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Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: So 24. Mär 2024, 19:05
von -Beach-Guy-
Bleib der Schwarzmarkt oder stirb er die nächsten Jahre.
Kenne ja viele Leute die haben keine Lust anzubauen oder seine Daten in Verein anzugeben,dann bleib ja nur der Dealer.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: So 24. Mär 2024, 19:28
von Martin Mainz
Hi Beach Guy.
Keine Ahnung, warum Du den Thread im Subforum vorOrt - Berlin angelegt hast, ich denke mal das Thema hatten wir schon 1000 Mal, aber um die Entwicklung in Zukunft zu dokumentieren soll dieser Thread hier dienen.
Ich denke der "Schwarzmarkt" im kommerziellen Sinne wird sehr schnell zurückgehen. Dagegen wird es massenweise Überproduktion bei diversen Homegrowern geben, die nicht alle Bock haben das Überschüssige in Öl kaltzupressen oder Haschisch draus zu machen.
Also wirds verschenkt und das ist ja im Prinzip auch eine Art "Schwarzmarkt". Den wirds so lange geben, bis die Leute das Gras auch im Laden kaufen können, dann werden viele glaube ich darauf umschwenken. Und dann ist der Rest so marginal, daß er schon lange kein Thema mehr sein wird.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: So 24. Mär 2024, 19:56
von LaMaria
Martin Mainz hat geschrieben: So 24. Mär 2024, 19:28
Ich denke der "Schwarzmarkt" im kommerziellen Sinne wird sehr schnell zurückgehen. Dagegen wird es massenweise Überproduktion bei diversen Homegrowern geben, die nicht alle Bock haben das Überschüssige in Öl kaltzupressen oder Haschisch draus zu machen.
Also wirds verschenkt und das ist ja im Prinzip auch eine Art "Schwarzmarkt".
Das ist der unkontrollierte Schwarzmarkt von dem Fiedler gesprochen hat.

Ich find's nur Klasse.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: So 24. Mär 2024, 22:18
von -Beach-Guy-
Ich habe vor 21 jahre aufgehört zu rauchen aber freue mich für euch das man sich selber versorgen kann!
Und wenn die Vereine kommen noch besser.
Zur Zukunft der Legalisierung von Cannabis
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 14:27
von Geerd1972
Hallo zusammen.
Heute ist mit der Teillegalisierung von Cannabis ein großer Schritt in die richtige Richtung vollzogen worden. Dies ist ein Grund zu feiern und es steht ohne Zweifel Fest, das dies eine der größten Errungenschaften der jetzigen Regierung ist.
Es ist aber auch klar, dass die Opposition bereits in den Startlöchern steht und bei einem wahrscheinlichen Wahlsieg die erzielten Erfolge zunichtemachen wird, wenn sie kann.
Die kommenden Monate werden Ausschlaggebend sein für die Weiterführung der Legalisierung und es wird an uns allen liegen, ob die CDU/CSU ausreichend Gründe finden wird, die erzielten Erfolge zu negieren oder nicht.
Leider werden Konsumenten noch einige Wochen auf ihre Straßendealer angewiesen sein, um an Cannabis zu gelangen, dies ist ein großer Schwachpunkt im derzeitigen Konzept und lässt sich kaum ändern. Sobald die Versorgung durch Cannabis Clubs und Eigenanbau aber gedeckt werden können, wird es an uns ALLEN liegen den eingeschlagenen Feldweg zu asphaltieren und in der Gesellschaft fest zu verankern.
Es wird an uns allen liegen Dealer harter Drogen Trockenlaufen zu lassen, ihnen das Handwerk zu legen und sie konsequent aus unserer Mitte zu vertreiben, damit die Rechnung aufgeht und die Legalisierung von Cannabis zur Bekämpfung tödlicher Drogen und des illegalen Schwarzmarktes beiträgt.
Ich habe keinerlei Mitleid mit jenen, die aus Geldgier Koks oder Heroin an Süchtige verkaufen und diese (und auch mein Cannabis) womöglich noch mit giftigen Zusätzen strecken, um noch mehr Gewinn einzufahren.
