Hallo an Alle und...
...erstmal hanfige Grüße aus dem tiefsten Niederbayern.
Ich will Euch einen kurzen Einblick in unser Leben mit (und ohne) Cannabis geben.
Erstmal zu uns. Wir, das sind kursgefasst, Sabine und ich, Andi. Wir haben beide ein Kind aus einer anderen Beziehung.
Am besten fang ich mal bei mir an.
Ich bin gut behütet in einer mittelständischen Familie in Passau aufgewachsen. Den ersten Kontakt zu Cannabis hatte ich mit etwa 12 Jahren durch meinen Grosscousin, welcher in München wohnte. Der erste Kontakt zu Alkohol und Zigaretten fand mit etwa 10 Jahren in der Ministrantengruppe (katholisch) statt und riss auch lange Zeit nicht mehr ab, dazu später mehr…
Nach meinem Schulabbruch vom Gymnasium machte ich eine Tischlerlehre, dann Zivildienst und nach ein paar Jahren Berufserfahrung machte ich schließlich meinen Bautechniker. Was mich all die Zeit begleitete, waren Zigaretten, Alkohol und Cannabis. Und zwar genau in der Reihenfolge.
Dies änderte sich, als ich nach 5 Jahren Selbständigkeit (Skateboardrampenbau, u.ä.) wieder in ein Angestelltenverhältnis wechselte, Haus baute und ein Kind mit meiner damaligen Frau erwartete.
Der Alkohol drängte sich immer weiter in den Vordergrund. Er schlich sich langsam ein (man entkommt Alkohol in Bayern nur sehr schwer!) und brachte mich schlußendlich dazu täglich bis zu 15 (0,5Liter) Flaschen Bier zu trinken. Die erste davon oft schon vor der Arbeit (damals als Planer und Verkäufer von PV-Anlagen), die letzte spät Nachts.
Ich hatte ein Problem!
NEIN, ich war krank! Alkoholkrank! Süchtig! Körperlich genau so wie psychisch.
Wie ich es zu guter letzt schaffte diese Krankheit zu besiegen erzähle ich euch auch gern persönlich! Nur soviel: Ohne Sabine und ohne Cannabis wäre ich wohl nicht mehr auf dieser Welt und könnte das hier nicht schreiben.
Sabine hatte es ebenso nicht leicht im Leben. Aufgewachsen ist sie in Breitenberg nahe der Grenze zu AT und CZ. In Ihrer Jugend bis ins Erwachsenenalter begleitete sie eine Essstörung, welche aus der schwierigen familiären Situation resultierte. 2 Jahre nach der Geburt ihrer Tochter stellte man beim Vater Hautkrebs im vorgeschrittenen Stadium fest. Michael, Vater von Lena und damaliger Lebensgefährte von Sabine starb ca. ein halbes Jahr nach der Diagnose.
Nach mehreren mehr oder weniger erfolgreichen Therapien schaffte es Sabine, sich selbst aus dem Sumpf der Essentstörung zu ziehen.
Dennoch waren immer wieder Depressionen, Reizzustände und Aussichtslosigkeit gang und gebe.
Kontakt zu Cannabis hatte Sabine immer wieder mal, jedoch nie Regelmäßig.
Bis wir uns kennen lernten. Wir zogen uns gegenseitig hoch und an unserer Seite war seit dem immer unsere heimliche Geliebte und der Rettungsanker in der Not: CANNABIS
Ich schaffte es ohne stationäre oder ambulante Therapie (was ich so aber nicht jedem empfehlen würde!) meine Alkoholkrankheit nur mit Hilfe von Cannabis, viel Liebe und, den ersten Tagen, ein paar mg Diazepam (mit dem Hausarzt abgesprochen!) zu therapieren!
Mittlerweile bin ich über 2 Jahre trocken und verspüre, selbst in Gesellschaft, wo Alkohol konsumiert wird (also überall) keinen Suchtdruck! Vorausgesetzt ich habe meine Medizin!
Sabine stellte auch verwundert fest, dass sie, seit sie regelmäßig Cannabis rauchte viel Ausgeglichener und Positiver eingestellt war.
Die psychoaktive Wirkung stellte sich natürlich mit der Zeit weitgehend ein, bzw. wusste man nach einiger Zeit wieviel man für die, für uns gewünschte medizinische Wirkung an Substanz benötigt.
