Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Auch nach dem CanG gängige Praxis: wie läuft eine MPU? Von Anordnung, Abstinenzzeiten bis zum Bestehen...
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Alles Cannabis, daß du konsumierst muss aus der Apotheke kommen. Wenn du kein Rezept hast und trotzdem über dem Grenzwert erwischt wirst, bist du fällig. Wie alt das Rezept ist, spielt dabei nur in sofern eine Rolle, als daß dort die Einnahmemenge steht und die sollte eingehalten werden. Wenn dein Rezept z.B. für 3 Monate reicht, geht das auch.
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LegalizeNOW
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von LegalizeNOW »

Hat hier jemand schon eine Qualifizierte Mpu (also für Patienten) hinter sich und kann mir eine gute Untersuchungsstelle empfehlen?

MfG
Anonymous45
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Anonymous45 »

Lui hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 22:46 Gerne doch...
Ich wurde von der Fsst aufgefordert ein positives Gutachten vorzulegen.

Nach meiner Anmeldung bei der Avus, bekam ich ein Fragebogen von dene, welches der Hausarzt ausfüllen sollte....
Hey Lui, vielen Dank das du deine nützlichen Erfahrungen mit uns teilst!
Hattest du kein Gespräch mit dem Psychologen und hast du eine MPU-Vorbereitung in Anspruch genommen?
Ich bin ebenfalls in der Bringschuld der Fss ein positives Gutachten vorzulegen, auch als Cannabispatient. Da die Begutachtung rund 900-1000€ kostet und eine MPU-Vorbereitung >2000€, stellt sich mir die Frage ob ich in diesem Fall darauf verzichten kann.
Vorallem das psychologische Gespräch macht mir Sorgen, da ich erst nach meiner Verkehrsauffälligkeit Patient wurde. Ich kann diesen Konsum aufgrund der niedrigen Werte zwar als Selbstmedikation darstellen, (besitze für den Zeitraum auch eine ärztliche Diagnose über meine Haupterkrankung)jedoch frage ich mich wie tief der Psychologe nachfragt.
Vielleicht hast du ja noch ein, zwei Tipps.
Gruß
Leas
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Autofahren bei BTM-verschreibung

Beitrag von Leas »

Da ich beim "googlen" sehr weit oben einen Link auf eure Seite hatte in dem genau gar nicht korrektes stand bevor er geschlossen wurde. Einmal das 1*1 für Autofahren unter BTM-Rezept.

Eins vorweg: So viel euch auch die verschiedenen "normalen" Ärzte (die keine BTM verschreiben DÜRFEN weil es eine spezielle zulassung braucht) erzählen. Cannabis mit THC ist nur in der Krebstherapie zugelassen. In der Schmerztherapie geht es vorwiegend um CBD und selbst diesen Antrag auf OffLabel-usage bekommt man nicht ohne Schwerbehinderung aufgrund der Chronischen Schmerzendiagnose und Abarbeiten ALLER LabelUse Medikamente , durch (mit irgend einer Cannabis Vorgeschichte irgendwo, sowieso nicht) . Für das Autofahren unter THC , stellt kein anständingiger Arzt die erforderliche Erlaubnis aus!!! CBD ONLY , ausgenommen. Das ist genau wie die vllt "Cannabislegalisierung" . Machen wollen gerne, bloß wenn halt Gesetze und Verträge (die Deutschland nicht alleine ändern kann) das ausdrücklich verbieten, wird da wohl eher nix draus.

Zur Fahrerlaubnis (unter Opiaten und Amphetaminen):
-Man wird ausführlich von dem verschreibendem Arzt aufgeklärt, das man KEIN Fahrzeug führen darf! Die meisten Ärzte lassen sich das unterschreiben, MÜSSEN sie aber nicht.Bsp: [bei meinem Arzt musste ich, in der Schmerzklinik haben sie mir da nix von vorgelegt. MÜSSEN sie halt nicht, solange sie ausreichend aufgeklärt haben und das dann in ihren Unterlagen abhaken.] ---> Nur das Rezept zu haben, bedeute also man darf KEIN Fahrzeug führen!!!

