe dieses Briefes an den BuPrä organisieren. Zumindest wäre es wieder "publicity" für unsere Sache!

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von CosmicWizard » Mi 28. Mär 2012, 14:43

bushdoctor hat geschrieben:
His Master's Voice hat geschrieben:Weiss wer, wie man so eine Unterschriftensammlung organisiert? Die könnten wir dann schon mal starten und am Ende des Zukunftsdialogs zusammen mit dem Brief an Gauck übermitteln.
Vorschlag: Steffen Geyer fragen, ob er im Rahmen seiner Cannabiskultour bereit wäre die Unterschriften zu sammeln...
Mit ein paar tausend Unterschriften unter diesem Brief könnte man schon eine "mediengestüzte" persönliche Übergabe dieses Briefes an den BuPrä organisieren. Zumindest wäre es wieder "publicity" für unsere Sache!
Gute Idee, vor allem die ''offizielle'' Übergabe.

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von chris_HD » Do 29. Mär 2012, 17:47

Liebe Foren-Teilnehmer,

ich würde Herrn Gauck mit "Herr Bundespräsident Gauck" anreden und ausserdem den Brief drucken (nicht handschriftlich).
Der Text ist so schon ganz brauchbar.

Wollte noch 4 Aspekte anbringen:

1. Den Text des Briefes auf einen zentralen WIKI stellen (a la Wikipedia) - habe aber hierzu keinen konkreten Ausführungs-Plan.
So könnten wir alle an einem Text arbeiten.

2. Bitte bedenkt, dass wir in einen schriftlichen Dialog mit dem Bundespräsidenten treten könnten. Er wird vielleicht antworten, und dann muss man nachhaken! ("These, Anti-These, Synthese")

3. Wenn möglich, wie bereits teilweise angedeutet, Belege, Beispiele, oder Quellen (z.B. Studien) für die Thesen anführen.
Das Rauschzeichen-Buch als Anlage ist gut, man sollte dann aber im Brief darauf eingehen.

4. Warum nicht 1000 Briefe für 55 cent/Brief per normaler Post verschicken anstelle eines Briefes mit 1000 Unterschriften. Letzteres dauert viel zu lange,
weil wir als Interessengruppe nicht gut genug organisiert sind (der DHV hat hier einiges geleistet, scheint momentan an Überarbeitung zu leiden).
Also besser schnell und nicht so perfekt, als noch einige Wochen/Monate warten!

Viele Gruesse,
Christoph.

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bushdoctor
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Fr 30. Mär 2012, 11:52

chris_HD hat geschrieben: 4. Warum nicht 1000 Briefe für 55 cent/Brief per normaler Post verschicken anstelle eines Briefes mit 1000 Unterschriften. Letzteres dauert viel zu lange, weil wir als Interessengruppe nicht gut genug organisiert sind (der DHV hat hier einiges geleistet, scheint momentan an Überarbeitung zu leiden).
Also besser schnell und nicht so perfekt, als noch einige Wochen/Monate warten!
Keine Panik! Es besteht kein grund zu überhasteter Eile.
Die Aktion mit dem Brief an den Bundespräsidenten ist super!

Stellt sich nur noch die Frage nach dem "Rahmen" in dem dieser Brief "zugestellt" wird.
Wenn 1000 oder 10000 Bürger ein und den selben Brief ans Bundespräsidentialamt schicken, dann wird das KEINE Wirkung haben, weil niemand groß davon was mitbekommen wird... Für die Massenmedien ist das nicht interessant genug.

Unser Ziel sollte die maximal mögliche mediale Aufmerksamkeit sein, um in alle Tageszeitungen und ins Fernsehen zu kommen.
Dafür gibt es m.E. nur die eine Möglichkeit, den Brief persönlich - im Rahmen einer Presseveranstaltung - an den Herrn Bundespräsidenten zu überreichen.
Wichtig ist aber auch, dass genügend Bürger diesen Brief unterschrieben haben. 10000 Unterschriften wären m.E. schon nötig!

Aber ist ja kein Problem, der Brief ist ja fast fertig!

