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Anbau von Nutzhanf
Verfasst: Mo 26. Mai 2014, 12:06
von Okturion
Hallo allerseits!
Kurze und knappe Frage: Ist der private Anbau von Nutzhanf (ohne THC) für den Eigenbedarf erlaubt oder benötigt man eine Genehmigung?
Viele Grüsse,
Okturion
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mo 26. Mai 2014, 12:18
von Sabine
Wikipedia schreibt dazu :
"Rechtslage in Europa
Das weltweit wachsende Engagement und der damit wachsende politische Druck führten dazu, dass man sich auch auf europäischer Ebene mit Hanfanbau beschäftigte. 1989 verfügte die europäische Kommission in der Verordnung Nr. 1164/89, dass der Anbau von Hanfsorten mit einem Wirkstoffgehalt von unter 0,3 Prozent als Faserhanf legalisiert werden muss. Mit Wirkung zum 16. April 1996 wurde entsprechend auch in Deutschland das seit 1982 im Betäubungsmittelgesetz bestehende pauschale Hanfanbauverbot für den Nutzhanf aufgehoben. Hanfsamen gehöre in Deutschland weiterhin zu den nicht verkehrsfähige Betäubungsmitteln.[27] Der Anbau ist jedoch nach wie vor genehmigungspflichtig und wird in der Regel nur hauptgewerblichen Landwirten unter strengen Auflagen gewährt. Diese Kontrolle soll vermeiden, dass THC-reiche Sorten zur illegalen Drogengewinnung angebaut werden, da eine Unterscheidung der verschiedenen Sorten optisch kaum möglich ist. Der Anbau von THC-reichen Sorten ist auch zur Gewinnung medizinischer Präparate weiterhin verboten."
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mo 26. Mai 2014, 12:31
von Jörg
Der Anbau ist jedoch nach wie vor genehmigungspflichtig und wird in der Regel nur hauptgewerblichen Landwirten unter strengen Auflagen gewährt.
Damit dürfte deine Frage beantwortet sein.
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 12:25
von Chiller
Brauchst nen landwirtschaftlichen Betrieb mit Minimum 8ha bewirtschafteter Fläche, um die Chance auf eine Genehmigung zu haben.
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 17:11
von Florian Rister
Chiller hat geschrieben:Brauchst nen landwirtschaftlichen Betrieb mit Minimum 8ha bewirtschafteter Fläche, um die Chance auf eine Genehmigung zu haben.
Wie kommst du darauf? Soweit ich weiß, muss man nur in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sein. Damit gilt man als Landwirt und darf dann Nutzhanf anbauen. Betrieb hin oder her.
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 17:32
von bushdoctor
Florian Rister hat geschrieben:
Wie kommst du darauf? Soweit ich weiß, muss man nur in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sein. Damit gilt man als Landwirt und darf dann Nutzhanf anbauen. Betrieb hin oder her.
Was sagt das BtmG dazu?
§ 24a BtmG:
Was muss ein "Antrag" enthalten?
1. den Namen, den Vornamen und die Anschrift des Landwirtes, bei juristischen Personen den Namen des Unternehmens der Landwirtschaft sowie des gesetzlichen Vertreters,
2.
die dem Unternehmen der Landwirtschaft von der zuständigen Berufsgenossenschaft zugeteilte Mitglieds-/Katasternummer,
Man brauch also eine "Anerkennung" der Berufsgenossenschaft für einen landwirtschaftlichen Betrieb.
Deshalb heißt es ja immer, dass nur "anerkannte Landwirte" Nutzhanf anbauen dürfen...
Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 18:54
von Chiller
Florian Rister hat geschrieben:Chiller hat geschrieben:Brauchst nen landwirtschaftlichen Betrieb mit Minimum 8ha bewirtschafteter Fläche, um die Chance auf eine Genehmigung zu haben.
Wie kommst du darauf? Soweit ich weiß, muss man nur in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sein. Damit gilt man als Landwirt und darf dann Nutzhanf anbauen. Betrieb hin oder her.