-Sobald man stabil auf eine Dosierung eingestellt ist, KANN einem der behandelnde Arzt eine Erlaubnis für das führen von Fahrzeugen unter den entsprechenden Medikamenten ausstellen. Dort ist Festgehalten welche Medikamente und in welcher Dosierung. Diese MUSS man beim führen von Fahrzeugen mit sich führen!!!

-Da bis vor ein paar Jahren, die Polizei, keine ausschließenden Schnelltest hatte (gibt es mittlerweile) darf man beim Vorzeigen der entsprechenden Papiere NICHT zu einem Drogentest "eingeladen" werden. Selbst mit der Aufforderung, machen die Schnuffies schon einen Fehler.

-Im Schengenabkommen ist geregelt, das man 30Tage der verschriebenen Dosis an BTM-Medikamenten, mit einer Bescheinigung (zb. die Fahrerlaubnis) , mit sich führen darf (auf Ausnahmen wird hingewiesen!) . Sobald man also die erweiterte EU verlässt oder länger als 30 Tage außerhalb von Deutschland verbringen möchte, benötigt man die entsprechenden BTM aus/einführe Papiere entsprechen dem Land/Länder.

Halten wir das wichtigste feste: NUR ein REZEPT für Btm , bedeutet NEIN für das führen von Maschienen (bsp. schon eine simple Metallfräse) + Fahrzeugen!
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo Leas und willkommen im Forum.

In diesem Thread gehts aber genau darum: Fahren mit THC Rezept. Und ja, klar geht das, wenn sich der Patient dazu in Absprache mit dem behandelnden Art dazu in der Lage sieht. Aber das schreibst du ja selbst und widersprichst damit deiner eigenen Aussage von weiter oben:
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 -Sobald man stabil auf eine Dosierung eingestellt ist, KANN einem der behandelnde Arzt eine Erlaubnis für das führen von Fahrzeugen unter den entsprechenden Medikamenten ausstellen. Dort ist Festgehalten welche Medikamente und in welcher Dosierung. Diese MUSS man beim führen von Fahrzeugen mit sich führen!!!
Eine Extra Erlaubnis habe ich dazu hier noch nie gesehen. Es langt das Btm Rezept.

Auch haben fast alle "normalen" Ärtze eine Btm Zulassung, die wenigsten haben keine.

Woher kommen denn deine Weisheiten?
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moepens
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Re: Autofahren bei BTM-verschreibung

Beitrag von moepens »

Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 Eins vorweg: So viel euch auch die verschiedenen "normalen" Ärzte (die keine BTM verschreiben DÜRFEN weil es eine spezielle zulassung braucht) erzählen.
Alle Ärzte außer Zahn- und Tierärzte sind dazu gesetzlich berechtigt Cannabis zu verschreiben. Da THC ein Betäubungsmittel ist braucht es dazu ein Btm-Rezept. Diese müssen beim BfArm beantragt werden und beanspruchen vergleichsweise mehr Aufwand. Manche Ärzte möchten das prinzipiell nicht.
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 Cannabis mit THC ist nur in der Krebstherapie zugelassen.
Das stimmt nicht. Vor allem in der Krebstherapie wird Cannabis eher ignoriert. Ärzte und Schwester wissen vom Konsum ihrer Patienten, die sich untereinander davon erzählen - aber verschreiben wollen viele Ärzte nicht.

Dass deiner Aussage die Grundlage fehlt zeigt sich sehr schnell wenn man google bemüht und eindeutige Quellen zu Rate zieht.
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 In der Schmerztherapie geht es vorwiegend um CBD
Nein! Es geht in der Schmerztherapie vor allem um THC. Bitte suche dir Informationen aus glaubwürdigen Quellen.

CBD ist so vielfältig frei erhältlich, kaum jemand geht zu einem Arzt wegen CBD.
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 und selbst diesen Antrag auf OffLabel-usage
Im Fall von Epidyolex wäre es tatsächlich off-label. Das ist allerdings ein extrem teures Medikament, für das günstigere reine CBD (und auch bspw. Blüten) gibt es keine arzneimittelrechtliche Zulassung und der Einsatz wäre somit immer no-label.
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13bekommt man nicht ohne Schwerbehinderung aufgrund der Chronischen Schmerzendiagnose und Abarbeiten ALLER LabelUse Medikamente , durch (mit irgend einer Cannabis Vorgeschichte irgendwo, sowieso nicht)
CBD selbst und auch Epidyolex können problemlos auf einem normalen Rezept verschrieben werden. Durch die notwendige rel. hohe Dosierung bei manchen Erkrankungen ist eine Kostenübernahme oft Voraussetzung zur Behandlung. Die Hürden seitens der GKV sind hier tatsächlich oft zu hoch angesetzt. Bei reinem CBD und Epidyolex greifen auch die gesetzlichen Änderungen von 2017 nicht, im Gegensatz zu Präparaten mit THC. Bei diesen sieht die Lage etwas anders aus.