Deshalb werde ich künftig (sobald ich mich legal versorgen kann) jeden Straßendealer konsequent anzeigen und andere dazu auffordern es ebenso zu tun.
Cannabis ist jetzt legal und werde alles tun, damit es so bleibt, dies ist mein ureigenstes Interesse.
Ich kenne einige zwielichtige Gauner und auch wenn mancher, von denen mir persönlich sympathisch sein mag: Sie stehen ALLE auf meiner Abschussliste.
Warum so garstig? Ich rege mich schon immer darüber auf wenn Polizei, Bundeswehr, Gewerkschaften, Sportverbände, Parteien und andere Gruppen ihr Reihen aus falscher Rudel-treue nicht von jenen säubern, die Ihren Ruf beschmutzen.
Nun ist es an mir meiner eigenen Forderung zu folgen. Nur so werden wir Cannabis konsequent aus der Illegalität zu helfen.
Sobald die erste Ernte reif ist, sind somit alle Dealer meine persönliche Erznemesis.
Es gibt jetzt legale Alternativen, es gibt KEINEN einzigen Grund mehr illegale Strukturen mitzutragen.
Im Gegenteil: Es ist in unserem ureigensten Interesse, den Schwarzmarkt mit zu bekämpfen wo immer wir können.
Ich fordere alle auf meinem Weg zu folgen, und so zu helfen, dass die nächste Regierung keinen Grund findet, den heutigen Erfolg zunichte zu machen.
Denn so wie die aktuellen Umfragewerte derzeit ausfallen, wird sie es ansonsten tun.
(PS: Ich weiß ich klinge wie ein Denunziant, aber ich habe schon einige Regierungen kommen und gehen sehen und ich will nicht übersehen, wie zerbrechlich der jetzige Erfolg ist. Ich muss alles tun damit die Rechnung dieses Gesetzes aufgeht, und ob mein Karma dadurch steigt oder sinkt, kann nur die Zukunft wissen.)
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 15:04
von Martin Mainz
Ich persönlich pflege keine Abschusslisten und weis auch nicht warum ich damit anfangen sollte. Wer sich in Zukunft selbst versorgt, wird auf keinen Dealer angewiesen sein und somit erledigt sich das Problem von selbst.
Und jetzt gegen Dealer härterer Drogen zu wettern, finde ich genauso falsch und scheinheilig. Dann wird das "Problem" mit der selben Methode behandelt wie schon bei Cannabis. Lieber
alle Drogen legalisieren, das wäre aus meiner Sicht der bessere Weg.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 15:45
von Hans Dampf
Ich würde dem Martin zustimmen und ergänzen, dass mit dem Mindset dein Karma gerade in den Keller gegangen ist um ein Bier zu holen.
Toleranz ist das Stichwort.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 20:15
von Geerd1972
Ich verstehe das mein Aufruf radikal ist und bei vielen auf Widerstand stößt. Ich war früher auch viel liberaler als heute, und vielleicht liegt es am Alter
und schlechten Erfahrungen, wenn ich über die Jahre meine Prioritäten klar sortiert habe.
Meine Meinung zu allen natürlichen Rauschmitteln ist sehr liberal, war sie schon immer.
Jeder Erwachsene hat das Recht sich in die Synapsen zu schaufeln, was immer er/sie mag.
Bei Dealern harter Drogen musste ich aber bereits vor Jahren die Erfahrung machen, das viele von Ihnen keinerlei Gewissen haben und skrupellos alle ausbeuten,
derer sie Habhaft werden. Dieses Verhalten ist es ja auch das Cannabis über Jahrzehnte zum Sündenbock als Einstiegsdroge hat werden lassen.
Ich bin jedoch überzeugt davon, dass nicht Cannabis schuld ist an zerstörten Existenzen, sondern der Kontakt mit gewissenlosen Kapitalisten,
die jungen Menschen nach dem Kauf von 5 Gramm Cannabis eben mal ganz unverbindlich eine Dosis Koks mit ins Tütchen packen.
