Brief an den Bundespräsidenten

Medien und Politiker anschreiben
CosmicWizard
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von CosmicWizard » Di 1. Mai 2012, 22:50

TheBeginning hat geschrieben:Im Namen des DHV wäre das eig. die beste Lösung, was hält Georg davon?
Wäre gut zu wissen.

Georg Wurth
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Georg Wurth » Mi 2. Mai 2012, 15:12

Der Auswanderer hat geschrieben:Was ich allerdings definitiv machen werde ist den DHV mit Geld zu unterstuetzen.
Hab mir das Formular schon ausgedruck, weiss allerdings nicht ob der DHV das Recht hat von einem dænischen Konto das Geld ein zu ziehen.
Ansonsten hab ich ja paypal :-)
Hi Auswanderer!
Du hast dich noch nicht angemeldet, oder?
Wir können tatsächlich (noch) keine Abbuchungen von Auslandskonten durchführen, aber paypal ist auch gut - und du kannst ja auch selbt eine internationale Überweisung vornehmen. Hier geht es zum Beitrittsfurmular:
http://hanfverband.de/index.php/aktiv-w ... sor-werden
:-)
Georg

Georg Wurth
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Georg Wurth » Mi 2. Mai 2012, 15:31

so, nun endlich mein Senf dazu. Hier nochmal der Hinweis: Wir lesen aus Zeitgründen bei Weitem nicht alles, was im Forum gepostet wird. Wenn ein Thema aufkommt, bei dem die Meinung des DHV gefragt ist, macht es Sinn, mich direkt, z.B. per PN darauf aufmerksam zu machen - was groooveman eben getan hat.

Also: Gauck einen Brief zu schreiben, habe ich mir auch schon mit seinem Amtsantritt vorgenommen. Er hat mit dem Freiheitsthema ja den optimalen Aufhänger dafür geliefert.
Ich wollte es aber nicht sofort tun, da er ganz zu Anfang erstmal eine Menge anderer Dinge zu tun hat und sich an seinen neuen Schreibtisch gewöhnen muss. Das ganze soll ja nicht im ersten Extrem-Trubel untergehen.
Jetzt wäre es aber langsam Zeit zu starten..
Ich würde das aber nicht ganz so hoch hängen. Eine Unterschriftenliste finde ich angebrachter bei Leuten, gegen deren Meinung man protestieren will oder an die man eine ganz konkrete Forderung stellt. Hier geht es aber erstmal um einen ganz freundlichen und unverbindlichen Brief mit der Bitte, seine Meinung zu dem Thema kundzutun. Von daher fände ich es in dem Fall die sinnvollste Variante, wenn ich das erstmal einfach als DHV verschicke und den Brief veröffentliche. Medienaufmerksamkeit wird das kaum hervorrufen, egal was wir da reinschreiben und wie viel "Journalisten-Futter" wir in den Brief packen. Aber seine Antwort könnte sehr wohl dafür taugen!

Inhaltlich müssen wir uns überlegen, wo der Focus liegen soll. Wegen des Freiheitsthemas und dem Zusammenhang mit der staatlichen Verfolgung von DDR-Bürgern würde ich den Focus auf die Verfolgung von Konsumenten bzw. ihre Entkriminalisierung legen, also nicht auf Legalisierung. Außerdem sollte das ganze kurz und prägnant sein und tatsächlich 2 DIN-A-4-Seiten nicht überschreiten. Ich bin auch skeptisch, die Cannabis-Medizin-Frage mit reinzunehmen. Das macht das ganze komplizierter und vielschichtiger und damit weniger focussiert. Und gerade von Patientenseite wird es nicht immer gern gesehen, wenn beides in einen Topf geworfen wird.
Den Text in einem wiki gemeinsam zu bearbeiten, erscheint mir sinnvoll. Ich habe das zwar noch nicht gemacht, aber es wird Zeit! Wenn dazu jemandem schnell was einfällt, immer her mit der Lösung. Max kann ich damit erst nerven, wenn die Wahl-Analysen für SH und NRW fertitg sind.

Ein Rauschzeichen mitzuschicken finde ich gut, aber das sollte dann tatsächlich im Brief erwähnt werden. Handschriftlich finde ich nicht angebracht.
soweit erstmal, ab jetzt lese ich mit..

