Sammlung Cannabis und Psychose

Wo kann Cannabis als Medizin helfen, welche Erfahrungen wurde mit spezifischen Medikamenten gemacht?
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Martin Mainz
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Martin Mainz »

Wer psychotisches Potential hat, kann durch Cannabis eine Episode auslösen. Das gilt allerdings auch für Alkohol.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Martin Mainz hat geschrieben: Di 20. Aug 2019, 07:43 Wer psychotisches Potential hat, kann durch Cannabis eine Episode auslösen.
Das muss man aber erst mal glauben, um es zu akzeptieren. Ich würde es eher eine "hypothetische Möglichkeit" nennen, mehr nicht. Ich finde, Steckling hat mit allem recht, was sie sagt.
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Andi76
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Andi76 »

Vielleicht gäbe es weniger Psychosen wenn die Konsumenten wüssten was sie da rauchen.
Wer weiß schon den ThC Gehalt?
Vielleicht die Patienten.
Da würde ein legaler Zugang helfen mit Informationen über Thc/cbd Gehalt.
Stellt euch mal Alkoholkonsum vor ohne das man weiß ob man 4,7% oder 50% trinkt.
Das gäbe eine mittlere Katastrophe.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Andi76 hat geschrieben: Di 20. Aug 2019, 08:57 Vielleicht gäbe es weniger Psychosen wenn die Konsumenten wüssten was sie da rauchen.
Ja, da ist was dran. Ich weiß noch in den ersten Jahren als ich was "Verbotenes" tat, dass mich regelmäßig diese Form der Psychose einholte. Mittlerweile und schon lange nicht mehr (zum Glück). Aber ansonsten...
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Digger »

ich denke, dass es durchaus viele psychosen gibt, die nicht zwingen auf die substanz an sich zurückzuführen sind. angst ist meines wissens nach ein recht weitverbreiteter auslöser für psychosen.
daher denke ich, es würde weniger psychosen geben, wenn man keine angst mehr vor verfolgung hätte.
diese angst wird in den allermeisten fällen zwar unterbewusst sein, aber eben vorhanden. so eine unerbewusste angst fürt dann vielleicht gerade bei sensibelen menschen zu einer psychose. vielleicht sollte die tollen suchtärzte diesen aspekt mal untersuchen.
das ganze trifft bestimmt nicht auf jeden zu der probleme mit cannabis hat, aber ob wirklich jede psychose bei konsumenten auch durch den konsum ausgelöst wurde, finde ich eine zu einseitige betrachtung des ganzen.
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Steckling
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

Digger hat geschrieben: Di 20. Aug 2019, 22:47 [..]daher denke ich, es würde weniger psychosen geben, wenn man keine angst mehr vor verfolgung hätte.[...]
Ganz genau so ist das nämlich!
Nämlich dämlich!
Es schwadronieren "Suchtexperten" über soziale Ausgrenzung... Ja! Weil man Menschen wegen ihrer Vorliebe sozial ausgrenzt!
Kiffen löse Paranoia aus - Ja! Weil Konsumenten sich ständig verstecken müssen, für etwas das ihnen (in 99,9%) gut tut.

Doch auch dies gebe ich zu bedenken:
das erste mal Cani, bzw psychoaktive Wirkstoffe zu sich zu nehmen, das kann tatsächlich für einige Menschen erschreckend wirken.
Es wird einem schliesslich eine Welt offenbart die man bisher nicht kannte.
Das ist aber nichts Schlimmes, und das überwältigende Empfinden geht auch wieder vorbei.
Ich rauchte zum erstenmal mit 16 einen Joint, war völlig perplex, niemand da der mir gesagt hätte dass alles gut ist, dass es vorbei geht. Das war schon ziemlich horrorshow.
Aber nicht weil das Gras böse gewesen wäre, sondern weil ich einen Horrortrip darauf hatte dass mans mir ansehen könnte...

Hätte man mich in diesem Augenblick zum "Suchtexperten" geschickt, das wäre wohl sicher als eine Bestätigung für eine "substanzinduzierte vorübergehende Psychose" gewertet worden. Ist eben Definitionssache.

