Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

pepre
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von pepre »

https://www.rnd.de/politik/spd-blockier ... LVSFU.html
Gesundheitsministern Nina Warken wird erneut ausgebremst
Warum die SPD die geplanten Einschränkungen beim Medizinal-Cannabis ablehnt
...
Die Verschreibung von Medizinal-Cannabis nur im direkten Kontakt greife in die Berufsfreiheit von Ärzten und in die Handlungsfreiheit von Patienten ein, sagte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Carmen Wegge.

Zudem benachteilige ein Versandverbot Anbieter aus dem EU-Ausland erheblich und verletze somit die Dienstleistungsfreiheit und den freien Warenverkehr in Europa, so Wegge. Sie forderte eine „verfassungskonforme, europarechtskonforme Lösung, die Versorgungssicherheit, Gleichbehandlung und digitale Zugänglichkeit gewährleistet“.
Das klingt ja erstaunlich standfest.

Hoffentlich gibt's folgend keinen wirren Deal mit "irgendwas mit Arbeitsplätzen"...
moepens
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von moepens »

Wissenschaftler der Brown University fanden mittels einer randomisierten und doppelt verblindeten klinischen Kreuzstudie (https://doi.org/10.1176/appi.ajp.20250115) heraus, dass die Inhalation von Cannabis mit 3,1% THC und 7,2% THC den Alkoholkonsum bei starken Trinkern um 19% bzw. 27% reduzierte:
Abstract
Objective:
Cannabis use is strongly linked with heavy drinking and worse alcohol treatment outcomes; however, it may also contribute to decreased alcohol consumption. To date, no human studies have established a causal effect of cannabis on alcohol motivation. The aim of this double-blind crossover randomized clinical trial was to examine dose-dependent acute effects of delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) on alcohol craving and consumption.

Methods:
Across three experimental days, 157 participants reporting heavy alcohol use and cannabis use two or more times weekly were randomized to smoke cannabis cigarettes containing 7.2% THC, 3.1% THC, or 0.03% THC (placebo), followed by exposures to neutral and personalized alcohol cues and an alcohol choice task for alcohol self-administration. A total of 138 participants completed two or more experimental sessions (mean age, 25.6 years [SD=5.1]; 35% women; 45% racial/ethnic minorities). Primary outcomes included craving, Alcohol Craving Questionnaire–Short Form, Revised (ACQ-SF-R), and an alcohol urge question; the secondary outcome was percent of total available milliliters of alcohol consumed.

Results:
There were no significant effects of cannabis on ACQ-SF-R ratings after smoking and during alcohol cue exposure, but 7.2% THC reduced alcohol urge immediately after smoking. Participants consumed significantly less alcohol after smoking cannabis with 3.1% THC and 7.2% THC, reducing consumption by 19% and 27%, respectively.

Conclusions:
Following overnight cannabis abstinence, smoking cannabis acutely decreased alcohol consumption compared to placebo. Further controlled research on a variety of cannabinoids is needed to inform clinical alcohol treatment guidelines.
Quelle: Metrik Jane et. al.: Acute Effects of Cannabis on Alcohol Craving and Consumption: A Randomized Controlled Crossover Trial. American Journal of Psychiatry [im Vordruck]. American Psychiatric Association Washington, D.C. 2025
moepens
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von moepens »

Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt, teilte LTO mit, dass sich nach der Anhörung aus Sicht der Union abzeichne, "dass der Gesetzentwurf an einzelnen Stellen präzisiert und nachjustiert werden könnte, um seine Steuerungswirkung klarer und rechtssicherer auszugestalten". Der medizinisch begründete Einsatz von Medizinal-Cannabis, so Borchardt, dürfe nicht unnötig erschwert werden. Außerdem, so die CDU-Politikerin, müsse geprüft werden, ob die vorgesehenen Regelungen praktikabel seien und keine unbeabsichtigten Versorgungslücken entstehen ließen.

[...]

