Guten Tag, Hallo und Howdy.
Zu meiner Person gibt es folgendes zu sagen: 36 Jahre, glücklich verheiratet, stolzer Papa der besten Tochter (7 Jahre), Landesbeamter NRW (50% Beihilfe/50% PKV bei der Continentale).
Ich leide seit 2020 an chronischen Schmerzen nach einem lumbalen Bandscheibenvorfall (LWK 4/5 mit Dorsalverlagerung der Wurzeltasche L5 links und initiale Facettengelenkhypertrophie in den beiden unteren Höhen).
Mein Therapieverlauf:
- Orthopädische Schuheinlagen,
- Krankengymnastik (nach 5 Monaten beendet, da Übungen daheim durchgeführt werden),
- Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht (Übungen werden daheim durchgeführt),
- Schmerztabletten in Form von Paracetamol in Verbindung mit Diclofenac mit Pantoprazol (Einnahme wurden nach ca. 2 Monaten eingestellt)
Seit Juni neuer Therapieversuch mit med. Cannabisblüten. Behandlung lief über Algea Care.
Die PKV übernimmt alle kosten.
Die Beihilfe NRW hat mein Gesundheitsamt beauftragt, ein Gutachten zu erstellen mit dem Ziel der Kostenübernahme.
Am 20.10. hatte ich einen Termin beim Gesundheitsamt.
Im Gespräch vor Ort, kamen folgende Argumente die gegen eine Übernahme sprechen:
- ich wurde gefragt, warum man meine behandelnde Ärztin von Algea Care (Fachärztin für Anästhesiologie (mit langjähriger Tätigkeit auf der Intensivstation, Schmerzstation und sicher über tausend postoperativen Analgesien) nicht bei Google.de zu finden sei
- Eine Face-to-face-Behandlung mit einem Arzt vor Ort ist immer besser, als eine Videosprechstunde
- Der direkte Weg von meinen Schmerztabletten zum med. Cannabis gefällt denen nicht. Es gäbe noch mögliche Zwischenschritte wie z. Bsp. Novalgin oder Tilidin
- Nebenwirkungen von Psychosen bei Cannabis bei Jugendlichen
- ich solle doch einen Arzt bei mir daheim suchen, der evtl. Orthopäde und Schmerztherapeut gleichzeitig ist
- Physiotherapie soll doch weiter gemacht werden
- Es wurde nicht nach meinem momentanen Zustand und Therapieverlauf gefragt!
In dem Gespräch habe ich meine Ängste zu Opioiden ganz klar geäußert.
Dann habe ich den Bescheid der Beihilfe erhalten, samt Gutachten des Gesundheitsamtes, welches im Anhang ist.
Ihr Ergebnis ist, dass die medizinische Notwendigkeit der Behandlungsmaßnahme zunächst nicht bestätigt werden kann, da Therapiemöglichkeiten mit anderen Präparaten aus amtsärztlicher Sicht vorliegend nicht ausgeschöpft sind.
Ich war bei einem Schmerztherapeuten, der mir den Rat gab, das "Spielchen" mitzuspielen. Zum Arzt gehen, Novalgin holen, 1 Monat nehmen, Wiedervorstellig werden wegen Nebenwirkungen/keine Wirkungen, dann Tilidin holen, 1 Monat nehmen, Wiedervorstellig werden wegen Nebenwirkungen/keine Wirkungen und dann wieder med. Cannabis.
Ich seh es nicht so. Die Therapiehoheit hat der Arzt, nicht die Beihilfe oder Krankenkasse.
Ich habe erstmal Widerspruch eingelegt und suche jetzt einen Arzt, der mit einer Gegenstellungnahme antwortet.
Es ärgert mich sehr, dass hier so ein Affen-Theater gespielt wird.
Ich würde sagen: Ich habe fertig
Beste Grüße