Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Auch nach dem CanG gängige Praxis: wie läuft eine MPU? Von Anordnung, Abstinenzzeiten bis zum Bestehen...
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Gerne doch...
Ich wurde von der Fsst aufgefordert ein positives Gutachten vorzulegen.

Nach meiner Anmeldung bei der Avus, bekam ich ein Fragebogen von dene, welches der Hausarzt ausfüllen sollte.
Die letzten Rezepte und Krankenunterlagen, sofern vorhanden, solltest du auf jeden Fall am Untersuchungstag ebenfalls mitbringen.


Am Untersuchungstag habe ich zuerst den Leistungstest gemacht, bekam noch von der Dame die mich eingewiesen hat,
noch einen wichtigen Tipp. Nach dem Leistungstest, bekommst du das Ergebnis gleich gesagt.
Für Klasse B muss du mindestens 16% schaffen, was kein Problem darstellen sollte.
Dann kam der Auffassungstest, sprich es wird ein Bild angezeigt wo du in kurzer Zeit auffassen sollst, was du gesehen hast
(Auto, Fahrrad,Verkehrsschilder Ampel und öhmm habs vergessen was das letze war, sorry :-) )
Erst hast du ungefähr pro Bild 1 sec. Zeit, mit jedem Bild wirds schnell sehr schneller.
Danach 15 Minuten gewartet und kam ich auch schon dran zur ärztlichen Untersuchung.
Im Untersuchungsgespräch hatte Sie mich zur meiner Vorgeschichte gefragt und wann ich das 1. Mal Konsumiert habe.
Zur Erkrankung wurde ich gefragt und was absolut selbstverständlich sein sollte, ist das du dein med.Cannabis Vaporisierst und du das med. Cannabis genauso einnimmst wie dein Hausarzt es dir verschreibt,(Compliance) , dies wird dir aber sicherlich dein Hausarzt in dem Fragebogen,
welches du von der Avus erhalten wirst, bestätigen.
Ob man Alkohol trinkt wirst gefragt.
Danach erfolgt eine kurze körperliche Untersuchung, also Blutdruck u.s.w.
Danach kommt noch ein kleiner Finger-Nasen Test.
Untersuchungsdauer etwa= 15 Minuten insgesamt.

Danach ging es zur Urinprobe, der 1. Versuch verlief erfolglos, da die Ärztin daneben stand.
Ich durfte etwas trinken und nach etwa 15 Minuten, im 2. Anlauf wollte es Anfangs auch nicht klappen, ich habe mir nur gedacht bitte nicht,
sonst muss ich eventuell, weil es nicht klappt, ne Haaranalyse bestimmt abgeben, das wollte ich nicht, in dem Moment, sagt die Ärztin die wieder natürlich himnter mir stand, übrigens, den medizinischen Teil haben Sie bestanden, cool sagte ich, hier klappt es jetzt auch soweit mit dem Wasser lassen.
Genau das war den Satz, den ich den Moment gebraucht habe :-)
Sie hatte mich dann noch gefragt, wie der Leistungstest gelaufen ist, ich habe gesagt das ich bestanden hätte.
Gekostet hat es mich 802€.
2-3 Wochen später hatte ich das positive Gutachten im Briefkasten.
ganjaman420
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von ganjaman420 »

Wurdest du früher mal mit btm im Straßenverkehr angehalten oder erstes mal ?
Wie lange hattest du Zeit um das Gutachten vorzuweisen und wurde der Lappen so lange weg genommen? Darf ich fragen ob du privat Patient bist oder kassenpatient?
Danke für die ausführliche Schilderung
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Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Bin Kassenpatient...
Ich habe vor 17 Jahren damals meinen FS freiwillig abgegeben.
Habe die Sperrfrist abgewartet, Aktenkundig war somit nichts mehr.
Bei der Neuerteilung habe ich ein ärztliches Attest der Fsst vorgelegt, das ich Cannabis Patient bin.
Daraufhin kam die Anordnung zum ärztlichen Gutachten.
Habe um die 8-9 Wochen Zeit bekommen, ein positives Gutachten vorzulegen.
Wenn die Zeit nicht reicht, kannste die Fsst um Aufschiebung bitten, was kein Thema sein sollte.
Bei mir war die Fsst sogar 3 Mal insgesamt gnädig und bekam eine Aufschiebung.