Welche konkreten Punkte die Union nun bereit ist, zu ändern, ist noch offen. Das Büro von CDU-Gesundheitspolitikerin Borchardt verweist auf Arbeitsgruppensitzungen in dieser und kommender Woche mit dem Koalitionspartner SPD.

Diesem muss die Union dann jedoch einiges anbieten. Denn fest steht, dass die SPD auch nach der Sachverständigenanhörung nicht gewillt ist, den Gesetzentwurf in der aktuellen Fassung mitzutragen. Er vernachlässige "zentrale verfassungsrechtliche und europarechtliche Aspekte" und sei daher nicht zustimmungsfähig, bekräftigte SPD-Rechtspolitikerin Carmen Wegge. Und im Übrigen, so Wegge, sei das Vorhaben auch gar nicht im Koalitionsvertrag vereinbart.
Quelle: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ ... and-warken
pepre
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von pepre »

https://www.wettbewerbszentrale.de/medi ... r-dem-bgh/
Medizinisches Cannabis: Grundsatzverfahren der Wettbewerbszentrale vor dem BGH

Welche Informationen über Cannabis zu medizinischen Zwecken sind gegenüber der Allgemeinheit zulässig und ab wann handelt es sich um unzulässige Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel? Mit dieser Abgrenzungsfrage befasst sich ein weiteres Grundsatzverfahren der Wettbewerbszentrale. Am Donnerstag, den 12.02.2026, wird hierzu vor dem Bundesgerichtshof (BGH) mündlich verhandelt. ...
Das dürfte interessant werden, wo die Grenze gezogen wird.

Wobei der Standpunkt der Wettbewerbszentrale schon klar ist, siehe Bezeichnung der "sogenannten „Cannabis-Ärzte“". Ähm... ja?! Es gibt Spezialisten. Analog könnte man Orthopäden als "sogenannte Knochen-Ärzte" bezeichnen. :lol:

Unbestritten: es gibt Wildwuchs aus Gründen der persönlichen Bereicherung. Aber das ist ja nichts Neues, sondern eher dem habgierigen Zeitgeist geschuldet.

Die Frage ist: wenn nur ein kleiner Teil der Ärzteschaft über das nötige Wissen verfügt, woher sollen dann die Infos über die Wirkung von Cannabinoiden und Terpenen kommen? Bis das über den Elfenbeinturm in die Leitlinien einsickert werden noch Jahrzehnte vergehen. Und die Pharmariesen wollen eh bloß ihre überteuerten CBD/THC-Synthesen verkaufen und die Heilpflanze in ihrer natürlichen Form weg haben.
pepre
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Beitrag von pepre »

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... ss-163037/
Verschärfte Cannabis-Regeln im Petitionsausschuss

Das überarbeitete Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) hat heute den Petitionsausschuss beschäftigt. Knapp 60.000 Unterzeichnende hatten sich gegen das geplante Verbot von Onlineverschreibung und Versand von Cannabisblüten ausgesprochen.
...
moepens
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von moepens »

Kaum Nutzen von Cannabis bei psychischen Erkrankungen?

Cannabis wird zunehmend per Rezept verschrieben. Doch insbesondere bei psychischen Erkrankungen sehen australische Forschende große Zweifel an seinem Nutzen. Eine deutsche Expertin sieht die Studie allerdings kritisch.

Medizinisch eingesetztes Cannabis boomt – soll einer Überblicksstudie zufolge aber keinen belegbaren Nutzen bei Depressionen oder Angststörungen haben. Auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen konnte in der im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ veröffentlichten Studie zufolge kein erwiesener Nutzen festgestellt werden, wie ein Forschungsteam von der Universität Sydney schreibt. Eine Expertin hat Zweifel an den Aussagen.

Die Forschenden ziehen ihr Fazit, nachdem sie systematisch Daten und Befunde aus 54 internationalen klinischen Studien mit insgesamt 2477 Patienten ausgewertet haben, die aus dem Zeitraum von 1980 bis 2025 stammen. Nach eigenen Angaben hat das Team damit die bisher größte Meta-Analyse dieser Art zu dem Thema durchgeführt.

