DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Fälle, Strafen, Probleme rund um den Führerschein & Verkehrskontrollen.
Antworten
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von bushdoctor »

Nachdem ich das jetzt schon lange vor mir hergeschoben habe, möchte ich nun anfangen, die Ergebnisse der europäischen DRUID-Studie hier kurz vorzustellen:

DRUID = Driving under the Influence of Drugs (Alcohol,Medicines,illicit Drugs)
[Autofahren unter dem Einfluß von Drogen (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen)]

Das DRUID-Studienprojekt besteht aus vielen Einzelstudien, die in verschiedenen EU-Staaten durchgeführt wurden. Es waren immer mehrere Staaten beteiligt, wobei aber bei weitem nicht immer Daten in allen EU-Staaten herangezogen wurden.

Bei DRUID geht es speziell nicht nur um illegale Substanzen und deren Auswirkungen auf die Fahreignung. Vielmehr liegt ein starker Fokus auf den legalen, verschreibungsfähigen Medikamenten. Alkohol spielt auch eine starke Rolle.

DRUID sollte Daten für die Politik liefern, um die verkehrsrechtliche Einordnung von "Fahren unter (Drogen-)Einfluß besser gestallten zu können.

Das ganze DRUID-Projekt ist sehr umfangreich und teils kompliziert zu verstehen und ich bin weit davon entfernt von mir sagen zu können, dass ich da voll durchblicke. Dennoch sind die Ergebnisse der DRUID-Studie sehr interessant und sollte zumindest hier im Forum einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wenn schon unsere "Regierung" versucht, die Ergenisse unter den Teppich zu kehren.

Da ich nur über ein Basiswissen in Statistik und der Fachterminologie verfüge, sollte das, was ich hier präsentiere immer auch mit Skepsis geselesen werden. Anmerkungen und Verbesserungen willkommen!
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Beginnen möchte ich mit der Studie Prevalence of alcohol and drugs in seriously injured
drivers in 6 European countries
, die die Unfallstatistiken (2007-2010) aus Belgien, Dänemark, Finnland, Litauen, Italien und den Niederlanden auswertet. => Präsentations-PDF

Im Fokus dieser Studie standen Pkw-Fahrer, die Unfälle mit schweren Verletzungen bei sich und anderen ausgelöst hatten. Es wurden dabei Blutproben von 2492 Unfallverursachern ausgewertet und auf viele verschiedene legale und illegale psychotrope Substanzen getestet: Alkohol, Opiate, Amphetamine, Kokain, MDMA, Cannabis, ...

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wurden bei diesen Unfallen während des Studienzeitraumes immer auf ALLE Substanzen getestet. Die Unfälle wurden somit "live" untersucht und nicht erst später statistisch ausgewertet.

Nunja, zuerst muss man (nüchtern) feststellen, dass im Durchschnitt jeder dritte schwere Unfall von einem Fahrer ausgelöst wurde, der unter dem Einfluss irgenteiner Substanz stand... allermeistens Alkohol. Das sollte nun aber wirklich keinen überraschen:
DRUID Unfallstatistik Alkohol-Konzentrationen
DRUID Unfallstatistik Alkohol-Konzentrationen
A2_01.jpg (33.84 KiB) 42173 mal betrachtet
Bei 80% der Unfälle, die von Fahren unter Drogeneinfluss ausgelöst wurden, war Alkohol mit im Spiel und wie man an obiger Grafik sehen kann, nicht zu knapp: Fast zwei Drittel dieser 80% hatten mehr als 1,3 Promille in der Birne!

Illegale Drogen und ("legale") Medikamente sind unterschiedlich in den einzelnen Staaten beteiligt, bleiben aber im Durchschnitt unter jeweils 10% Anteil an allen Schweren Unfällen mit "Drogenfahrer" als Auslöser.


Insgesamt war Cannabis bei ca. 3% aller schweren Unfälle mit Drogenfahrer beteiligt. Wenn man das auf alle Unfälle umrechnet - denn nüchterne Menschen bauen zwei Drittel aller Unfälle! - kann man sagen, das Cannabis an ca. 1% aller schweren Unfälle beteiligt war wohingegen Alkohol bei 27% aller schweren Unfälle beteiligt war.


Für mich bleibt das Fazit das die statistische Verkehrssicherheit sicherlich kein starkes Argument gegen die Legalisierung von Cannabis ist, da es nur bei 1% aller schweren Unfälle im Spiel war. Ungeklärt bleibt in dieser Studie auch die höhe der THC-Konzentration der unterschiedlichen Unfallfahrer... so dass man nur die Aussage machen kann, dass Cannabis als alleinige Unfallursache nicht als besonders gesichert anunehmen ist: wenn ca. 66% aller Unfälle von "nüchternen" Fahrern verursacht werden, dann "schwimmen" diese 1% dort quasi einfach mit. Beim Alkohol scheint es da schon ganz anders auszusehen, v.a. bei den Blutalkoholkonzentrationen über 1,3 Promille, die alleine 18% aller schweren Unfälle ausmachen.