Wie lange hattest du Zeit um das Gutachten vorzuweisen und wurde der Lappen so lange weg genommen?
Soweit ich weiß, den Lappen musst du erst abgeben, wenn du nicht das positive Gutachten zur genannten Frist vorlegen kannst.
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Hi Lui und danke für den ausführlichen Bericht!

Mich würde interessieren, aber das wirst du wahrscheinlich nicht beantworten können, ob das auch so läuft (und so viel kostet) wenn man zum Kontrollzeitpunkt bereits Cann-Patient war. Das war bei dir ja scheinbar nicht der Fall, oder?
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Hi Martin,

es wird jedem Cannabis Patienten angeraten, sobald er med. Cannabis verschrieben bekommt, eigens vorab einen Leistungstest z.b. bei einem Verkehrsmediziner
zu machen. Das hat den einfachen Grund, das die Fsst sieht, das du verantwortlich mit der Medikation im Strassenverkehr umgehst und deine Fahrtauglichkeit mit dem Leistungstest, beweisen kannst.
Hat man als Can.Patient nicht diesen Leistungstest vorab selbst veranlsst und man wird von der Polizei angehalten ( z.B. wegen Auffälligkeiten)
und man legt dene das BTM Rezept vor, wird die Polizei einem dennoch in den meisten Fällen vorwerfen, das er auffällig im Strassenverkehr war.
Es ist die Pflicht der Polizei dies der Fsst zu melden, daß du Cannabis einnimmst, ob verschrieben oder nicht, spielt ersteinmal keine Rolle!

Sobald die Fsst Kenntnis darüber bekommt das man Cannabis Patient ist und du nicht diesen eigens vorab veranlassten Leistungstest vorlegen kannst,
kann eine MPU (ohne Abstinenznachweis und ohne Psychologischen Teil) angeordnet werden.
Andere Fsst fordern gleich eine MPU mit Psychologischen Teil an.
Bei einigen Fsst bekommst du ein Fragebogen was der Hausarzt ausfüllen soll.
Kommt auf's Bundesland eben an und wie drauf die Fsst ist.

Hätte ich bei meinem Antrag auf Neuerteilung nicht das ärztliche Attest vorgelegt, hätte die Fsst demzufolge auch keine Kenntnis darüber bekommen,
das ich Cannabis Patient bin.
Zu damaligen Zeitpunkt als ich den Antrag auf Neuerteilung gestellt habe, bin ich blauäugig an die Sache dran gegangen, sonst hätte ich bestimmt nicht 17 Jahre gewartet
um dann das ärtzliche Attest vorzulegen. Ich hätte also einen Leistungstest vorab selbst veranlassen müssen, was ich aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gewusst habe.

Die Kosten für die MPU können sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Fragestellung und je nach Begutachtungsstelle.

Nachtrag:
Durch das Vorlegen des ärztlichen Attestes wurde ich demzufolge, genauso behandelt, wie wenn ich zum Kontrollzeitpunkt bereits Cannabis Patient wäre,
der im Strassenverkehr angehalten wurde.
Der Unterschied liegt bei mir nur darin, daß beim ärztlichen Untersuchungsgespräch ich gefragt wurde, wieso ich damals meinen Fs freiwillig abgegeben habe.
Im meinem Fall habe der Ärztin auf diese Frage nur gesagt, daß ich nichts dazu sagen möchte, weil es schon so lange her ist.
LegalizeNOW
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von LegalizeNOW »

Lui hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 21:31
LegalizeNOW hat geschrieben: Mi 19. Mai 2021, 13:46Hat jemand irgendwo positive Erfahrung mit einer Mpu Stelle im Zusammenhang mit Cannabis als Dauermedikation gemacht und kann mir etwas empfehlen??
Ich kann dir die Avus in Frankfurt empfehlen.
Ich hatte meine verkehrsmedizinische Untersuchung dort im März 2021. Das bestandene Gutachten kam nach etwa 2-3 Wochen.
Die kennen sich auf jeden Fall mit dem Thema Cannabis als Dauermedikation aus.
Danke für diese Empfehlung und deine ausführlichen Posts Lui. Ich werde dort mal Anrufen, meinen Fall schildern und ein Angebot einholen.

Da ich aber aus der Nähe von Berlin komme wäre etwas hier in der Nähe schon praktischer.