1) Bitte den Inhalt jetzt festklopfen und über den DHV zum Download zur Verfügung stellen.
2) Steffen Geyer bitten, Unterschriften im Rahmen der Cannabiskultour zu sammeln.
3) gleichzeitig alle Mann raus auf die Straße und: Unterschriften sammeln! (Ich bin dabei!)
4) Schildower Kreis ansprechen, ob sie bei der Übergabe an Herrn Gauck dabei sind... denen tut "mediale Aufmerksamkeit" auch mal gut.
5) Marcel Knust (als Beispiel für die Repression) müßte auch noch persönlich dabei sein, denn sein Fall eignet sich hervorragend als Beispiel für die Zustände in unserem Land
6) Termin mit der Presse und dem BuPrä ausmachen und Brief durch Georg Wurth vom Hanfverband übergeben.

Da muss die Presse einfach zugreifen! Interviews mit Marcel Knust, Georg Wurth, Dyckmans, div. CDU-Kasper, Christian Ströbele, Stefan Raab :mrgreen:,... eine wahre Freude!
Gleichzeitig kommt der "Schildower Kreis" auch mal zum Zug!

Selbst wenn am nächsten Tag in der Bildzeitung steht "Kiffer vergleichen Hanfvebot mit DDR-Unrecht!", dann ist unser Ziel erreicht! Mediale Aufmerksamkeit!
Öffentlichkeit!
Der ein oder andere wird zum Nachdenken gebracht...

Auf geht´s Leute, packen wir´s an!

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Fr 30. Mär 2012, 12:37

@Bushdoctor
Ich kann Dir nur vollstens zustimmen. Deinen skizzierter Plan halte ich für absolut sinnvoll. Wir sollten unser Pulver trocken halten und das alles in einer Punktlandung bündeln, statt dass jetzt jeder mal nen Brief da hin schickt wovon keiner was mitkriegt.

@All
Ich hatte weiter oben schon mal gefragt, weil ich hab damit keine Erfahrung: Wie soll das mit den Unterschriften laufen? Machen wir einen Vordruck den dann jeder mit Unterschriften füllt? Oder sollen wir da eine Webseite für einrichten? Was habt Ihr für Ideen? Da ausschließlich auf die Cannabiskultour zu setzen halte ich für wenig effektiv, außerdem dauert das Ganze dann noch sehr lange.

Ach und dann noch zu dem Brief. Wir sollten uns

1. Einigen, welchen Brief wir jetzt tatsächlich nehmen, grooovemans oder den von klartext?

2. und Zweitens die Frage, was soll noch rein in den Brief? Eher ein allgemeiner Appell an den BP uns zu helfen? Oder doch noch mehr mit Fakten unterfüttern?


Um meinerseits die Fragen zu beantworten:

Ich plädiere für die Verwendung von klartexts Brief, da er im Grunde das von groooveman Gesagte enthält und noch etwas darüber hinaus geht. Das Einzige was in klartexts Brief nicht auftaucht, sind die in grooovemans und den Anmerkungen der anderen Poster genannten Fakten, also die Zahl der Verfahren, medizinische Aspekte, usw...

Deshalb bin ich dafür, dass klartext seinen Brief noch mit einigen kurzen faktischen Argumenten unterfüttert (siehe die vorgeschlagenen Aspekte hier im Thread). Wobei der Kern dann zwar etwas in den Hintergrund zu rutschen droht. Denn es geht vor allem um die rechtsstaatliche Dimension und um die Unverhältnismäßigkeit, das war ja auch der Ursprungsgedanke bei dem Brief. Aber sollten wir wirklich mediale Aufmerksamkeit erregen können, dann wäre es schon gut, wenn auch ein paar der anderen sehr guten Argumente für eine Legalisierung mit an die Öffentlichkeit getragen würden.

@klartext
Was ist Deine Meinung? Hättest Du ein Problem damit, den Brief noch ein klein bisschen zu erweitern?
Zuletzt geändert von His Master's Voice am Fr 30. Mär 2012, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Florian Rister » Fr 30. Mär 2012, 12:59

Verdammt, ich habe eben was hierzu geschrieben und es verschwand im Nirvana weil mein Internet kurz weg war :evil:

Naja nochmal in Kurzform:


-Mitzeichner bei offenen Briefen macht man normalerweise ohne Unterschrift, aber mit Klarname und Beruf

-1000 Mitzeichner sind sehr schwer zu kriegen, ich wäre mit 100 eigentlich schon zufrieden wobei mehr natürlich geiler wären

-Es gibt keinerlei Zeitdruck: Gauck bleibt garantiert noch ein paar Jährchen, da bin ich mir extrem sicher.

