Seite 1 von 3

Cannabis decarboxylieren

Verfasst: Do 12. Jul 2018, 21:19
von Dider
Hey,

Ich möchte aus Alkohol eine Tinktur machen und lese überall, dass ich es in den Backofen mit ner Temperatur von 115C machen soll. Jedoch erstrecken sich die Zeitangaben von 15-60 Minuten!

weiß von euch jemand wie man am besten cannabis im backofen decarboxyliert um möglichts viele wirkstoffe zu erhalten?

Ich würde gerne dieses Rezept machen: https://www.zamnesia.com/de/blog-stell- ... r-her-n115
Da steht ja auch, dass ich es wenn es decarboxyliert mit dem Alc vermischt ist in die Gefriere soll. Dann soll ich es 2 mal täglich schütteln. Jedoch ist es ja dann gefroren und deshalb würde doch das schütteln gar nichts bringen?

Und noch die letzte Frage: Würdet ihr für das decarboxylieren einen Backofenthermometer kaufen?


Vielen Dank
LG Dider

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Do 12. Jul 2018, 22:44
von Martin Mainz
Hi Dider.

Schau mal hier, hilft Dir das vielleicht weiter?
http://eiha.org/media/2014/08/16-10-25- ... ve-THC.pdf

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Do 12. Jul 2018, 23:14
von Dider
Danke, aber da wird leider nur auf THC eingegangen. :/

EDIT: Und der Alc gefriert bei der Temperatur, die es im Gefrierschrank hat, nicht :D

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 00:22
von Dider
Habe jetzt heraus gelesen, dass ich es bei 106C 1h lang in den vorgeheizten Ofen in der Auflaufform mit Alufolie drübert rein stellen soll.

Passt das so?

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 09:28
von Green_Dreams
Das mit dem Backofen sollte passen, du kannst die Temperatur auch bsp. auf 90° lassen und dann das Material Länger im Ofen lassen um vorsichtiger zu sein. Was das "einfrieren" angeht, sinnvoll ist es dein Material und den Alkohol zu kühlen um bei der Extraktion bessere Ergebnisse zu erzielen (Weniger Chlorophyll im Endprodukt).
Du musst das Material aber auch nicht Tage im Alkohol lassen, dadurch werden eigentlich nur unnötige Stoffe aus dem Pflanzen Material gelöst.

Solltest du Ethanol oder Isopropanol nutzen kannst du zwei Methoden anwenden (Nur falls es dich Interessiert):
1.) Quickwash: https://www.royalqueenseeds.de/blog-wie ... tellt-n119
2.) Rick Simpson Öl: http://phoenixtears.ca/producing-the-oil/

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 10:05
von Dider
Danke, aber bei RQS erhitzen die das Cannabis ja gar nicht :o
Ist das nicht notwendig, dass sich die Inhaltsstoffe freisetzen?

Und das andere ist doch ein Öl oder nicht?

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 11:52
von Green_Dreams
Durch decarboxylieren werden ja die Säure formen der Wirkstoffe umgewandelt, THCa und CBDa als bsp. in THC und CBD. Man verliert also die Eigenschaften der Säurevarianten um "Potentere" Ausgangsprodukte zu bekommen. Da RSO ja aber eher Medizinische Verwendung hat, ist hier der Gedanke dass man diese Säuren beibehält, da diese auch anders Wirken als THC oder CBD (wobei ich mir nicht sicher bin ob diese Säuren gut mit Alkohol gelöst werden). Man bekommt also das volle Wirkungsspektrum der Pflanze mit RSO.

Das andere ist halt eher ein Extrakt, wenn der komplette Alkohol verdampft ist bekommt man ne art Harz/ Zähflüssige bis feste Masse. Das Extrakt kannst du dann weiterverarbeiten und bsp. mit Öl mischen oder E-Liquid herstellen (geht auch mit RSO).

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 13:35
von Dider
Ok, danke.

Der Alc ist halt dafür länger haltbar.

Habe jetzt ein andere Problem. Habe es mit Alufolie zugedeckt bei 106C für 1h in den Ofen getan und es ist 0 braun geworden. Ist das normal oder sollte ich es nochmal rein tun?