(Ganz unverbindlich, kannst ja wegwerfen wenns dir gar net magst,..)
Und so kam meine eigene Tochter im Alter von 17 Jahren in eine Situation, auf die sie nicht vorbereitet war.
Wir mussten am Ende mit Ihr weit aufs Land ziehen und erst Jahre und 2 Entzüge später hatte sie die innere Kraft ein normales Leben zu führen.
Das Verhalten solcher Dealer nenne ich versuchten Todschlag aus niederen Beweggründen.
Es gibt nur wenige die aus Prinzip nichts an Minderjährige verkaufen, aber selbst die lassen sich wohl eher selten einen Ausweis zeigen.
Oft sind das aber Laufburschen von mafiösen Vereinigungen die selbst unter Druck stehen ihren Absatz zu steigern, und das um jeden Preis.
Hätte die Polizei damals den schuldigen Dealer nicht eingesackt und der Richter ihn nicht mit voller Härte bestraft,... ich bin mir sicher das ich es dann getan hätte.
Auf meine Art. Dafür kann ich der Polizei und dem Richter heute nur danken.
Und wer selbst noch nie etwas Vergleichbares in seiner Familie erlebt hat,... dem spreche ich das Recht ab meine Einstellung zu verurteilen.
Meine Kinder, meine Familie sind das wichtigste überhaupt, wer sie bedroht oder gefährdet, verliert in meinem Universum jedes Recht auf Existenz.
Tabak, Alkohol, Cannabis und noch einige andere Sachen sind Rauschmittel, mit denen man lernen kann, vernünftig umzugehen,
die man durchaus mal überdosieren kann ohne gleich unwiederbringlichen Schaden anzurichten.
Aber andere Substanzen machen teils schon beim ersten Gebrauch abhängig und können innerhalb weniger Wochen oder Monate einen gesunden Menschen
in ein halbtotes Wrack verwandeln. Und an dieser Stelle ziehe mich meine Grenze, da hört meine Toleranz auf, da kenne ich auch keine Ganovenehre.
Ich kann ab heute meinen Brokkoli ganz legal in der Garage ziehen und ich werde alles tun, dass sich daran nie wieder etwas ändert.
Und ich tue das für mich, für meine Kinder, für deren Kinder (und vielleicht auch für alle Kinder dieser Welt, damit sich das Karma freut.)
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 22:31
von M. Nice
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 20:15
Aber andere Substanzen machen teils schon
beim ersten Gebrauch abhängig ...
Nein, eine solche Substanz existiert nicht

Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Di 2. Apr 2024, 00:42
von Freno
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 20:15
(...)Ich bin jedoch überzeugt davon, dass nicht Cannabis schuld ist an zerstörten Existenzen, sondern der Kontakt mit gewissenlosen Kapitalisten,
die jungen Menschen nach dem Kauf von 5 Gramm Cannabis eben mal ganz unverbindlich eine Dosis Koks mit ins Tütchen packen.
(Ganz unverbindlich, kannst ja wegwerfen wenns dir gar net magst,..)
Und so kam meine eigene Tochter im Alter von 17 Jahren in eine Situation, auf die sie nicht vorbereitet war.
Wir mussten am Ende mit Ihr weit aufs Land ziehen und erst Jahre und 2 Entzüge später hatte sie die innere Kraft ein normales Leben zu führen.
Das Verhalten solcher Dealer nenne ich versuchten Todschlag aus niederen Beweggründen.
(...)
Und wer selbst noch nie etwas Vergleichbares in seiner Familie erlebt hat,... dem spreche ich das Recht ab meine Einstellung zu verurteilen.
Meine Kinder, meine Familie sind das wichtigste überhaupt, wer sie bedroht oder gefährdet, verliert in meinem Universum jedes Recht auf Existenz.
(...