Möglicherweise leichte Effekte bei Autismus oder Tourette
Einen gewissen Nutzen könnten medizinische Cannabisprodukte bei Autismus, Schlaflosigkeit oder dem Tourette-Syndrom haben, schreibt das Team. „Aber die generelle Qualität der Befunde für diese Krankheiten ist niedrig“, betont der federführende Autor Jack Wilson. „Ohne hochwertige medizinische Unterstützung oder begleitende Therapie ist der Einsatz von medizinischem Cannabis in diesen Fällen selten gerechtfertigt.“

Vielmehr bestehe das Risiko, dass aufgrund der Anwendung von Cannabinoiden wirksamere Therapien verzögert oder unerwünschte Nebenwirkungen ausgelöst werden könnten. „Der routinemäßige Konsum von medizinischem Cannabis könnte mehr schaden als nützen“, fasst Wilson zusammen.

Bessere Wirkung bei Schmerzen oder Epilepsie
Bei nicht-psychischen Leiden sieht es anders aus: Zur Linderung von Anfällen bei einigen Formen der Epilepsie, zur Verringerung von Spastiken bei Multipler Sklerose oder zur Behandlung einiger Arten von Schmerzen sei durchaus ein Nutzen von medizinischem Cannabis nachweisbar, so die Autoren.

Die nicht an der Studie beteiligte Expertin für Cannabis in der Medizin, Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover, sieht Schwächen bei der Studie. So hätten etwa die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) teils „sehr unterschiedliche und zum Teil sogar gegensätzliche Wirkungen“ bei Psychosen oder Angststörungen, würden aber in der Analyse pauschal gemeinsam bewertet.

Bei einzelner Betrachtung gebe es sehr wohl Hinweise darauf, dass CBD eine Wirksamkeit bei sozialen Angststörungen habe und Hinweise, dass THC – alleine oder in Kombination mit CBD – Symptome posttraumatischer Belastungsstörungen mindere, so Müller-Vahl.

„Eine weitere Schwäche der Übersicht ist die Vermischung verschiedener Angststörungen. So erfolgte eine gemeinsame Auswertung für die generalisierte Angststörung und die soziale Angststörung“, sagte die Expertin der Deutschen Presse-Agentur. Sie halte die in der Studie ausgesprochene „Warnung vor dem Einsatz von Cannabis-basierten Medikamenten für unbegründet.“
Quelle: https://biermann-medizin.de/kaum-nutzen ... rankungen/
pepre
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Beitrag von pepre »

https://www.apotheke-adhoc.de/nachricht ... g-werden/#
Finanzkommission: Cannabisblüten sollen Selbstzahlerleistung werden

Um die Ausgaben der Kassen zu senken, empfiehlt die Finanzkommission Gesundheit unter anderem, Cannabisblüten aus dem Leistungskatalog zu streichen. Nur Extrakte und Fertigarzneimittel sollen weiterhin erstattet werden.
...
„In einem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem ist es grundsätzlich erforderlich, dass Leistungen zulasten der Versichertengemeinschaft auf einer hinreichenden evidenzbasierten Grundlage beruhen und eine nachvollziehbare therapeutische Qualität gewährleisten“, so die Kommission. ...
Das ist der übliche Blafasel-Sprech im Sinne der CDU.

Worum geht's wirklich? Die Gewinne sollen in Richtung Pharma-Industrie verschoben werden, die dann für ihre "Extrakte und Fertigarzneimittel" Mondpreise verlangen können.¹

Die bemängelte "fehlende Evidenz" bei Blüten beruht darauf, dass keine Studien finanziert werden, weil die absurd hohen Kosten für ebendiese nur von den "Big Playern" getragen werden könnten, die aus o.g. Gründen kein Interesse daran haben.

