Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

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vivian77
Beiträge: 3
Registriert: Do 19. Jan 2023, 09:35

Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

Beitrag von vivian77 »

Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen Erfahrungsberichte. Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema, bin aber skeptisch den Weg über eine Onlineplattform zu gehen :?:
Jetzt traue ich mich vllt. endlich....
Welche sind denn die bekanntesten oder welche könntet ihr mir empfehlen?
Ich sag schonmal Danke und einen schönen Tag!!!
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Martin Mainz
Board-Administration
Beiträge: 4269
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: Erfahrung mit Online Ärzten allgemein

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo Vivian und willkommen im Forum.

Ich habe deinen Beitrag abgehängt, weil die Frage zu allgemein für den anderen Strang ist.


Wir haben bisher zu den zwei bekanntesten privaten Ärztegruppierungen, Kanna Medics (viewtopic.php?t=19480) und Algea Care (viewtopic.php?t=18077) Erfahrungsberichte. Zu Nowomed gibt bisher keinen eigenen Thread, kann aber über die Suche gut gefunden werden, hier der erste Eintrag: viewtopic.php?p=92561&hilit=Nowomed#p92561
Ehrenamtlicher Foren-Putzer und Teilzeitadmin
Patienten schauen auch hier gerne rein:
https://forum.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de
oder jetzt auch wieder hier: https://www.cannabis-medic.eu
Freno
Beiträge: 371
Registriert: Do 7. Jan 2021, 17:00

Re: Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

Beitrag von Freno »

Als ich mich vor 2,5 Jahren zu Beginn meiner legalen Cannabis-Patienten-Karrriere (Privatrezept vom Kassen-Psychiater) hier angemeldet habe, konnte man hier nur von Algea Care was lesen - inzwischen liest man hier von einer Reihe von "Cannabis-Mills". Ich habe hier unlängst mal zu einem Einzelfall - "5Swan" - Stellung genommen:

viewtopic.php?p=98586#p98586

Den Ausdruck "Cannabis-Mill" habe ich den "Pill-Mills" entlehnt, die in den USA schon seit Jahren eine "Opioid-Krise" herbeigeführt haben: Pill-Mills werden dort Ärzte-Zentren genannt, in denen Opioide, va Schmerzmittel mit psychotropen Nebenwirkungen (Beispiel Tilidin) ohne vernünftige Anamnese und Indikationsstellung "am Fließband" verschrieben werden, ohne daß die Einnahme weiter kontrolliert wird.

Wie ich schon in dem zitierten Beitrag kundgetan habe: man kann Cannabis nicht mit Opoiden vergleichen: das Schadenspotential von Cannabis bleibt Lichtjahre hinter dem von Opioiden zurück, weswegen Cannabis ja auch in einem Großteil der zivilisierten Welt bereits legalisiert ist und man sich auch hierzulande damit abmüht. "Man braucht eigentlich kein Rezept für Cannabis - genausowenig wie für 1 Kasten Bier !" (Obschon ich wegen des "Kasten Biers" bei manchen Besuchen im Getränkemarkt so meine Bedenken bekomme, vor allem vor demselbigen ... anderes Thema.)

Was mir aber bei diesen ärztlichen Unternehmungen ziemlich aufstößt: die Honorare, die für die Verschreibung von Cannabis und die - zumindest bei 5Swan nach deren HP durchaus vorhandene ärztliche Begleitung der Einnahme - verlangt werden, sind m.E. exorbitant. Bei 5Swan kommen im Jahr wenigstens knapp 1000 € zusammen - nur für die ärztliche Leistung, das Cannabis muß dann auch noch bezahlt werden. Daß man zusammen mit solchen Unternehmungen eine Kostenübernahme der GKV erreichen könnte, halte ich für ausgeschlossen - wäre aber durchaus nicht unglücklich, wenn ich vom Gegenteil Kenntnis erhielte.

Ich sehe dieses ärztliche Geschäftsmodell ziemlich 'kritisch': es ist von vorneherein nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt, sondern darauf, binnen eines allenfalls mittelfristigen Zeitraums "Kasse zu machen" - denn wenn die Legalisierung in Kraft tritt, hat kein Patient, der keinen Cannabis-freundlichen Arzt finden kann, mehr einen Grund, einen Tausender im Jahr nur für das Rezept auszugeben: er geht dann einfach ins "lizensierte Fachgeschäft". Diese "Cannabis-Mills" werden dementsprechend nach der Legalisierung so schnell wieder verschwinden, wie sie jetzt entstanden sind - "ex und hopp!"