Der Zorn ist aus der Familiengeschichte heraus verständlich - "gerecht" - aber sollte einem nicht den Blick vernebeln. Ich hatte seit 1982 immer mal wieder mit dem Schwarzmarkt zu tun und sehe eine Grenze zwischen denen, die nur Grünzeux und Hasch vertickern und denen, die auch andere "harte" Drogen vertickern und die sich daraus resultierenden Folgen bei ihren "Kunden" für sich ausnutzen wollen. Ich stimme durchaus der Auffassung zu, daß es sich bei den Letzteren um Verbrecher nicht nur im juristischen, sondern auch ethischen Sinne des Wortes handelt, von denen sich die dealer von Gras und Hasch stets abgegrenzt haben. Die dealer von "weißem Pulver" werden auch von den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz generell weitaus härter angefasst, als die "dope-dealer" - richtigerweise.
Verbrechern jedoch die Existenzberechtigung absprechen zu wollen, geht aber m.E. ein bisschen zu weit. Auch Verbrecher haben Grund- und Menschenrechte, die aber andererseits auch die Konsequenz haben, daß Verbrecher es hinnehmen müssen, daß sich die Gesellschaft vor ihnen schützt und sie auf längere Zeit hinter Gitter verbannt.
Ich bin aber auch ein strikter Gegner der Todesstrafe - eigentlich bin ich das erst im Laufe meiner Juristenausbildung und meiner anwaltlichen Berufstätigkeit geworden, durch die der "Justizirrtum" von einem Abstraktum zur konkreten Möglichkeit geworden ist, daß ich an so einem Justizirrtum einmal persönlich als Richter, Staatsanwalt oder Verteidiger beteiligt sein könnte. Auch Gerichte bestehen nunmal nur aus Menschen und Menschen sind fehlbar, wenn sie nicht gerade Papst sind und von ihrem Lehramt expliziten Gebrauch machen. Zeitliche Strafen können aufgehoben, die Opfer von Justizirrtümen entschädigt, ihnen ein Weg zurück ins Leben geebnet werden - nicht nur von staatlicher Seite. Aber Hingerichtete bleiben nun mal tot.
Der Cannabis-Schwarzmarkt hat uns allen über mitunter viele Jahre unseres Lebens dasselbe beträchtlich erleichtert und ich weigere mich deswegen, den Stab darüber zu brechen. Natürlich ist das Bestreben richtig und wichtig, den Cannabis-Schwarzmarkt durch eine vollständige Legalisierung überflüssig zu machen - aber davon sind wir leider noch sehr weit entfernt und der Schwarzmarkt wird uns noch einige Zeit erhalten bleiben.
Wer durch den seit gestern legalen Eigenanbau oder CSC-Mitgliedschaft als "Schwarzmarkt-Kunde" aus demselben aussteigt, kann sich wahrlich glücklich schätzen - ich selbst bekomme mein Gras aus der Apotheke und bin da auch ganz glücklich drüber.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Di 2. Apr 2024, 22:31
von Martin Mainz
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 20:15
Und wer selbst noch nie etwas Vergleichbares in seiner Familie erlebt hat,... dem spreche ich das Recht ab meine Einstellung zu verurteilen.
Ich denke das ist für so ein Forum auch zu persönlich. In desem Thread soll es um die Auswirkung der Legalisierung auf den Schwarzmarkt gehen. Ich werden den Rest der Diskussion bei Gelegenheit in einen anderen Strang umziehen.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Mi 3. Apr 2024, 18:06
von moepens
Die Straßendealer stehen doch ganz unten in der Kette. Die Lücke wird schnell besetzt wenn einer gefasst wird. Das große Problem sind die mafiösen Strukturen, die Geldwäsche z.B. im Baugewerbe und im Immobilienmarkt.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Do 4. Apr 2024, 21:23
von Freno
Der Schwarzmarkt hat viele Facetten - "die Straße" dürfte wirklich das "Präkariat" der Drogenszene sein. Es gibt aber auch andere Erscheinungsformen: dealer mit langjährigen Geschäftsbeziehungen zur Kundschaft und zum Großhandel - und manchmal auch zu den Strafverfolgungsbehörden, die gegen gelegentliche Tipps auch mal ein Auge zudrücken oder zwei ... Diese dealer haben auch eine saubere "Legende": ein Anstellungsverhältnis bei einem Unternehmen mit gutem Leumund (und großzügiger Arbeitszeiteinteilung im Aussendienst) oder ein kleines 1-Mann-Gewerbe im Dienstleistungssektor, dessen Erträge auch brav versteuert werden. Konspiration will eben gelernt sein.
