Nederlands Dagblad 17.06.2012
Antiwietpastag zieht 5000 Menschen an
http://www.nd.nl/artikelen/2012/juni/17 ... uizend-man
Am vierten Cannabis Befreiungstag nahmen am Sonntag schätzungsweise 5000 Menschen im Westerpark in Amsterdam teil.
Coffeeshop Inhaber und Hanf Liebhaber aus dem ganzen Land protestierten gegen den Wietpas, der ab 1. Januar im ganzen
Land eingeführt werden soll.
Besucher erhielten bei der Campagne 'Vote to Smoke' die Empfehlung bei den kommenden Wahlen eine Partei zu wählen, die
gegen den Wietpas ist. "Das kann GrünLinks sein, oder die Linken, Piratenpartei oder Partei für die Tiere. Aber Sozialdemokraten
und Sozialliberale sind auch wählbar. Alles was rechts davon ist, ist unsicher," sagte ein Sprecher. "Stimmt nicht dafür, diese Regierung
ist eindeutig am Ende der Toleranz und darauf aus, ein Ende der Coffeeshops herbei zu führen. Das ist nicht gut für die öffentliche
Sicherheit und Gesundheit. In Zukunft muss es eine deutliche Regelung zur 'Hintertürproblematik' und mehr Beachtung für die
positiven Eigenschaften von Marihuana geben, die jetzt wieder in den Hintergrund gedrängt werden."
(Anmerkung: Hintertürproblematik spielt darauf an, das Cannabis in den Niederlanden außer den 5 Gramm für den Eigenbedarf
immer noch illegal ist)
Das kostenlose Cannabisculturfestival ist das vierte mal vom Verband für die Beseitigung des Cannabisverbots organisiert worden.
Groningens Coffeeshops hatten am Sonntag geschlossen, so das Mitarbeiter und Kunden nach Amsterdam reisen konnten.
Der Wietpas, der sich gegen den Drogentourismus wendet, ist jetzt eine Tatsache in den drei südlichen Grenzgebieten.
Verschieden Polizei Inspektionen berichteten darüber, das der Straßenhandel deutlich zugenommen hat und über damit einhergehende
Belästigungen.
Der Geschäftsführende Minister für Sicherheit und Justiz Ivo Opstelten (VVD) sagte Anfang dieses Monats, er sei dennoch "im Herzen"
zufrieden mit der Einführung des Pass. Das wichtigste sei, dass die Zahl der Drogentouristen zurückgegangen ist. Er zeigt sich zufrieden
mit dem "scharfen" Durchgreifen der Polizei und Staatsanwaltschaft. Opstelten hat auch kein Mitgefühl für Coffeeshop Inhaber, die durch
die Einführung des Wietpas starke Umsatzeinbußen hin nehmen müssen.
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Auch De Telegraaf, der das letzte mal am 4. Mai über den Wietpas schrieb, berichtet über die 'Vote to Smoke' Aktion
http://www.telegraaf.nl/binnenland/1237 ... pas__.html
und beendet den Bericht mit der Bemerkung, das Festival war Alkohol frei.
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De Volkskrant lässt einen Politik Wissenschaftler zu Wort kommen, der die momentane politische und wirtschaftliche Krise in "moralischen
Ungereimtheiten" sowohl der Rechten als auch der Linken sieht. Auch der Wietpas wird in der Liste der moralischen Ungereimtheiten
aufgeführt.
http://www.volkskrant.nl/vk/nl/3184/opi ... ilen.dhtml
Die niederländischen Parteien sind nicht besser als unsere. Wenn etwas gründlich schief läuft, beschuldigt man sich gegenseitig
quasi antisozialen Verhaltens. Im Wahlkampf macht man sich gegenseitig fertig bei Themen wie Geld sparen, investieren. Beispiellose
Spielsucht in diesem Geschäft, krankhaftes Geltungsbedürfnis lauten die Vorwürfe. Die Heftigkeit der Diskussionen vertuschen eines,
die Übereinstimmung moralischer Empörung bei rechts und links. Diese Emotionen sind die Droge der Politik, die moralische Widersprüche
ermöglicht.
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.