@Tictak
Ich sags mal so, in einem Anbauverein, wo der Gärtner Schwierigkeiten mit Stecklingen hat, würde ich nicht Mitglied sein wollen

Der Punkt ist halt der, dass die intern benötigten Stecklinge eigentlich bei der Pflege der Pflanzen sowieso anfallen. Ob da ein Verein den Mehraufwand betreibt, die auch noch extra zur Abgabe (nur Selbstkostenpreis, nichtmal nur an Mitglieder) zu produzieren, ist fraglich.
Warum sollte ein Verein die Obergrenze von 500 Mitgliedern überhaupt "ausnutzen"? Die müssen ja nicht so viele aufnehmen, nur weil das als Obergrenze formuliert ist. Wirklich geringfügig reduzierte Kosten für die Mitglieder vielleicht, gleichzeitig aber auch größerer Verwaltungsaufwand. Hängt auch von der Größe der Immobilie ab, die für den Zweck angemietet werden kann. Neben der Anbaufläche mit Zugangswegen brauchts da noch Lager, Platz für gärtnerische Arbeiten, Verarbeitung/Verpackung, einen Büroplatz und eine "Ladenfläche" für die Abgabe. Bei 100 Mitgliedern würde ich da insgesamt mit 60qm mit geeigneter Raumaufteilung rechnen, bei 500 Mitgliedern mit etwa 250qm. Vielleicht irre ich mich da, aber ich würde meinen, was Kleineres wäre da leichter zu finden. Jedenfalls, ich erwarte da die Gründung von vielen Vereinen, die ihre Mitgliederzahl unter 500 limitieren werden, ob nun Großstadt oder aufm Land.
Mit der Kapazität von Stromanschlüssen kenne ich mich nicht aus. Wenn ich von 80qm beleuchteter "Blühfläche" für 500 Mitglieder und Beleuchtung mit 300W/qm ausgehe, dazu eine halb so große Fläche mit 200W/qm für die gestaffelte Anzucht, dann zieht das zusammen 32kW. Noch großzügig Umluft, Abluft und die gängigen kleinen Verbraucher dazu, vielleicht 35kW gesamt. Wenn es die Räumlichkeiten hergeben, könnte man allerdings die Blüte (zieht mit Abstand am meisten) auf zwei Räume aufteilen und im Wechsel 12/12 laufen lassen. dann wäre die Spitzenlast in der Rechnung auf 23kW reduziert. Das ist kein allzu hoher Wert, z.B. Ladestationen (E-Auto) für die private Installation sind auf 11 oder 22kW ausgelegt.
Beim Ertrag pro qm habe ich mich nicht an Angaben von Samenanbietern orientiert. Dass dort im Zweifel vor allem Werbeversprechen zu finden sind, ist wohl klar.
Ne, ich hab bei Growern auf YT und in einschlägigen Foren mit "Anbaureports" und so recherchiert. Zusammengefasst: LED-Beleuchtung von 300-400W pro qm in der Blüte, und man kann jedenfalls 1g/W Ernte erwarten, wenn man im Wesentlichen alles richtig macht. Erfahrene Grower holen mehr (bis zu 2g/W) raus. Diskutieren kann ich das mangels eigener Erfahrung nicht, gehe aber mangels anderer Quellen davon aus, dass das im Wesentlichen so zutrifft.
Dann dürften 400g/qm noch recht konservativ gerechnet sein, wenn man beim Anbau im CSC von (semi-)professionellem und effizienten Anbau ausgeht. Ich meine, ich würde mir da jedenfalls keinen Gärtner ranholen, dessen Erfahrung aus ein paar Grows auf einem Quadratmeter und einer Mischung aus Pi mal Daumen, Ausprobieren und YT-Academy besteht.
Saatgut: Ich sehe nicht, dass CSC´s eigene Sorten züchten und zertifizieren lassen würden. Wie du sagst, wenn überhaupt wäre das eine längerfristige Entwicklung.
Ich habe davon gesprochen, dass nach §14 des Gesetzesentwurfs der Anbau (CSC und privat) nur mit zugelassenen Sorten erlaubt sein soll. Ob vom CSC selbst gezogene Samen aus entsprechenden Pflanzen überhaupt als ebenfalls "zugelassenes Saatgut" gilt, ist fraglich. Möglich, dass sie das weder verwenden noch abgeben dürften, sondern hierzu Saatgut von einem zertifizierten Hersteller beziehen müssen.