Sie bewegen sich in einer "dunkelgrauen Zone" mit ihren eigenen Regeln - was aber durchaus kein Einzelfall ist. Es gibt auch andere solche "Dunkelgrauzonen" wie die "Wohnzimmerprostitution", die oftmals illegal betrieben wird (nach den Prostitutionsverordnungen der Bundesländer ist Prostitution nur in größeren Städten erlaubt) - aber auch "behördlicherseits" weitgehend geduldet wird, weil sie das "Rotlichtmilieu" mit seiner ausbeuterischen Zuhälterei, Zwangsprostitution und sonstigen "Nebenwirkungen" eindämmt. Auch diese Prostituierten haben eine Legende, sehr häufig "Telekommunikationsdienstleistungen" - vulgo: camsex.
Aber zurück zum Cannabis: die "dealer von Format" werden m.E. noch recht lange ihrem Gewerbe nachgehen können. Das CanG ist mit seinen Beschwernissen geradezu ein "Schwarzmarkt-Stabilisierungs-Gesetz". Sehr viele Konsumenten scheuen sich, durch Mitgliedschaft in einem CSC als Kiffer amtlich registriert zu werden und haben mehr Vertrauen zu ihrem langjährigen Geschäftspartner, der nicht selten auch mal mit am Abendbrottisch sitzt oder Gast bei der Grillparty ist, als zu diesem liedschäftigen CanG. Der "solide Dealer" ist auch weitaus diskreter als die legale "Balkonpflanze", ganz zu schweigen von den Problemen, die das CanG für kiffende Eltern aufwirft. Ich möchte nicht wissen, wie viele Eltern und deren minderjährige Kinder ihren jeweiligen Cannabiskonsum voreinander mit allerlei Klimmzügen zu verbergen suchen.
Nein, ich glaube nicht, daß das "real existierende" CanG in absehbarem Zeitraum erhebliche Auswirkungen auf den Schwarzmarkt haben wird.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Do 4. Apr 2024, 23:02
von Hans Dampf
Ohne auf alle deine Punkte eingehen zu können oder zu wollen, aber im Augenblick explodieren die Zahlen der medizinischen Cannabis-Verschreibungen (sofern man den Beiträgen in anderen Foren Glauben schenken will).
Ob das seitens der Telemedizinanbieter alles rechtens ist, wird sich zeigen; der Bevölkerungsteil, der sich gerne legal versorgt und nicht noch monatelange bis zur Ernte (Club oder eigene) warten möchte, ist für die Dealer erstmal verloren.
Ein großer Teil der konsumierenden Bevölkerung ist gut in die Gesellschaft integriert und nicht an unnötigen Stress interessiert, von daher teile ich deinen Pessimismus nicht.
Und in 3+ Monaten wird es die ersten volllegalen Homegrownernten geben, auch hier in nicht geringem Maße, zumindest lassen das die Lieferzeiten und Händlermitteilungen für Seeds und Grow-Equipment erwarten.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Do 4. Apr 2024, 23:50
von Freno
Zu den "Cannabis-Mills" hatten wir hier schon eine Diskussion. Diese als "Tele-Mediziner" verschreibenden Ärzte werden alsbald in den Focus der Behörden und dann auch der Politik kommen. Ausserdem sind sie ziemlich teuer: sie werden - soweit ich sehe - ausschließlich auf Privatabrechnung tätig. Aus einzelnen Mitteilungen hier und offline kann ich kein sicheres Bild gewinnen, aber für die bei der Anamnese und sodann die quartalsmässigen Video-Gespräche wird jeweils "rund ein Hunni" fällig, für jedes Rezept noch einmal eine kräftige Gebühr, dazu kommen die Preise bei den Apotheken - die aber im Fallen sind. Wie gesagt, meine "Datengrundlage" ist dürftig, es ist nur eine recht subjektive Einschätzung von mir
Trotzdem bleibt die "Cannabis-Mill" nur eine Alternative für Konsumenten für "etwas Besserverdienende". Dazu kommt: bei der Cannabis-Mill wird man registriert, auf dem Schwarzmarkt ja gerade nicht.