Am nächsten Morgen war ich aber so glücklich wie nie zuvor - und völlig ohne Kater!! Das war der Auslöser seit dem lieber Cani zu rauchen als weiter Schnaps zu saufen.
Happy End, je?
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Martin Mainz
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Martin Mainz »

Verwechselt bitte nicht Paranoia mit einer Psychose und tut bitte nicht so, als könnte Cannabis keine Psychose auslösen und als wäre das alles nur Quatsch. Das Risiko besteht nun mal, man sollte das nicht einfach so abtun.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Na ja, eine "paranoide Psychose" ist eben auch eine Psychose. Den Rest glaube ich erst, wenn ich vom Gegenteil überzeugt wurde, aber es "abgetan" haben wir es doch nicht.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Digger »

ich wollte keineswegs ausschliessen dass cannabis psychosen auslösen kann.
ich wollte nur sagen, dass ich das empfinden habe, dass die "suchtexperten" bei konsumenten pauschal jede psychose auf die "droge" zurückführen.
dass es noch andere gründe geben könnte, wie z.b. die gesellschftliche ausgrenzung bedingt durch den verfolgungsdruck, wird nach meinem gefühl von dem grossteil der sogenannten experten als möglicher auslöser nichteinmal in betracht gezogen.
frei nach dem motto: die einfache antwort "die droge ist der auslöser" wird schon passen; weil is halt so.
und, ja klar kann die einfach antwort zutreffend sein, aber es sollte seitens der politik/suchtexperten damit aufgehört werden, dies pauschal anzunehmen und damit dann zu rechtfertigen, erst garnicht nach einem anderen auslöser suchen zu müssen.
im gegenzug sollten ganz klar auch einige damit aufhöhren, alles was mit weed zu tun hat zu glorifizieren, denn durch den mangel an forschung in den letzten ca. 100 jahren sind noch sehr viele fragen offen, die noch lange nicht beantwortet sind.
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Steckling
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

Martin Mainz hat geschrieben: Do 29. Aug 2019, 07:19 Verwechselt bitte nicht Paranoia mit einer Psychose und tut bitte nicht so, als könnte Cannabis keine Psychose auslösen und als wäre das alles nur Quatsch. Das Risiko besteht nun mal, man sollte das nicht einfach so abtun.
Abgesehen davon dass es in 400 Jahren dokumentierter medizinischer Hanfkultur keinen einzigen Fall einer substanzinduzierten "Hanfpsychose" gibt, ausser in Reefer Madness...

Ein Bad Trip ist keine Psychose! Ein substanzbedingtes "Hängenbleiben" gibt es nachweislich nicht.
Nichtmals mit LSD oder Psylos.
Es sind stets die Folgen der Lügen und Hetzkampagnen und die soziale Ausgrenzung die solcherlei Schädigungen verursachen, und darauf hinwirken dass aus einer potenziellen tollen Bewusstseinserweiterung nur eine scheiss Panikattacke heraus kommt.

Insofern hast Du natürlich Recht, und die Sorge ist begründet:
Unter einer Prohibition entstehen regelmäßig bis zwangsläufig die unnatürlichsten Geisteszustände.
Das liegt aber nicht am Gras, sondern an den Folgen der Repression bzw der permanenten allgegenwärtigen latenten Angst vor ebendieser.

In den USA sind Ü-Eier illegal.
Nun rate mal wie tausende "Psychosen" durch illegal eingeführte Ü-Eier unter amerikanischen Kindern attestiert wurden in den letzten Jahren. Schuld ist natürlich die Schoki. Logisch. Und das Suchtpotential wegen dem versteckten Goodie im Innern.
Womit ich nun keinesfalls Cannabis mit Kinderschokolade gleichstellen will; es steckt aber das gleiche Prinzip, der selbe Mechanismus dahinter. Dort findest Du Foren in denen allen Ernstes gefragt wird ob der Erwerb von Ü-Eiern ein Indiz auf terroristisches Gedankengut sei, oder ob Kinderschokolade süchtig mache.
Leute, ehrlich...

