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Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 14:40
von klartext
> http://amerika21.de/2014/01/96235/marihuana-uruguay
es ist eigentlich allen bekannt, welches Potential in Cannabis steckt ....

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 16:30
von Xardias
War ja abzusehen, jetzt wo die Legalisierung so langsam ins Rollen kommt.

Die Pharma Unternehmen haben natürlich Angst dass die Menschen auf die Alternative Cannabis umsteigen und die chemische Keule links liegen lassen.

Wohin die ganzen Entwicklungen führen bleibt sehr spannend. Die Pharma Unternehmen stellen sich das bestimmt wie folgt vor: Falls Cannabis in nächster Zeit in Deutschland medizinisch erlaubt werden sollte, lassen sie sich die Gewinne nicht entgehen. Im besten Falle nur eine Freigabe von Präparaten und solchen Medikamenten wie Sativex, welche direkt bei den Pharma Unternehmen hergestellt werden. Blüten lassen sich wahrscheinlich nicht so gewinnbringend verkaufen.

Das sind einfach nur irgendwelche Vermutungen von mir, korrigiert mich wenn sich das zu düster anhört.. aber ich bin der Meinung, falls eine medizinischen Freigabe erfolgt, dann dürfen wir uns auf keinen Fall damit zufrieden geben.. Denn dadurch bekommen die Pharma Unternehmen eine neue Goldgrube sofort vor die Haustür. Zumindest wenn es auch über die Pharma Unternehmen laufen soll.

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 17:12
von Nebula
Naja die Pharmaunternehmen sind jetzt nicht der Teufel in Person und ich finde es richtig das sich Firmen wie die Bayer AG darum bemühen neue Medikamente zu entwickeln. Denn dafür braucht man eine Menge Know-how und viel Geld was wir wiederum nicht besitzen. Wie es uns freigestellt sein soll Gras zu rauchen so soll es auch der Pharmaindustrie freigestellt sein mit Cannabis das zu machen was sie für richtig halten schließlich gehört uns diese Pflanze auch nicht. Niemand zwingt einen ja ein Medikament zu nehmen.
Blüten lassen sich wahrscheinlich nicht so gewinnbringend verkaufen.
Die Blüten lassen sich wohl am einfachsten verkaufen. Der Anbau ist nicht schwer und man muss es nicht teuer vermarkten und kann trotzdem eine hohe Gewinnmarge erzielen da die Leute an die Schwarzmarktpreise gewöhnt sind. 10€ für ein Gramm gutes Gras ist in den Köpfen der Leute kein Wucher auch wenn der wirkliche Wert nur bei ein Paar Cent liegt (kommt natürlich auf die Größe der Plantage drauf an und damit haben die Pharmafirmen genau wie die Tabakindustrie nicht wirklich ein Problem)

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 17:45
von bushdoctor
Pharmalabore sind auch nötig, wenn man große Mengen medizinisch standardisierter Voll- und Teil-Extrakte ("Rick-Simpson-Öl") anbieten möchte. Sowas zieht man nicht schnell in ner Garage hoch...

Es wäre interessant, wenn man die Vision von Wernard Bruining, verfolgt und professionel hergestelle "Mono-Cannabinoid-Extrakte" durch Apotheken vor Ort zu persönlich zugeschnittenen Cannabis-Präparaten zusammen mixen lassen könnte:
Ein Epilepsie-Patient bräuchte so z.B. vielleicht 100% CBD ein anderer aber 1% THC und 99% CBD als Cannabis-Medizin, wiederum ein anderer aber 3,5% THC und 96,5% CBD,... etc...

Ich sehe es genauso: Pauschal sollte "die Pharmaindustrie" nicht verteufelt werden!

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 18:03
von Essener
Entschuldigung, daß ich hierzu eine Meinung vertrete, die vielleicht nicht jedem passt und vielleicht auch nicht jeder hören (lesen) will. Aber das ist jetzt nicht der erste Bericht, den ich gelesen habe, seit dem das Gras in Teilen der USA legalisiert wurde, indem es darum ging, daß jetzt urplötzlich die Pharmaindustrie Interesse an dem legal angebauten Marihuana zeigt.

Gerade die Pharmaindustrie ist doch ein Aparat der Hypokratie hoch drei. Sich nach Jahrzehnten der Prohibition, an die natürliche Hanflobby anzubiedern, ist eine solche Heuchelei, das es bis zum Himmel stinkt.

Denn gerade auch die Pharmaindustrie hat doch alles daran gesetzt, daß das natürliche THC in jeder Hinsicht keinerlei Chace auf dem Markt bekommt, um nämlich diesen Stoff synthetisch herstellen zu können, durch diesen sich wiederum Patente anmelden lassen, mit denen dann Geld wie Heu gemacht wird.