Jedoch besteht dabei kein Zusammenhang zu einer Schwerbehinderung, im Gegenteil stehen ganz allgemein nicht selten Erkrankungen sogar Verschreibungen im Weg. Insbesondere bei THC.

Mit einer Vorgeschichte bzgl. Cannabis wird es oft schwieriger, die besten Chancen hat man dann wahrscheinlich bei Substitutionsärzten.
Leas hat geschrieben: Mi 7. Sep 2022, 02:13 Für das Autofahren unter THC , stellt kein anständingiger Arzt die erforderliche Erlaubnis aus!!!
...
Zur Fahrerlaubnis (unter Opiaten und Amphetaminen):
-Man wird ausführlich von dem verschreibendem Arzt aufgeklärt, das man KEIN Fahrzeug führen darf! Die meisten Ärzte lassen sich das unterschreiben, MÜSSEN sie aber nicht.Bsp: [bei meinem Arzt musste ich, in der Schmerzklinik haben sie mir da nix von vorgelegt. MÜSSEN sie halt nicht, solange sie ausreichend aufgeklärt haben und das dann in ihren Unterlagen abhaken.] ---> Nur das Rezept zu haben, bedeute also man darf KEIN Fahrzeug führen!!!

-Sobald man stabil auf eine Dosierung eingestellt ist, KANN einem der behandelnde Arzt eine Erlaubnis für das führen von Fahrzeugen unter den entsprechenden Medikamenten ausstellen. Dort ist Festgehalten welche Medikamente und in welcher Dosierung. Diese MUSS man beim führen von Fahrzeugen mit sich führen!!!

-Da bis vor ein paar Jahren, die Polizei, keine ausschließenden Schnelltest hatte (gibt es mittlerweile) darf man beim Vorzeigen der entsprechenden Papiere NICHT zu einem Drogentest "eingeladen" werden. Selbst mit der Aufforderung, machen die Schnuffies schon einen Fehler.

-Im Schengenabkommen ist geregelt, das man 30Tage der verschriebenen Dosis an BTM-Medikamenten, mit einer Bescheinigung (zb. die Fahrerlaubnis) , mit sich führen darf (auf Ausnahmen wird hingewiesen!) . Sobald man also die erweiterte EU verlässt oder länger als 30 Tage außerhalb von Deutschland verbringen möchte, benötigt man die entsprechenden BTM aus/einführe Papiere entsprechen dem Land/Länder.

Halten wir das wichtigste feste: NUR ein REZEPT für Btm , bedeutet NEIN für das führen von Maschienen (bsp. schon eine simple Metallfräse) + Fahrzeugen!
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Bitte keine Falschinformationen verbreiten!
Das Thema ist sehr komplex, aber hier eine glaubwürdige Quelle: https://petradahl.de/cannabis-als-medik ... -cannabis/
kimpossible12
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Registriert: Do 29. Okt 2020, 17:03

Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von kimpossible12 »

Hi Leute. Ich bin im August 2020 angehalten worden inkl. Blutentnahme: 1.9 ng THC, 4,2 THC-COOH. Eigentlich hätte man mich zu einem ärztlichen Gutachten einladen müssen. Dort hätte ich auf Einmalkonsum plädieren müssen. Komischerweise warte ich bis heute auf die Einladung… ich glaube die FSSt hat es irgendwie verpennt. Ich habe seitdem nicht konsumiert, weil ich auf diese Einladung warte…

Nun würd ich gern Cannabispatient werden. Was würde passieren, wenn ich die Einladung zum ärztlichen Gutachten paar Monate nach meinem Patientenstatus erhalten würde? Hat jemand schon mal davon gehört, dass jemand sich ein Rezept geholt hat, in der Zeit in der er/sie auf die Einladung zum ärztlichen Gutachten gewartet hat? Oder werden die dann direkt sagen „kann kein Einmalkonsum gewesen sein damals, mach MPU!“

Oder anderes Szenario: die Einladung zum äG kommt tatsächlich nicht, ich werde aber als Patient noch mal kontrolliert von der Polizei inkl. Blutabnahme und es folgt Meldung Nummer 2 an die FSSt und die stellen fest, dass Meldung 1 schon verpennt wurde und jetzt mein Lappen durch Meldung 2 zu 100% zu entziehen ist. Hat jemand ne Ahnung?