Meine Kinder sind 30 und drogenfrei. Nicht aus Angst vor Strafe sondern aus Aufklärung und freier Entscheidung.
Zuletzt geändert von Steckling am Do 5. Sep 2019, 05:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Martin Mainz
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Martin Mainz »

Steckling hat geschrieben: Do 5. Sep 2019, 04:41 Es sind stets die Folgen der Lügen und Hetzkampagnen und die soziale Ausgrenzung die solcherlei Schädigungen verursachen, und darauf hinwirken dass aus einer potenziellen tollen Bewusstseinserweiterung nur eine scheiss Panikattacke heraus kommt.
Und wie begründest Du solche Ereignisse in Ländern, in denen man legal Grass konsumieren kann? Ich spreche auch nicht von einem ursächlichen Zusammenhang sondern von einem auslösenden Effekt. Auch Alk kann eine Psychose auslösen, ebenso wie Cannabis. Verursachen ist etwas anderes, davon habe ich nicht gesprochen.

Gute Artikel dazu habe ich hier gefunden:
https://www.quit-the-shit.net/qts/publi ... aq_id=1023
https://www.drugcom.de/topthema/erhoeht ... -cannabis/
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Steckling
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

Wenn Du nur den auslösenden Effekt meinst, ja bitte.
ALLES auf der Welt kann diesen Effekt haben. Eine Ameise auf dem Kuchenstück kann ein Kind bis ins Seniorenalter negativ prägen. Willst Du nun alle Kuchenstücke oder alle Ameisen verbieten?
Alle Kuchenbäcker ins Gefängnis stecken oder erschiessen, und alle Ameisen ausrotten?
Die Argumentation führt zu nichts.

Ein ursächlicher, substanzinduzierter Zusammenhang muss gegeben sein um eine Prohibition (weiterhin) zu rechtfertigen.
Ein solcher existiert aber nicht. Ausser in den Parolen und Lügen der Prohibitionisten. Evident ist da leider nichts.

Danke für die Links, die Sites kannte ich noch nicht. Und brauche sie auch kein zweites mal. An Inkompetenz kaum zu überbieten, ausser durch gewisse Wahlprogramme. Ich verzichte mal aufs Auseinandernehmen von so unfassbar idiotischen Aussagen wie "weniger potente Cannabis-Sorten wie Haschisch".
Echt jetzt?
Ich lese da durchweg nur 60 Jahre alte unreflektierte Vorurteile mit der Tendenz zu großen Überschriften.
Dieser böse Skunk!
Einen minimalen Realitätsgehalt kann ich mir bei der Lektüre nur vage abstrahiert und auch nur mit ganz viel Goodwill herbei konstruieren.
Unseriöse Quelle, sry
Und wie begründest Du solche Ereignisse in Ländern, in denen man legal Grass konsumieren kann?
Begründe ich nicht. Eine Psychose ist schlimm, aber nur weil man vorher Cannabis konsumiert hat ist sie nicht zwangsläufig Cannabisinduziert. Und vielleicht ist ja der vermeintliche Bad Trip in Wirklichkeit die Befreiung: endlich seine Psychose erkannt zu haben. Ist wie mit der Ent-Täuschung ;)

Aber JA! Einige Menschen mit instabiler Psyche sollten vielleicht besser von psychoaktiven Stoffen absehen. Oder sich nur vorsichtig und unter kompetenter Begleitung heran tasten.
Genauso wie ein Diabetiker vlt besser keine Chips futtern sollte. Oder ein aggressionsfreudiger Mensch mit der Neigung zu Kontrollverlust besser keinen Alk trinken sollte.

Es geht ja auch nicht darum dass JEDER MENSCH Gras rauchen soll... sondern dass die Menschen denen es gut tut nicht verfolgt gehören. Nur weil einer darauf nicht klar kommt.