Man, wenn ich darüber nachdenke, bleibt mir das Essen im Hals stecken. Am liebsten würde ich mich jetzt an dieser Stelle und überhaupt mal so richtig über die einzelnen Industriezweige auslassen, die von der Prohibition profitiert haben und es auch immer noch tun.

Aber wenn ich das tue, sehe ich mich jetzt schon einem „Scheiß-Sturm“ ausgesetzt. Von daher halte ich mich diesbezüglich jetzt erstmal zurück. :shock:

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Mo 13. Jan 2014, 18:37
von bushdoctor
Essener hat geschrieben: Denn gerade auch die Pharmaindustrie hat doch alles daran gesetzt, daß das natürliche THC in jeder Hinsicht keinerlei Chace auf dem Markt bekommt, um nämlich diesen Stoff synthetisch herstellen zu können, durch diesen sich wiederum Patente anmelden lassen, mit denen dann Geld wie Heu gemacht wird.
Die "Pharmaindustrie" stellt doch schon seit Jahren Cannabinoide "synthetisch" her. Was meint ihr, wo die ganzen künstlichen Cannabinoide in "Spice" und Konsorten her kommen...? Die wurden alle in Pharmalabors synthetisiert, weil die für die Forschung notwendigen Genehmigungen für echtes Cannabis eine Zeit lang nicht zu bekommen waren.

Das Geschäftsmodel von Big Pharma ist nunmal der "Patentschutz" und Hanf kann man nur patentieren, wenn man ihn "genmanipuliert"... deshalb wird "normaler" Hanf aber trotzdem nicht plötzlich verschwinden auch wenn Monsanto es gerne möchte...

Der Normalbevölkerung wird man aber nicht gut verkaufen können, dass "normaler" Hanf verboten ist, aber genmanipulierter nicht, deshalb wird es nicht einfach werden, die "Pfründe" zu sichern. In den USA gibt es mittlerweile eine stake Legalisierungsbewegung, die sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen werden! Da kann sich Big Pharma auf den Kopf stellen! Hanf wird "Volkmedizin" werden! Ausserdem werden die Gesundheitssysteme irgendwann ex- oder implodieren... diese Zuwachs- und Gewinnraten werden nicht mehr lange aufrechterhalten werden können!

Ich sehe das Ganze also ziemlich locker.

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Di 14. Jan 2014, 09:22
von klartext
Essener hat geschrieben:Entschuldigung, daß ich hierzu eine Meinung vertrete, die vielleicht nicht jedem passt und vielleicht auch nicht jeder hören (lesen) will.
.... :shock:
Dafür sollte man sich nicht entschuldigen, zumal ich denke, dass Sie den Sachverhalt recht zutreffend einschätzen. Es ist die Pharmalobby, die in Deutschland weiten Einfluss auf die Politik hat und in deren Interesse es ist, die Prohibition hierzulande aufrecht zu erhalten. Das garantiert den Schutz vor der Konkurrenz aus dem bisher nicht patentierbaren Pflanzenreich. Wenn jetzt allerdings Länder diesen Staatsschutz der Prohibition aufgeben, dann muss man handeln und das heißt, sich dieser Konkurrenz zu bemächtigen um sie im eigenen Interesse zu vereinnahmen.

Es ging mir mit dem Hinweis auf den Bericht aber nicht vorrangig darum, hier eine Diskussion um die Moral von Pharmaunternehmen zu befördern, sondern den aufmerksamen Legalisierungsbefürwortern transparent zu machen, dass die Argumentation "Cannabis sei ein wertvolles Medikament mit breitem Wirkungsspektrum" für die Aufhebung der Prohibition eigentlich ein "Eulen nach Athen tragen" ist. Das wissen die schon lange, darum geht es doch gar nicht!

Wer ein Gesetz abschaffen möchte, muss den juristischen Aspekt der Untragbarkeit dieses Gesetzes klarstellen können. Die meisten Diskussionen von Legalisierungsbefürwortern laufen eher wie Rechtfertigungsveranstaltungen ab, in denen vermeintlich Sachkundige und erfahrene Diskutanten über "positive Seiten" von Hanf aufzuklären versuchen. Das ist aber bei den Entscheidungsträgern bekannt, auch wenn sie teils schon dummdreist solcher Argumentation begegnen. Aber auf diese Art lässt sich eine Diskussion in zermürbende Länge ziehen und ein Thema zerreden. Man verliert sich in Detaills und Bagatellerklärungen, während die Prohibitionisten sich die Hände reiben, weil es wieder gelungen ist, die Diskussion am Kern des Problems vorbeizuführen.