Könnte ich mich evtl. damit retten im Vorfeld selber dieses eine Gutachten bei einem Verkehrsmediziner zu machen und sobald Szenario 1 oder 2 eintritt, denen das direkt zukommen zu lassen und zu sagen „hey ich bin keine Gefahr“?
Franziskaner
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Fragen über Fragen Neupatient

Beitrag von Franziskaner »

Hallo zusammen,
ich habe gestern mein erstes Cannabis Rezept erhalten für meine Psyche, ADHS und Schlafstörungen. Bis auf mein Rezept habe ich nichts bekommen. Wie sieht es denn aus bei Polizeilichen Kontrollen? Brauch ich denn sonst noch etwas außer mein Rezept als Beweis? Wie sieht es mit Autofahren aus? Wenn ich Beispielsweise am Abend etwas geraucht habe und am nächsten Tag kontrolliert werden schlägt der Drogentest ja auch an. Bin noch sehr neu im Bereich Medizinisches Cannabis vllt kann mir jemand helfen.
Vielen Dank
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Martin Mainz
Board-Administration
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo Franziskaner.

Bitte benutze die Suchfunktion und lies dich in die Threads ein. Zu allen deinen Fragen gibt es bereits Themen in diesem Forum. Ich habe deinen letzten Post hierher verschoben, da sich deine meisten Fragen auf den Führerschein beziehen.

In Kürze: Du brauchst nur das Rezept. Das Fahren sollte mit dem Arzt besprochen werden. Wenn du dich im Stande fühlst, reicht das aber im Prinzip. Zu Überprüfungen kann es trotzdem kommen.
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Dos89
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Dos89 »

Hallo liebe Leute,
Ich bin cannabis patient mit kü seit 2019, und bin gestern von der autobahn Polizei direkt nach dem tanken am Rastplatz angehalten wurden.
Auf die Nachfrage ob Bewusstsein veränderte Gegenstände sich im Auto befinden, hab ich gesagt: ja, aber als Medizin.
Nachdem die Polizei dann erfahren hat das ich Cannabis patient bin, mit Rezept und apo Ausweis, haben die mir komische Fragen gestellt. Warum ich das Cannabis aus einem anderen Bundesland bestelle usw.
Ich solle einen Urin test machen Auf andere Substanzen. Den hab ich mit nur thc positiv "bestanden". Danach wurde mir gute Fahrt gewünscht und ich durfte weiter.

Ist eine Meldung an die führerscheinstelle vorprogrammiert?
Macht es Sinn jetzt schon irgendwas zu unternehmen?

Hatte noch keine Auffälligkeiten im Verkehr, auf führerschein bin ich angewiesen in meinem Job, und sonst straffrei.
Zuletzt geändert von Dos89 am Do 1. Dez 2022, 06:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Dos89 hat geschrieben: Mi 9. Nov 2022, 12:24 Ist eine Meldung an die führerscheinstelle vorprogrammiert?
Macht es Sinn jetzt schon irgendwas zu unternehmen?
Eher nein und vorbereiten im Sinne der Abstinenz macht bei Patienten ja auch keinen Sinn.
Jahkob
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Jahkob »

Ist das nicht immernoch usus den Patientenstatus an die FSS bei bekanntwerden weiterzugeben? Zumindest war das mein letzter Stand
moepens
Beiträge: 1177
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von moepens »

Beim nächsten Mal die Frage nach Drogen verneinen, keinem Test zustimmen, am Besten möglichst wenig Auskunft geben.