Andere Studien aus dem DRUID-Projekt werden Cannabis noch konkret untersuchen. Dazu aber ein ander mal...
Zuletzt geändert von bushdoctor am Sa 8. Dez 2012, 17:36, insgesamt 4-mal geändert.
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

DRUID-Studie (Teil 1)

Beitrag von bushdoctor »

DRUID-Studie Risk of serious injury and death for drivers positive for drugs

=> Präsentations-PDF

Diese Studie stützt sich auf epidemologische Daten, das heißt sie wertet die statistische Unfallerfassung in den teilnehmenden EU-Staaten aus. Es wird das Risiko untersucht, das mit Straßenverkehrsteilnahme unter Drogeneinfluß in bezug auf schwerwiegende Verletzungen und auf tödliche Unfälle besteht.

Die statistischen Daten für die Verletzungen (2490 Fälle) stammen aus:
Finnland, Dänemark, Litauen, Italien, Belgien und den Niederlanden

Die statistischen Daten für die Todesfälle ( 1112 Fälle) stammen aus:
Finnland, Norwegen, Schweden und Portugal

Bei dieser Studie geht es statistisch schon etwas mehr "ans Eingemachte"... Es tauchen für die Risikoabschätzungen zwei statistische Begriffe auf, die verstanden werden sollten, um die Studie interpretieren zu können:
- odds
Je höher dieser Wert, desto Wahrscheinlicher tritt ein Ereignis ein... Ein Wert von 1 bedeutet "fifty-fifty", genauso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich. Ein Wert unter 1 bedeutet, dass die Chancen höher stehen, dass ein Ereignis nicht eintritt. odds-Werte können minimal 0 sein, was bedeutet, dass ein Ereignis nie eintreten wird.

- odds ratio
hier wirds extrem mathematisch. ;) durch das (?) odds-ratio werden zwei odds miteinander in Beziehung gebracht, um eine Aussage treffen zu können, wie stark sie voneinander abhängen. Ein Wert von 1 bedeutet "kein Zusammenhang", die Werte hängen statistisch nicht zusammen. Ein Wert größer 1 bedeutet eine gestiegene Chance auf ein Ereignis (erhöhtes Risiko) und ein Wert kleiner 1 eine geringere Chance (Risiko).
Je höher das odds-ratio, desto bestimmter kann man die Aussage treffen, dass eine Sache für eine andere ursächlich bzw. auslösend ist.

Und was ist herausgekommen:
DRUID Risiko Drogen
DRUID Risiko Drogen
A3_01.jpg (56.55 KiB) 42155 mal betrachtet
Cannabis wird hier also (dosisunabhängig!?) mit dem Risiko gleichgesetzt, das man unter dem Einfluss von 0,5 Promille Alkohol hat, wohlgemerkt: mit 0,5 Promille "darf" man noch autofahren!!!

Allerdings "warnen" die Macher der Studie, dass gerade auch die Zahlen für Cannabis mit vorsicht genossen werden sollten, da die statistische Basis wohl nicht "eindeutig" genug war, die "Spreizung" der Werte war zu groß. Teilweise kam ein odds-ratio von nahe 0 heraus, was eigentlich bedeuten würde, dass Cannabis-Konsum das Unfallrisiko extrem absenken würde...

Hier noch das "Abschlussbild" der Studie für Frankreich, da kann man die große Bandbreite der odds-ratios sehen:
DRUID Risiko Drogen Frankreich
DRUID Risiko Drogen Frankreich
A3_03.jpg (22.57 KiB) 42155 mal betrachtet
Interessant ist, dass bei Alkohol das Risiko mit zunehmender Dosis auch zunimmt, bei Cannabis hingegen scheint sich das Risiko mehr oder weniger auf dem Gleichen Niveau zu bewegen, wenn man die Spreizung voll mitbetrachtet.

Die Minimalwerte für das Risiko sinken sogar mit zunehmender THC-Konzentratiion. Dies bestätigen auch noch andere DRUID-Studien, die sich auf andere Methodiken stützen und auch z.T. empirisch vorgegangen sind.

Aber das dauert sicherlich noch etwas, bis ich diese Studien "aufbereitet" habe... Das warten lohnt sich, denn diese Studien haben´s wirklich "in sich" :mrgreen:
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studie (Teil 1)

Beitrag von bushdoctor »

Die nächste DRUID-Studie, die ich hier kurz vorstellen möchte, ist für meine Begriffe etwas "schlampig" in bezug auf Cannabis. Passenderweise gibt es auf der DRUID-Webseite auch kein sogenanntes "Projekt-Abstract".