Also bitte: wer ohnehin Angst vor einer Psychose oder ähnlichem hat, der sollte besser nicht kiffen.
Zumindest nicht alleine.
Zuletzt geändert von Steckling am Sa 7. Sep 2019, 04:44, insgesamt 3-mal geändert.
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Martin Mainz
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Martin Mainz »

Etwas weniger Polemik was die Ameisen angeht würde dieser Diskussion gut tun.
Martin Mainz hat geschrieben: Do 5. Sep 2019, 05:48 Es geht ja auch nicht darum dass JEDER MENSCH Gras rauchen soll... sondern dass die Menschen denen es gut tut nicht verfolgt gehören. Nur weil einer darauf nicht klar kommt.
Sehe ich auch so, aber hier im Strang gings ja darum, wie Cannabis und Psychose zusammen passen. Das kann man ja auch unabhängig von der Prohibition diskutieren. Zumal das für mich sowieso ein weiterer Grund ist, warum man lieber kontrollierte Quallität statt Schwarzmarkt wollen sollte.
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Steckling
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

[...] aber hier im Strang gings ja darum, wie Cannabis und Psychose zusammen passen. Das kann man ja auch unabhängig von der Prohibition diskutieren. [...]
Hast ja Recht. Entschuldigung, mir entgleitet manchmal das Temperament.
Hanf ist halt mein Lebensthema. Aber ich gelobe Besserung und reflektiertere Schreibe.

Psychose und Cannabis hat in meiner Erfahrung und jahrzehntelanger Beobachtung dennoch keinerlei bedingenden Zusammenhang.

Folgende These:
Kein Cannabis zu sich zu nehmen erwirkt keinen Schutz vor einer psychischen Erkrankung.
Sondern das "Risiko" sich seiner latent vorhanden Psychose bewusst zu werden steigt.
Erkenntnis ist aber nunmal der erste Schritt zur Besserung.

Weitere These:
[...] lieber kontrollierte Quallität statt Schwarzmarkt wollen [...]
Klar, wir wollen alle sauberes Gras, saubere Luft und sauberes Essen.
Soviel ist mal klar.
Aber es gibt nicht "den Scharzmarkt".
Da ist ein obdachloser Büttel der Albanermafia, der sich 18 Stunden am Tag am Hauptbahnhof die Beine in den Bauch steht um ahnungslosen Touries Verbleiten Oregano aufzuquatschen. Und da ist der leidenschaftliche Homegrower der allerfeinstes Thai in Demeter-Qualität an seine Freunde zum Selbstkostenpreis abgibt. Der Schüler der sich ein beachtliches Taschengeld erwirtschaftet in dem er im Darknet kiloweise totgiftige Kräutermischungen als "legalen Cannabis-Ersatz" vertickt. Und der autonome Althippie mit seiner Pflanze im Hinterhof, der ein paar Blüten gegen Rapsöl und Mehl eintauscht.
Bunt ist die Welt. Und das alles gilt als Schwarzmarkt.

Und eine staatliche Kontrolle lehne ich darum auch ab.
Lieber sind mir befähigte mündige Bürger, die wissen wie sch***e stinkt und wie Rosen duften.

Man muss nicht auf jedes Terpen und auf jede Kreuzung neuerdings ein medizinisches Patent oder einen Paragraphen installieren.
Lief jahrtausendelang locker, ohne dass jemals rotäugige arbeitsfaule Zombiehorden die Welt in den Abgrund gerissen hätten.
Das waren andere.

Mein Opa war Sani im Russlandfeldzug, und hat mir erzählt wie sie damals in der Not Ruderalhanf gepflückt haben als ihnen die Versorgung mit Morphium ausging. Und wie schon sein Opa immer eine hübsch duftende Hanfpflanze im Garten hatte.
Völlig unaufgeregt.

Die allseits befürchtete "Hanfpsychose" ist eine Erfindung; eine selbsterfüllende Prophezeihung. Wer nämlich immer nur Angst hat und auf jede Fake News anspringt, der wird auch psychotisch werden.
Zuletzt geändert von Steckling am Sa 7. Sep 2019, 08:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von moepens »

Sondern das "Risiko" sich seiner latent vorhanden Psychose bewusst zu werden steigt.
Entschuldigung aber allein dieser Satz zeigt großes Unverständnis. In einem anderen Thread habe ich bereits viel dazu geschrieben und möchte das nicht immer wieder ausbreiten.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

Aber noch mal direkt auf den Opener:
Was passiert, wenn man während einer Psychose (unwissend) Gras konsumiert?
Du könnest möglicherweise stoned, bzw high werden.