Hanfverband.de hat geschrieben:
Der Anbau von Nutzhanf ist nur den Unternehmen der Landwirtschaft im Sinne des § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) erlaubt, deren Betriebsflächen die in § 1 Abs. 2 ALG genannte Mindestgrößen erreichen oder überschreiten.
http://hanfverband.de/index.php/faq-ueb ... d-rohstoff
Und diese "Mindestgröße" beträgt seit einiger Zeit 8ha in ganz Deutschland. Stillgelegte Flächen gehören soweit ich weiß nicht dazu. Aber so wie ich das lese hast du im Prinzip recht, wenn man über die Landwirtschaft Sozialversichert ist, hat man Chancen auf eine Genehmigung, aber dafür muss man eben die 8ha haben

Re: Nutzhanf privat anbauen?
Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 22:10
von Florian Rister
Interessant... Danke euch.
Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 14:43
von hempy001
Ich spiele gerade mit dem Gedanken Nutzhanf anzubauen.
Hat da jemand von euch Infos/Erfahrung ab welcher Größenordnung sich sowas lohnt.
Bzw. welche Weiterproduktion am Sinnvollsten wäre (Öl, Samen, Faser etc.)
viele Grüße
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 15:10
von Sabine
Hi !
Du hast eine staatliche Genehmigung ? Ohne die geht beim Nutzhanf in D nämlich auch nix !
Informiere Dich mal auf diesen Seiten :
-
http://www.hanf-zeit.com/rechtliches-stellungnahmen/
-
http://www.bfarm.de/SiteGlobals/Forms/S ... eLocale=de
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 15:36
von hempy001
Ne hab noch keine Genehmigung aber die wird man ja hoffentlich bekommen wenn man sich entsprechend dahinter klemmt
Mich interessiert halt erstmal ob das überhaupt Sinn macht auch Finanziell gesehen.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 17:01
von dahound
hallo hempy,
ich stelle mal die offensichtlichste frage: hast du einen landwirtschaftlichen betrieb in ausreichender größe? wenn ja ist das natürlich schon mal eine top voraussetzung
Ansonsten brauchst du die richtige Technik für die Ernte, das gestaltet sich durchaus schwierig. Einen oder mehrere Abnehmer für deine Produkte sind auch ein muss, je nachdem was du herstellen möchtest. Viel mehr als Fasern, Öl und Samen lässt sich aktuell nicht machen. Zu was das weiterverarbeitet wird ist dann eine andere Sache.
Falls du dich weiter informieren möchtest und deine Englischkenntnisse es zulassen, kann ich dir dieses Buch empfehlen: Hemp: Industrial Production and Uses, von Pierre Bouloc (2013). Für dieses Thema gibt es kein besseres und aktuelleres Buch.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 17:24
von hempy001
Danke dir mal für die Antwort
ich hätte ca. 4ha zur Verfügung.
Werd mir das Buch wohl mal anschaffen und studieren klingt ganz vernünftig und passend.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: So 10. Jan 2016, 19:22
von Unbegreiflich
Hi "hempy001".
Ich glaube man darf Nutzhanf erst ab 5ha anpflanzen.
Diese Regel sollte eigentlich noch immer gelten.
Das ist bestimmt interessant für dich.
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung - Anbau von Nutzhanf in Deutschland
https://www.ble.de/DE/09_Presse/Aktuell ... zhanf.html
Da solltest du alle aktuellen Infos bekommen.
Ich drücke die Daumen das es mit 4ha klappt oder du irgendwie auf 5ha kommst.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: Mo 11. Jan 2016, 02:30
von Markus75
Unbegreiflich hat geschrieben:Hi "hempy001".
Ich glaube man darf Nutzhanf erst ab 5ha anpflanzen.
Diese Regel sollte eigentlich noch immer gelten.
Das stimmt nicht. Die Leute von
http://www.münsterland-hanf.de bauen auf grade mal einem Hectar an.