Meinst du die AVUS in Berlin wäre auch zu empfehlen bzw. die könnten sich Infos aus Frankfurt holen wie zu verfahren ist und es ebenfalls so anwenden?

MfG

#LegalizeNOW
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung in Frankfurt erzählen.

Kann mir aber schlecht vorstellen, wieso die Avus in Berlin nicht wissen sollte, wie man mit Cannabis Patienten und einer Dauermedikation umgehen soll.

Lies dir die "Fahreignungsbegutachtung bei Cannabismedikation" gut durch, damit du vorbereitet bist auf das Gespräch.

http://dgvm-verkehrsmedizin.de/wp-conte ... 8.2018.pdf

Viel Erfolg...
ganjaman420
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von ganjaman420 »

Danke, den Link hatten wir hier schon mal , der ist echt wertvoll.
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DaAnda
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von DaAnda »

Lui hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 09:47 ...es wird jedem Cannabis Patienten angeraten, sobald er med. Cannabis verschrieben bekommt, eigens vorab einen Leistungstest z.b. bei einem Verkehrsmediziner zu machen. Das hat den einfachen Grund, das die Fsst sieht, das du verantwortlich mit der Medikation im Strassenverkehr umgehst und deine Fahrtauglichkeit mit dem Leistungstest, beweisen kannst.
...

Einen schönen guten Morgen,

Ich habe diese Woche mit jeweils:

MPU Beratungsstellen
MPU Stellen direkt
Verkehrspsychologen
Anwälten (ja, Mehrzahl) für Straf- & Verkehrsrecht
DHV
Und einem Patienten der einer der ersten war, der medizinischen Cannabis überhaupt bekommen hat, gesprochen.

Alle sagen einheitlich das selbe.

Du kannst weder einen Test, noch eine MU oder sonstiges machen um bei einer Verkehrskontrolle mehr als deine Rezepte und vielleicht deinen Patientenausweis vorzeigen zu können.

Fahre während deiner Einstellungsphase nicht, übertreib es nicht und kooperiere so wie wir es gelernt haben währen einer Polizeikontrolle, dann passiert am wenigsten.

Klingt für mich als auch sehr sicherheitsliebender Mensch auch blöd, nichts selbst schon vorab unternehmen zu können, aber leider hilft es wohl nix.
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Ich habe nicht gesagt das man vorab eine MPU machen sollte oder einen Patientenausweiß sich anschaffen soll.
MPU vorab ist sinnfrei, wie soll das gehen ohne das Fss davon was davon weiß!
Patientenausweiß bringt nichts, das sollte wohl jedem mittlerweile klar sein.

Wieso sollten diese Instituten dir sowas sagen können ? Die wollen doch an dir verdienen!
MPU Beratungsstellen
MPU Stellen direkt
Verkehrspsychologen

DHV: Da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, wenn ich falsch liege!

Was Anwälte betrifft , da gibt es solche und solche, (auf Bewertungen solltest du dich nicht verlassen,
egal ob 100 oder 800 oder wieviele Bewertungen auch immer!)
Bedenke, nur der Betreiber einer Webseite, kann selbst darüber entscheiden welche Bewertung er freischaltet oder nicht.
Glaube mir, ich weiß wovon ich rede.

Es geht lediglich um den Kontrollzeitpunkt und nachdem die Polizei, die Fsst über deinen Cannabis Konsum informiert hat!

Ich habe das irgendwo mal gelesen und hatte es in den Favoritenliste gespeichert gehabt
mit dem Leistungstest vorab, also wenn man Cannabis Patient ist und Autofahren möchte, das man einen freiwilligen Leistungstest vorab
machen sollte, damit man der Fsst zeigen kann, das man 1.Fahrtauglich ist und 2.Verantwortung in Verbindung mit Med.Cannabis im Strassenverkehr zeigt.
Ich kann es auch nur so wiedergeben, wie ich es gelesen habe!

P.S. Wenn dem nicht so sein sollte, berichtigt mich bitte!
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Da ich hier keinen Link posten darf... googelt mal "Petra Dahl Antworten zu Dauermedikation und dem Führerschein"

So ziemlich in der Mitte der Seite steht:
Unter Punkt 9.2.1 ist die Fahreignung von Dauermedikation mit Cannabis eindeutig geregelt.
„Patienten“ können jedoch, vor der Anordnung einer Überprüfung, das Gegenteil durch ein FÄG mit Leistungstests unter Medikation beweisen.