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DrGonzo
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von DrGonzo » Mo 27. Aug 2012, 17:43

Gibt es dazu etwas neues? Wurde vom DHV ein Brief versendet oder ist das Thema noch in arbeit?
Für einen rationalen und verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen und Menschen die sie konsumieren.

Georg Wurth
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Georg Wurth » Mi 29. Aug 2012, 11:49

nein, bisher wurde noch kein Brief verschickt oder erstellt, ich bin noch nicht dazu gekommen. Aber mittlerweile haben wir ja diese wiki-Dings-Möglichkeit zum Bearbeiten von Texten, vielleicht können die Moderatoren da mal was vorbereiten, wo wir zusammen einen Text bearbeiten können?

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Di 27. Nov 2012, 19:38

Wiki-Dingens? Hab ich verpasst. Wie kommt man da dran?
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Florian Rister » Di 27. Nov 2012, 22:59

Ich kann mich dunkel dran erinnern, habs aber leider nie genutzt... Ja für gemeinsame Textbearbeitung is das schon praktisch aber die nächsten Wochen komm ich da nicht ran, zeitlich.
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von DrGonzo » Mi 28. Nov 2012, 18:49

schön, dass das thema mal wieder hevor kommt.
ich halte solch einen brief auch für sinnvoll und würde mich freuen wenn er realisiert wird.

einen wiki zugang hab ich schon :D und der brief ist dort auch schon als seite eingetragen.
ich schlage vor einen kleinen arbeitskreis zu gründen.
dieser arbeitskreis sollte sich vielleicht über skype oder mumble abstimmten.
ein bis zwei termine sollten reichen - das forum hat ja schon exelente arbeit geleistet.
ergebnis sollte eine nahezu unterschriftsfertige briefvorlage für stellvertretend für den dhv sein!

für weitere schritte gerne auch per pn anschrieben.
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Georg Wurth » Fr 30. Nov 2012, 11:20

ja, prima DrGonzo, nimm das mal in die Hand und halt mich auf dem Laufenden, damit ich früh genug meinen Senf dazugeben kann, dass nicht umsonst an Passagen gefeilt wird, die ich lieber nicht drin haben will oder so..

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von DrGonzo » Sa 1. Dez 2012, 11:22

jetzt einsteigen, jetzt mitfahren, die nächste runde fährt rückwärts.
bitte um pn wenn jemand beim arbeitskreis dabei sein möchte.
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Georg Wurth » Do 6. Jun 2013, 15:08

so, nach einer Ewigkeit komme ich endlich dazu, den Entwurf zu überarbeiten. Hier meine Version, die jetzt mit 11er Schriftgröße auf zwei Seiten passt.
Vielen Dank an DrGonzo für die beharrliche Vorarbeit und die Geduld - sorry für die krass verzögerte Bearbeitung!
Wem jetzt noch was am Entwurf auffällt, Rechtschreibfehler oder sonstige Anmerkungen, jetzt her damit. Nur länger soll das Teil nicht mehr werden!

=================================================

Ihre Meinung zum Thema Cannabispolitik

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

wir wenden uns mit der dringenden Bitte an Sie, einer bestehenden Unrechtssituation in unserem Land mit klaren Worten entgegenzutreten.

Sie sagten in Ihrer ersten Rede als Bundespräsident, dass Ihr Lebensthema "die Freiheit" ist und das gab vielen Menschen Hoffnung. Als Bürgerrechtler in der ehemaligen DDR ist Ihnen sicher zudem verstärkt bewusst, welche schwerwiegende Bedeutung der Missbrauch des Strafrechts zur ideologischen Bevormundung des Einzelnen hat und dass eine solche Situation mit den Grundsätzen unseres deutschen Rechtsstaates unvereinbar ist.
Leider ist genau das in unserem Land bei der existierenden strafrechtlichen Cannabisprohibition der Fall.
 
Unser Staat, dem Sie nun als Staatsoberhaupt dienen, begeht unserer Meinung nach in diesem Fall einen solchen Missbrauch des Strafrechtes, indem er den Bürger für den Besitz von Cannabis mit dem Strafrecht bedroht, ihn einschüchtert und ängstigt, weil er eine freie Entscheidung in seinem Genussverhalten trifft oder auf Cannabis als Heilmittel zugreifen will oder muss. Sollen diese Menschen, deren Handeln nur schwerlich in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu einer Straftat erklärt werden kann, weiterhin mit dem Strafrecht bedroht, verfolgt und diskriminiert werden? Jeder Tag, jede Begegnung mit der „Staatsmacht“ bringt für Menschen, die Cannabis zum Eigenkonsum besitzen, eine Fülle von Ängsten und Sorgen hervor.
 