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 14:26
von Green_Dreams
Es muss nicht Braun werden aber falls du den Ofen nicht vorgeheizt hast, also dein Material in den Kalten Ofen gesteckt hast, würde ich es nochmal machen mit vorheizen.

Re: Cannabis für Tinktur decarboxylieren

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 14:27
von Dider
Danke!

Vorgeheizt war er

Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Mi 14. Nov 2018, 23:52
von haschkeks6696
Ich habe mir folgende Gedanken gemacht: Das Gras braucht bei 200 Grad fünf Minuten, um so gut wie komplett zu decarboxylieren (https://archiv.hanfjournal.de/hajo-webs ... hermen.php). In einem Vaporizer hat das Cannabis aber ja nicht 5 Minuten konstant 200 Grad bevor man anfängt zu ziehen. Dazu kommt, dass 200 Grad für viele sicher bereits eine Obergrenze darstellen. Bei 180 Grad bräuchte das Gras nochmal deutlich länger um zu decarboxylieren.
Sollte man eurer Meinung nach das Gras vor dem Vapen decarboxylieren?

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 12:47
von BUMMBUMM
Also wenn man von der Wirkung beim vapen nicht zufrieden ist oder nicht vorhat die vape-reste weiterzuverwenden, dann wäre das schonende decarboxylieren vorm vapen durchaus ne Maßnahme, würd ich meinen.
Ansonsten ist der Aufwand den kleinen wirkungsgradgewinn nicht wert. weil mehr isses nicht.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 20:57
von Umbrella-Man
Das ist sehr interessant!

Da kommen viele Fragen auf: Wenn THC bereits bei 160 das Verdampfen anfängt - aber nicht decarboxiliert ist - würde das ja bedeuten dass THC-A verdampft...

Wenn Cannabis bei 200 Grad 5 Minuten benötigt um zu dexarboxilieren, WIE bitte will man das messen - wenn es schon längst verdampft ist?

Und wenn sie es im Dampf oder dessen Ablagerungen nachweisen - würde das bedeuten - dass THC-A DAMPF in Dampfform dexarboxiliert werden kann zu THC DAMPF.

Irgendwie ... das jibbed doch nisch...

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Do 15. Nov 2018, 21:51
von Hanfkraut
Das ist eher vom Nachteil!

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 06:51
von moepens
Wurde ja schon angedeutet, der Dampf enthält u.a. decarboxilierte Cannabinoide. Wenn kein Dampf mehr kommt, dann ist auch der Decarboxilierungsprozess praktisch beendet. Die meisten nutzbaren Stoffe haben sich gelöst und wurden mit dem Dampf inhaliert. Man findet dann nur noch Reste hauptsächlich decarboxilierter Cannabinoide im Cannabis, diese kann man noch gut zur oralen Einnahme verwenden, z.B. als Tee oder in Speisen.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 17:16
von haschkeks6696
moepens hat geschrieben: Fr 16. Nov 2018, 06:51 Wurde ja schon angedeutet, der Dampf enthält u.a. decarboxilierte Cannabinoide. Wenn kein Dampf mehr kommt, dann ist auch der Decarboxilierungsprozess praktisch beendet. Die meisten nutzbaren Stoffe haben sich gelöst und wurden mit dem Dampf inhaliert. Man findet dann nur noch Reste hauptsächlich decarboxilierter Cannabinoide im Cannabis, diese kann man noch gut zur oralen Einnahme verwenden, z.B. als Tee oder in Speisen.
Der Dampf kommt aber, weil Stoffe wie Terpene, Flüssigkeit etc. bei den Temperaturen verdampfen. Sicher verdampft auch das THC, CBD... aus dem Cannabis, aber das ist dann eben bei weitem noch nicht decarboxyliert. Der Decarboxylierungsprozess hat ja nichts damit zu tun, dass etwas verdampft. Eine Stunde bei 110 Grad aktiviert das Gras auch vollständig, es verdampfen aber nichtmal die Terpene. Beim Joint funktioniert das auch nur, weil dort Temperaturen von bis zu 900 Grad herrschen und das Gras innerhalb einer Sekunde decarboxyliert ist.
Die Frage ist dann außerdem auch, wie viel THC noch in dem Cannabis enthalten ist nach dem vapen. Denn wenn beim Ziehen kein Dampf mehr kommt, dürften auch die Wirkstoffe alle gelöst sein oder?