Jetzt muss ich mich selbst ein wenig berichtigen und möchte hiermit klarstellen, das man vorab das Gegenteil durch ein FÄG mit Leistungstest seine Fahreignung beweisen kann und nicht wie von mir vorher dargestellt, nur mit einen Leistungstest.
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Lui hat geschrieben: So 30. Mai 2021, 15:39 Da ich hier keinen Link posten darf...
Link sind nur verboten, wenn damit auf Verkaufsseiten verlinkt wird.

Von daher hier der (hoffentlich richtige) Link: https://petradahl.de/cannabis-als-medik ... rerschein/
Ehrenamtlicher Foren-Putzer

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich :mrgreen:
Bitte seid nett zueinander - die Welt da draußen ist schlimm genug
Lui
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Danke Martin,
der Link ist richtig ... ;)
Asylant
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Registriert: Do 10. Jun 2021, 21:46

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Asylant »

Hallo, habe mich jetzt hier auf dem Forum registriert.

Ich muss nun eine MPU machen, da ich Cannabis Patient bin, wurde auch mit Rezept während des Auto fahrens kontrolliert, heißt, kein illegaler Konsum gewesen, vor der MPU Auflage.

Ich benötige dringend eine Stelle wo ich die Vorbereitung machen kann + wo soll ich die MPU am besten machen als Cannabis Patient?

Was wird dort alles von mir gewollt etc?

Bin euch dankbar für jede Nachricht diesbezüglich. (Komme aus Bayern)
Asylant
Beiträge: 2
Registriert: Do 10. Jun 2021, 21:46

Re: Cannabis Patient, Bonn, PKW Kontrolle

Beitrag von Asylant »

Also ich muss leider aufgrund Cannabis Rezepts eine MPU machen, echt krass, komme mir fast vor wie ein Sonderfall..
GreenNature
Beiträge: 2
Registriert: Do 16. Jul 2020, 20:41

Begutachtungsstellen (MPU) Medizinal Cannabis

Beitrag von GreenNature »

Hallo Freunde,
ich muss bald eine MPU machen weil ich leider so ehrlich war und angegeben hab das ich doch Cannabis Patient bin.

Ich suche eine geeignete Stelle in München, die offen gegenüber dem Thema ist und bestenfalls schon Erfahrung damit hat.

Könnt Ihr mir eine Stelle in München und Umkreis empfehlen?
Vielen Dank !
Probek
Beiträge: 1
Registriert: Di 13. Jul 2021, 14:26

Führerscheinstelle stellt Fragen, was erwartet mich als Patient?

Beitrag von Probek »

Hi, ich bin der neue hier und hab ein Problem.
Vor circa 3 Monaten gab es in meinem Wohnhaus einen Polizeieinsatz wegen einer nächtlichen Ruhestörung, die von meiner Nachbarin ausging. Dabei stellten die Beamten vor meiner Wohnungstüre scheinbar Cannabisgeruch fest worauf Sie bei mir klingelten. Ich erklärte das Ich Cannabis Patient bin, belegte dies, und trotzdem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das btmg, gegen mich eingeleitet. Dieses wurde zwar inzwischen wieder eingestellt (1000 Euro Anwaltskosten, haha), nun will die Führerscheinstelle aber Informationen von meinem Arzt zur Medikation und Diagnose.
Ich stand gerade kurz vor der praktischen Fahrprüfung, und seit dem Vorfall liegt mein Führerschein, auf Eis. Ich benötige den Führerschein für meinen Job, meine Chefin stellt fragen und ich hab keine Ahnung was ich der Frau sagen soll. Falls jemand Erfahrungen mit der Thematik hat, oder Tipps wie ich weiter vorgehen soll, wäre ich echt dankbar.
Lui
Beiträge: 18
Registriert: So 11. Feb 2018, 12:07

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Lui »

Hi Probek,
natürlich will die Fsst jetzt von dir wissen, wieso du das med.Cannabis verschrieben bekommst.
Das die Fsst nun Informationen von deinen Hausarzt haben möchte, ist ersteinmal ein gutes Zeichen.
(Bedenke das manche Fsst, Cannabis Patienten gleich einen zum ärztlichen Gutachter schicken.)
Je nachdem, waren die Antworten auf die Fragen zufriedenstellend für die Fsst, könntest du
Glück haben und bräuchtest nicht mal ein ärztliches Gutachten, nur passiert das den wenigsten!
Jedenfalls sollte es dein Hausarzt ausfüllen, anderenfalls gehts gleich zum ärztlichen Gutachten.