Für den Link bitte "Copy&Paste" benutzen, das Forum versteht keine Umlaute
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: Mo 11. Jan 2016, 15:34
von Unbegreiflich
Hi “Markus75”.
Danke für die Info.
Hier sollte man zu dem kleinen Bericht über “Münsterland-Hanf” gelangen:
http://muensterland-hanf.de/shop_content.php?coID=1203
Das ist mal wirklich positiv.
1ha ist in der Landwirtschaft wirklich - Klein!
Dann hoffen wir mal, dass in der Zukunft “hempy001-Dolden” für einen guten Tee auf den Markt gelangen.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 16:43
von bushdoctor
In diesem Thread findet man die gesetzlichen Voraussetzungen, die man für den Anbau von Nutzhanf erfüllen muss:
Nutzhanf privat anbauen?
...die darin angesprochene "Mindestgröße des landwirtschaftlichen Betriebes" bezieht sich nicht auf die Anbaufläche für Hanf, sondern die Gesamtgröße aller Anbauflächen des landwirtschaftlichen Betriebes der Hanf anbauen möchte.
Die Gesamtbetriebsgröße muss anscheinend mind. 8ha betragen, damit der Betrieb in eine landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft aufgenommen werden kann, was wiederum Voraussetzung für die Genehmigung zum Anbau von Nutzhanf (laut BtmG) ist...
ergo: Münsterland-Hanf hat ziemlich sicher mehr als 8ha landwirtschaftliche Flächen, baut allerdings z.Z. nur auf einem Hektar an.
Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 17:21
von Ganjadream
Leute, die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert, es soll weit einfacher als noch vor 15 Jahren sein, so Frank von
http://www.muensterland-hanf.de/
Aber man muss Landwirt sein, sonst wird es sehr schwierig.
Und ab wann es sich lohnt kommt doch darauf an, was man damit macht. Für Hanftee reicht ein Hektar, für die Fasergewinnung sollten es gewiss auch 15 sein aber nur in der Nähe von irgendwelchen Produktionsanlagen da der Transport zu teuer ist.
Nutzhanfblüten als Händler verkaufen
Verfasst: Fr 12. Feb 2016, 11:32
von Peter Neuendorf
Liebes Forum,
ich bin selbstständig und überlege im Moment, ob ich ein Nutzhanfprodukt in meinen Warenbestand aufnehme.
Dieses Produkt wird schon in Deutschland vertrieben und scheint in dieser Form
Legal zu sein. Um Nutzhanfprodukte zu vertreiben, müssen diese verarbeitet werden, damit der Endverbraucher sich damit nicht berauschen kann.
Nun zu meiner Frage: kann ich als Gewerbetreibender unbedenklich die Rohform (Blüten) bestellen und weiterverarbeiten?
Das Endprodukt wäre eine Gebrauchsgegenstand und ist also somit nicht an Lebensmittelgesetze gebunden.
Muss ich mich daher bei einem Amt anmelden oder reicht es, wenn ich ein Gewerbe besitze?
Vielen Dank für eure Hilfe
Peter Neuendorf
Re: Nutzhanfblüten als Händler verkaufen
Verfasst: Fr 12. Feb 2016, 17:37
von bushdoctor
Peter Neuendorf hat geschrieben:Liebes Forum,
Nun zu meiner Frage: kann ich als Gewerbetreibender unbedenklich die Rohform (Blüten) bestellen und weiterverarbeiten?
Den entsprechenden Passus für Cannabis (Pflanze und Pflanzenteile) in Anlage I BtmG hast Du wohl gelesen.
Da steht klar, dass zu gewerblichen Zwecken, die einen "Missbrauch zu Rauschzwecken" ausschließen, sogenannter Nutzhanf vom BtmG ausgenommen ist.
Peter Neuendorf hat geschrieben:
Muss ich mich daher bei einem Amt anmelden oder reicht es, wenn ich ein Gewerbe besitze?
Ich denke, dass der Gewerbeschein ausreicht... Kannst aber sicherheitshalber nochmal bei
Hanf-Zeit.com nachfragen, denn die kennen sich mit der Rechtslage sicherlich besser aus und dort könntest Du auch gleich Deine Ware beziehen.