Schade, denn eigentlich wäre diese Studie höchstinteressant, da sie sich auf experimentelle Untersuchungen stützt. Es wurde konkret untersucht, wie sich die Einnahme bestimmter Substanzen auf die Fahrfähigkeiten auswirken und zwar im "Live"-Experiment, d.h. Substanz einnehmen, kurz warten und ab ans Steuer - natürlich nicht im offenen Straßenverkehr aber zumindest auf einer Teststrecke.

Hier der Link auf die Präsentationsfolien:
Drug effects on driving: perspectives from experimental studies

Die experimentelle Untersuchung für "Cannabis" wurde von der Universität Maastricht durchgeführt. Ich habe sehr stark den Eindruck, dass diese DRUID-Studie die Daten einer Studie aus dem Jahre 1994 verwendet hat und zwar dieser, die auch von der Uni Maastricht durchgeführt wurde. Da es kein Projekt-Abstract gibt und ich auch keinen Zugriff auf die Originalstudie von 1994 habe kann ich aber dazu keine definitive Aussage machen.

Hier nun die Ergebnisse für Cannabis (Dronabinol, THC):
DRUID 2011: Einfluss von THC auf die Fahreignung (Uni Maastricht)
DRUID 2011: Einfluss von THC auf die Fahreignung (Uni Maastricht)
A4_01.jpg (68.59 KiB) 42130 mal betrachtet
Zur Erklärung: "DRO 10mg" entspricht ungefähr der Wirkung eines Joints mit ca. 0,1g Cannabis (12 -15% THC).
Unterschieden wurde bei dieser Studie zwischen Gelegenheitskonsumenten und sog. "heavy users", die sich täglich einen Rauchen.

"Road tracking": Hier wird die SDLP gemessen, die Standardabweichung von der zu haltenden Fahrspur
Ein Joint hat also beim Gelegenheitskonsumenten eine etwas größere Beeinflussung zur Folge als 0,5 Promille Alkohol im Blut. Beim "Dauerkiffer" ist aber in dieser Hinsicht wohl nichts experimentel feststellbar. Zwei Joints führen beim Gelegeheitskonsumenten zur absoluten Fahruntüchtigkeit (>0,8 Promille) - kann ich irgendwie nachvollziehen...
Dem ein oder anderen "heavy user" scheint auch dies nichts auszumachen ("big individual variation..."), zumindest scheint die Beinflussung nicht sehr stark zu sein und gerade so "alcohol criterion value" zu erreichen (<= 0,8 Promille)

Beim "car following"-Test hatten die Heavy-User wohl gar keine Problem und die Gelegenheitskonsumenten reagierten langsamer.

Die restlichen Praxistests wurden für Cannabis nicht durchgeführt. Beim "Labortest" wurde im "Standard Field Sobriety Test" keine Effekte festgestellt. Dieser Test beinhaltet u.a. das Gehen auf einer Linie, auf einem Bein stehen und Finger zur Nase führen... Woher man das wohl kennt!? ;)


Insgesamt wird in dier Studie eigentlich nur bestätigt, was man schon vorher wußte: Cannabis ist keine besonders gefährliche Substanz im Bezug auf die Teilnahme am Straßenverkehr. Geringe Dosen und Restwirkungen haben nur geringen Einfluß auf die Fahrtüchtigkeit. Die Studie von 1994 beweißt dies aus meinen Augen noch viel klarer.

Was mir aber sauer aufstößt an dieser DRUID-Studie ist die Zusammenfassung in der Präsentation, da sie für mich das Forschungsergebnis nicht korrekt wiederspiegelt:
Dronabinol (THC) verschlechterte dosisabhängig die Fahrtüchtigkeit bei Gelegenheits- und Dauerkonsumenten. Der Äquivalenztest zeigte, dass THC-bedingte Abweichungen von der Fahrspur größer waren als bei 0,5 Promille Alkohol im Blut. Dies war sowol bei Gelegenheits- als auch bei Dauerkonsumenten der Fall, obwohl dies bei den Dauerkonsumenten sind so stark ausgeprägt war.
Für mich ist dies ganz klar eine Verzerrung der Studienergebnisse.
Leider werden aber nur dieser paar Sätze an die Politik weitergegeben werden!
Florian Rister
Board-Administration
Beiträge: 3370
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 15:43
Wohnort: Berlin

Re: DRUID-Studie (Teil 1)

Beitrag von Florian Rister »

Ich bedanke mich einfach mal für diese kleinen Einblicke. Echt super interessant.
Legalisierungsbefürworter seit 2000
DHV-Mitglied seit 2010
DHV-Mitarbeiter seit 2014
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studie (Teil 1)

Beitrag von bushdoctor »

groooveman85 hat geschrieben:Ich bedanke mich einfach mal für diese kleinen Einblicke. Echt super interessant.
Nichts zu danken! Ich versuche nur mal einen Überblick zu schaffen über diese DRUID-Studien, weil man ja sonst nichts darüber hört... ausser vielleicht den verzerrten Meldungen von Leuten, in deren Interesse es liegt, dass nicht die ganze "Wahrheit" offiziell bekannt wird.