Wie du weiter vorgehen solltest, ist ganz einfach, du machst genau das was die Fsst von dir will.
Einen anderen Weg einzuschlagen, ist mit viel Nerven und Geld verbunden und ist nicht immer erfolgsversprechend.

Viel Glück!
KarlDall666
Beiträge: 1
Registriert: Do 29. Jul 2021, 15:04

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von KarlDall666 »

Mahlzeit, liebe Leidensgenossen.

Kurz zu meinem Fall: Ich bin Anfang 2015 in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten und da mein Beifahrer eine nicht geringe Cannabis im Auto mit sich führte und es dementsprechend im Auto gerochen hat, habe ich ohne großes Murren der UK zugestimmt (In der Hoffnung, dass diese negativ ausfallen könnte). Daraufhin habe ich sofort meinen Konsum eingestellt, habe mich für Screenings und verkehrspsychologische Gespräche angemeldet und auf ein Schreiben der FS Stelle gewartet. Dieses kam nie. Ende 2016 stand dann plötzlich die Polizei vor der Tür samt Durchsuchungsbefehl und haben meine Fahrerlaubnis mitgenommen. Daraufhin kam dann auch erst das Schreiben der FS Stelle, dass man mir eine MPU aufbrummen möchte (THC 7,3ng, THC-COOH 125ng, letzter Konsum etwa 12 Stunden zuvor). Da die FS Stelle nicht aus dem Arsch kam und meine Screenings zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr alt waren, haben diese auch nicht mehr gezählt und ich sollte diese neu erbringen. Ich war auf den Führerschein nicht angewiesen und habe vor lauter Frustration (und da das Geld knapp war) habe ich das die Aktion dann ruhen lassen. Dadurch, dass die FS Stelle gepennt hat, haben sie wenigstens auch verrafft mir die Geldstrafe für die Trunkenheitsfahrt zuzuschicken bis Dato. :)

Seit dieser Woche bin aufgrund orthopädischer sowie psychischer Probleme offiziell Cannabis Patient und vorerst auf 10 Gramm monatlich eingestellt. Ich habe mich mit einem darauf spezialisierten Anwalt kurzgeschlossen, welcher mir die Möglichkeit der MPU "mit modifizierter Fragestellung" erörtert hat, da ich auf medizinisches Cannabis angewiesen bin und die reguläre MPU somit nicht machbar ist.

Wie sehen jetzt die folgenden Schritte aus? Ich weiß, dass ich 6cm Haare abgeben muss, um eine Beikonsumfreiheit sicherzustellen und mir eine Mehrzahl von Tests zum Aufdecken von möglichen Ausfallerscheinungen bevorsteht. Darauf würde dann diese modifizierte MPU folgen, aber wie sieht diese aus?
Zudem soll ich bei zukünftigen Verkehrskontrollen meinen Patientenausweis sowie das aktuelle Rezept mit mir führen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Erfahrungsberichte und Tipps mitteilen könntet. Das zuständige Bundesland ist NRW.

Viele Grüße

Karl Dall
ganjaman420
Beiträge: 64
Registriert: Di 7. Apr 2020, 08:06

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von ganjaman420 »

Patienten Ausweis ist kein rechtsgültiges Dokument. Das Rezept ist das wichtigste.schau mal bei der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin vorbei um Forum oder auf YouTube gibt es einige Videos...z.b https://youtu.be/bSZh0QJekRg
Auch hier im Strang findest du sehr viele Informationen darüber...
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Loony
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Registriert: Do 12. Aug 2021, 16:15

Cannabis Patient und Führerschein in Gefahr

Beitrag von Loony »