Wenn der Boden unter den "Cannabis-Mills " zu heiß wird, werden viele wieder "zumachen" und eine übliche ärztliche Betätigung als angestellte oder niedergelassene Ärzte aufnehmen - aktuell herrscht mal wieder Ärztemangel in Deutschland und ihren Reibach werden sie gemacht haben, auch Rückstellungen für "strafrechtliche Risiken" gebildet haben.
Für die "nicht ganz so gut Verdienenden" sind die Preise der "Cannabis-Mills" jedoch prohibitiv.
Wie sich der legale Eigenanbau entwickeln wird - darüber kann man nur spekulieren.
Re: Zur Zukunft der Legalisierung von Cannabis
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 01:37
von Cexpert
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 14:27
Ich habe keinerlei Mitleid mit jenen, die aus Geldgier Koks oder Heroin an Süchtige verkaufen und diese (und auch mein Cannabis) womöglich noch mit giftigen Zusätzen strecken, um noch mehr Gewinn einzufahren.
Deshalb werde ich künftig (sobald ich mich legal versorgen kann) jeden Straßendealer konsequent anzeigen und andere dazu auffordern es ebenso zu tun.
Das ist korrekt so.
Denn Koks und Heroin sind unendlich böse Drogen. Cannabis hingegen eine sehr gute Droge.
So ist es und es gibt keine Diskussion.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 01:41
von Cexpert
Martin Mainz hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 15:04
Und jetzt gegen Dealer härterer Drogen zu wettern, finde ich genauso falsch und scheinheilig.
Richtig.
Außer natürlich bei Crystal. Da hört der Spaß auf. Menschen fallen in kurzer Zeit die Zähne aus und das Gebiss verformt sich.
So eine Droge muss mit ihren Dealern abgeschossen werden. Hier erwarten wir alle ein äußerst hartes Vorgehen.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 01:43
von Cexpert
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 20:15
Meine Meinung zu allen natürlichen Rauschmitteln ist sehr liberal, war sie schon immer.
Ah, das ist sehr schön von dir. Also auch Koks aund Heroin, die ja schließlich auch natürlichen Ursprungs sind.
Und diesen synthetischen Dreck, wie z.B. Ibuprofen. Das kommt jar gar nicht in der Natur vor. Das muss sofort abgeschossen werden.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 01:48
von Cexpert
M. Nice hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 22:31
Geerd1972 hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 20:15
Aber andere Substanzen machen teils schon
beim ersten Gebrauch abhängig ...
Nein, eine solche Substanz existiert nicht
Völlig richtig, das hat nichts mit der Substanz zu tun.
Umgekehrt kann es Fälle geben, dass man süchtig ist noch vor dem ersten Gebrauch. Nur vom Hörensagen, wie gut es einem tut.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 01:58
von Cexpert
Freno hat geschrieben: Do 4. Apr 2024, 21:23
Ich möchte nicht wissen, wie viele Eltern und deren minderjährige Kinder ihren jeweiligen Cannabiskonsum voreinander mit allerlei Klimmzügen zu verbergen suchen.
Entschuldigen Sie bitte, aber dann läuft doch was voll daneben, wenn man seinen Kindern was verbergen muss. Erst Recht mit Klimmzügen.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 5. Apr 2024, 23:08
von Freno
Cexpert hat geschrieben: Fr 5. Apr 2024, 01:58
Freno hat geschrieben: Do 4. Apr 2024, 21:23
Ich möchte nicht wissen, wie viele Eltern und deren minderjährige Kinder ihren jeweiligen Cannabiskonsum voreinander mit allerlei Klimmzügen zu verbergen suchen.