Jemanden ohne sein Wissen Haschkekse futtern zu lassen ist grob fahrlässig, und absolut nicht lustig.
Da ist aber nicht das Gras dran schuld, sondern der Arsch der Dir nicht sagte dass da was drin ist.

Wenn das wärend eines psychotischen Schubes passiert, ja, dann kann sich das u.U. verstärken.
Aber keine Angst: der Flash ist in ein paar Stunden spätestens vorbei, und dann ist alles wieder gut :)
Wie ist die Gefahr im Vergleich zu Alohol?
Nicht vergleichbar. Wie ist das Risiko zwischen Erdbeereis und RTL?
So fragt nur jemand der nicht den Unterschied zwischen high sein und besoffen sein kennt.
Dazwischen liegen Welten. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

Sollte man, wenn man stark depressiv oder psychosegefährdet ist auf gras verzichten?
Ich kenne diesen Befund "Psychosegefährdet" nicht. Das ist eine Erfindung der Lügen- und Propagandapresse von vor 80 Jahren.
Es sollte besser darüber Diskurs gehalten werden, warum solcherlei überholte Ansichten immer noch unsere Gesellschaft dermaßen durchdringen können.

Wärend eines depressiven Schubes kann Cannabis dem einen das Leben retten, den anderen völlig fertig machen.
Das ist aber nicht Schuld des bösen Krautes, sondern der Vielfalt des menschlichen Daseins geschuldet.
Mir hat das Kraut mehrfach und auf vielfältige Weise das Leben gerettet.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

moepens hat geschrieben: Sa 7. Sep 2019, 08:03[...] allein dieser Satz [...]
...beweist dass Du immer nur Stichworte überfliegst ohne Dich mit dem Inhalt auseinander zu setzen.
Aber hej, solange Du mir nicht mein Leben vorschreiben willst, jedem sein Ding und seine Meinung.
Doch bitte, fühle Dich nicht durch mich begrenzt: breite aus was Dir zum Thema einfällt.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von moepens »

Tja die (Meta-)Kritik gehört auch zum Thema.
Zu Schizophrenie siehe anderer Thread (CBD bei Schizophrenie).

Auch bei Depression gibt es einige wissenschaftliche Hinweise dass CBD in relativ hoher Dosierung wirksam sein könnte, zu THC und Cannabis allgemein gibt es eher wenig Erkenntnisse. Wirksam ist vermutlich die Erhöhung der Endocannabinoidspiegel - was für CBD und gegen den langfristigen und hochdosierten Gebrauch von THC spricht. Junge Menschen sollten THC-reiches Cannabis nicht zur Behandlung von Psychosen verwenden. Individuell nach Krankheitsbild, v.a. in Verbindung mit Schmerzen, ist aber eine (zeitweise) positive Wirkung von THC hierbei nicht ausgeschlossen.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Steckling hat geschrieben: Sa 7. Sep 2019, 08:07 Mir hat das Kraut mehrfach und auf vielfältige Weise das Leben gerettet.
Mir auch. Ich kann das nur bestätigen! Es hat mich stark gemacht, was das Gegenteil von einer Psychose ist.

Ich will nicht ausschließen, dass es andere Charaktere gibt. Nur gibt es sie mit und ohne Cannabis.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Hier, wenn man was Aufdringliches braucht... frontal21 Doku "Kiffen, bis der Arzt kommt", heute Abend (10.09.2019).

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/p ... s-102.html (Video verfügbar ab 22:30 Uhr)
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Steckling »

Hab etwa 5 Minuten dieser Doku geschafft, dann wurde es unerträglich.

"Ich hatte Angst wenn es an der Tür klingelt - jetzt haben sie mich!"
So ziemlich jeder Kiffer kennt das.
Das ist aber keine Drogenpsychose sondern eine völlig rationale Reaktion auf die reale Verfolgung von Konsumenten.
Ständig in Angst zu leben, der Nachbar könnte was riechen und die Polizei rufen. Der Vermieter könnte einem kündigen. Nur weil man lieber Gras raucht als zu saufen.
Das als Psychose hinzustellen grenzt an Beleidigung.
Dann noch dem Hanf dafür die Schuld zu geben ist an Verlogenheit kaum mehr zu toppen.
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von M. Nice »

Ist auch meine Meinung.
Es gibt keine Cannabispsychose, nur die Prohibitionspsychose.