In unserem Land gibt es trotz des strikten Verbots vier bis sechs Millionen Menschen die, zumindest gelegentlich, Cannabis konsumieren und jedes Jahr mehrere hundert Tonnen davon verbrauchen. 14 Millionen haben insgesamt Konsumerfahrung. Cannabis ist kein kulturfremdes Genussmittel, es hat sich mittlerweile als Alternative zu Alkohol fest in der Gesellschaft etabliert.

Die strafrechtliche Verbotssituation führt zu vermeidbaren gesellschaftlichen Gefahren, welche eine verantwortungsvolle Politik so nicht weiter hinnehmen kann. Weder gibt es Qualitätssicherheit noch die Möglichkeit zu effektiver Prävention. Die gesundheitlichen Nebenwirkungen von verunreinigtem Cannabis sind unkalkulierbar. Durch skrupellose kriminelle Dealer wird es keine Alterskontrolle, keine sachliche Aufklärung und keine Hinweise zum kontrollierten Konsum geben.
Dafür findet durch das Gesetz eine Diskriminierung und Stigmatisierung einer Gesellschaftsgruppe statt, die mindestens 5% unserer Bürger betrifft. 
 
Wie Sie zu Recht bei Ihrem Amtsantritt sagten, „Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen - und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können, bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.“ Diesen Eindruck haben wir derzeit auch von vielen unseren Politikern bezüglich der Cannabispolitik. Die „Angst vor dem falschen Signal“ lähmt die Politik so sehr, dass allein die Befürchtung, dass bei einer echten Entkriminalisierung der Konsumenten der Verbrauch steigen könnte, diese nicht durchgesetzt wird. Dabei belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und Repressionsmaßnahmen (im Vergleich mit anderen europäischen Ländern) gibt; das Verbot führt also nicht zu einem Rückgang des Konsums. Wegen der starken Verbreitung führt das Verbot auch kaum noch zur Verknappung der Verfügbarkeit.

Bei einem „Tütchen mit Restanhaftung“ muss die Polizei ermitteln. Das Strafverfahren wird bei „Wiederholungstätern“ nicht eingestellt und eine Einstellung ist nur eine mögliche Option bis zu einer bestimmten Menge, von der in den südlichen Bundesländern oft abgesehen wird. Auch wenn Strafanzeigen vom Staatsanwalt fallen gelassen werden, schützt dies nicht vor einer Bestrafung. Neben empfindlichen Geldstrafen droht als Ersatzstrafe der Führerscheinentzug, auch ohne dass eine konkrete Drogenfahrt vorliegt. Ebenso sind unverhältnismäßige Körper- und Wohnungsdurchsuchungen, die insbesondere bei jungen Menschen einen Vertrauensverlust und somit einen bleibenden negativen Eindruck gegenüber der Staatsgewalt hinterlassen können, an der Tagesordnung.
 
Uns ist bewusst, dass Cannabis nicht harmlos oder gänzlich frei von Nebenwirkungen ist. Ein Teil der Konsumenten entwickelt eine psychische Abhängigkeit oder erlebt andere negative Auswirkungen des Konsums. Dennoch sind sich die Fachleute einig, dass die Auswirkungen des Alkoholkonsums erheblich dramatischer sind. Alkohol erzeugt eine größere psychische und vor allem körperliche Abhängigkeit, hat wesentlich schlimmere gesundheitliche Auswirkungen für einen Großteil der Konsumenten bis hin zu den über 40.000 Todesopfern jedes Jahr und auch die gesellschaftlichen Auswirkungen (Gewalttaten etc.) sind deutlich dramatischer. Gerade vor diesem Hintergrund erscheint das Verbot von Hanf, an dem noch kein Konsument gestorben ist, als willkürliche Schikane für die Konsumenten.
 