Die sehr hohen Honorare, die m.E. weit über den normalen ärztlichen Gebührenordnungen für diese Leistungen liegen, habe ich schon angesprochen. Die ärztlichen Gebührenordnungen gelten grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, daß Ärzte und Patienten Vereinbarungen über höhere Honorare schließen, ist durchaus zulässig und allgemeine Praxis zB im Bereich der plastischen Chirurgie, den "Schönheitsoperationen". Diese Operationen verlangen, wenn sie wirklich "schöner machen sollen", statt eine Art "Frankenstein" zu schaffen, einen exorbitant hohen Grad ärztlicher Kunstfertigkeit und rechtfertigen von daher m.E. auch exorbitante Honorare.

Bei der Indikationstellung, Verschreibung und Kontrolle von Cannabis handelt es sich indessen m.E. um Routine-Sachen, denen jeder ärztliche Berufsanfänger gewachsen sein sollte und auch nur einen geringen Aufwand erfordern. Es kann auch kaum was schiefgehen - im Gegensatz zum Beispiel von den Schönheits-OPs, wo hinterher 1 Frankenstein herauskommen kann.

Man kann sich auf den allgemeinen Standpunkt stellen, daß jede Maßnahme, die den legalen Bezug von Cannabis ermöglicht, in einem "höheren Sinne" gutzuheißen sei.
Man kann auch den spezielleren Standpunkt einnehmen, daß Patienten, die keinen "Cannabis-freundlichen Arzt" haben oder finden können und mit - derzeit noch - illegalen Selbstversuchen Erfolge erzielt haben, damit ein - wenn auch sehr teurer - Weg aus der Illegalität geboten wird. Auch potentielle Cannabispatienten, die im übrigen erfolglos "austherapiert" wurden, und deren bisherigen Ärzte bei der Anregung eines Versuchs mit Cannabis nur entrüstete Ablehnung erfahren hatten, können durch solche "Cannabis-Mills" Zugang zur Cannabis-Therapie haben und Heilung oder wenigstens Linderung großer Leiden erreichen. Der Schwarzmarkt ist durchaus nicht für jeden zugänglich: man "kriminalisiert sich" und die Gepflogenheiten des Schwarzmarkts sind mitunter äußerst rüde.

Man kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen, daß hier zumindest in einigen Fällen eine Zwangslage ausgenutzt wird.

Und das wollte ich mal zur Diskussion gestellt haben !
KidVapo
Beiträge: 5
Registriert: Sa 15. Okt 2022, 19:12

Re: Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

Beitrag von KidVapo »

Vielen Dank für diesen Beitrag, der hervorragend alle Möglichkeiten beinhaltet. Jeder muss für sich individuell herausfinden ob es finanziell im Rahmen liegt - leider ist es aktuell die einzige Möglichkeit ungestrecktes, unbehandeltes kontrolliertes Medizinisches-Cannabis zu erhalten. Hoffe das die Legalisierung bald abgeschlossen ist.
Brabolepl
Beiträge: 15
Registriert: Fr 30. Dez 2022, 22:05

Re: Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

Beitrag von Brabolepl »

vivian77 hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 10:01 ... Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema, bin aber skeptisch den Weg über eine Onlineplattform zu gehen :?: Jetzt traue ich mich vllt. endlich....
@vivian77 Falls sich deine Skepsis auf die juristische Seite der Geschichte bezieht, ich habe das vor ein paar Tagen mit einem Anwalt abgeklärt weil ich da auch Gewissheit wollte. Passenderweise bei einer Art Teleanbieter für juristische Angelegenheiten :mrgreen:

Wenn bei dir gute Gründe für die Medikation mit med. Cannabis bestehen und eine Therapie nur daran scheitert das du keinen Arzt in deiner Nähe findest dann hast du rechtlich gesehen durch diese Anbieter nichts zu befürchten - auch nicht rückwirkend wenn ein Gericht irgendwann entscheiden würde das diese Teleanbieter nicht legal sind. Haften würden in diesem Fall lediglich die Ärzte.

Unbedingt aber darauf achten, dass Firmensitz und Sitz des Arztes in Deutschland sind! Von Dr. Ansay zum Beispiel wurde mir dringend abgeraten, da Firmensitz in Malta bzw. Zypern (ein Schelm wer böses dabei denkt 😁).

Aus eigener Erfahrung kann ich 5SWAN empfehlen, läuft alles sehr seriös ab und ich fühle mich dort gut aufgehoben, es passt auch menschlich. Bin dort seit Anfang Januar und habe diese Woche mein 2. Rezept erhalten.
KidVapo
Beiträge: 5
Registriert: Sa 15. Okt 2022, 19:12

Re: Erfahrung mit Online Ärzten / Cannabis-Mills allgemein

Beitrag von KidVapo »

Heute neues Rezept eingetroffen.

Von der Firma 420 aus Canada:

- Tiger Paw
- Icecream Cake x Kushmints

Bin weiterhin bei Kanna Medics, jedoch gibt es nun auch einen günstigeren Anbieter, wo die weiteren telefonischen Rezeptausstellungen nur noch um die 70EUR kosten.

Bin gespannt auf die Wirkung des Präparats.
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