Als ich Cannabis noch illegal als Medizin nutzte, hatte ich auch das Gefühl verfolgt zu werden, obwohl das damalige Schwarzmarkt Cannabis bestimmt keine 15% THC hatte. Das war keine Einbildung, sondern eine reelle Gefahr (Kündigung Arbeitsplatz, Kündigung Wohnung, etc.).

Seit 2013, mit legalem med. Cannabis, >20% THC, habe ich keine Verfolgungsängste mehr. Woran das wohl liegt?


MfG
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Re: Cannabis: Gefährlich -> Psychosegefahr?

Beitrag von Cookie »

Ändern deutsche Psychologen ihre Meinung zum Cannabis?

Vor nicht ganz einem Jahr war die Aufregung groß unter Ärzten und selbsternannten Experten im Gesundheitsministerium: Eine Studie wurde veröffentlicht, nach der Hanf und Kiffen hier und da eine Psychose auslösen können – das wurde sofort für bare, allumfassende Münze genommen. Der Tenor in den Medien lautete Cannabis = Psychose und vor allem Politiker waren aus dem Häuschen. Nun ist das aber längst widerlegt und gilt vor allem nur für einen Bruchteil von Leuten, die etwa tagtäglich von der Jugend an zehn Eimer Gras rauchen mit den stärksten Hanfsorten, ein normaler Konsum hingegen scheint kaum mit besonderen Risiken verbunden. Nun räumen das auch die ersten Psychiater im Lande ein, verschließen sich nicht mehr Studien und empirischen Untersuchungen. Wir schauen dazu mal nach Wöllershof in der Oberpfalz, wo versierte Psychologen die Scheuklappen gegenüber einer möglichen Legalisierung von Cannabis endlich ablegen.


https://www.thc.guide/aendern-deutsche- ... abis-2143/
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Re: Sammlung Cannabis und Psychose

Beitrag von Martin Mainz »

Cannabis hilft bei psychischen Problemen kaum bis gar nicht
(Dieser Artikel wurde erstmals im Oktober 2019 veröffentlicht.)

Die Behandlung von Menschen mit Depressionen, Angstzuständen, Psychosen oder anderen psychischen Gesundheitsproblemen mit medizinischem Cannabis birgt laut einer aktuellen Untersuchung deutlich mehr Risiken als Vorteile.
...
Wayne Hall, Direktor des Zentrums für Drogenmissbrauchsforschung für Jugendliche an der University of Queensland, Australien, und seine Kollegen untersuchten für ihre Studie, veröffentlicht im Fachblatt „Lancet Psychiatry“, alle Forschungsergebnisse seit 1980 über die Verwendung von Cannabinoiden zur Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Psychosen. Sie umfassten auch Studien zur Verwendung von Cannabinoiden bei der Behandlung von Symptomen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und des Tourette-Syndroms.
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Von den 83 Studien, an denen insgesamt 3000 Probanden teilnahmen, waren nur 40 randomisierte kontrollierte Studien. Diese sind in der medizinischen Forschung das nachgewiesen beste Studiendesign, um bei einer eindeutigen Fragestellung eine eindeutige Aussage zu erhalten und die Kausalität zu belegen. Der sogenannte Goldstandard.
...
Die Ergebnisse legen insgesamt nahe, dass eine Behandlung von psychischen Störungen mit Cannabis ohne hochwertige Nachweise nicht gerechtfertigt ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Untersuchung aus dem Jahr 2017.


Quelle: https://www.welt.de/kmpkt/article202642 ... siken.html
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Hans Dampf
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Re: Sammlung Cannabis und Psychose

Beitrag von Hans Dampf »

Aus persönlicher Erfahrung muss ich dem widersprechen: Mir hilft es.

Bin ja sonst ein Fan von Studien, aber was man im Zusammenhang mit Cannabis so hört und liest hat mich Studien gegenüber Misstrauisch gemacht.
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