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 17:22
von haschkeks6696
Umbrella-Man hat geschrieben: Do 15. Nov 2018, 20:57 Das ist sehr interessant!

Da kommen viele Fragen auf: Wenn THC bereits bei 160 das Verdampfen anfängt - aber nicht decarboxiliert ist - würde das ja bedeuten dass THC-A verdampft...

Wenn Cannabis bei 200 Grad 5 Minuten benötigt um zu dexarboxilieren, WIE bitte will man das messen - wenn es schon längst verdampft ist?

Und wenn sie es im Dampf oder dessen Ablagerungen nachweisen - würde das bedeuten - dass THC-A DAMPF in Dampfform dexarboxiliert werden kann zu THC DAMPF.

Irgendwie ... das jibbed doch nisch...
Auch eine interessante Frage! Ich denke schon, dass der THC-A Dampf decarboxyliert werden kann. In einem Vaporizer wäre das aber irgendwie schwer möglich..

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 17:23
von mad
Es sind trotzdem noch Reste drin, auch wenn kein Dampf mehr kommt. Es wird somit nicht alles zu 100% gelöst.

Beim Verdampfen wird ja die Kammer bereits sehr warm. Das Cannabis wird somit schon während der Aufwärmphase konstant mit Wärme und später mit Hitze versorgt. Ich brauche auch durchaus von „Anmachen“ bis zum letzten Zug ein paar Minuten. Zum Ende hin bin ich bei 210°C, da kommt auch noch mal ordentlich Dampf. Ein wenig Dampf käme auch noch nach meinem letzten Zug. Aber ich nutze das verdampfte Cannabis anschließend noch zum Essen, daher ist es gut, wenn noch was drin ist.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 19:25
von Vapelife13
Wenn das Weed vor dem vapen decarboxyliert wird, dann gehen erst mal jede Menge Terpene verloren, macht also überhaupt keinen Sinn. Ich verdampfe 0,15g mit einem Zug bei ca. 210° und das funktioniert bestens und danach ist das Cannabis nahezu wirkungslos.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 22:55
von Umbrella-Man
mad hat geschrieben: Fr 16. Nov 2018, 17:23
Beim Verdampfen wird ja die Kammer bereits sehr warm. Das Cannabis wird somit schon während der Aufwärmphase konstant mit Wärme und später mit Hitze versorgt.
Naja das trifft aber nur auf eine Gruppe von Verdampfern zu, Konvektion nennt sich glaub ich die andere Sorte - da wo nicht die Kammer erhitzt wird, sondern der Luftstrom die Hitze bringt - siehte z.B. Volcano...

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Fr 16. Nov 2018, 23:56
von moepens
haschkeks6696 hat geschrieben: Fr 16. Nov 2018, 17:16Der Dampf kommt aber, weil Stoffe wie Terpene, Flüssigkeit etc. bei den Temperaturen verdampfen. Sicher verdampft auch das THC, CBD... aus dem Cannabis, aber das ist dann eben bei weitem noch nicht decarboxyliert. Der Decarboxylierungsprozess hat ja nichts damit zu tun, dass etwas verdampft. Eine Stunde bei 110 Grad aktiviert das Gras auch vollständig, es verdampfen aber nichtmal die Terpene. Beim Joint funktioniert das auch nur, weil dort Temperaturen von bis zu 900 Grad herrschen und das Gras innerhalb einer Sekunde decarboxyliert ist.
Die Frage ist dann außerdem auch, wie viel THC noch in dem Cannabis enthalten ist nach dem vapen. Denn wenn beim Ziehen kein Dampf mehr kommt, dürften auch die Wirkstoffe alle gelöst sein oder?
Botaniker und Chemiker dürfen sich gerne melden aber Cannabinoide sind ja in ihrer sauren Form in der Pflanze gebunden. Wenn die Säuregruppe fehlt, dann lösen sie sich sicher bedeutend leichter im Luftstrom.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Sa 17. Nov 2018, 13:41
von BUMMBUMM
THCA Tetrahydrocannabinolic acid (2-COOH-THC) [THC-Säure]
THC Tetrahydrocannabinol [Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol, Delta-9-THC]
THC-COOH 11-Nor-9-carboxy-Δ9-tetrahydrocannabinol (11-COOH-THC) [THC-Carbonsäure]