Ein schönes Beispiel ist die Pressemitteilung der Polizeigewerkschaft. Hier wird nur das herausgepickt, was ins eigene Weltbild und Konzept passt!

Der Vollständigkeit halber möchte hier noch auf eine weitere DRUID-Studie eingehen, die sich vom "Project Abstract" her sehr interessant liest, weil sie die von anderen durchgeführten, experimentellen Studien einer sogenannten Meta-Analyse unterzog:
Meta-Analyses based on results from experimental studies regarding the effects of psychoactive substances on driving

Diese Studie wurde vom TÜV Thüringen und den Universitäten Göttingen, Köln und Würzburg durchgeführt. Im Vorspann der Studienpräsentation wurde noch vollmundig angekündigt, dass Cannabis auch dabei untersucht wurde, das gleiche steht auch im "Abstrakt", nur leider ist von Cannabis in dieser Studie nichts zu finden... Schade, denn dieser Forschungsansatz wäre sehr gut gewesen...

In der Präsentation findet man den Hinweis, dass bei vielen Substanzen keine Meta-Analyse möglich gewesen wäre, weil nicht genügend oder die "richtigen" Daten vorgelegen hätten. Vermutlich gilt dies auch für Cannabis.

Fazit: Es muss wohl noch viel mehr experimentell geforscht werden in Bezug auf Cannabis im Straßenverkehr! Vermutlich WILL man es aber dann doch nicht SO genau wissen... es könnte ja das "falsche" Ergebnis herauskommen, wie in der Studie der Universität Maastricht aus dem Jahre 1994.
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studie (Teil 1)

Beitrag von bushdoctor »

Auch wenn es anscheinend (noch) nicht sehr viele interessiert hat, werde ich zum Abschluss noch eine DRUID-Studie hier vorstellen, mit der auch schon "unser" Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer auf abgeordnetenwatch.de konfrontiert wurde:
http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-5 ... ml#q360036


Es handelt sich um eine Studie der Universität Würzburg: Risk estimations based on data from experimental and epidemiological studies on driving under the influence

Das Präsentations-PDF ist wirklich lesenswert!

Trotzdem will ich hier einen kurzen Überblick über die Ergebnisse in bezug auf Cannabis dieser "deutschen" Studie geben.
Wie der Titel schon sagt geht es um "Risikoabschätzungen", die auf experimentellen und epidemologischen (statistischen) Daten basieren. Dabei kommt wieder sehr häufig der Begriff "odds ratio" oder "crude OR" vor, den ich schon in meinem zweiten Post versucht habe zu erläutern...
Ziel dieser Studie war es, die Blutkonzentrationen verschiedener Drogen und Medikamente zu ermitteln, die das selbe Risiko im Straßenverkehr zur Folge haben wie 0,5 Promille Alkohol.

Für Cannabis haben die Würzburger mal wieder die bekannte Studie der Uni Maasticht herangezogen:
DRUID: Cannabis vs 0,5 Promille Alkohol
DRUID: Cannabis vs 0,5 Promille Alkohol
A6_01.jpg (37.84 KiB) 42060 mal betrachtet
Cannabis hat dieser Studie zufolge "keine klaren beeinträchtigeneden Effekte". Das "odds ratio" (OR) von Dauerkonsumenten bei geringen THC-Dosen (10mg / 1 Joint mit 0,1g Cannabis (12-15%THC)) ist sogar signifikant unter 1, so dass statistisch ausgesagt werden kann, dass das subjektive Risiko eines Verkehrsunfalls im Vergleich zu einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille um den Faktor -2,5 niedriger ist. Für den Gelegenheitskonsumenten immerhin noch ca. um den Faktor -1,25.
Bei "stärkerer Dröhnung" (1 Joint mit 0,2g Cannabis mit 12-15%THC) ist das Risiko für alle "Konsumentengruppen" um zwei Drittel höher (Faktor +1,66)

Dann hat man bei der Uni Würzburg noch die anderen DRUID-Studien heranzogen und einer Meta-Analyse unterworfen
DRUID: Cannbis vs. BAC 0,5
DRUID: Cannbis vs. BAC 0,5
A6_02.jpg (27.64 KiB) 42060 mal betrachtet
Hier ist nun der Referenzwert von 1 nicht mehr ein Blutalkoholwert von 0,5 Promille sondern Fahrer ohne irgendwelche Drogen im Blut.