Folgendes wurde mal bei cannabis-medic.de gepostet (aktuell leider down):
https://imgur.com/a/zitHKln

Somit müsste mit einem Bluttest (der zwangsweise durchgeführt werden kann) gleichzeitig eine Ordnungswidrigkeitenanzeige erfolgen. Das erfordert eine Begründung. Wenn keine geschrieben wird handeln die Beamten wohl falsch und könnten sich strafbar machen, das interessiert aber die FSS nicht. Die schauen oft nur auf den positiven Test.

Deshalb dieses Schreiben (natürlich vor allem auch das Rezept etc.) am Besten mitführen und im Zweifel den Beamten zeigen.
Dos89
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Leistungstest für Führerschein als Patient

Beitrag von Dos89 »

Hallo

Ich bin in Besitz eines Führerscheins, und bin cannabis patient mit KÜ. Patient bin ich vor meinem Führerschein geworden. Da ich mich zu wenig informiert hatte, hab ich der Führerscheinstelle nix mitgeteilt.

Nun, hatte ich vor 3-4 wochen eine verkehrskontrolle mit Urin test. Ich durfte zwar weiter fahren, weil ich durch Rezepte und Attest mich als cannabis patient ausweisen konnte - bin aber sehr sicher, bzw es ist wahrscheinlich auch die Pflicht der Polizei die Bekanntmachung des Patienten status an die Führerscheinstelle zu leiten.

Ich habe und hatte keine strafen bezüglich irgendwelcher btm suchen, und hatte noch nie Vorkommnisse beim führen eines kfz.

Ich hatte mal gelesen, es gibt ein Urteil, wo ein Attest vom Arzt und ein bestander leistungstest unter Einnahme med. Cannabis für die Führerscheinstelle ausreicht. Kennst sich jemand damit aus? Gibt es dieses Urteil irgendwo?

Attest hatte ich schon, leistungstest heute direkt beim ersten Mal bestanden.
Ist das eine gute Idee das jetzt beim der führerscheinstelle abzugeben?


Bitte um Tipps weitere Zeit intensiven Verfahren zu entgehen. Ich brauche mein Führerschein bei meinem Beruf.
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M. Nice
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Re: Leistungstest für Führerschein als Patient

Beitrag von M. Nice »

So lange sich die Führerscheinstelle nicht meldet, würde ich nix unternehmen.
Mal will ja keine schlafenden Hunde wecken :!:
Rauchst du zwei Stund Hanf hinein, wirst du müd und schläfst bald ein!
Dos89
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Re: Leistungstest für Führerschein als Patient

Beitrag von Dos89 »

M. Nice hat geschrieben: Do 1. Dez 2022, 12:22 So lange sich die Führerscheinstelle nicht meldet, würde ich nix unternehmen.
Mal will ja keine schlafenden Hunde wecken :!:
Wie wahrscheinlich ist es denn, dass sie sich nicht melden?
Zumindest was ich alles lese, fühlt es sich an als würde die Führerscheinstelle sich aufjedenfall in der kommenden Zeit melden
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M. Nice
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von M. Nice »

Attest hatte ich schon, leistungstest heute direkt beim ersten Mal bestanden.
Ist das eine gute Idee das jetzt beim der führerscheinstelle abzugeben?
Sollte die Fs-Stelle auf dich zukommen, kannst Du das immer noch vorlegen.

Ob die sich überhaupt melden, kann man nicht vorhersagen.

MfG
M. Nice
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Leenkka
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Frage bzgl THC-Werte

Beitrag von Leenkka »

Hi,

ich hätte da mal eine Frage. Ich beziehe und nehme mittlerweile knapp 20 Monate medizinisches Cannabis.
Damit wird meine Trigeminusneuralgie erfolgreich behandelt. Ich nehme ca 2 Gramm am Tag ein und es ist Cannabis mit einer Stärke von ca 25 Prozent THC.

Ich habe in diesem Jahr eine psychosomatische Reha gemacht und die Leute wussten dort von diesem Medikament und war deshalb auch vollkommen ok.

In dem abschließenden Arztbrief steht auch drin, das ich komplett clean war ausser mein Cannabis, welches aber wie gesagt, akzeptiert wurde. Es wurden dort der Anfangs- und Endwert festgehalten. Dieser lag beim Aufnahme bei ca 800 ng/ml und bei Entlassung knapp unter 700 ng/ml.