Re: Ab wann lohnt ich der Nutzhanfanbau
Verfasst: Fr 12. Feb 2016, 20:08
von dahound
Ich will doch hoffen, dass (Faser-) Hanf in Zukunft für Landwirte leichter anzubauen ist. Immerhin bietet er viele Vorteile und wäre eine ideale Zwischenfrucht (um den Unkrautdruck zu verringern), nur leider ist der Hanfanbau als Zwischenfrucht nicht gestattet. Das muss man sich mal vorstellen!!
Ganz abgesehen von dem Papierkram den ein Landwirt ausfüllen muss und den Kontrollen, die damit in Verbindung stehen wegen dem Blütezeitpunkt etc., Geldverschwendung ohne Ende.
Re: Nutzhanfblüten als Händler verkaufen
Verfasst: Fr 12. Feb 2016, 22:07
von Peter Neuendorf
Vielen Dank erstmal
Für deine Hilfe. Ich habe schon eine Email geschrieben aber bisher noch keine Antwort erhalten.
Vielen Dank!
Anbau von Nutzhanf
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 14:02
von Ochitanko
In dem Artikel von Hanfverbang zum Anbau von Nutzhanf wird darauf verwiesen, dass man um legal Nutzhanf anbauen zu können, die Mindestgröße eines landwirtschaftlichen Unternehmens erreichen muss. Das Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) bestimmt, das im Bezug zu Ackerland mindestens 8 Hektar ausgewiesen werden müssen.
https://hanfverband.de/faq/ist-nutzhanf ... land-legal
Die Kosten einer Startinvestition liegen daher in Deutschland vermutlich im sechsstelligem Bereich. Da überrascht es nicht wie in einem Artikel des Transteiner Tagesblatt vom Jahre 2015 zu lesen, dass die gesamte genutzte Fläche zum Anbau von Nutzhanf auf 89 Hektar summiert wird, und zwar deutschlandweit.
http://www.traunsteiner-tagblatt.de/reg ... 18645.html
Wie belaufen sich die Bestimmungen in anderen EU-Ländern? Vom manchen Staat hatte man ja schon vernommen, dass eine Legalisierung von Cannabis vorrangetrieben worden ist. Ist damit auch eine deregulierung bei den Bestimmungen von der Kultivierung von Nutzhanf einher gegangen.
Wie beläuft es sich in Deutschland mit Kooperationen von Bauern, die Flächen für Dritte mit Nutzhanf bewirtschaften? Gibt es da Anlaufstellen, um Kontakt herzustellen?
Grüne Grüße
Re: Fragen zu den legalen Hürden vom Anbau von Nutzhanf
Verfasst: Di 25. Okt 2016, 17:41
von Ganjadream
Hallo
Es ist so, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen mit der Zeit ändern. Ein Gespräch mit Ulla und Frank von Münsterland Hanf ergab, dass es früher wirklich viel schwieriger war, Faserhanf anzubauen. Die beiden sind seit 2015 dabei und es wäre alles ganz einfach. Der ganze Hof hat genau einen Hektar. 100 x 100 Meter! Davon leben die jetzt und haben keine Probleme. (Vielleicht doch, wegen neuer CBD Regelung.)
Es gibt durchaus Regelungen - Es ist Meldepflichtig, es muss EU zertifizierter Nutzhanf sein, die Saat muss jedes Jahr neu gekauft werden, beim Blüteansatz muss man es melden. Und man muss Vollerwerbslandwirt sein.
Wenn du magst, kannst du
hier im Artikel alles selber betrachten, Interview zum Schluss vom Video.
Re: Fragen zu den legalen Hürden vom Anbau von Nutzhanf
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 17:05
von Ochitanko
Das sind erfreuliche Informationen. Vielen dank für das aufschlussreiche Video.
Wie beläuft es sich mit der Regelung für Cannbidiol? Wurden auch da Limits geschaffen?