Wenn man diese Zahlen nun liest und weiß. dass "odds ratios" von kleiner als 1 eine Risiko-Verminderung bedeuten, dann fallen einem zwei Dinge ins Auge:
1.) Das Risiko nimmt mit steigender THC-Konzentration ab (!?!)
2.) Ab 5ng pro ml Blut hat man sogar ein geringeres Unfallrisiko als völlig nüchterne Fahrer (!!!)

Das hat sogar die Studienmacher der Uni Würzburg verblüfft, worauf sie ganz große Fragezeichen unter die Präsentationsfolie Nummer 22 gemalt haben. ;)
Natürlich drehen seröse deutsche Forscher den Zusammenhang um und schreiben:
THC: Zunehmendes Risiko bei abnehmender (Wirkstoff-)Konzentration???
Genauso hätte man auch sagen können: "Je mehr man gekifft hat, desto sicherer fährt man Auto???"

Wichtig sind meines Erachtens die drei Fragezeichen, denn dieses Studienergebnis bringt so manchen konservativen Politiker potentiell in Erklärungsnöte, vor allem weil man "gefühlt" etwas anderes meinen würde. Aber leider ist da die epidemologische Statistik und die Mathematik knallhart!
(Anm: Mich persönlich wundert es auch... aber das kam bei der Meta-Analyse nunmal raus!)

Ich kann mir aber schon die neue Argumentations-Schiene der Verbotspolitiker vorstellen: "Auch wenn hohe THC-Konzentrationen zu einem sichereren Fahrverhalten führen, so sinkt doch irgendwann die Konzentration im Blut wieder auf einen kritischen Wert ab! Deshalb muss Cannabis verboten bleiben!!!"
Man könnte jetzt natürlich dagegen argumentieren, dass man dann halt dafür sorgen müsste, dass die THC-Konzentration im Blut eben nicht unter ein kritisches Niveau abrutscht! :mrgreen:

Spaß beiseite!

Die Gesamtauswertung der Meta-Analyse (Seite 21 des Präsentations-PDF) zeigt jedenfalls, dass unter Cannabis-Einfluß (im Vergleich zu völlig nüchternen Fahrer) ein um 90% höheres Risiko für einen Unfall besteht. Alkohol ist hier nicht aufgeführt, dürfte aber deutlich über 100% (hohe Promillewerte über 1000%) liegen.
Im Vergelich zu einer Blutalkoholakonzentration von 0,5 Promille vermindert Cannabis das Risiko eines Unfalls um 30%...

Nichtsdestotrotz kommen die Forscher der Uni Würzburg zu dem Ergebnis, dass eine THC-Konzentration von 4ng einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille entspricht. Man merkt, dass die 5ng in Colorado gar nicht mal so "aus der Luft gegriffen" sind.

Abschließen möchte ich mit einer schönen Risiko-Matrix aus dieser Studie:
DRUID Risiko-Martix Drogen
DRUID Risiko-Martix Drogen
A6_05.jpg (56.74 KiB) 42060 mal betrachtet
Hier kann man sehr schön sehen, wo Cannabis als Risiko im Straßenverkehr einzuordnen ist und dass Schlafmangel (sleep depriviation) das allergrößte Risiko im Straßenverkehr darstellt...

Schlafmangel muss verboten werden!
Zuletzt geändert von bushdoctor am So 9. Dez 2012, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
Florian Rister
Board-Administration
Beiträge: 3370
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 15:43
Wohnort: Berlin

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von Florian Rister »

Also ich glaube die meisten hier interessieren deine Postings. Mich zumindestens. Ich kann nur inhaltlich wenig dazu sagen, ist doch ziemlich wissenschaftlich... ;)

Dass Schlafmangel weit oben auf der Risikomatrix liegt, verwundert mich aber auch als medizinischen Laien nicht. Bei Cannabis halte ich persönlich die Risiken im Straßenverkehr vor allem deshalb für so gering, weil die Menschen unter Cannabis meistens nicht zur Selbstüberschätzung neigen, sondern eher im Gegenteil ein bißchen vorsichtiger sind, und daher im Zweifel aufs Auto fahren verzichten.
Legalisierungsbefürworter seit 2000
DHV-Mitglied seit 2010
DHV-Mitarbeiter seit 2014
Benutzeravatar
Gerd50
Beiträge: 1793
Registriert: Di 6. Mär 2012, 01:01

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von Gerd50 »

Jo, beim Schlafmangelverbot stimme ich sofort zu :lol:

Meine Erfahrung ist (Konkret - Streifzug) ca. 30 Leute klicken eine neue Veröffentlichung an.
Du liegst mit DRUID voll im Trend Bushdoctor.