Hallo, guten Tag Freunde. Meine Geschichte ist etwas kompliziert und ich versuche Diese knackig zu erzählen. Ich bin seit Anfang des Jahres Cannabis Patient. Letztes Jahr wurde ich mit Cannabis am Steuer erwischt und habe dementsprechend eine Anordnung für eine MPU bekommen. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich nicht besonders gut und musste auch eine Reha besuchen und die Abgabefrist hat sich in die Länge gezogen. Schließlich mussten die Führerscheinstelle die Fragestellungen ändern, da ich Cannabis Patient seit Anfang des Jahres bin. Im Juni dieses Jahres musste ich eine angepasste MPU ablegen. Das Ergebnis war quasi negativ da 1 Fragestellung von 3, negativ ausgefallen ist. Die Fragestellungen waren :

-Kann der Betroffene trotz der Hinweise auf dem zumindest in der Vergangenheit vorgesehenen Drogenmissbrauch ein Kraftfahrzeug der o.a. Fahrerlaubnissklasse sicher führen?

-Sind durch die aktuelle Medikation mit Cannabis dauerhafte Auswirkungen auf die psychophysische Leistungsfähigkeit festzustellen?

-Ist zu erwarten, dass der Betroffene in Situationen, in denen seine Fahrsicherheit durch Auswirkungen der Erkrankung oder der Meditation beeinträchtigt ist, am Straßenverkehr teilnehmen wird (compliance) ?


Die dritte Fragestellung ist negativ ausgefallen. Meine Frage ist jetzt was ich nun tun kann. Habe ich eine reelle Chance dagegen anzugehen? Benötige ich ggf. noch ein ärztliches Attest? Hinzukommt, dass ich das Gutachten schon abgegeben habe.

Das Ergebnis von der Führerscheinstelle:
Die Gutachter kamen zum Ergebnis, dass Sie in Situation, in denen Ihre Fahrsicherheit durch Auswirkung der Erkrankungen oder Medikation beeinträchtigt ist, am Straßenverkehr teilnehmen würden.

Ich freue mich über jede hilfreiche Antwort. Vielen Dank schonmal. Mit freundlichen Grüßen Loony
ADHSPatient
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Registriert: Fr 8. Okt 2021, 10:10

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von ADHSPatient »

Ich habe ein Urteil gefunden, das den Führerscheinentzug bei der medizinischen Einnahme von Elvanse Adult (Lisdexamfetamin) für rechtswidrig erklärt: https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... 46?hl=true
Dann müsste eine MPU Anordnung wegen einer bestimmungsgemäßen Cannabiseinnahme doch auch rechtswidrig sein. Bin kein Jurist, deswegen würde ich bitte um eine Beurteilung des Urteils bitten.
sosix1
Beiträge: 2
Registriert: Sa 9. Okt 2021, 16:23

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von sosix1 »

Das Bayern-Gesetz ist wirklich übertrieben, gibt es Pläne, diese dummen Gesetze zu verringern?
sosix1
Beiträge: 2
Registriert: Sa 9. Okt 2021, 16:23

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von sosix1 »

Asylant hat geschrieben: Do 10. Jun 2021, 21:55 Hallo, habe mich jetzt hier auf dem Forum registriert.

Ich muss nun eine MPU machen, da ich Cannabis Patient bin, wurde auch mit Rezept während des Auto fahrens kontrolliert, heißt, kein illegaler Konsum gewesen, vor der MPU Auflage.

Ich benötige dringend eine Stelle wo ich die Vorbereitung machen kann + wo soll ich die MPU am besten machen als Cannabis Patient?

Was wird dort alles von mir gewollt etc?

Bin euch dankbar für jede Nachricht diesbezüglich. (Komme aus Bayern)
Sie können versuchen, sich auf https://www.institut-fuer-mpu.de/ beraten zu lassen. Mir haben die jedenfalls geholfen.
insomnia
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Registriert: Di 19. Sep 2017, 13:50

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von insomnia »

Hallo Forum
ich wurde von der führerschein behörde aufgefordert ein ärztliches gutachten einer begutachtungstelle vorzulegen .
unter anderem mit folgender frage:
liegt ausreichende compliance vor und wird diese umgesetzt ?
was wird da genau gefragt ?
ich bin patient mit folgender dosierung:
5x 0,1 g täglich
bitte dringent um hilfe
lg
Religion beruht auf Autorität, Wissenschaft auf Beobachtung und Vernunft." Stephen Hawking, Physiker, Astrophysiker 8-)
Antworten

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