Entschuldigen Sie bitte, aber dann läuft doch was voll daneben, wenn man seinen Kindern was verbergen muss. Erst Recht mit Klimmzügen.
Dem stimme ich voll zu - aber auch das CanG verlangt genau dieses (wie das BtMG zuvor): Cannabis ist von Jugendlichen strikt fernzuhalten von wegen Jugendschutz.
Auch hier gibt es eine Parallele: die Pornographie, die von Jugendlichen genauso strikt ferngehalten werden muß. Um 2010 herum hat der Kanton Zürich, als es um dieses Thema ging, eine Sexualwissenschaftlerin beauftragt, mal festzustellen, wie der "Konsum" von Pornographie unter den Jugendlichen eigentlich aussieht. Das Ergebnis war: 80 % aller Jugendlichen zwischen 12-14 Jahren "konsumieren" regelmässig Pornographie - was über das Internet ja leicht möglich ist, weswegen dem Kanton Zürich empfohlen wurde, von entsprechenden Verboten mangels Erfolgsaussichten abzusehen. Leider kann ich keine Quelle mehr dazu angeben.
Es bleibt Eltern verboten, ihre Kinder an Cannabis und den verantwortlichen Umgang damit heranzuführen und die weiter oben beklagte Geschichte von der 17-Jährigen, der von einem verbrecherischen dealer zum Cannabis ein Briefchen Koks zum "anfixen" beigelegt wurde, illustriert makaber schön, wie widersinnig diese Verbote sind: die junge Frau wurde "völlig unvorbereitet" mit dieser Substanz konfrontiert.
An den Schulen wird selbstverständlich seit geraumer Zeit "Drogenaufklärung" betrieben, die von den Schülern aber notorisch nicht ernst genommen wird, vor allem nicht von den kiffenden Schülern, von denen es eine ziemliche Menge gibt.
Das CanG ist insbesondere auch eben ein Schutzgesetz für den "Schulfhofdealer".
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 12. Apr 2024, 05:44
von Cexpert
Freno hat geschrieben: Fr 5. Apr 2024, 23:08
Das Ergebnis war: 80 % aller Jugendlichen zwischen 12-14 Jahren "konsumieren" regelmässig Pornographie - was über das Internet ja leicht möglich ist
Korrekt. Als ich in dem Alter war habe ich die VHS kassetten meiner Eltner "missbraucht". Das gab es noch kein Internet.
Ha, das waren echte Kultpornos, immer noch beliebt.
ABER: Das ist mal überhaupt nichmal im Ansatz vergleichbar mit Dorgen, Entschudligen Sie bitte.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Fr 12. Apr 2024, 21:18
von Freno
Cexpert hat geschrieben: Fr 5. Apr 2024, 01:41
Martin Mainz hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 15:04
Und jetzt gegen Dealer härterer Drogen zu wettern, finde ich genauso falsch und scheinheilig.
Richtig.
Außer natürlich bei Crystal. Da hört der Spaß auf. Menschen fallen in kurzer Zeit die Zähne aus und das Gebiss verformt sich.
So eine Droge muss mit ihren Dealern abgeschossen werden. Hier erwarten wir alle ein äußerst hartes Vorgehen.
Ich bin ein beinharter Gegner der Todesstrafe - aus einem etwas ungewöhnlichen Grund: der Möglichkeit des Justizirrtums, von denen einige prominente Fälle zB in der Wikipedia unter eben diesem Stichwort gesammelt sind. Freiheitsstrafen können aufgehoben, "Haftentschädigung" (m.E. ist sie viel zu niedrig) gezahlt, den Betroffenen auch anderweitige gesellschaftliche Hilfe geboten werden. Dem aufgrund eines Justizirrtums zum Tode Verurteilten nützt eine Rehabilitation nach einer Wiederaufnahme garnichts: er bleibt tot.