Ich hab mal mit einer Jazz Sängerin (Gabriele Hasler) nach einem Konzert geredet und sie gefragt,
ob es nicht nervt, das nur 30 Leute gekommen sind. Ihre Antwort war:

Mir ist es lieber, 30 Leute hören intensiv zu, anstatt 500, die mit sich selbst beschäftigt sind.

In diesem Sinne, vielen Dank für deine Arbeit ;)
Ich glaube an alles. Außer an Menschen.
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von bushdoctor »

Danke für die Aufmunterung, groooveman und Gerd! ;-)

Mich wundert es halt nur, dass diese Thema anscheinend nicht so viele interessiert, da es ja eigentlich jeden betrifft. Den Thread-Titel habe ich auch geändert, damit vielleicht der ein oder andere noch drauf aufmerksam wird. Mit "DRUID" kann wohl bei weitem nicht jeder was anfangen! (ich gehe wohl viel zu stark von mir aus...)

Das eindeutige Ergebnis der DRUID-Studien lautet aber, dass es aus verkehrssicheitstechnischer Sicht keinen Grund gibt, Cannabis als großes Problem zu sehen.

Alle Studien implizieren einen Grenzwert von mindestens 4ng THC pro ml Blut. Darunter liegt einfach keine statistisch belegbare Gefährdung für die Straßenverkehrssicherheit vor!

Mein Aufruf an alle, denen demnächst ein Strafverfahren wegen Trunkenheitsfahrt unter Drogen (§316 StGB) ins Haus steht und die weniger als 4ng/m THC hatten:

Wehrt euch mit Verweis auf diese Studien!

P.S.: Colorado hat ein THC-Limit von 5ng/ml eingeführt und liegt damit goldrichtig!
Benutzeravatar
CommanderSooS
Beiträge: 13
Registriert: Do 22. Nov 2012, 16:23

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von CommanderSooS »

bushdoctor hat geschrieben:Mich wundert es halt nur, dass diese Thema anscheinend nicht so viele interessiert, da es ja eigentlich jeden betrifft.

Doch ich habe diese Auswertung nach und nach gelesen. (Nur ohne direkt jedes mal zu antworten usw.)
Danke für die mühseelige Ausarbeitung bushdoctor!
Benutzeravatar
His Master's Voice
Beiträge: 614
Registriert: Do 1. Mär 2012, 16:09

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von His Master's Voice »

bushdoctor hat geschrieben:Mich wundert es halt nur, dass diese Thema anscheinend nicht so viele interessiert, da es ja eigentlich jeden betrifft.
Zwar OT, aber ich denke hier könnten wir sowas wie einen "Danke"-Button als einfache und direkte Möglichkeit der Anerkennung guter Artikel etc. gebrauchen. Habe schon öfters hier im Forum tolle Beiträge gehabt, wo es nicht mehr als "Danke" zu sagen gab. Aber da jedesmal ein komplettes Posting draus zu machen geht dann auch wieder zu weit.

Entsprechende Mod wäre z.B. User Reputation Points
;)

Und BTW: Danke bushdoctor 8-)
Wir sind Millionen...
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von bushdoctor »

Jetzt is aber Schluß mit Danke! ;)

Mir geht´s eigentlich auch nicht um das Feedback als Post. Ich lese auch öfters Postings und denke mir "Super, danke für die Mühen und das Hereinstellen ins Forum!", tue dies aber auch nicht immer als eigene Antwort kund.
Die Threads ufern sonst zu sehr aus, wenn das jeder machen würde! Das ist auch völlig okay.

Was mich etwas irritierte, war eher die bescheidene Anzahl an "Klicks". Nachdem ich die ersten 4 Studien eingestellt hatte waren es gerade mal 110 "Views", was die von Gerd vorgebrachten 30 Leute darstellt, die halt jeden neuen Beitrag lesen...

Ich hätte mir für diese Studie halt eine etwas "breitere" Öffentlichkeit gewünscht! ;-)

@Admins: Zählen eigentlich die nicht angemeldeten Foren-Betrachter auch zu diesem Counter dazu?
Benutzeravatar
CommanderSooS
Beiträge: 13
Registriert: Do 22. Nov 2012, 16:23

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von CommanderSooS »

bushdoctor hat geschrieben:@Admins: Zählen eigentlich die nicht angemeldeten Foren-Betrachter auch zu diesem Counter dazu?

