Blutabnahme ohne begründeten Verdacht

Fälle, Strafen, Probleme rund um den Führerschein & Verkehrskontrollen.
Antworten
l3ullseye
Beiträge: 1
Registriert: Mo 2. Nov 2015, 16:56

Blutabnahme ohne begründeten Verdacht

Beitrag von l3ullseye »

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich melde mich aufgrund einer, an mir gestern durchgeführten Verkehrskontrolle in Langenselbold (Hessen). Diese, normalerweise in Routine durchgeführte Kontrolle kam mir in diesem Fall jedoch nicht normal vor.

Zum Sachverlauf:

-23:30 wurde ich von der Polizei angehalten. (Allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugpapiere)

-Kaum hatte ich die Papiere dem zuständigen Polizisten überreicht, kam sein Kollege fragte ob es in Ordnung sei mir in die Augen zu leuchten

-Ich antwortete mit JA und unterzog mich den beamtlichen Anweisungen.

-Nach 2-maliger Widerholung des Pupillentests ( 2 mal leuchten) sagte der PO zu mir sie haben den Verdacht auf Rauschmittelkonsum
Ich fragte nach warum und bekam die Antwort dass sich meine Augen nicht normal verhalten würden.

-auf die Frage was normales Verhalten wäre bekam ich keine antwort.

-PO erläutert dass er auf den Verdacht eine Urinprobe von mir haben möchte.
DIES verneinte ich mit der Begründung dass ich auf grund eines Verdachts nicht in einen Becher pinkel.

-PO fragte danach ob ich mit einigen motorischen Tests einverstanden wäre.
Die Tests führte ich durch. (Finger+Nase, 30 Sekunden zählen, erneutes Leuchten in die Augen)

-Trotz sicherem Bestehen der Tests erklärte der PO der Verdacht hätte sich nun verschärft.
auf die Frage wodurch er dies festgestellt hätte bekam ich die antwort meine Pupillen würden springen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt 2 Stunden Autofahrt und eine mentale Vorbereitung auf ein anstehendes Bewerbungsgespräch und sei dementsprechend nicht 100% konzentriert. das sagte ich auch so dem PO und POK
Meine Äußerung blieb unbeantwortet

-Man erklärte mir erneut dass nun eine Urinprobe benötigt wird
DIES verneinte ich wieder
UND fragte (wörtlich) nach allen möglichen Optionen

-PO erklärte mir dass ich entweder in den Becher pinkel oder wir auf die Wache gehen und dort eine Blutabnahme gemacht werden wird wenn ich jetzt nicht kooperiere. Ich erklärte den Herren freundlich: ich pinkel weder in einen Becher oder lasse mir Blutabnehmen aufgrund eines Verdachts..

-Ich versuchte 2 mal eine Urinprobe abzugeben, konnte jedoch nicht unter dem auf mir stehenden Druck einen Harndrang spüren.(sogar im Auto noch ne Wasserflasche geext 0,7ltr.) Ich erklärte es ist nicht möglich so in den Becher zu pinkeln. Man bot mir an auf der Wache noch etwas zu trinken bis es möglich sei oder die Blutabnahme zu bestätigen..

- Ich willigte ein mit auf die Wache zu kommen mit der offenen Fragestellung: Es gibt ja sonst keine anderen Möglichkeiten oder?
Die Herren bestätigten

-Kurz vor der Abfühung in den Streifenwagen lockerte sich mein Harndrang und ich konnte doch noch eine Urinprobe abgehen.

-DER MAHSAN-SCHNELLTEST zeigte eine ausbleibende Anzeige auf der der THC-Linie
Ich äußerte mich mit den Worten vor 1 Monat aufgehört zu haben (wahrheit) und teilte mit, dass dadurch noch Abbaustoffe vom Cannabis-Konsum vorhanden seien könnten.
PO und POK sagten: WIR SIND KEINE ÄRZTE, WIR KÖNNEN DAS NICHT BEURTEILEN

-PO sagte ich steh nun unter Arrest und muss mit auf die Wache. Gleichzeitig sprachen sie mir ein verbales Fahrverbot von 24 Stunden aus.

-Sie führten mich in Handschellen ab...

-Auf der Wache angekommen füllte ich den Bogen des ärztlichen Bescheids zur Blutabnahme aus zusammen mit POK Quada aus, erwähnte jedoch mehrmals dass ich die Unterschrift für eine FREIWILLIGE BLUTABNAHME NICHT UNTERSCHREIBEN KANN.

-Sie erklärten mir dass es ENTWEDER die möglichkeit gibt das ganze jetzt "freiwillig" durchzuführen ODER man mich selbst nach Widerspruch gegen einen, vom Rechtsanwalt durchgesetzten Bescheid zwanghaft zur Blutentnahme bringt.
Darauf hin fragte ich ob ich denn eine andere Möglichkeit habe.

-PO erzählte mir wenn ich nicht unterschreibe werden sie ihr Blut denoch bekommen. Sie haben schon zu Fünft einen Mann auf dem Boden festgehalten um an Blut zu kommen.
(Humorvoll antworte ich mit: 5 Leute schaff ich dann nicht ganz)

Gibt es sonst keine anderen Optionen? die Herren verneinten

somit unterschrieb ich die freiwillige Blutabnahme unter gewissenhaften Bedenken, keine andere Option zu haben

Meine Fragen an sie:

-Welche Konsequenzen habe ich zu erwarten?
-Wie kann ich rechtlich gegen diese Art von "Menschenverachtung" vorgehen. Ich fühle mich, nach wie vor, unter Druck gesetzt und unrecht behandelt. Meine versuche klar zu machen dass ich das nicht möchte begruben sie unter 2-deutigen Anmerkungen, Gesprächen über Funk, Gesprächen mit dem Arzt über Freizeit und Hobby, etc.. einfach unter dem Tisch.

Danke dass Sie sich die Zeit nehmen um mir zu helfen!!! Ein Forum, das solche Dienste kostenlos anbietet ermöglicht es mir überhaupt die Vorgehensweise der staatlichen Einrichtung zu hinterfragen.
VIELEN VIELEN DANK
Benutzeravatar
bushdoctor
Beiträge: 2359
Registriert: Mo 27. Feb 2012, 15:51
Wohnort: Region Ulm

Re: Blutabnahme ohne begründeten Verdacht

Beitrag von bushdoctor »

Du hast alles freiwillig mitgemacht, von daher, war die "Kontrolle" absolut korrekt (von Seiten der Polizei)...

Du hast auch noch Konsum zugegeben ("vor einem Monat"), was evtl. die Führerscheinstelle interessieren könnte. Wenn Du aber wirklich aufgehört hast, wirst Du die MPU beim ersten Mal bestehen...

Was jetzt kommt, ist abhängig von den Werten, die sich aus der Blutprobe ergeben. Ab 1ng THC / ml Blutserum könnte man Dir eine Verkehrsstraftat (http://www.verkehrslexikon.de/Module/Ca ... rafOWi.php) konstruieren, wenn man Dir die "Ausfallerscheinungen" (Pupillenreaktionen vom freiwilligen Test) entsprechend schlechtmeinend auslegt.

Sorry, dass ich keinen besseren Nachrichten für Dich habe!
Antworten

Zurück zu „Allgemeine Führerscheinfragen“