 Dazu kommt, dass das Verbot kriminelle Strukturen fördert, denen ein Markt mit Milliardenumsätzen und hohen Gewinnspannen überlassen wird. Wohin das letztlich führen kann, sehen wir zum Beispiel in Mexiko, wo die Drogenkartelle mit ihren prall gefüllten Kassen und Privatarmeen den gesamten Staat korrumpieren und unterwandern. Tausende Tote jedes Jahr sind die Folge. In Deutschland beobachten wir zwar erst Ansätze solcher Strukturen, aber schon jetzt verursachen die durch den illegalen Drogenhandel aufgepäppelten Banden mit ihrem zum Teil gewalttätigen Vorgehen erhebliche Ängste und Verunsicherung in der Bevölkerung.
 
Gering geschätzte 1,2 Milliarden Euro fehlen dem deutschen Staat an Steuereinnahmen und unnötigen Ausgaben für die Cannabisprohibition. Mit diesem Geld könnte ein sehr breit angelegt Aufklärungskampagne erfolgen, die vermutlich erfolgreicher, in jedem Fall aber menschlicher wäre als das Verbot.
 
Herr Bundespräsident Gauck, in der Annahme, dass auch Sie die Werte des Rechtsstaates als absolut schützenswert betrachten, der ideologischen Bevormundung unserer Bürger eine Absage erteilen und für eine freie, rechtsstaatliche und pluralistische, tolerante Gesellschaft im Deutschland der Zukunft stehen, hoffen wir, dass dieses Anliegen Ihr Gehör finden wird und verbleiben in Erwartung Ihrer Antwort und der Hoffnung auf eine von Ihnen geförderte öffentliche und sachliche politische Debatte.

mit freundlichen Grüßen
Georg Wurth

für ca. 1.000 Unterstützer des DHV und die Mitglieder des DHV-Forums, in dem dieser Brief entstanden ist.

frihet
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von frihet » Do 6. Jun 2013, 16:09

Supertext!
Die „Angst vor dem falschen Signal“ lähmt die Politik so sehr, dass allein die Befürchtung, dass bei einer echten Entkriminalisierung der Konsumenten der Verbrauch steigen könnte, diese nicht durchgesetzt wird.

Da fehlt noch etwas ([...] steigen könnte, dafür ausreicht, dass diese nicht durchgesetzt wird.) Oder aber einfacher: [...] dass allein aufgrund der Befürchtung, [...]
Gering geschätzte 1,2 Milliarden Euro fehlen dem deutschen Staat an Steuereinnahmen und unnötigen Ausgaben für die Cannabisprohibition.

Vielleicht präziser: ... verliert der deutschen Staat durch den Verzicht auf Steuereinnahmen aus einem legalen Markt und durch Ausgaben für die Cannabisprohibition.

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bushdoctor
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Do 6. Jun 2013, 18:32

Der Brief ist sehr gelungen, wie ich finde!

"Danke!!!" auch von meiner Seite aus an DrGonzo!

Neben der von frihet angesprochnene grammatikalischen Ungereimtheit (Die "Befüchtung" braucht dringend noch irgend ein Verb, z.B "ausreichen") finde ich diese Formulierung noch nicht ganz rund:
Leider ist genau das in unserem Land bei der existierenden strafrechtlichen Cannabisprohibition der Fall.
"Cannabisprohibition" klingt für mich zu technisch und in Zusammenhang mit dem Attribut "strafrechtlich" sogar richtig "schief"... leider fällt mir auf die Schnell nix ein, das besser klingen würde und den Text nicht verlängert.

Wie wäre es mit: "[...] strafrechtlichen Verfolgung von Cannabiskonsumenten"?


Der restliche Text liest sich meiner Meinung nach flüssig und schlüssig...! ;-)

Dude
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Dude » Do 6. Jun 2013, 18:36

Toller Idee und super Text.

Freue mich schon auf die Antwort.

frihet
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von frihet » Do 6. Jun 2013, 19:43

bushdoctor hat geschrieben:Der Brief ist sehr gelungen, wie ich finde!

"Danke!!!" auch von meiner Seite aus an DrGonzo!

Neben der von frihet angesprochnene grammatikalischen Ungereimtheit (Die "Befüchtung" braucht dringend noch irgend ein Verb, z.B "ausreichen") finde ich diese Formulierung noch nicht ganz rund:
Leider ist genau das in unserem Land bei der existierenden strafrechtlichen Cannabisprohibition der Fall.
"Cannabisprohibition" klingt für mich zu technisch und in Zusammenhang mit dem Attribut "strafrechtlich" sogar richtig "schief"... leider fällt mir auf die Schnell nix ein, das besser klingen würde und den Text nicht verlängert.