Zudem: die standardisierten Doppelblindstudien kann man bei Hanfblüten nicht anwenden, weil es schlicht sehr viele Varianten gibt (THC, CBD, Terpene) und die indiviuelle Responsivität der Probanden ebenfalls sehr unterschiedlich ausfällt. - Der schnelle Wirkungseintritt durch Inhalation ist sowieso ein ungeliebtes Stiefkind bei diesen Studien, noch dazu, wenn es sich um schwer messbare Größen wie "Befinden" (u.a. bei psychischen Erkrankungen) handelt.²

---
¹ Für Merz und Co ist das Maß für "Wirtschaft" alleinig die Börse. KMUs und die Steuerzahler spielen keine Rolle, obwohl sie den ganzen Laden finanzieren. Dieses neoliberale Weltbild ist völlig von der Realität entkoppelt und hat quasireligiöse Züge.
² Durch die jahrzehntelange geradezu paranoide Verbannung von psychoaktiven Substanzen aus nahezu jeglicher medizinischen Forschung hat man schlicht keine etablierten Verfahren, um deren Effekte messen zu können. Wir fangen quasi bei Null an und der Elfenbeinturm wird erfahrungsgemäß mindestens 30 Jahre benötigen, um eine evidenzbasierte Expertise erstellen zu können.
moepens
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von moepens »

Warken legt nach:
GKV-Spargesetz
Homöopathie, Vorsorge, Cannabis: Warken streicht Leistungen

Berlin - Nur noch evidenzbasierte Leistungen sollen künftig von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden. Das hatte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereits am Mittwoch betont. Laut Referentenentwurf fliegen nun homöopathische und anthroposophische Leistungen aus dem Leistungskatalog. Auch für das heiß diskutierte Thema der Vorsorgeuntersuchungen will Warken eine regelmäßige Evidenzprüfung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einrichten.

[...]

Cannabis nur als Extrakt
Auch Cannabis soll es künftig nur noch in Form von Extrakten und Fertigarzneimitteln von der Kasse erstattet geben: „Der Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten wird aus dem Leistungsanspruch der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen.“ Der Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von Extrakten in standardisierter Qualität und Fertigarzneimittel sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon bleibt bestehen.
Quelle: https://www.apotheke-adhoc.de/nachricht ... eistungen/

Dazu das Hanf-Magazin:
GKV soll Cannabis-Blüten nicht mehr erstatten: Was das für Patienten bedeutet

Wer medizinisches Cannabis auf Kosten der Krankenkasse erhält, muss sich auf eine mögliche Zäsur einstellen. Die Finanzkommission Gesundheit hat Ende März 2026 ihren ersten großen Reformbericht vorgelegt – und eine der 66 Empfehlungen trifft Cannabis-Patienten direkt: Blüten sollen künftig nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden. Was bisher selbstverständlich war, würde für viele Patienten zur teuren Privatangelegenheit.

Was die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt
Die Finanzkommission, eingesetzt zur Stabilisierung der GKV-Finanzen, hat in Empfehlung Nummer 42 klar formuliert: Cannabisblüten sollen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen werden. Standardisierte Extrakte und zugelassene Fertigarzneimittel – etwa Dronabinol oder Nabilon – sollen weiterhin erstattungsfähig bleiben. Blüten hingegen würden zu Selbstzahlerleistungen degradiert: weiterhin erhältlich in der Apotheke, aber auf eigene Rechnung.

Die Begründung der Kommission klingt technisch, hat aber reale Konsequenzen: Die Evidenzlage für den therapeutischen Nutzen von Blüten sei weniger belastbar als bei Fertigarzneimitteln. Zudem sei eine einheitliche und gleichmäßige Dosierung kaum möglich – ein Argument, das Apotheker und Patienten seit Jahren kennen, weil die Fachwelt es immer wieder gegen Blüten ins Feld führt. Die Einsparungen wären erheblich: rund 130 Millionen Euro im Jahr 2027, bis 2030 bis zu 180 Millionen Euro – bezogen auf den bisherigen Kostenblock für blütenbasierte Präparate in der GKV.