-Im Brief von Klartext steckt sehr viel Pathos, und er fokussiert sich sehr stark auf rechtliche Aspekte, die aber nicht genau ausgeführt werden. Das ist ok, aber ich hätte schon gerne ein paar konkrete Argumente im Brief, auf die jemand auch reagieren kann/muss.
Sonst kommt nur ein genauso pathetischer Brief zurück, wie gefährlich Cannabis für unsere Jugend ist.

-Steffen Geyer würde ich raushalten, der hat auf und mit seiner Kultour genug zu tun.

-Eine "Übergabe" an Herr Gauck, wird schon an seiner Bereitschaft zu einer Teilnahme scheitern.
Ein Versenden per Post, mit gleichzeitiger Veröffentlichung im Netz und Email an ausgewählte Presseredaktionen wäre aber machbar und könnte durchaus effektiv sein.
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Fr 30. Mär 2012, 17:04

groooveman85 hat geschrieben: -Mitzeichner bei offenen Briefen macht man normalerweise ohne Unterschrift, aber mit Klarname und Beruf
Ich würde Vorname, Familienname und Bundesland vorschlagen Wir sind schließlich Bürger dieser BRD und sollten klar machen, dass an dieser Sache die ganze "Republik" beteiligt ist. Beruf kann meinetwegen freiwillig dazu.
groooveman85 hat geschrieben: -1000 Mitzeichner sind sehr schwer zu kriegen, ich wäre mit 100 eigentlich schon zufrieden wobei mehr natürlich geiler wären
Ohne überheblich wirken zu wollen, aber 100 krieg ich alleine schon hin, wenn ich bis zur Hanfparade Zeit habe! :mrgreen:
groooveman85 hat geschrieben: -Es gibt keinerlei Zeitdruck: Gauck bleibt garantiert noch ein paar Jährchen, da bin ich mir extrem sicher.
Absolut korrekt! Wir sollten die Zeit bis zum Herbst 2012 nutzen! Es besteht wirklich kein Zeitdruck.
groooveman85 hat geschrieben: -Steffen Geyer würde ich raushalten, der hat auf und mit seiner Kultour genug zu tun.
Wir brauchen den Steffen ja eigentlich nicht direkt einzubinden. Es wird sich doch für jede Veranstaltung der Cannabiskultour jemand von uns hier aus dem Forum finden lassen, der die Unterschriften Umfeld der Tour einholt.
Eins sage ich aber ganz klar: Wenn wir es nicht schaffen, die Cannabiskulour-Veranstaltung vom Steffen Geyer zu nutzen, dann geben wir viel Potenzial ungenutzt verloren! Diese Tour ist ein Geschenk des Himmels für diesen offenen Brief an den Bundespräsidenten.
groooveman85 hat geschrieben: -Eine "Übergabe" an Herr Gauck, wird schon an seiner Bereitschaft zu einer Teilnahme scheitern.
Warum so pessimistisch? Erstmal Unterschriften sammeln! Um die Presse kümmere ich mich dann, wenn die Sache soweit ist. Wenn nötig bringe, ich das Ding persönlich zu Herrn Gauck!
groooveman85 hat geschrieben: Ein Versenden per Post, mit gleichzeitiger Veröffentlichung im Netz und Email an ausgewählte Presseredaktionen wäre aber machbar und könnte durchaus effektiv sein.
Kann sein, kann aber auch nicht sein!

Ich bin seit über 10 Jahren mit einer Redakteurin einer großen süddeutschen Tageszeitung verheiratet. Glaub, mir, da bekommt man so manchen Einblick in die "redaktionellen Abläufe".
Wir brauchen einen "Aufhänger" und müssen "Futter" liefern, dann springen die wie die Karnickel umher!