Nun zu meiner Frage: Sind diese Werte realistisch im Bezug auf die Menge und Stärke sowie Dauer?

Mir möchte jemand vorwerfen, das diese zahlen dafür sprechen, das ich weit aus mehr konsumiere als verschrieben.
Er zieht dort diese 1-2 ng/ml vor und sagt, das ab dieser Höhe der Führerschein entzogen wird und so schluss zu folgern ist, das ich die 3 bis 4 Hundert fache Menge Intus habe.

Ich bin mir sicher, das dieser Wert von 1-2 ng/ml sind auf den aktiven Wert bezieht und mein hoher Wert auf passiv.
Oder wie seht ihr das? Ich habe nie meine Menge auch nur einmal überschritten, tendenziell eher in die andere Richtung. Ich versuche am Montag raus zu finden, welcher Wert dort gemessen wurde, würde aber gerne mal eure Meinung hören.

Falls ich was ausgelassen habe, einfach darauf hinweisen.

Vielen Lieben Dank an Alle!

Andi
LegalizeNOW
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von LegalizeNOW »

Hi Leute. Bin aktuell auf der suche nach einem Verkehrsmedizinischen Gutachter im Raum Berlin und Umgebung!

Ich muss ein Gutachten aufgrund von Dauermedikation abgeben.

Pn's erwünscht!

MfG
El jefe
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von El jefe »

Lui hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 21:31
LegalizeNOW hat geschrieben: Mi 19. Mai 2021, 13:46Hat jemand irgendwo positive Erfahrung mit einer Mpu Stelle im Zusammenhang mit Cannabis als Dauermedikation gemacht und kann mir etwas empfehlen??
Ich kann dir die Avus in Frankfurt empfehlen.
Ich hatte meine verkehrsmedizinische Untersuchung dort im März 2021. Das bestandene Gutachten kam nach etwa 2-3 Wochen.
Die kennen sich auf jeden Fall mit dem Thema Cannabis als Dauermedikation aus.
Hallo kann ich bei der Avus in Frankfurt mir mein Gutachten holen wenn ich in Bayern wohn ? Und gab es ein Vorgeschichte bei ihn in ihr Jugend mit andere Substanzen?
El jefe
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von El jefe »

Lui hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 22:46 Gerne doch...
Ich wurde von der Fsst aufgefordert ein positives Gutachten vorzulegen.
...
Gekostet hat es mich 802€.
2-3 Wochen später hatte ich das positive Gutachten im Briefkasten.
Und könnt sie mal sagen in welche Richtung dein Erkrankung ist weswegen sie Cannabis verschrieben bekommen ?
moepens
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von moepens »

Lesenswert: https://www.anwalt.de/rechtstipps/canna ... 06467.html
Cannabis Patient in der Zwickmühle zwischen Dr. Rausch, der schwarzen Königin des TüV und der Ärztekammer
Franziskaner
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Cannabis Patient und Polizei Kontrolle

Beitrag von Franziskaner »

Hallo zusammen,
Ich bekomme mittlerweile mein Cannabis auf Privatrezept. Meine Frage wie verhält sich sowas bei einer Polizeikontrolle? Ist es Ratsam die Dose mit sich zu führen ebenso sein Privat Rezept? Oder brauche ich definitiv auch eine Bescheinigung von meinem Arzt? Klar ist, in erster Linie nichts sagen, aber wir alle kennen die Cops ja. Manchmal reicht sowas nicht aus.
Danke
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Martin Mainz
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von Martin Mainz »

Franziskaner hat geschrieben: Sa 7. Jan 2023, 12:15 Hallo zusammen, ...
Hallo, hab deinen Beitrag hierher verschoben. Lies dich mal ein bisschen ein. Kurzgesagt: Rezept reicht aus. Und immer freundlich und verständnisvoll den Beamten gegenüber zu sein ist hilfreich.
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M. Nice
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Re: Cannabisrezept, Patient, Führerschein & MPU

Beitrag von M. Nice »

Ja, ist ratsam nur die originale Dose mit sich zu führen und das (Privat) BtM-Rezept. Eine Bescheinigung vom Arzt schadet bestimmt auch nicht.

Das Gesetz würde ich ausdrucken und mitführen:
Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 24a, Abs. 2
Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.
https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__24a.html

MfG
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