beim decarboxylieren geht immer auch was verloren, aber halt weniger als man dadurch an höherer thc konzentration gewinnt, wenn man es richtig macht.

verbrennen in einem joint stellt auch keine decarboxyliertes maximum dar, THCA wird mitkonsumiert und ist auch nachweisbar wie thc und thc-cooh im urin.

Der Siedepunkt von THCA wird mit 105°C bei dem was ich so gefunden hab, angegeben, damit ist er weit geringer als der Siedepunkt diverser Terpene, und auch des aktivierten THC (157°C)
http://www.chanvre-info.ch/info/de/Sied ... dener.html

keine ahnung was du mit lösen im luftstrom meinst, Dampfdruck spielt bei der thc betrachtung (decaboxyl., vapen, verbrennen) eher keine rolle, und die viel bessere wasserlöslichkeit des THCA ist bei trockenem cannabis auch nicht entscheidend.
Allerdings könnte man die dampfdruckmanipulation benutzen um eine nahezu verlustfreie decarboxylierung zu bewerkstelligen. nämlich indem man diese in einem geschlossenen, unter hochdruck stehenden behälter durchführt.
Also wasserbad in nem drucktopf, allerdings müsste man den topf bei erreichen von 100°C nur noch sachte oder am besten mit thermometer erhitzen, um zu vermeiden über 105° zu kommen.
Dass man anschliessend das cannabis erneut trocknen muss is recht unpraktisch.
ideal wäre natürlich ein druckbehälter mit viel kleinerem volumen, viel höherem druck, und den dann ins wasserbad. aber da fällt mir grad nix ein was man dafür missbrauchen könnte.

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Sa 17. Nov 2018, 19:25
von Umbrella-Man
Wenn THCA bei 105 verdampfen würde - würde die CBN Gewinnung die ich gesehen habe - Weed bei 140Grad Celsius für mehrere Stunden (hier war irgendwo ein Link mit den Daten) nicht funktionieren.

Irgendwie findet man nur Widersprüchliches...

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: Sa 17. Nov 2018, 21:21
von BUMMBUMM
ich sach ja is mit vorsicht zu genießen, andere behaupten auch 105° wäre die decarboxyl. optimal temp.

bei einem Aufbau wie bei der Destillation von alk wäre der von dir beschrieben vorgang auch machbar weil die verdampften teile dann woanders kondensieren und anhaften, also nicht verloren gehen; allerdings...
CBN Gewinnung? Dir is schon klar das das THC Vernichtung ist? wer machtn sowas ^^

Re: Cannabis vor dem Vapen decarboxylieren?

Verfasst: So 18. Nov 2018, 09:47
von moepens
delta9-Tetrahydrocannabinolic acid
Molecular Formula: C22H29O4-
Molecular Weight: 357.47 g/mol

delta9-Tetrahydrocannabinol
Molecular Formula: C21H30O2
Molecular Weight: 314.469 g/mol

Leichtere Moleküle werden eher in die Lunge gelangen. Und natürlich wird der heiße Luftstrom auf dem Weg dahin durch die große Oberflächenwirkung besonders effektiv THCa umwandeln, wenn auch nicht zu 100%. Aber das ist alles eher theoretisch zu betrachten. Sowohl THCa als auch Delta9-THC sind instabil, es gibt auch unter Laborbedingungen Verluste und für den Anwender dürfte es im Endeffekt keine Rolle spielen, ob man vor dem Verdampfen decarboxiliert. Außerdem ist das wieder so eine einseitige Betrachtungsweise bzgl. THC. Für die Effektivität einer Therapie ist das wahrscheinlich nicht bedeutsam.