Deshalb sehe ich es als Vorraussetzungen für einen großen Erfolg an, dass
1) Marcel Knust bereit ist, da mitzumachen. Er ist der "Aufhänger". Seine Geschichte spricht Emotionen an und man könnte "skandalöse Zustände" anprangern
2) der Brief auf jeden Fall einen Vergleich "Hanfverbot mit DDR-Unrecht" impliziert. Das ist das "Futter", das macht die Sache griffig und wirkt "polarisierend". Das ist sogar geeignet dass die Springerpresse und der Spiegel hier mit "aufhupfen" werden! Fernsehen garantiert! :mrgreen:
3) Versuch einer persönlichen Übergabe im Rahmen "Hanfverband,Schildower Kreis und Marcel Prust". Ob der Bundespräsident da persönlich auch erscheint, ist dann nebensächlich! Wenn das gut organisiert und "medial" vorbereitet ist, dann MUSS der da aufscheinen! :twisted:

Jungs und Mädels, ich sag´s hier nochmal: Das ist eine EINMALIGE CHANCE! Wenn wir uns das entgehen lassen, dann wird das so schnell nix mehr...

Zum Text des Briefes: Darum kann ich mich nicht kümmern, aber die Ansätze hier passen m.E. schon! Klopft das Ding fest und achtet auf "Futter"! Denkt auch daran, dass der Inhalt "zitierfähig" ist und wörtlich in der Zeitung stehen kann. Macht bitte einfach und diskutiert nicht lange! Bis zum 30.April sollte das Ding spätestens stehen.

Wenn jeder mitmacht, dann wird das schon was

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bushdoctor
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Fr 30. Mär 2012, 20:59

Eigentlich wollte ich es nicht machen... sei´s drum!
Ich habe den Brief von klartext hergenommen und nach meinen Vorstellungen ungestalltet. Der "Pathos" ist aber, denke ich, erhalten geblieben: :mrgreen:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mit Ihrer Antrittsrede haben Sie viel Hoffnung unter den Bürgern verbreitet. Mit Ihrer Frage gleich im ersten Satz haben Sie eine Perspektive angerissen, die zwingend weitere Fragen, auch im hier und jetzt in den Mittelpunkt rückt.

Ja, wie soll es denn nun aussehen dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel einmal sagen sollen: „Unser Land“? Ist es ein freies Land? Ja mehr noch, ist es ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat? In dem die Freiheit des Einzelnen nicht nur in der Verfassung steht, sondern volle Gültigkeit für jeden Bürger hat.

Sollen Menschen, deren Handeln unmöglich in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu einer Straftat erklärt werden kann, weiterhin mit dem Strafrecht von diesem Staat bedroht, verfolgt und diskriminiert werden? Jeder Tag, jede Begegnung mit der „Staatsmacht“ bringt für Cannabiskonsumenten eine Fülle von Ängsten und Sorgen hervor.

Viele fragen sich mittlerweile, was ist das eigentlich für ein Staat, der sich anmaßt bis in die kleinsten Belange des Privaten einzudringen? Was ist das für eine Freiheit in diesem Staat, in dem man Menschen, die ein Genussmittel wie Cannabis, das weniger gesundheitsgefährdend ist als die legal und frei verfügbaren Genussmittel Tabak und Alkohol, zu Kriminellen abstempelt, ja auf die gleiche Stufe stellt wie Gewaltverbrecher, Diebe und Betrüger?

Sie sagen, dass Ihr Lebensthema "die Freiheit ist" und das macht vielen Betroffenen Hoffnung. Als Bürgerrechtler in einem Unrechtsstaat, wie es die DDR war, dürfte Ihnen bekannt sein, was es heißt, wenn ein Staat das Strafrecht dazu missbraucht, um seine Bürger in ihren legitimen Freiheitsrechten zu beschneiden. „Hören des Westsenders“ oder „Republikflucht“ sind hier nur Beispielhaft zu nennen.
Ein paar Dekaden früher gab es schon mal einen Unrechtsstaat auf deutschem Boden, der ganz andere Straftatbestände, wie das Gesetz der „Rassenschande“, das interessanterweise auch mit dem schwammigen Argument ‚Schutz der Volksgesundheit’ (hier durch Rassereinheit) begründet wurde, einführte.
Auch die Bundesrepublik Deutschland blickt mit der Kriminalisierung der „männlichen Homosexualität“ im §175 StGB, der noch aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt und erst 1969 reformiert wurde, auf keine rumreiche Geschichte zurück, was die strafrechtliche Verfolgung „andersartiger“ angeht. Das Bundesverfassungsgericht stufte noch im Jahre 1957 den § 175 StGB in der Fassung von 1935 als „ordnungsgemäß zustandegekommen“ ein. Er sei nicht „in dem Maße nationalsozialistisch geprägtes Recht“, dass ihm „in einem freiheitlich demokratischen Staate die Geltung versagt werden müsse“. Die Verfassungsrichter urteilten: „Gleichgeschlechtliche Betätigung verstößt eindeutig gegen das Sittengesetz.“. Hieran kann man sehr schön erkennen, wie „schnell“ sich auch die „verfassungsrechtlichen Normen“ ändern können. Die Homosexualität ist übrigens erst seit 1994 völlig straffrei. Aus heutiger Sicht ist das lächerlich, für viele Betroffene und damals Verfolgte war es bittere Realität!