Ja, weil das ein phpBB Group Template Forum ist. Bei diesen werden alle "Klicks" gezählt. Auch deine eigenen mehrfach.
Florian Rister
Board-Administration
Beiträge: 3370
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 15:43
Wohnort: Berlin

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von Florian Rister »

Jo so zwischen 20 und 30 Leute lesen im Schnitt jedes Posting. Einerseits viel zu wenig. Andererseits: Ein erlauchter Kreis von eingeweihten :lol:

Ich hab den Thread hier mal auf Facebook geteilt, aber versprech dir nicht zu viel davon ;)

Eine Danke Funktion haben wir schon ganz am Anfang dieses Forums diskutiert bzw. beschlossen... Werd Nordel mal wieder drauf anhauen.
Legalisierungsbefürworter seit 2000
DHV-Mitglied seit 2010
DHV-Mitarbeiter seit 2014
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von bushdoctor »

In einer Antwort von Frau Dyckmans mit Bezug auf die DRUID-Studien wurde auf diese Antwort der Bundesregierung Drucksache 17/9868verwiesen.
Wer wissen will, warum Alkohol im Strassenverkehr okay ist aber Cannabis nicht unbedingt, sollte da mal reinschauen. Durchlesen kann sich aber wirklich niemand dieses Gefasel... die Warscheinlichkeit seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen ist einfach zu hoch! ;-)

Folgende Statistik möchte ich aber in diesem Zusammenhang herausziehen:
Unfälle, die unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten geschehen,
werden im Rahmen der amtlichen Straßenverkehrsunfallstatistik unter der
personenbezogenen Unfallursache „Einfluss anderer berauschender Mittel“
(ohne Alkohol) zusammengefasst. Eine nachträgliche Aufteilung nach der Art
des berauschenden Mittels ist nicht mehr möglich.

Im Jahre 2010 ereigneten sich 3 045 Unfälle, bei denen mindestens jeweils ein
Unfallbeteiligter unter dem „Einfluss anderer berauschender Mittel“ (ohne
Alkohol) stand. Das sind 0,1 Prozent aller 2,41 Millionen polizeilich registrier-
ten Straßenverkehrsunfälle in Deutschland, bezogen auf Unfälle mit Personen-
schaden oder mit Sachschaden.
Und für Alkohol:
Ein Einfluss von Alkohol wurde im Jahre 2010 bei insgesamt 39 345 Straßen-
verkehrsunfällen registriert. Das sind 1,6 Prozent aller polizeilich registrierten
(2,41 Millionen) Straßenverkehrsunfälle in Deutschland (Unfälle mit Personen-
schaden oder mit Sachschaden).
Wohlgemerkt, dabei sind ALLE Verkehrsunfälle erfasst, auch eventuell die kleine Beule auf dem Parkplatz... alles was halt polizeilich gemeldet wurde.

Wenn man die Erkenntnisse der DRUID-Studien heranzieht, wo statistisch belegt wurde, dass 80% aller Unfälle in Zusammenhang mit Drogen unter Alkoholeinfuss passieren und 10% auf legale Medikamente zurückzuführen sind, dann ergibt sich folgendes Bild für Cannabis:

Nach Abzug der "Medikamente" bleiben für Cannabis theoretisch noch 1523 Unfälle übrig... theoretisch deswegen, weil ja in der Statistik ALLE "Drogen" erfasst wurden...

Es wären also MAXIMAL 0,06% aller Unfälle, die unter dem "Einfluss" von Cannabis passieren.
Wohingegen Alkohol für 1,63% aller Unfälle "verantwortlich" ist. Das ist fast 26mal mehr!!!
Komischerweise wird dieses Ergebnis, das ich da mal so "quick and dirty" ausgerechnet habe, durch eine DRUID-Studie untermauert, wo herausgefunden wurde, dass ca. 1% aller Unfälle unter "Cannabis-Einfluss" passieren und ca. 27% unter "Alkoholeinfluss"...(siehe erster Beitrag)

ABER Cannabis ist ja nicht die EINZIGE "Droge", die in dieser Statistik erfass wird...

Ihr seht also, dass Cannabis für die Verkehrssicherheit statistisch nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt! Das ist aber KEIN Freibrief um "bekifft" zu fahren, Leute, tut mir bitte den Gefallen und bleibt nüchtern so gut es geht!

Dem Prohibitions-Argument der "Strassenverkehrssicherheit" sind damit die Zähne gezogen!

noch ein "Rechenspiel" von mir:
...wenn man von 6 Millionen Cannabis-Konsumenten ausgeht, dann baut ein Cannabis-Konsument um den Faktor 2,5 weniger Unfälle als ein Alkohol-Konsument...

