pepre hat geschrieben: So 10. Sep 2023, 10:15
(...)
...dass selbst akut bekiffte und subjektiv stark berauschte Versuchspersonen praktisch kaum in ihrem Leistungsvermögen eingeschränkt sind. Man habe 14 Freiwillige innerhalb weniger Stunden drei Joints rauchen lassen. Danach habe man sie auf Fahrrädern mit Stützrad durch einen Parcours geschickt, um deren Fahrfähigkeit zu testen: Bälle, die über die Fahrbahn kugeln, enge Spiralen, Lichteffekte. Und keiner hatte relevante Einschränkungen...
Das sind so "alternative Fakten", die ich liebe: "14 Freiwillige" - ist das eine repräsentative Auswahl ? Was waren das für Leute ? "Innerhalb weniger Stunden drei Joints" - das ist so präzise wie "drei Schnäpse" und was sind "wenige Stunden" - drei, vier, fünf ... Die Beschreibung des "Parcours" bleibt auf gleich hohem Präzisionsniveau. Und das Ganze soll dann dazu dienen, total bedröhnte Teilnahme am Straßenverkehr schönzureden. Richtig typisch "real existierende Demokratie"
Keine psychoaktive Substanz
muß zur Fahruntüchtigkeit führen - erst recht nicht bei Abhängigen, die auf ihren "Pegel" angewiesen sind, um überhaupt "Alltagstauglich" zu werden.
Umgekehrt
kann jede psychoaktive Substanz im Einzelfall auch in geringsten Mengen weit unterhalb jeder gesetzlicher Grenzwerte zur Fahruntüchtigkeit führen.
Ich habe das selbst mal vor 1/4 Jahrhundert bei einer aus religiösen Gründen alkohol-abstinent lebenden Freundin live erlebt, die bei mir zu Besuch mal die Wirkung von Alkohol "unter kontrollierten Bedingungen austesten" wollte und nur 1 Schluck (in Worten: nur einen wenzigen Schlock) von einem sehr guten Single Malt aus meinem Glas trank: sie wurde davon regelrecht besoffen, aber lallte immer wieder "Ich fühle mich überhaupt nicht beeinträchtigt". Ich, der ich den Rest des wohlgefüllten Glases getrunken hatte, habe sie dann "ins Auto getragen", nachhause gefahren und ihr dann auch noch die Haus- und Wohnungstür aufschließen müssen. Das Ganze war für uns nur lustig gewesen - aber wenn diese Frau, die sich "überhaupt nicht beeinträchtigt" fühlte, selbst gefahren wäre und einen Unfall gebaut hätte, wäre ihr Blutalkoholspiegel wahrscheinlich an der untersten Grenze des Messbaren gewesen, mein eigener dagegen wahrscheinlich schon im strafrechtlich relevanten Bereich.
Machen wir uns doch nichts vor: psychoaktive Substanzen, die von erheblichen Teilen der Bevölkerung regelmässig konsumiert werden, stellen eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr (und ähnliche Tätigkeiten) dar, die nur durch entsprechende Verbote in einem "sozialverträglichen" Level gehalten werden kann. Diese Verbote müssen leicht handhabbar und justiziabel sein, weil es eben um Massenphänomene geht. Dafür braucht es objektivierbare Grenzwerte und diese führen nun mal zu Ungerechtigkeiten im Einzelfall.
Das ist m.E. hinzunehmen, weil "Leben durch Vernunft dividiert geht nun mal nicht null auf null auf." (Gerhard Zippelius, ein seinerzeit prominenter Rechtswissenschaftler)
Ich für meinen Teil hätte gegen eine "Null Promille Grenze" für alle psychoaktive Substanzen, selbstverständlich auch Alkohol, überhaupt nichts einzuwenden, soweit es um die Führung von Kraftfahrzeugen und vergleichbare Tätigkeiten geht. Das hat im "real existierenden Sozialismus" ganz hervorragend gut funktioniert und könnte vielleicht sogar eine sozial höchst wünschenswerte Nebenwirkung zeitigen: nämlich die Resurektion der Dorf- und Viertels-Kneipen, die seit langem auf dem Aussterbe-Etat sind, weil alle zum sich-zudröhnen (egal womit) unbedingt "in die Stadt" fahren wollen.
Motto: "Global schwafeln - lokal saufen & kiffen !"
Jaja, schon gut ... ich hab mal wieder meinen polemischen Abend ... ^^