Auch unser Staat, dem Sie nun als Staatsoberhaupt dienen, begeht unserer Meinung nach einen solchen Missbrauch des Strafrechtes. Indem er den Bürger für den Genuss und den medizinischen Gebrauch von Cannabis gegen alle heute zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse mit dem Strafrecht bedroht, ihn einschüchtert und ängstigt, weil er eine freie Entscheidung in seinem Genussverhalten trifft oder auf Cannabis als Heilmittel zugreifen will oder muss. Der Staat greift zum schärfsten Schwert gegenüber seiner Bevölkerung, zum Strafrecht, obwohl weder Leben, Gesundheit, Ansehen noch Eigentum eines dritten Schaden zugefügt werden.

Und es handelt sich auch nicht um einen unerheblichen Teil der Bevölkerung, geschätzte vier Millionen Menschen. Wie Sie zu Recht sagen, „Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen - und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können, bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.“ Diesen Eindruck haben wir derzeit von unseren Politikern bezüglich der Cannabispolitik. Die „Angst vor dem falschen Signal“ lähmt die Politik so sehr, dass selbst kranke Menschen, die von Cannabis als Medizin profitieren wollen, nicht nur weiter körperlich leiden müssen sondern auch mit Geld- und Gefängnisstrafen davon abgehalten werden, sich Linderung zu verschaffen.

Die strafrechtliche Verfolgung von Cannabiskonsumenten und -patienten dürfte bei sachlicher Bewertung aller Gegebenheiten eine Situation darstellen, die zu den Grundlagen unseres Rechtsstaates in diametralem Widerspruch steht.
Im „Dialog über Deutschland“, den unsere Kanzlerin, Frau Dr. Merkel, im Internet initiiert hat, wurde das auch sehr ausführlich von vielen engagierten Bürgern erörtert. Das Thema brennt den Bürgern unter den Nägeln, weil sie nach über 60 Jahren Prohibition endlich einmal sehen wollen, dass wir, als Gemeinschaft, einen Schritt vorwärts machen in dieser Frage.

Herr Bundespräsident, bringen Sie dieses Unrecht zur Sprache, setzen Sie ein Zeichen für Freiheit und Rechtsstaat! Fordern und fördern Sie die öffentliche Diskussion der Politik zu Cannabis. Verlangen Sie die Einhaltung der rechtsstaatlichen Grundsätze der Verhältnismäßigkeit, die auch und gerade durch das Grundgesetz gefordert werden.
Zeigen Sie, dass das Grundrecht nach Artikel 2 GG auf freie Entfaltung der Persönlichkeit für alle Bürger zu gelten hat und nicht nur leere Formeln sind.

In diesem Sinn hoffe ich auf Ihr Engagement als Bundespräsident zum Wohle Deutschlands und seiner Bürger, auch der „etwas anderen“ Bürger“.

In Erwartung Ihrer Antwort und Ihres konkreten Handelns verbleiben wir

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Sa 31. Mär 2012, 12:47

Ich hatte ja weiter oben die Frage an klartext gerichtet, was er von der Weiterverwurstelung seines Briefes hält und hatte das auch nochmal per PM bei ihm nachgefragt. Hier seine Antwort:
Hallo HMV,

leider komme ich kaum dazu, überall mitzulesen, da ich mich auch noch an anderen politischen Diskussionen beteilige und auch der Dialog über Deutschland mit seiner willkürlichen Zensur sehr zeitintensiv ist.