...sollte die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall unter Cannabis-Einfluss gleich hoch sein wie unter Alkoholeinfluss, so müsste es ca. 14,5 Millionen "Kiffer" in Deutschland geben oder eben nur 1,6 Millionen, was mir persönlich als ZU niedrig erscheint. 1,6 Millionen würden dann wieder die selbe "Unfallquote" erfüllen wie die Alkohol-Konsumenten

Dieses Rechenspiel geht von 64 Millionen Alkoholkonsumenten in der BRD aus (Quelle: 80% gaben mal in einer repräsentativen Umfrage an, im letzten Jahr Alkohol konsumiert zu haben)

Die ist aber nur ein Rechenspiel und erhebt keinerlei "wissenschaftlichen" Anspruch! ;-)
Ganz unbeachtet dabei ist natürlich dass es einen erheblichen Anteil an "Mischkonsum" (Alkohol+Cannabis) gibt. Statistisch ist dies meines Erachtens gar nicht mehr zu erfassen!
sebb
Beiträge: 47
Registriert: Mi 15. Feb 2012, 19:10

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von sebb »

könnte mal jemand den ADAC mit dieser Studie konfrontieren?

Ich habe mich auch schon an die gewendet, aber ohne Angabe einer Mitgliedsnummer erfolgt keine Beantwortung meiner Mail. Das müsste also logischerweise jemand mit ADAC Mitgliedschaft erledigen.

Hier meine Ursprüngliche Anfrage:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ende Oktober 2011 wurde noch 5 Jahren das EU-weite Druid-Project abgeschlossen. U.a. wurden dort auch epidemologische Studien zum Einfluss legaler und illegaler Drogen auf die Verkehrssicherheit gemacht.

Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diese Ergebnisse auch in geltendes Recht umgewandelt werden.
Die StVo wurde geschaffen um Verkehrssicherheit zu gewähren, wird aber momentan in großen Maße als Ersatzstrafe für Cannabiskonsumenten benutzt.

So werden Personen, die gelegentlich Cannabis Konsumieren, zu einer MPU gezwungen, obwohl sie niemals berauscht ein Fahrzeug geführt haben, allein auf Grund des Nachweises von nichtwirksamen Abbauprodukten. Das selbst, wenn der Konsum bereits mehrere Tage bzw. Wochen zurücklag.

Das geht eindeutig an der Lebenswirklichkeit vorbei und trägt nicht zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. Vielmehr werden dadurch Existenzen zerstört, Familien ruiniert und Jobs vernichtet.

Bitte setzen Sie sich für eine Reform auf diesem Gebiet anhand wissenschaftliches Grundlagen ein.

mfg
laut dieser Zusammenfassung Summary of Main Druid Results geht man davon aus, dass 3,7 ng/ml THC im Blut equivalent zu einem 0,5 Promille Blutalkoholwert sei.
ChillingSpree
Beiträge: 1
Registriert: Do 14. Feb 2013, 21:21

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von ChillingSpree »

Danke für deine Mühe Bushdoctor, sehr interessante Zusammenfassung.
Ich stehe demnächst davor mich vor Gericht wegen 3,9ng/ml THC verteidigen zu müssen.
In dem Untersuchungsbericht von dem blutabnehmendem Arzt wurden keine Auffälligkeiten über mich vermerkt, die Polizei hingegen hat natürlich angekeuzt was da war.^^
Ich bin mal Gespannt wie sich das Gericht dieser Studie gegenüber verhält.
Benutzeravatar
DrGonzo
Beiträge: 672
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 17:42

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von DrGonzo »

ChillingSpree hat geschrieben: Ich bin mal Gespannt wie sich das Gericht dieser Studie gegenüber verhält.
Viel Glück und halt uns auf dem Laufenden.

Ich kann deinen Wert nicht eindeutig sachlich zuordnen, generell bin ich dagegen das jemand berauscht am Straßenverkehr teilnimmt. (Substanzunabhängig) Das der Cannabiskonsum noch Wochen danach nachgewiesen werden kann ist auch richtig, der Rauschzustand hält aber nur Stundnen an.

Die Legislative hat die Studie (noch) nicht verwertet, bleibt spannend ob die Judikative diese trotzdem annimmt.
Für einen rationalen und verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen und Menschen die sie konsumieren.
Vorarim
Beiträge: 406
Registriert: Mo 13. Feb 2012, 13:09

Re: DRUID-Studien - Cannabis im Straßenverkehr

Beitrag von Vorarim »

DrGonzo hat geschrieben:Die Legislative hat die Studie (noch) nicht verwertet[...]
Verdaut dürfte es meines Erachtens nach eher treffen. ;)
Hanfige Gruesse

Vorarim

Bot-Schrecken und Forenputze ;)

P.S. Habe ich einen Fehler gemacht? Dann schreibt mir einfache eine PN :)
Antworten

Zurück zu „Allgemeine Führerscheinfragen“