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Di 14. Jan 2014, 10:19
von Essener
Hallo Klartext.

Vielen Dank, für Ihren Zuspruch bezüglich meines Kommentars. Ich persönlich wollte jetzt auch keine Diskussion auslösen. Mir war schlicht weg und ergreifend der Kragen geplatzt, als ich diesen Artikel gelesen habe, da ich es grobgesagt nämlich in keinster Weise nachvollziehen kann, wie man so sehr an seiner Macht und am Geld kleben kann, daß es schon ekelig ist.

Übrigens „Eulen nach Athen tragen“ ist nicht schlecht. Den kannte ich bislang noch nicht. Ich glaube, den muss ich mir merken. :)

Ja, ich glaube Sie könnten Recht damit haben, daß unsere Begründungen und Argumentationen, die wir Hanffreunde hervorbringen und mit denen wir versuchen, uns rechtzufertigen, den Regierenden hinlänglich bekannt sind und sich somit auch weitestgehend im Sand verlaufen.

Aber wenn es den Prohibitionisten immer wieder gelingt, die Diskussion am eigentlichen Kern des Problems vorbeizuführen, sollten wir Hanffreunde versuchen, an unserer Art und Weise, für das Cannabis zu kämpfen, etwas zu ändern. Nur die Frage ist, was könnte man ändern ? Ich persönlich habe da keine Antwort drauf. Zumindest noch nicht. :?

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Di 14. Jan 2014, 14:05
von klartext
Essener hat geschrieben: Übrigens „Eulen nach Athen tragen“ ist nicht schlecht. Den kannte ich bislang noch nicht. Ich glaube, den muss ich mir merken. :)

Aber wenn es den Prohibitionisten immer wieder gelingt, die Diskussion am eigentlichen Kern des Problems vorbeizuführen, sollten wir Hanffreunde versuchen, an unserer Art und Weise, für das Cannabis zu kämpfen, etwas zu ändern. Nur die Frage ist, was könnte man ändern ? Ich persönlich habe da keine Antwort drauf. Zumindest noch nicht. :?
Nun, der Spruch ist ein Klassiker.
Was in der Diskussion geändert werden muss, ist das, was faktisch nicht zu legitimieren ist, die Anwendung des Strafrechts beim Umgang erwachsener Bürger mit Cannabis zu privaten Zwecken, zu thematisieren. Es ist eigentlich offensichtlich, dass das, was hier zum Straftatbestand per Gesetz erklärt wird faktisch nichts vom Wesen einer Straftat hat. Damit missbraucht der Staat dieses Machtmonopol, was in einem Rechtsstaat in der Anwendung an ganz enge Kriterien geknüpft ist zur ideologischen Bevormundung seiner Bürger. Dies ist aber in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat explizit ausgeschlossen, das ist die Vorgehensweise autoritärer Unrechtssysteme.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich der Straftatbestände "Cannabiskonsum" heute und "Rassenschande" damals nach 1935. Beiden Handlungen fehlt das klassische Merkmal einer Straftat, nämlich einen 'geschädigten Dritten' durch dieser Handlungsweise zu haben. Es wird in beiden Fällen hier eine "Schädigung der Volksgesundheit" behauptet, für die es tatsächlich aber in beiden Fällen keinen beweis gibt.
Der Unterschied liegt allerdings im Strafmaß. Für Cannabiskonsum gibt es keine Haft im Konzentrationslager.

Re: Und schon greifen sie danach >

Verfasst: Di 14. Jan 2014, 14:40
von bushdoctor
klartext hat geschrieben:Es ist eigentlich offensichtlich, dass das, was hier zum Straftatbestand per Gesetz erklärt wird faktisch nichts vom Wesen einer Straftat hat.
Sehr gut gesprochen, klartext!!!

Das Stichwort, das hierbei in der juristischen Fachwelt gerne zur Legitimation des BtmG herangezogen wird lautet "abstraktes Gefährdungsdelikt".
Es gibt eine ausgezeichnete Jura-(Doktor?)-Arbeit über die Hintergründe des strafbewerten Drogenverbots. Wen also die Hintergründe und die "staatliche Argumentation" verstehen möchte, sollte hier mal reinlesen:

Drogenstraftaten und abstrakte Gefährdungsdelikte (PDF)

...hinterher ist man wieder "schlauer", versprochen! ;-)

Hinweis: Diese Arbeit ist keineswegs: Pro Drogenverbot, sonder argumentiert ähnlich wie klartext. NUr unter abenteuerlichen legalistischen Verrenkungen gelingt es die Strafbewehrung zu konstruieren. (!)