Zumindest meistens. Den unser großes Problem war natürlich: Woher nehmen, wenn nicht stehlen!? Das Problem am Schwarzmarkt war ja nicht die Verfügbarkeit sondern die Qualität! Man wusste meist nicht was man bekommt, ob es für uns überhaupt die richtige Wirkung hat und ob eventuell sogar (gesundheitsgefährdende) Streckstoffe enthalten sind.
Da ich eher zwei rechte als zwei linke Hände habe war die logische Konsequenz natürlich der Eigenanbau! Gesagt, getan. Meine Lebensversicherung (was für ein Wort!?) wurde gekündigt und von den mittlerweile 0,05€, welche sich dort über ein paar Jahre angehäuft haben, wurde u.a. Growequitment gekauft. Der erste Grow mit 25 Pflanzen auf 2 Zelte verlief sehr erfolgreich und wir hatten endlich die Medizin, die wir brauchten! (Ist mittlerweile einige Zeit her…)
Nach einem Umzug und Umständen, die hier zu weit führen würden, stand überraschenderweise auf einmal die Kripo vor der Haustür! Hausdurchsuchung!
Kurzum, die Polizisten waren weitgehend freundlich (und jung), nur der Einsatzleiter musste natürlich das A…loch raushängen lassen. Von wegen „Präzedenzfall“ und „Dealer“… des Weiteren wurde Sabine, ohne, für uns, ersichtlichen Grund einer Leibesvisitation unterzogen, wozu extra noch eine Polizistin herbestellt wurde. Das war natürlich für Sabine, gerade mit ihrer Vorgeschichte, äußerst demütigend!
Ich muss dazu sagen, ich habe höchstens Freunden ausgeholfen, nie verkauft o. ä.! Aufklärung, und das wird Ihnen jeder in meinem Bekanntenkreis bestätigen, ist für mich bei egal welcher Substanz das A und O!
Ich habe mir wohl mehr Wissen über legale und illegale psychoaktive Substanzen, deren Gebrauch, Dosierung, Herkunft, Chemie, Set und Setting, etc. angeeignet als so mancher „Suchtspezialist“ oder Arzt.
Nun ja, die Polizisten fanden, 10g getrocknete Blätter (!) welche als psychoaktives Cannabis deklariert wurde, 9 Pflanzen a ca.60cm, 9 Sämlinge mit 3-5cm und 5 XTC Tabletten.
Danach kamen noch Schikanen ala Aussage von Sabine allein in der PI usw.
Dann kam der Strafbefehl mit 80 Tagesätzen.
Ich legte Berufung ein, alleine schon weil in beiden Anklagepunkten die Tatorte schlichtweg falsch waren!!!!!! (sic!)
Vor der Verhandlung nahm mich der Richter zur Seite und fragte kurzgesagt ob ich heute einen Freispruch will und dann die Sache neu aufgerollt wird und ich die Gerichtskosten dann zu tragen habe, oder ob ich mit der Reduzierung der Höhe der Tagessätze auch „zufrieden“ bin.
Ich war in dem Moment zufrieden, da ich einfach auch wollte, das dieses Stigma und der seelische Druck weg ist.
Kurz darauf bekam Sabine einen Brief, dass sie wg. der bei Ihr gefundenen XTC Tabletten angeklagt wird, obwohl ich diese Straftat SCHRIFTLICH auf mich genommen hatte, was auch stimmte! Sie wusste nichtmal, dass die Tabletten in der Tasche waren!
Die Verhandlung ist noch nicht angesetzt, und dieses mal haben wir uns einen Anwalt genommen. We´ll see what comes...
Nun was soll ich sagen, mittlerweile haben wir beide keinen Job mehr, wobei ich überlege mich wieder selbstständig zu machen…
Fest steht: WIR LASSEN UNS UNSERE MEDIZIN NICHT NEHMEN!
Als nächstes steht bei uns auf jeden Fall die Ausnahmegenehmigung auf dem Programm. Aber find in Niederbayern mal einen Arzt, der nicht gleich Aufspringt und davonläuft wenn du das schlimme Wort C…..s in den Mund nimmst! Hinzu kommt, dass wir jetzt nicht DIE Krankheitsbilder haben.
Werden wir aber auch noch hinbekommen. Also das mit der Genehmigung

Haben ja jetzt hier mit Sicherheit ein paar Leute mit Erfahrung in der Materie!
Ich halt euch auf dem Laufenden! Fragen und Anregungen sind immer wilkommen!
Lg, Andi