Der Brief an den BP ist ein offener Brief, ich habe ihn bewusst an der Rede von Gauck orientiert um dem Herrn Gauck die Nähe des Anliegens zu seinen eigenen Worten transparenter zu machen. Allerdings habe ich diesen Brief für jedermann als Ganzes oder in Teilen zur freien Verfügung gestellt, so dass jeder, der es für sinnvoll oder hilfreich erachtet, ihn nach seinen Vorstellungen verändern kann. Aus meiner Sicht ist es nicht erforderlich, noch Detaills aufzuführen, da diese gerade in der Politik hinlänglich bekannt sind und die grundsätzliche Frage zur Entscheidung im Raum steht und der BP auch im Grundsatz dazu Stellung nehmen soll, aber ich habe kein Problem damit, wenn der Brief überarbeitet, erweitert oder gekürzt wird.

Jeder, der etwas unterschreibt sollte sich darin auch finden und damit übereinstimmen. Meinen Brief habe ich als persönliche, allgemeine Formulierung des Anliegens betrachtet, die jeder nach seinen individuellen Betrachtungen frei abändern und nutzen kann.

Viele Grüße
klartext
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von TheBeginning » Sa 21. Apr 2012, 21:14

Wollte mal fragen wie mittlerweile der aktuelle Stand ist bezüglich des Briefs...
Sollen wir das demnächst mal starten?

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von CosmicWizard » So 22. Apr 2012, 12:11

TheBeginning hat geschrieben:Wollte mal fragen wie mittlerweile der aktuelle Stand ist bezüglich des Briefs...
Sollen wir das demnächst mal starten?
Ja, sonst gerät das ganze komplett in Vergessenheit.

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » So 22. Apr 2012, 16:00

CosmicWizard hat geschrieben: Ja, sonst gerät das ganze komplett in Vergessenheit.
Habe die Sache eigentlich schon abgeschrieben, da sich niemand der ihrer anzunehmen scheint!
Meinen Text-Vorschlag habe ich gepostet, bei Unterschriftensammlung wäre ich auch dabei!
Mit dem Hanfmuseum Berlin habe ich auch schon gesprochen. Die wären evtl. bereit, die Unterschriftenliste auszulegen.

Nur: Einer muss die Sache in die Hand nehmen. Ich werde es nicht machen, habe momentan zu viele andere Baustellen!

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von TheBeginning » So 22. Apr 2012, 16:47

Schön wäre nat. wenn das direkt vom DHV ausgehen würde...

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Mo 23. Apr 2012, 01:59

TheBeginning hat geschrieben:Schön wäre nat. wenn das direkt vom DHV ausgehen würde...
Sehe ich auch so. Das ist ein Ding, das geht im Grunde nur über die offizielle Ebene.

bushdoctor hat doch eigentlich alles schon sehr schön vom strategischen Ablauf her skizziert (siehe sein Beitrag vom 30.März 2012, 11:52).

Es bleibt die Frage, was sagt der DHV dazu?

Und dann:
Was sagt Steffen Geyer?
Was sagt der Schildower Kreis?
Was sagt Marcel Knust?

Und: Haben wir eventuell noch wichtige Verbände oder Interessengruppen vergessen, die man mit ins Boot holen könnte?
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von fireship » Do 26. Apr 2012, 17:01

High

wie geht es weiter. Die Idee ist natürlich super. Allerdings sollte solch ein Brief natürlich öffentlich übergeben werden
zusammen mit einer Unterschriftenliste auf der mindestens 1000 Unterschriften sind. Mehr Unterschriften wären
denke ich mal noch sinnvoller. Ich glaube auch das es gut wäre wenn der DHV die Schirmherrschaft übernimmt.
Was aber noch besser wäre wenn sich z.B. der Schildower Kreis, oder ähnliche Organisationen einbringen könnten.
Gut wäre auch ein Promi vieleicht Xavier Naidoo als Cannabiskonsument der sich öffentlich dazu bekennt.
Ich bin jedenfalls auf die Reaktion von unserem Bundespräsidenten sehr gespannt. Er wird Farbe bekennen müssen.

Fireship

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Di 1. Mai 2012, 20:16

Hoch hol.... :roll:
Wir sind Millionen...

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von TheBeginning » Di 1. Mai 2012, 21:53

Im Namen des DHV wäre das eig. die beste Lösung, was hält Georg davon?

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