Diese Überzeugung hat sich im Laufe meiner Juristenausbildung eingestellt und durch mein früheres Berufsleben als Anwalt habe ich es in vielen Fällen praktisch miterlebt, wie sehr Entscheidungen von Gerichten und Strafverfolgungsbehörden von Zufällen abhängig sein können. Auch Richter, Staats- und Rechtsanwälte sind nun einmal Menschen und nun mal nicht unfehlbar. Auch in Fällen, in denen zunächst einmal "alles total klar" erscheint, kein Zweifel mehr bestehen konnte, hat sich so manches Urteil als tragisch falsch erwiesen. Rechtshistorisch berühmt ist der "Fall Jakubowski" zur Zeit der Weimarer Republik, dessen öffentliche Debatte sehr viel zur Ablehnung der Todesstrafe beigetragen hat. Ich empfehle es, diesen Fall mal bei Wiki nachzulesen.
Es ist auch falsch, daß "wir alle ein äußerst hartes Vorgehen" erwarten würden - nämlich zumindest ich tue das nicht, gehöre zu denen, welche generell gegen Verbote von Drogen sind. Kriminalisierung von Drogen verhindert nicht ihren Konsum, sondern schafft eine Subkultur, die weder vom Staat noch "der Gesellschaft" erreicht oder beeinflußt werden kann, eine Art von Parallelgesellschaft, in der solche "Blumen des Bösen" wie Cristal Meth auf verderbliche Weise gedeihen können.
Meiner Meinung nach ist es gerade die Kriminalisierung des Drogenkonsums, die hauptursächlich für solche Phänomene ist, zu denen ich auch die Beschaffungskriminalität und Prostitution zur Finanzierung des Drogenkonsums rechne. Last not least ist die Kriminalisierung des Drogenkonsums die tragende Säule der organisierten Kriminalität - die diesbezüglichen Auswirkungen der (Alkohol-)"Prohibition" in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind sattsam bekannt. Die "Drogentoten", die stets als ehrenwerte Begründung für "hartes Durchgreifen" angeführt werden, sind m.E. im Gegenteil im Wesentlichen die Opfer jenes "harten Durchgreifens".
Ich lade zu einem Gedankenexperiment ein:
Stellen wir uns mal die "Totallegalisierung" aller Drogen vor, die man folglich bei Aldi & Co kaufen kann, behördlicher Überwachung unterliegen und auch der "gesellschaftlichen Kontrolle": "Risiken und Nebenwirkungen" werden in den Medien thematisiert und diskutiert, gesundheitsschädliche Produkte als solche identifiziert - und gemieden, wie in den realen Fällen von "Gammelfleisch" oder Ungeziefer in Brotfabriken. Aber auch nur, weil der Konsum von Fleisch und Brot gesellschaftlich akzeptiert ist, nicht in eine tabuisierte Subkultur abgedrängt ist.
Die Schädlichkeit von Drogen wie Crystal Meth wird natürlich auch "in der Gesellschaft" immer wieder mal thematisiert - aber die kriminalisierte Subkultur wird davon nicht erreicht. In Reaktion auf die "Ächtung" dieser Subkultur durch "die Gesellschaft" hat diese Subkultur ihrerseits "die Gesellschaft" geächtet und scheißt darauf, was in den Medien, von Politikern und "Bullen" so verbreitet wird: "alles nur Kacke!"
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Sa 13. Apr 2024, 10:17
von Martin Mainz
Portugal machts ja vor. Aber bezgl der Freigabe aller Drogen haben wir hier
einen gesonderten Thread. Hier gehts um die beobachtete und berichtete Wirkung auf den Schwarzmarkt in der Zukunft.
Re: Sammlung Schwarzmarkt
Verfasst: Sa 13. Apr 2024, 23:04
von Cexpert
Martin Mainz hat geschrieben: Sa 13. Apr 2024, 10:17
Portugal machts ja vor. Aber bezgl der Freigabe aller Drogen haben wir hier
einen gesonderten Thread. Hier gehts um die beobachtete und berichtete Wirkung auf den Schwarzmarkt in der Zukunft.
Portugal und die Niederlande sind wohl die drogenliberalsten Länder.
Vor allem Portugal hat unfassbar gute Zahlen/Werte, die jede Entkriminalisierung sofort nicht nur rechtfertigen, sondern einfordern.