Wie wäre es mit: "[...] strafrechtlichen Verfolgung von Cannabiskonsumenten"?


Der restliche Text liest sich meiner Meinung nach flüssig und schlüssig...! ;-)
Das Problem bei deinem Vorschlag ist, dass die Formulierung so fast nach der Entgegnung "Quatsch, Konsum ist doch nicht verboten!" schreit, das wäre eine Steilvorlage. Vielleicht nur Cannabisprohibition, ohne strafrechtlich? Dann hätte man auch den direkten Bezug zur Alkoholprohibition in den USA hergestellt, die wohl auch Gauck als Fehler ansehen dürfte.

edit: Oder schöner und weniger technisch: Hanfprohibition. :)

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His Master's Voice
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von His Master's Voice » Do 6. Jun 2013, 20:22

Ich finde den Brief prinzipiell gut, aber er könnte auch noch etwas knackiger sein. Allerdings bin ich mir bei Gauck nicht mehr so sicher, was seine "Eier" angeht. Na was solls.

Meine Verbesserungsvorschläge:

wir wenden uns mit der dringenden Bitte an Sie, einer bestehenden Unrechtssituation in unserem Land mit klaren Worten entgegenzutreten.
Das Wir sollte eingangs klarer gemacht werden. Also irgendwas in der Richtung "Wir, der Deutsche Hanfverband und die 1000 Unterzeichner dieses Briefes,...."
Ich hoffe, es werden mehr.....hm.... :roll:


dann würde ich einen Zeilenabsatz hinter "will oder muss. (hier) Sollen diese Menschen...?" einfügen. Macht es mMn etwas prägnanter.


dann:
In unserem Land gibt es trotz des "inzwischen 40 Jahre bestehenden" strikten Verbots.
Ist für jeden DDR-Menschen ein markanter Zeitraum. Und MUSS einfach irgendwie mit in diesen Brief, allein schon, weil Gauck selbst erlebt hat, wie sich 40 politisch frustrierende Jahre anfühlen können.


dann:
Es hat sich mittlerweile als "weniger schädliche" Alternative zu Alkohol...
Fand ich gut von wegen bessere Abgrenzung. Ich weiß, das kommt auch später nochmal, aber an der Stelle sollte das schon mit einfließen...


dann:
Die strafrechtliche Verbotssituation "und der dadurch aufrecht erhaltene ungeregelte Markt"
Ich finde, wir sollten unbedingt mehr und deutlicher eine REGULIERUNG fordern. Der Markt existiert. Er soll offensichtlich auch nicht wirklich beseitigt werden (Stichwort: Orwellscher Krieg). Immer nur weiter eine Legalisierung zu fordern halte ich inzwischen für argumentativ beinahe selbstschädigend, weil total leicht von der Gegenseite abzuschmettern und begrifflich inzwischen ziemlich abgekaut. Da kann immer wieder jeder sagen: "Ja klar! Dann legalisieren wir auch gleich noch den ganzen anderen Dreck oder was? Kommt gar nicht in Frage" usw...Fordern wir eine REGULIERUNG, ist das ordnungspolitisch deutlich mehr im Sinne der Konservativen und sollte in deren Ohren weitaus weniger bedrohlich klingen, obwohl wir mit dieser Forderung eigentlich sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich finde diesen Punkt super wichtig.

dann:
Dafür findet durch das Gesetz eine Diskriminierung und Stigmatisierung einer Gesellschaftsgruppe statt, die mindestens 5% unserer Bürger betrifft und die nur deshalb kriminell sind, weil ein ideologisch begründetes Gesetz sie dazu macht. Wir stellen diesen Gesetzesmissbrauch in eine Reihe mit anderen Unrechtsparagraphen, wie der Strafbarkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe, Republikflucht, Rassenschande usw. denn auch hier wird ein grundlegendes Freiheitsrecht (Art. II 1 GG) mit Mitteln des Strafrechts unverhältnismäßig eingeschränkt.
Wir müssen Gauck klar machen, dass es hier um ein Strafgesetz ohne verfassungsgemäß schutzwürdigen Gegenstand geht. Und dass dieses im Grunde rein ideologische Wurzeln hat. Und die Unrechtmäßigkeit einer Strafbewehrung von z.B. Republikflucht kennt Herr Gauck mit Sicherheit nur all zu gut.


