Prof. Dr. med. Lauterbach hat ebendiesen Tunnelblick. Das ist nichts Ungewöhnliches: quasi die gesamte Ärzteschaft hat ihn.¹HabAuchNeMeinung hat geschrieben: Mi 26. Jul 2023, 23:07 Der Typ ist echt komplett lost und hat nach fast 2 Jahren immer noch keinerlei Ahnung von irgendwas.
Zudem kann man das, was die Prohibitionisten betreiben, durchaus als mediale Hexenjagd bezeichnen. Lauterbach lässt sich komplett in die Defensive drängen. Dabei müsste er nur die Fakten nennen: mehr als 99,6% aller Cannabiskonsumenten werden wegen ihres Konsums nie klinisch auffällig. Wegen der maximal 0,4% problematischen Fälle² jedoch 100% der Konsumenten zu kriminalisieren: das macht keinen Sinn. Punkt.
Das begreifen auch die Kinder- und Jugendärzte nicht (s. Tunnelblick). Die Prohibitionisten nutzen das und platzieren diese alarmistischen Meldungen prominent in den Hauptnachrichtensendungen im üblichen Tenor: "Denkt doch bloß an die armen Kinder!". Zerstörte Existenzen aufgrund der Kriminalisierung sind überhaupt kein Thema und waren es (medial) nie. Dabei ist das der Hebel, mit dem sich die Legalisierungsbefürworter von der Hexenjagd befreien könnten. — Kurz: die Pressearbeit der Regierung ist ein Desaster, sie lässt sich am Nasenring so brutal durch die mediale Manege ziehen, dass das Zuschauen schon weh tut.
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¹ Das betrifft leider fast alle Berufsstände: durch die hochgradige Spezialisierung, die u.a. unserem Bildungssystem geschuldet ist, fällt die Interdisziplinarität (aka "über den Tellerand kucken") nahezu komplett hinten runter. Ein Großteil unserer Probleme rührt daher, dass zwar jeder seinen Bereich optimiert, aber Seiteneffekte in andere Disziplinen so gut wie gar nicht auf den Schirm hat.
² Das ist ungefähr jeder 250. Konsument. Da sieht die Lage bei Alkohol weit weit übler aus: 9 Millionen Menschen mit "problematischem Konsum" und über 200.000 vollstationäre Behandlungen plus 69.300 (2021), 76.300 (2020), 100.100 (2019) Fälle von akuter Alkoholvergiftung. (Quelle)
Interessant dabei: Wenn man 80.000.000/100*2/3*0,5 = 266.000 rechnet (80 Millionen Einwohner, 2/3 davon trinken Alkohol), dann scheint es so zu sein, dass schlicht und ergreifend ungefähr 0,5% der Bevölkerung den Rauschmittelkonsum nicht unter Kontrolle hat, völlig unabhängig vom Rauschmittel und auch vom Status legal/illegal. Das wäre doch mal eine Studie wert, zumal es die Maßnahme "Prohibition" per se ad absurdum führen würde.