Warum gerade Blüten im Fokus sind
Medizinisches Cannabis in Form von getrockneten Blüten ist nach wie vor das meistverordnete Produkt im deutschen Medizinalcannabismarkt. Die Bandbreite der verschriebenen Sorten ist in den vergangenen zwei Jahren stark gewachsen – über 720 verschiedene Cannabissorten standen Ende 2025 in Apotheken zur Verfügung, deutlich mehr als noch ein Jahr zuvor. Dass genau dieses Segment nun ins Visier der Sparpolitik gerät, ist kein Zufall: Blüten machen einen Großteil des Kostenvolumens aus und sind gleichzeitig die am wenigsten standardisierte Darreichungsform.

Für Kritiker des Vorschlags ist das aber kein Argument gegen Blüten, sondern gegen eine undifferenzierte Sparpolitik. Denn Extrakte können nicht für jeden Patienten einfach substituiert werden. Unterschiedliche Aufnahmegeschwindigkeiten, Wirkprofile und individuelle Verträglichkeiten machen Blüten für eine bestimmte Patientengruppe medizinisch sinnvoll – nicht als Lifestyle-Wahl, sondern als therapeutische Notwendigkeit.

Apotheker und Verbände warnen vor den Folgen
Die Reaktion aus dem Apothekenwesen fiel scharf aus. Der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) widersprach der Kommissionsempfehlung unmittelbar und deutlich. VCA-Geschäftsführerin Christiane Neubaur brachte es auf den Punkt: Es sei „ein Unding, es den Menschen zu nehmen.“ Die Vereinigung sieht in dem Vorschlag keinen systemischen Spareffekt, sondern eine direkte Belastung schwerkranker Menschen, die auf diese Therapieform angewiesen sind.

Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Cannabisindustrie (BPC) übte Kritik an den GKV-Sparplänen. Beide Verbände argumentieren, dass die Streichung nicht nur eine finanzielle Hürde darstellt, sondern das Risiko birgt, dass Patienten ihre Therapie abbrechen oder auf unkontrollierte Quellen ausweichen – was das eigentliche Ziel des Medizinalcannabisgesetzes, eine sichere und kontrollierte Versorgung zu gewährleisten, konterkarieren würde.

Was das für Patienten konkret bedeutet
Rund eine Million Patienten nutzen in Deutschland inzwischen medizinisches Cannabis, darunter viele mit chronischen Schmerzerkrankungen, Schlafstörungen, PTBS oder Spastiken bei neurologischen Erkrankungen. Für einen Teil dieser Patienten wäre ein Wegfall der GKV-Erstattung für Blüten ein erheblicher Einschnitt. Die monatlichen Kosten für cannabisbasierte Therapien variieren stark je nach Verordnungsmenge und Sorte – können aber schnell mehrere hundert Euro betragen.

Noch ist die Empfehlung der Finanzkommission nicht in Gesetzgebung gegossen. Sie ist ein Votum, kein Beschluss. Die Reform des Medizinalcannabis-Bereichs läuft seit Monaten auf mehreren Spuren gleichzeitig: Telemedizin-Einschränkungen, Versandverbot für Blüten, und nun der mögliche GKV-Ausschluss. Patienten und Ärzteschaft sind aufgerufen, sich in den politischen Prozess einzubringen – bevor aus Empfehlungen Gesetze werden.
Quelle: https://www.hanf-magazin.com/news/gkv-s ... erstatten/
pepre
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Re: Sammlung Presseberichte/Videos/TV rund um med. Cannabis

Beitrag von pepre »

Der Vollständigkeit halber:
https://www.pta-in-love.de/cannabis-wen ... wirkungen/
Cannabis: Weniger Rx, weniger Nebenwirkungen

Medizinisches Cannabis hat das Potenzial, die Einnahme von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wie beispielsweise Opioiden, Schlafmitteln und Antidepressiva zu reduzieren und Nebenwirkungen zu vermeiden. Das zeigt eine Umfrage unter rund 3.500 Cannabis-Patient:innen im Rahmen des Cannabis-Barometers von Bloomwell. ...
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