dann:
Mit diesem Geld könnte ein sehr breit angelegt Aufklärungskampagne erfolgen, die vermutlich erfolgreicher, in jedem Fall aber menschlicher wäre als das Verbot
Dieser Satz ist fehlerhaft und etwas wage.
Vielleicht besser weitgehend weglassen und an dieser Stelle konkreter werden: Das ist 40 mal mehr, als jährlich für die ungleich nachhaltigere und sozial verträglichere Drogenprävention ausgegeben wird. Wir fordern sie auf, sich für einen Wandel im unsinnigen und historisch überholten Krieg gegen die Konsumenten einzusetzen. Stoßen Sie eine Debatte an.


Da ich den letzten Absatz etwas zu "verschwurbelt" (Sorry Georg und DrGonzo) finde, hier noch ein Schluss, wie ich ihn mir vorstelle. Irgendwas, was sich gedanklich und bildlich mehr einbrennt.

Die Einschränkung unserer Freiheit schadet unserem Land als Ganzem. Der Schutz unserer Freiheit macht unser Land als Ganzes stärker. Deshalb: Schauen Sie nicht weg. Vergessen Sie alle Klischees. Wir sind das Volk. Wir sind Millionen. Wir wollen Schutz und wir wollen Freiheit. Dafür setzen wir uns ein.

So, vielleicht ist was für Euch dabei.
Grüne Grüße
HMV
;)

Edit: Habe Hören von Feindsendern (Kriegsrecht) durch Rassenschande ersetzt. Ist passender denke ich.
Zuletzt geändert von His Master's Voice am Fr 7. Jun 2013, 11:16, insgesamt 1-mal geändert.
Wir sind Millionen...

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von Dopeworld » Fr 7. Jun 2013, 01:09

His Master's Voice hat geschrieben:in unserem Land gibt es trotz des "inzwischen 40 Jahre bestehenden" strikten Verbots
sind alles gute hinweise von hmv. aber der ist bei mir gleich hängen geblieben.
das muss man nämlich echt immer betonen!
D O P E W O R L D

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bushdoctor
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von bushdoctor » Fr 7. Jun 2013, 10:22

frihet hat geschrieben:
Wie wäre es mit: "[...] strafrechtlichen Verfolgung von Cannabiskonsumenten"?
Das Problem bei deinem Vorschlag ist, dass die Formulierung so fast nach der Entgegnung "Quatsch, Konsum ist doch nicht verboten!" schreit, das wäre eine Steilvorlage.
Wenn ich nochmals darüber nachdenke: Eigentlich nicht! ;-)

Denn es ist GENAU DAS, was in "unserem Staat" passiert! Der Konsum ist nicht strafbar, aber die Konsumenten werden TROTZDEM strafrechtlich verfolgt.

Ich finde sogar, dass es diese Formulierung genau auf den Punkt bringt...

frihet
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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von frihet » Fr 7. Jun 2013, 11:11

bushdoctor hat geschrieben:
frihet hat geschrieben:
Wie wäre es mit: "[...] strafrechtlichen Verfolgung von Cannabiskonsumenten"?
Das Problem bei deinem Vorschlag ist, dass die Formulierung so fast nach der Entgegnung "Quatsch, Konsum ist doch nicht verboten!" schreit, das wäre eine Steilvorlage.
Wenn ich nochmals darüber nachdenke: Eigentlich nicht! ;-)

Denn es ist GENAU DAS, was in "unserem Staat" passiert! Der Konsum ist nicht strafbar, aber die Konsumenten werden TROTZDEM strafrechtlich verfolgt.

Ich finde sogar, dass es diese Formulierung genau auf den Punkt bringt...
Da hast du natürlich recht, ja.

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Re: Brief an den Bundespräsidenten

Beitrag von NorthernLight » Fr 7. Jun 2013, 15:15

Moin zusammen!

Klasse, wieviel mühe ihr euch gegeben habt und noch gebt!

Der Brief liest sich sehr gut und bringt alles wichtige auf den Punkt.

Hoffentlich findet er gehör:-)

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